Inhaltsverzeichnis
1 Reformation 2
1.1 Martin Luther 3
1.2 Willibald Pirckheimer 5
2 Eckius dedolatus. 7
2.1 Entstehungsgeschichte 7
2.2 Inhalt. 8
2.3 Autor(en) 9
3 Eckius dedolatus als Satire 11
3.1 Satire. 11
3.2 Johann Eck 12
3.3 Eckius und Johann Eck 13
4 Literaturverzeichnis 16
2
„Nichts wird langsamer vergessen als eine Beleidigung und nichts eher als eine Wohltat.“ 1 . Dieses Zitat von dem Reformator Martin Luther trifft auf die Satire Eckius dedolatus (1520) zu, da dieser bis heute eine große Bedeutung in der dramatischen Literatur der Reformationszeit zukommt. In dem Werk wird der katholische Theologe Johann Eck mit scharfen Worten verspottet. Die Spottschrift erscheint anonym, wobei dem Humanisten Willibald Pirckheimer oft unterstellt wird, diese verfasst zu haben. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Satire Eckius dedolatus und setzt diese in den zeitgeschichtlichen Kontext der Reformation. Nach einer Definition der Gattung wird das Leben des Ingolstädter Professors- Johann Eck - näher betrachtet. Im Weiteren werden die Eigenschaften der Hauptfigur Eckius mit den bekannten Charakteristika Johann Ecks verglichen.
1 Reformation
Das Werk Eckius dedolatus wird der Reformationsliteratur zugeschrieben. Aus diesem Grund wird im Folgenden der zeitgeschichtliche Kontext thematisiert. Der Begriff »Reformation« stammt aus dem Lateinischen und bedeutet »Wiederherstellung«. Heutzutage wird damit die kirchliche Erneuerungsbewegung im 16. Jahrhundert bezeichnet, die vor allem auf den Theologieprofessor und Mönch Martin Luther zurückzuführen ist.
Mit dem Ausklang des Mittelalters kommt der Ruf nach einer Reform der römischen Kirche auf, da der Materialismus und das Streben nach politischer Weltherrschaft der Kirche einigen Zeitgenossen unvereinbar mit dem göttlichen Gebot erscheint. Die Kirche nutzt die damalige Angst der Menschen vor dem Fegefeuer und der Bestrafung ihrer irdischen Sündhaftigkeit vor dem Jüngsten Gericht aus. Bei der römischen Kirche liegt der Weg zum Heil im Sakrament. Das Bußsakrament ist bereits seit dem frühen Mittelalter der Ansatz, um Menschen zur Sündenvergebung zu führen. Zur Erleichterung dieses Weges entwickelt die Kirche den »Ablass«, der eine Minderung der Sündenstrafen im Fegefeuer und auf Erden außerhalb des Bußsakramentes darstellt. Ohne den Ablass kann nur durch gute Werke die Sündenvergebung erlangt werden. 2 Die Absolution kann in der römischen Kirche durch den Kauf von Ablassbriefen erworben. Des Weiteren kann jeder Einzelne durch gute Taten, Fürbitten zu den Heiligen und durch die sakramentale Vermittlung von geweihten Priestern sein Seelenheil erhalten. Die römische Kirche nimmt dabei die Rolle einer Vermittlungsinstanz zwischen dem
1 Vgl. URL:http://www.zitate-online.de/autor/luther-martin/ (Stand: 01. 11 .2008).
2 Vgl. Stupperich, Robert: Die Reformation in Deutschland. Gütersloh ³1998. S. 20.
3
Gläubigen und Gott ein und versucht so die Menschen von ihrer Lehrautorität zu überzeugen. 3
Die kapitalistische Vorgehensweise und der Machtmissbrauch der damaligen Päpste führte in der Bevölkerung zu einer antikirchlichen Stimmung. Die Gelder aus dem Ablasswesen dienen dabei beispielsweise der Förderung der päpstlichen Bautätigkeit. Der Reformator Martin Luther bringt durch die Thesen (Thesenanschlag 1517) unter anderem seinen Unmut über den Ablasshandel zum Ausdruck. Nach der Veröffentlichung und Verbreitung der Thesen Luthers hat in den 1520ern sowohl in der Stadt als auch auf dem Land eine Massenbewegung gegen die römische Kirche begonnen, welche zum weiteren Zusammenbrechen der kirchlichen Autorität führt. In den Bauernkriegen im Jahre 1525 versucht die größte Bevölkerungsgruppe im deutschen Reich gegen politische, soziale und religiöse Missstände anzukämpfen. Auf dem Reichstag in Speyer (1526) stellt Kaiser Karl V. den Landesherren ihr konfessionelles Verhalten frei. 4
Im weiteren Verlauf der Reformation kommt es beim Marburger Religionsgespräch im Jahr 1529 zu einer eine Einigung im Abendmahlstreit zwischen dem Calvinismus und dem Luthertum. In diesem Jahr protestieren auch pro-reformatorische Stände für die Ausbreitung der Reformation. 1530 wird schließlich das Augsburger Bekenntnis von Philip Melanchthon an Kaiser Karl V. überreicht. Ein Jahr später schießen sich protestantische Stände und Fürsten dem Schmalkaldischen Bund gegen die Religionspolitik von Kaiser Karl V. an. Die Trennung von Protestanten und Katholiken wird 1555 im Augsburger Religionsfrieden letztendlich rechtsgültig. Die Untertanen müssen nun die Konfession ihrer Landherren übernehmen, wobei beide Konfessionen durch Gegenre-formationen versucht haben ihren Einfluss zu vergrößern. So findet sich in der katholischen Kirche eine von der Reformation beeinflusste Neugestaltung seit dem Tridentium (1545-1563). 5
1.1 Martin Luther
Die Reformatoren - allen voran der Theologieprofessor und Mönch Martin Lutherbezwecken die Abstellung der kirchlichen Missbräuche und lehnen nicht nur den Ab-lasshandel ab, sondern halten auch die Rolle der Kirche als Vermittlungsinstanz zwi-
3 Vgl.URL:www.uni-muenster.de/FNZ-Online/politstrukturen/reformation/unterpunkte/verlauf.htm
(Stand: 01. 11. 2008).
4 Vgl. ebd.
5 Vgl. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Reformation (Stand: 01. 11. 2008).
4
schen dem Gläubigen und Gott für reformbedürftig. Das Ablasswesen führe dazu, dass sich die Gläubigen in falscher Sicherheit wähnen und unterstütze die Ansicht, dass eine Instanz zwischen Gott und dem Menschen benötigt wird. Die Grundlage der reformatorischen Theologie bilden die vier »soli«, die auch heute noch in den aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen gegenwärtig sind. Der Mensch soll nicht durch den Erwerb von Ablassbriefen oder durch die Vermittlung eines Priesters zum Seelenheil gelangen, sondern alleine durch seinen Glauben (»sola fide«) und die reine Gnade Gottes (»sola gratia«) erlöst und gerettet werden. An die Stelle der amtskirchlichen Lehrautorität und den dazugehörenden Traditionen tritt die Heilige Schrift (»sola scriptura«), die sich selbst auslegt (»sui ipsius interpres«) 6 und die Grundlage des christlichen Glaubens bildet. Nicht die Kirche, sondern allein Christus (»solus Christus«) hat dabei die Autorität über die Gottesfürchtigen. 7
Der Reformator Martin Luder (er nennt sich später in Luther um) kommt am 10. November 1483 als Sohn eines Bauern in Eisleben zur Welt und verstirbt am 18. Februar 1546 in seiner Heimatstadt. 8
Luther beginnt 1501 ein Jurastudium an der Universität Erfurt und erlangt 1505 den Magistergrad. Noch im Juli desselben Jahres gelobt Luther gegen den Willen seiner Eltern Mönch zu werden und tritt daraufhin am 17. Juli in das Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt ein. Ein Jahr später legt Luther sein Mönchsgelübde ab und wird im Jahr 1507 in Erfurt zum Priester geweiht. Luther beginnt daraufhin ein Theologiestudium an der Universität Erfurt und lernt während des Studiums humanistische Ideen kennen und ehrt den bedeutenden Humanisten Erasmus von Rotterdam. 9 1512 wird Luther zum Doktor der Theologie ernannt und hält fortan an der Universität Wittenberg Vorlesungen über Psalme und religiöse Briefe. 10 In der Stadtkirche zu Wittenberg verweigert Luther einigen Menschen aufgrund ihres unsittlichen Lebens im Beichtstuhl die Absolution. Daraufhin kaufen diese Ablassbriefe bei einem der engagiertesten Ablasskomissaren, dem Dominikaner Johann Tetzel, und verlangen daraufhin erneut die Lossprechung. Luther versagt ihnen die Freisprechung nochmals und sieht sich gezwungen, seinen Standpunkt öffentlich zu begründen. Daraufhin verfasst Luther 95 Thesen in lateinischer Sprache, verschickt diese an den Erzbischof Albrecht von Mainz, an den Bischof Hieronymus Schulz in Brandenburg und an
6 Vgl. URL: http://www.uni-muenster.de/FNZ- Online/politstrukturen/reformation/ unterpunk-
te/verlauf.htm (Stand: 01. 11. 2008).
7 Vgl. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Reformation (Stand: 01. 11. 2008).
8 Vgl. Stupperich, Robert: Die Reformation in Deutschland. a. a. O. S. 222.
9 Vgl. ebd. S. 19 und S. 222.
10 Vgl. URL: http://www.luther.de/leben/moench.html (Stand: 01. 11. 2008).
Arbeit zitieren:
Anna Wertenbruch, 2009, Dramatische Literatur der Refomationszeit, München, GRIN Verlag GmbH
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