Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
1.1. Die Geschichte Chlodwigs und seiner Nachfolger 4
1.2. Fragestellung 6
2. Tötung von nahe stehenden Verwandten als „erweiterte
Selbstt ötung“
6
2.1. Theorie des „erweiterten Selbstmordes“
6
3. War Chrodechilde psychisch krank? 8
3.1. Der Quellenwert von Gregors Geschichtsbuch 8
3.2. Chrodechildes Biographie unter Berücksichtigung einer
m öglichen Depressionskrankheit 9
4. Zusammenfassung 12
5. Literatur 13
2
1. Einleitung: Der obere Quellenauszug über die grausame Ermordung der beiden Enkelkinder der Königin Chrodechilde (473/4-544) stammt aus den „Zehn Geschichtsbüchern“ des Gregor von Tours (538/39-594/95). Gregor von Tours, eigentlich Georgius Florentius, war ein Mann von sehr vornehmer römischer Herkunft, der in seiner Jugend eine solide (wenn auch nicht die allerbeste) grammatisch-rhetorische und eine hervorragende kirchliche Erziehung erhielt, die ihm ermöglichte, 573 das Amt des Bischofs im fränkischem Bistum Tours zu übernehmen. Dem glücklichen Umstand, dass ein solcher Mann, vom historischem Drange erfüllt, zur Feder griff, verdanken wir die „Zehn Bücher fränkischer Geschichte“, die das bedeutendste vorkarolingische Geschichtswerk, das die germanische Staatenwelt hervorgebracht hat, darstellen. Seine umfangreichen Erzählungen, die für die Geschichtswissenschaft als Spiegelbild der merowingischen Gesellschaft gelten, berichten uns auch die Geschichte von dem König Chlodwig, seiner Frau Chrodechilde und dessen Nachfahren, die allesamt dazu beitrugen, dass Europa zu
3
dem wurde, was es heute für die Geschichte bedeutet. Eine kurze Zusammenfassung des Aufstiegs von König Chlodwig soll uns zunächst einmal in die frühmittelalterliche Welt der Merowinger einführen, mit denen wir uns im weiteren Verlauf dieses Essays ausführlich beschäftigen werden.
1.1. Die Geschichte Chlodwigs und seiner Nachfolger: Als Chlodwig 482 die Nachfolge seines Vaters Childerich antrat, hatte sich die politische Einheit des lateinischen Abendlandes aufgelöst. Das fränkische Reich der Merowinger und die anderen germanischen Reiche besaßen damals noch keine klaren Konturen und führten fortwährende Streitigkeiten um ihre Grenzgebiete, die meistens in kriegerischen Auseinandersetzungen mündeten. In dieser hochbrisanten Entstehungsphase der germanischen Großreiche legte Chlodwig sowohl durch Diplomatie als auch durch Mut und Tollkühnheit in der Kriegsführung einen kometenhaften Aufstieg hin. Mit gerade mal 16 Jahren übernahm er vom Vater das salfränkische Königtum von Tournai und die Verwaltung der Römerprovinz Belgica II. Daraufhin setzte Chlodwig 486 die militärische Politik seines Vaters fort, eroberte das Syagrische Reich von Soissons und schloss Frieden mit den Bretonen. Im Jahre 496/7 unterjochte er die Alemannen und legte daraufhin den Glauben an die altgermanischen Götter ab. Er konvertierte auf den Wunsch seiner Frau Chrodechilde, die er zu Beginn der 90er heiratete, zum katholischen Glauben über. Der Bischof von Reims, der Chlodwig taufte, prophezeite ihm eine glorreiche Zukunft als Herrscher, und tatsächlich schien Chlodwig nichts mehr aufhalten zu können. Vom Angriff gegen die Burgunder konnte Theoderich seinen Schwager gerade noch bewahren, aber den Großen Gotenkrieg von 507 nicht mehr verhindern. Dem Sieger Chlodwig gelang es, das einstige westgotische Reich zwischen Loire und den Pyrenäen fast ganz für sich zu gewinnen. Bis zu seinem Tod um 511 schaltete der Merowinger alle anderen fränkischen Könige aus und schloss deren Gebiete seinem Königreich an. Seine Hinterlassenschaft, die Befehlsgewalt über das fränkische Reich, teilte Chlodwig unter seinen vier Söhnen gerecht auf, aber diese waren so machtgierig, dass jeder einzelne von ihnen seinen Bruder um sein Land beneidete. Leider erfahren wir aus Gregors Geschichtswerk nur sehr wenig über die erste Zeit der Machtkämpfe und sind auf bloße Vermutungen angewiesen. Die Söhne Chlodwigs, die nach seinem Tod in der Lage waren die Herrschaft anzutreten, waren Theoderich, (der nicht aus der Ehe von Chlodwig und Chrodechilde stammt), sowie der vierzehn- bis sechzehnjährige Chlodomer. Chlothar und Childebert waren zu dem Zeitpunkt noch Kinder und konnten nicht als Herrscher agieren. Das Verhältnis Chrodechildes zu ihrem Stiefsohn Theoderich schien unproblematisch gewesen zu sein. Jedenfalls unternahm keine der beiden Seiten den Versuch, die andere von der Nachfolge auszuschließen. Chrodechilde, die wohl durch einige bedeutende Bischöfe des fränkischen Adels unterstützt wurde, handelte mit Theoderich höchstwahrscheinlich einen Kompromiss aus, der beiden Seiten zu Gute kam. Im Anschluss zog sich Chrodechilde nach Tours
4
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Andrej Wolf de Oliveira, 2007, War Chrodechilde von den Merowingern psychisch krank?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit: War Chrodechilde von den Merowingern psychisch krank? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit: neuer Titel erschienen: War Chrodechilde von den Merowingern psychisch krank?
Andrej Wolf de Oliveira hat einen neuen Text hochgeladen
Das Recht der psychisch Kranken / Mit CD-ROM
Sammlung bundes- und landesrec...
Horst Deinert, Wolfgang Jegust
Wenn Eltern psychisch krank sind...
Kindliche Lebenswelten und ins...
Reinhold Schone, Sabine Wagenblass
Kinder psychisch kranker Eltern zwischen Jugendhilfe und Erwachsenenps...
Reinhold Schone, Sabine Wagenblass
Interventionen bei Kindern psychisch kranker Eltern
Grundlagen, Diagnostik und the...
Albert Lenz
Individuelle Integrationspfade für psychisch kranke und behinderte Men...
Wege zur Teilhabe am Arbeitsle...
Wolfgang Seyd, Klaus Wicher, Jürgen Bischoff, Michael Firle
0 Kommentare