Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 03
2. Die Wirklichkeit der Alltagswelt. 04
3. Die Vis-a-vis-Situation. 05
4. Objektivierung/Zeichensysteme. 06
5. Das Alltagswissen. 07
6. Der Wissenserwerb. 09
7. Wissen in Abhängigkeit von Relevanz und Typik. 10
8. Schlussbemerkung. 12
9. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Die Alltagswelt bzw. Lebenswelt des Menschen ist in verschiedene Strukturen gegliedert. Ich möchte mich um eine zusammenhängende Darlegung der wichtigsten Strukturen und um eine Erklärung des Wissens in der Alltagswelt bemühen. Wie ist die alltäglich wahrgenommene Welt aufgebaut? Wie teilt sich das Wissen, welches für die Bewältigung von bewusst oder unbewusst wahrgenommenen Problemen von Bedeutung ist, ein? Wie funktioniert daraufhin das gesellschaftliche Miteinander bzw. die soziale Interaktion? Zuerst gilt es die Wirklichkeit der Alltagswelt zu untersuchen, denn an ihr nimmt der Mensch in regelmäßiger Wiederkehr teil. Nur in der verallgemeinerten Lebenswelt kann er sich mit seinen Mitmenschen verständigen. Der Lebensbereich soll also von dem Akteur als schlicht gegeben vorgefunden werden. Sein alltägliches Handeln und die Motive dafür sind dabei von Interesse. Des Weiteren kann prinzipiell davon ausgegangen werden, dass jeder Mensch mit einem eigenen Bewusstsein ausgestattet ist, d.h. die Welt in der sich die vernunftbegabten Menschen aufhalten ist intersubjektiv. Die Alltagswelt ist also nahezu für alle Menschen gleich strukturiert bzw. sinnvoll. Sie ist das Feld, in der die Menschen täglich miteinander umgehen wobei die ähnlichen Wahrnehmungen und Deutungsschemata einen wechselseitigen Charakter aufweisen. Der Gewissheit der erklärten Deutung eines Objektes folgt die Annahme, dass der momentan Deutende für einen Anderen genauso ein Objekt mit grundsätzlich gleichen Charakteristika darstellt.
Alfred Schütz - der als Begründer der phänomenologischen Soziologie gilt - begrenzt dabei die wesentlichen Punkte auf: a) die körperliche Existenz anderer Menschen; b) körpereigenes Bewusstsein; c) Außenweltdinge die für mich und meine Mitmenschen die gleiche Bedeutung haben; d) die Wechselwirkung zu den Mitmenschen; e) die Verständigung unter Mitmenschen etc. (vgl. Schütz/Luckmann, S. 25 ff). Das angesammelte Wissen hat seinen Ursprung in eigenen sowie von anderen übermittelten Erfahrungen. Diese Übermittlung findet durch Zeichensysteme statt, welche die signifikanten Symbole objektiviert bzw. verdinglicht und sie somit in meinen Wissensvorrat konstituiert.
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2. Die Wirklichkeit der Alltagswelt
Bewusstsein ist der erste zentrale Begriff bei Luckmann und Berger. Bewusstsein ist sinnhaft auf Objekte gerichtet. Es hat somit intentionalen Charakter. Das heißt, jedes Individuum erlebt Akte des alltäglichen Lebens als sinnbezogenes, intentionales Handeln (unbewusst oder bewusst). Je nach Wirklichkeit verändert sich die „Verarbeitungsbereitschaft“ des Bewusstseins. Der Wechsel von Wirklichkeiten ist dabei fließend (z.B. vom Traum zur Realität). Die wichtigste Wirklichkeit ist aber die Alltagswelt, da sich jedes Individuum in der Welt des Alltags befindet. Der Umgang mit ihr ist selbstverständlich. Die Welt ist als Wirklichkeitsordnung nach Mustern arrangiert und von der eigenen Erfahrung unabhängig, denn „die Wirklichkeit der Alltagswelt scheint bereits objektiviert“ (Luckmann/Berger, S. 24). Wenn ein neuer Akteur die Bühne der Lebenswelt betritt, erfährt er diese in Form von festen Schemata und lernt im Zuge seiner Sozialisation mit eben dieser Lebenswelt umzugehen. Die Sprache versteht sich hierbei als Bindeglied bzw. Vermittler zwischen der bestehenden Ordnung und dem (neuen) Mensch. Die Sprache ist also ein Koordinatensystem im Leben in der Gesellschaft und verweist auf sinnhaltige Objekte.
Des Weiteren weist die Struktur der Alltagswelt einen Raum-Zeit-Bezug auf. Wichtig dabei ist der Ort, an dem ich mich befinde und welche Modifikationsmöglichkeiten ich in der alltäglichen Welt habe. Die für mich relevante Alltagswelt (pragmatisches Interesse) und die Welt der potentiellen Reichweite (Geschehnisse einer fernen Welt) sind hierbei zu unterscheiden. Die Frage der Relevanz wird hierbei noch nicht erläutert. Auf der anderen Seite ist auch der Zeitfaktor von Bedeutung. Wann agiere ich in meiner Welt und mit welchem Ziel. Das Bewusstsein hat eine zeitliche Ordnung bzw. die Intersubjektivität der Alltagswelt hat eine zeitliche Dimension. „Ich erlebe Zeit in der Alltagswelt sowohl als fortlaufend wie auch in Abschnitten“ (Luckmann/Berger, S. 30). Dieser Zeitfaktor wirkt sich auf meine Einstellung zu meinen Projekten aus; z.B. Frauen sind nur bis zu einem bestimmten Alter in der Lage Kinder zu gebären. Hier erweist sich die Zeitstruktur als Zwang. Abschließend kann man sagen, dass die Zeit und der Raum den Lebenslauf bestimmen. Eine weitere Grundlage in der Wissenssoziologie ist die Intersubjektivität. In meiner erlebten Welt haben auch andere Menschen teil, bzw. jeder hat seine eigene Welt und erkennt dennoch nahezu die gleichen Objektivationen der Alltagswelt an. Edmund Husserl - ein bedeutender Vordenker der Phänomenologie - bezeichnet Intersubjektivität als eine Beziehung der Subjekte untereinander. Hierbei entsteht eine „fortwährende Korrespondenz meiner und ihrer Auffassungen von und in dieser Welt“ (Luckmann/Berger, S. 26). Das bedeutet, dass eine gemeinsame Auffassung von der gegenseitig erlebten Wirklichkeit vorhanden ist. Alfred Schütz interpretiert den Sinn als intersubjektives Phänomen. Er dient
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Soz. Uwe Liskowsky, 2000, Die Wirklichkeit der Alltagswelt, München, GRIN Verlag GmbH
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