Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung, Fragestellung, Vorgehensweise 3
2. Das Ende des Partherreiches 4
3. Ardaschir I. 6
4. Schapur I. 7
4.1 Der Staatsaufbau unter Schapur I. 13
4.2 Die Armee zur Zeit Ardaschir I. und Schapur I. 14
5. Das römische Reich durch die Sasaniden in der Krise? 15
6. Zusammenfassung, Fazit 18
7. Quellenverzeichnis 20
8. Literaturverzeichnis 20
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1. Einleitung, Fragestellung, Vorgehensweise
Am Anfang des 3. Jahrhunderts regierte der Großkönig Artabanos IV. das Partherreich. Dies gewann bereits zu Beginn der Zeitrechnung an Bedeutung. Im Laufe des ersten und zweiten Jahrhunderts stieg das Reich der Parther zu einem wichtigen Handelsstützpunkt auf, welches das römische Reich mit den Waren aus dem Orient verband. Die Erzeugnisse wie Seide und Gewürze und die damit verbundenen Einfuhrzölle ließen das Partherreich rasch zu einer Großmacht heranwachsen, welche zunehmend Spannungen mit dem römischen Weltreich verursachte. Als am Anfang des dritten Jahrhunderts, der letzte Großkönig des Partherreiches abermals mit Rom in einen offenen Konflikt geriet, wurde dieser 218 beigelegt. Die Römer erkauften sich diesen Frieden und die Parther gingen als Sieger hervor. Während des Streits mit Rom erschütterten das Reich innere Aufstände und Unruhen in der Provinz Persis. Ardaschir I, ein lokaler Fürst, baute bereits 211 seine Macht durch kleinere Feldzüge aus. Aufgrund der Auseinandersetzung mit dem römischen Reich nahm Artabanos IV. dieses nicht wahr. Erst nach der Friedensschließung mit Rom nahm er von Ardaschir Notiz. Nachdem Ardaschir I. seine eigene Hauptstadt gegründet hatte, kam es zum offenen Konflikt mit Artabanos. Der Sasanide Ardaschir I. besiegte den letzten Großkönig der Parther am 28. April 224 bei einer Schlacht. Artabanos verlor dadurch die Herrschaft über das Perserreich und auch sein Leben. Ardaschir I. begründete 224 die über 400 jährige Herrschaft der Sasaniden über das heutige Iran. Mit dem Anspruch, das Reich in seine alten Grenzen zu führen und mit Angriffen auf das römische Gebiet, musste Rom einen neuen starken und gleichwertigen Gegner akzeptieren. Unter seinem Sohn Schapur I., welcher sein Nachfolger ab 240 war, zentralisierte sich das Reich zunehmend, wobei Schapur I. seine Macht weiter konsolidieren konnte. Mit der Einnahme der Stadt Hatra verschärften sich die Auseinandersetzungen mit dem römischen Reich, welche mit der Gefangennahme des Kaisers Valerian 260 ihren Höhepunkt erreichten. Die Arbeit soll einen Einblick über das Ende des Partherreiches und den Aufstieg der Sasaniden zur Zeit der Soldatenkaiser geben. Ebenso soll die Frage geklärt werden, welche eventuellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Reiche aus heutiger Sicht zu Grunde liegen und ob Rom die Sasaniden als gleichwertigen Gegner ansah. Die Frage, ob die Auseinandersetzungen eine Krise an den Ostgrenzen des römischen Reiches auslösten, soll diese Arbeit gleichfalls klären. 4
Hierzu werden unter anderem Quellen von Herodian sowie die heutige Forschung Aufschluss geben.
2. Das Ende des Partherreiches
Das Ende des Partherreiches hat verschiedene Ursachen, zum einen verfügte es über einen in Provinzen aufgeteilten Staatsaufbau. Lokale Fürsten verwalteten diese. Sie waren dem Großkönig tributpflichtig in Form von Heeresunterstützungen und Abgaben. 1 Artabanos musste bei einer militärischen Niederlage den Fürsten weitreichende Zugeständnisse machen, um seine Macht zu halten, die Folge von dem war eine Dezentralisierung der Macht und eine gewissen Eigenständigkeit bzw. Autonomiebestrebungen von einzelnen Fürsten. 2 Außerdem war es dem Großkönig unmöglich zu jeder Zeit, an jedem Ort seines Reiches präsent zu sein, dieser hielt sich entweder zum größten Teil bei seinen Truppen auf oder in der Hauptstadt des Reiches. Hier lassen sich beispielsweise Parallelen zu dem römischen Reich erkennen, wobei sich der König der Parther ebenso auf das Militär stützte wie auch die Soldatenkaiser. Da das Partherreich an der Ostgrenze des römischen Reiches lag, kam es hier durchaus zu Spannungen zwischen beiden Reichen. Dies lag zum einen daran, dass durch das Partherreich lukrative Handelswege in Richtung Orient führten und somit einzelnen Provinzen Reichtum bescherte. Ebenso nutzen die römischen Kaiser die Konflikte dazu, um ihre Macht im römischen Reich durch militärische Erfolge gegen die Parther zu stärken. Ein weiterer wesentlicher Faktor war, dass die Parther die einzelnen Provinzhalter nicht durch ihre eigene Familie besetzten, sondern diese der Adel stellte. Somit waren lokale Machtbestrebungen, wie bei Ardaschir, möglich. Artabanos IV., der letzte Großkönig der Parther setzte sich im Jahr 213 gegen seinen älteren Bruder, Vologaeses VI., durch und wurde somit der König des parthischen Reiches. 3 Vologaeses VI. herrschte bis vermutlich 228 in Mesopotamien. Der römische Kaiser Caracalla strebte die Vereinigung der beiden Reiche an und verlangte von Artabanos im Jahr 216 dessen Tochter, um sie zu heiraten. 4 Der Partherkönig verweigerte Caracalla dies und der römische Kaiser nutzte dies als Kriegsgrund
1 Barthold Georg Niebuhr: Die makedonischen Reiche. Hellenisierung des Orients. Untergang des alten
Griechenland. Die römische Weltherrschaft. Dritter Band. Berlin 1851, Seite 564.
2 Michael Sommer: Die Soldatenkaiser. Darmstadt 2010, Seite 77.
3 Klaus Schippmann: Grundzüge der Geschichte des sasanidischen Reiches. Darmstadt 1990, Seite 10.
4 Haath, U.: Caracalla, in RE III 2 (1899) coll. 140‐143. 5
gegen Artabanos. 5 Somit kam es zu einem offenen Konflikt der beiden Großreiche. Caracalla kam dabei zu Gute, dass sich das Partherreich noch immer im Bürgerkrieg befand, wobei Artabanos gegen seinen Bruder vorging. So gelang den römischen Truppen ein fast ungehindertes Vorgehen und Plündern auf parthischem Gebiet. Nach dem Rückzug der Römer in die Stadt Edessa und der Ermordung Caracallas, schlugen die Parther 217 die Römer und handelten mit dem neuen Kaiser Macrinus einen Friedensvertrag aus. Rom leistete hierbei eine Entschädigungszahlung und erkaufte sich somit den Frieden mit den Parthern. 6 Während des Konfliktes mit Rom weitete ein lokaler Fürst in der Persis seine Macht weiter aus, unbeachtet von Artabanos IV. Dieser war zu der Zeit im militärischen Konflikt gegen die Römer gebunden. Ardaschir I., der Sohn des Papak, wuchs im Alter von sieben Jahren bei dem Gouverneur des Distriktes von Darabgird auf. Nach dessen Tod übernahm Ardaschir das Amt und konsolidierte zunächst seine Macht in dem Distrikt. Ardaschir weitete seine Macht zunächst auf Kosten der benachbarten Fürsten weiter aus. Sein Vater Papak lehnte sich seinerseits gegen den König von Istachr auf und übernahm dessen Reich. Die heutige Wissenschaft schließt nicht aus, dass Papak auf die Bitte seines Sohnes Ardaschir handelte. Nach der Machtübernahme von Istachr bat Papak den Großkönig Artabanos IV., für seinen zweiten Sohn Schapur um die Krone des von ihm erworbenen Reiches. Der Parther lehnte dies ab und bezichtigte Papak des Aufstandes. 7 Dies war die erste Konfrontation zwischen Artabanos und der Familie von Ardaschir I. Nach dem Tod Papaks erkannte Ardaschir seinen Bruder Schapur nicht als König an und es kam zu einem Feldzug der beiden Brüder. Ardaschir schlug das Heer von Schapur, wobei Schapur auf bisher ungeklärte Weise sein Leben verlor. Nach dem Sieg gegen seinen Bruder war Ardaschir König von Istachr. Ardaschir baute seine Macht und sein Gebiet auf Kosten der Nachbarn weiter aus, so besiegte er den König von Kirman im Jahre 211/212. Ardaschir I. besetzte hierbei den Posten des Gouverneurs durch seinen Sohn, wobei er mit diesen Vorgehen entgegengesetzt der Parther seine Macht sicherte und sich einen ihm treu ergebenen Vasallenkönig einsetzte. Da sich Artabanos zu dieser Zeit selbst im Machtkampf befand, blieb Ardaschirs Vorgehen zunächst noch ungeachtet. Er nahm erst von Ardaschir Notiz, als dieser seine eigene Hauptstadt gründete. Der Partherkönig ging militärisch gegen Ardaschir erst im Jahr 218 vor,
5 Friedrich Christoph Schlosser: Weltgeschichte in zusammenhängender Erzählung Bd.1. Alte Geschichte bis
zum Untergang des Weströmischen Reiches. Frankfurt/Main 1815, Seite 582‐583.
6 Alice Landskron: Parther und Sasaniden. Das Bild der Orientalen in der römischen Kaiserzeit. Wien 2005, Seite
47.
7 Klaus Schippmann: Grundzüge der Geschichte des sasanidischen Reiches. Darmstadt 1990, Seite 12. 6
Arbeit zitieren:
Stefan Sebastian Bahn, 2011, Das Reich der Sasaniden - Ein Gegenpol zum römischen Reich, zur Zeit der Soldatenkaiser?, München, GRIN Verlag GmbH
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