Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 2
2. Exkurs Industrieschulen. 3
3. Philipp Sextro: Über die Bildung der
Jugend zur Industrie. 4
3.1 Philipp Sextro. 4
3.2 Über die Bildung der Jugend zur
Industrie. 4
4. J.H. Pestalozzi: Über Volksbildung und
Industrie. 8
4.1 Johann Heinrich Pestalozzi. 8
4.2 Über Volksbildung und Industrie. 9
5. Vergleich der Sichtweisen der Autoren
zu Berufsbildung und
Allgemeinbildung. 12
6. Schlusswort. 13
Literaturverzeichnis. 14
1
1. Einleitung
Die Differenzen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Berufsbildung und Allgemeinbildung sind nicht nur in unserer Zeit Ausgangspunkt wissenschaftlicher und allgemeinpolitischer Diskussion. Seit durch die aufkommende Industrialisierung zum Ende des 18. Jahrhunderts zuerst in England, dann in ganz Europa der Bedarf an industriellen Arbeitskräften steigt, setzen sich eine Vielzahl von Forschern teils streng wissenschaftlich, teils aus finanziellen Gründen für Reformen und Neuorientierungen der bestehenden Lehrpläne ein. Der allgemeine Verfall der Sitten und die enormen Zuwachsraten der armen und ärmsten Schichten gerade in industriellen Zentren bilden dabei zumeist die Ausgangsposition für die Kritik am bestehenden Lehrplan, manchmal auch am bestehenden Schulsystem. Einen möglichen Ausweg aus dieser Misere sollen die sogenannten Industrieschulen darstellen, in denen auf die eine oder andere Weise neben den normalen Grundlagen der Volksbildung auch handwerkliche Fertigkeiten und Werte der aufkommenden Industriegesellschaft vermittelt werden. Zwei Vertreter, die am Ende des 18. und zu Beginn des 19.Jahrhunderts die Einrichtung dieser Schulen fordern, sind Heinrich Philipp Sextro und Johann Heinrich Pestalozzi, die hier auch näher beleuchtet werden sollen. Grundlage dieser Ausarbeitung sind zwei Aufsätze von Sextro und Pestalozzi aus den Jahren 1785 und 1806, die im Rahmen eines Referates vorgestellt wurden. Ihre Kritik am Schulwesen ihrer Zeit soll hier dargestellt und bewertet werden, um sich anschließend ihren
Verbesserungsvorschlägen und Lösungen zuzuwenden. Dazu soll kurz das Prinzip der Industrieschulen dargestellt werden, wie es uns in der mitteleuropäischen Vergangenheit begegnet, ein kurzer Abriss über die Autobiographien der beiden Autoren erfolgen und nach der Darstellung und Diskussion ihrer Arbeiten auf das Verhältnis von beruflicher und allgemeiner Bildung näher eingegangen werden.
2
2. Exkurs Industrieschulen
Das Prinzip der Industrieschule entsteht in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als solche bezeichnen sich Schulen, in denen Kindern Schulwissen vermittelt wird und sie mit Handarbeiten aller Art zusätzlich auf handwerkliche, industrielle und gewerbliche Berufe vorbereitet werden, eben solche Berufe, die zu dieser Zeit neu entstehen. Die ersten Industrieschulen entstehen 1779 in Böhmen, weitere folgen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Insbesondere Kinder der unteren sozialen Schichten sollen in den Industrieschulen zur Arbeit erzogen werden, um auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt bestehen zu können. Gleichzeitig glaubt man so moralischen Verfall und Müßiggang unterbinden zu können. 1 Wenn die Kinder der Armen und Verdorbenen in solchen Schulen zur „Industrieosität“ 2 , d.h. zu Fleiß und Tüchtigkeit erzogen werden, nimmt im Lauf der Jahre auch die Zahl der Armen und sozial Schwachen ab. Kernproblem der Industrieschulen bleibt aber die Finanzierung: Um die Schulen zu finanzieren, sollen die im handwerklichen Unterricht produzierten Waren auf dem freien Markt verkauft werden und so den Unterhalt der Schule tragen sowie den ärmsten Kindern ein Verdienst zum Kauf neuer Kleidung etc. einbringen. Damit sind die Industrieschulen aber auch der ökonomischen Konkurrenz ausgesetzt, was die Produktion auf wenige Hauptgüter im Kernunterricht beschränkt. Zusätzliche, weitergehende Ausbildungsschritte werden so an den Rand gedrängt bzw. fallen ganz aus. Der ganzheitliche Ansatz, der von Wissenschaftlern und Gelehrten gefordert wird, entfällt somit. Da in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Fach-, Gewerbe-und
Handwerkerschulen gegründet werden und die Kinderarbeit sich zunehmend in Grossbetriebe verlagert, wird den Industrieschulen mehr und mehr die Grundlage ihrer Tätigkeit entzogen.
1 GRUNDER, H-U.: Industrieschulen.
Internet unter: Historisches Lexikon der Schweiz. www.snl.ch/dhs/externe v. 26.01.2003.
2 Ebd.
3
Arbeit zitieren:
Dirk Mindermann, 2002, Die historische Entwicklung des Verhältnisses beruflicher und allgemeiner Bildung. Ausarbeitung zu Texten von P. Sextro und J. H. Pestalozzi, München, GRIN Verlag GmbH
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