Inhaltsverzeichnis
Einleitung S. 04
1 Einführung 05
1.1 Verhaltensstörung 05
1.1.1 Definition Verhaltensstörung 05
1.1.2 Verhaltensstörungen existieren nur im sozialen Kontext 05
1.1.3 Klassifikation von Verhaltensstörungen 06
1.1.4 Kriterien für Verhaltensstörungen 06
1.1.5 Verhaltensstörungen verstehen S.07
1.2 AD(H)S als Verhaltensstörung 09
1.2.1 Begriffsklärung 09
1.2.2 Erklärungsansätze 09
1.2.3 Prävalenz 09
1.2.4 Ausprägungsformen 10
1.2.5 Symptome 10
1.2.5.1 Basissymptome 10
1.2.5.2 Sekundärsymptome 11
1.2.6 Verlauf 12
1.2.7 Maßnahmen 12
1.2.7.1 Pädagogische Angebote 12
1.2.7.2 Therapeutische Angebote 13
1.2.7.3 medikamentöse Behandlung 13
2 Projektbeschreibung 15
2.1 FreiRaum - Zentrum für Kinder und Eltern’ 15
2.1.1 Träger und Finanzierung 15
2.1.2 Verortung und Beschreibung der Einrichtung 15
2.1.3 Einzugsgebiet 17
2.1.4 Zielgruppe 17
2.1.5 Ziele 17
2.1.6 Angebotsstruktur 18
2.1.6.1 niedrigschwellige Angebote 18
2.1.6.2 höherschwellige Angebote 18
2
2.1.7 Angebotspalette 19
2.1.7.1 Angebote für Kinder mit AD(H)S 19
2.1.7.2 Angebote für Kinder mit AD(H)S und deren Geschwister 20
2.1.7.3 Angebote für Eltern/erwachsene Angehörige der Kinder mit AD(H)S 21
2.1.7.4 Angebote für Eltern/erw. Angehörige, Kinder mit AD(H)S u. Geschwister 21
2.1.7.5 allgemeine Angebote 21
2.1.8 Vernetzung 22
2.1.9 Mitarbeiter 22
2.1.9.1 hauptamtliche Mitarbeiter 22
2.1.9.2 sonstige Mitarbeiter 23
3 Fazit 24
Quellenverzeichnis S. 26
3
Einleitung
In dem Seminar ‚Verhaltensstörung als Herausforderung für die Heilpädagogik’ habe ich mich mit AD(H)S beschäftigt. Die Aufgabe bestand darin, ein Konzept für eine sozialpädagogische Beratungsstelle für Menschen mit AD(H)S und ihre Angehörigen zu entwickeln. Im ersten Teil der Hausarbeit stelle ich theoretische Grundlagen zu Verhaltensstörungen im Allgemeinen und zu AD(H)S im Besonderen dar. Im zweiten Teil stelle ich das Projekt ‚FreiRaum - Zentrum für Kinder und Eltern’ vor und gehe im dritten Teil auf die sozialpädagogische Relevanz des Themas ein.
Die Informationen für den Theorieteil habe ich zum Teil aus „Einführung in die Verhaltensgestörtenpädagogik“ von Hillenbrand entnommen. Angaben, die nicht mit dieser Quelle gekennzeichnet sind, stammen aus meinen Mitschriften zu den Veranstaltungen vom 20. und 27.4.2004 des Seminars ‚Verhaltensstörung als Herausforderung für die Heilpädagogik’.
4
1 Einführung
1.1 Verhaltensstörung
1.1.1 Definition Verhaltensstörung
„Verhaltensstörung ist ein von den zeit- und kulturspezifischen Erwartungen abweichendes maladaptives Verhalten, das organogen und/oder milieureaktiv bedingt ist, wegen der Mehrdimensionalität, der Häufigkeit und des Schweregrades die Entwicklungs-, Lern- und Arbeitsfähigkeit sowie das Interaktionsgeschehen in der Umwelt beeinträchtigt und ohne besondere pädagogisch-therapeutische Hilfe nicht oder nur unzureichend überwunden werden kann“ (Myschker, zit. n. Hillenbrand, 2002, S. 31).
Myschker berücksichtigt in seiner Definition verschiedene Ebenen (Phänomen, Verursachung, Klassifikation, Konsequenzen, Forderung nach Hilfe) und verdeutlicht so den komplexen Charakter von Verhaltensstörungen (vgl. Hillenbrand, 2002, S. 31).
1.1.2 Verhaltensstörungen existieren nur im sozialen Kontext
Myschker beschreibt das Phänomen Verhaltensstörung als ein Verhalten, dass von den zeit-und kulturspezifischen Erwartungen abweicht. Verhaltensstörungen setzten also ein soziales Bezugssystem voraus, denn nur wo bestimmte Werte, Normen und Verhaltensweisen als ‚richtig’ angenommen werden, fallen abweichende Verhaltensweisen auf. Wenn sich die sozialen Rahmenbedingungen ändern, ändern sich oft auch die Normen, nach denen Verhalten beurteilt wird (vgl. Hillenbrand, 2002, S. 29). „Die motorische Unruhe von Kindern mit Hyperaktivität wird oft erst in der Schule, wo die Anforderung des Sitzen-Bleibens am Tisch gilt, zum Problem. Ohne solche sozialen Rahmenbedingungen gibt es kein auffälliges Verhalten!“ (ebd. S. 29).
5
1.1.3 Klassifikation von Verhaltensstörungen
Der Begriff Verhaltensstörung umfasst eine Vielzahl von Verhaltensweisen, die sich nur schwer fassen lassen. Es gibt verschieden Klassifikationsmodelle. Myschker ordnet die verschiedenen Verhaltensstörungen in vier Kategorien ein:
1.1.4 Kriterien für Verhaltensstörungen
Wann kann man von Verhaltensstörungen sprechen? Um diese Entscheidung treffen zu können, muss es Kriterien geben, nach denen man sich richten kann, doch „da Auffälligkeit und Normalität […] eng beieinander liegen, erscheint selbst die Festlegung solcher Kriterien nicht unproblematisch. Soziale Faktoren und Bewertungen besitzen ein ganz erhebliches Gewicht für die Bestimmung von Verhaltensstörungen, und die Wirkungen der Störung auf die Entwicklung werden selbst zu einem zentralen Entscheidungsmerkmal“ (Hillenbrand, 2002, S. 37). So stellt das Ausmaß der Beeinträchtigung des Kindes oder Jugendlichen ein wichtiges Kriterium dar:
In der Kinder- und Jugendpsychatrie werden darüber hinaus bei der Abgrenzung von Verhaltensstörungen unter anderem folgende Kriterien zugrunde gelegt:
6
Um von einer Verhaltensstörung sprechen zu können, müssen mehrere dieser Kriterien erfüllt sein. Es ist nicht für alle Verhaltensstörungen einheitlich bestimmbar, welche und wie viele der Kriterien ausschlaggebend sind. So ist z.B. ein Suizidversuch oder eine delinquente Handlung wie etwa eine schwere Körperverletzung eine Verhaltensstörung, auch, wenn das Verhalten nicht sehr häufig oder langandauernd auftritt (vgl. Hillenbrand, 2002, S. 38). Myschker betont aus der Sicht der Pädagogik bei Verhaltensstörungen „die erschwerten Entwicklungs-, Lern- und Arbeitsmöglichkeiten, die durch das Problemverhalten entstehen“ (Hillenbrand, 2002, S. 38) und gibt ihnen so ein besonderes Gewicht. Um in der Praxis mit dem Begriff Verhaltensstörung umgehen zu können, werden möglichst genaue, beobachtbare Kriterien notwendig, die für einzelne Verhaltensstörungen, z.B. durch internationale Klassifikationssysteme, definiert sind. Um Diagnosen abzusichern und um eine gemeinsame Grundlage zu haben, auf die man sich beziehen und über die man reden kann, werden oft die internationalen Klassifikationssysteme ICD-10 der WHO und das amerikanische System DSM IV angewendet (vgl. Hillenbrand, 2002, S. 31).
1.1.5 Verhaltensstörungen verstehen
Das systemische Denken gewinnt in der Pädagogik bei Verhaltensstörungen zunehmend an Bedeutung. Ein Kind, das Verhaltensstörungen zeigt, wird von dieser Warte aus nicht als ein isolierter Problemfall mit bestimmtem Symptomen verstanden, sondern im Kontext seiner Lebenszusammenhänge gesehen (vgl. Hillenbrand, 2002, S. 95).
Die Verhaltenstörung weist auf eine fehlende Balance im System hin, die zum Beispiel in einer Diskrepanz zwischen den Erwartungen und Anforderungen der Umwelt und den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Kindes liegen kann. Das Kind, das Verhaltensstörungen zeigt, repräsentiert die im System bestehende Störung nach außen (vgl. ebd., S. 96).
7
Arbeit zitieren:
Stefanie Nöldgen, 2004, FreiRaum - Zentrum für Kinder und Eltern, München, GRIN Verlag GmbH
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