Inhalt
1. Aufbau der Hausarbeit und Einordnung des Siglo de Oro 3
2. Externe Sprachgeschichte 3
2.1. Die Regierungszeit Karls V. (1519 - 1556) 3
2.2. Die Regierungszeit Philipps II. (1556 - 1598) 5
2.3. 17. Jahrhundert - Ende der Vormachtstellung Spaniens 6
3. Interne Sprachgeschichte 7
3.1. Die Entwicklung zum Neuspanischen 7
3.2. Grammatiken und Lexikographie im Siglo de Oro 8
3.3. Sprachliche Veränderungen 9
3.3.1. Allgemein 9
3.3.2. Veränderungen im phonischen Bereich 10
3.3.3. Veränderungen im grammatischen Bereich 13
3.3.4. Weitere Veränderungen 14
3.4. Wortschatz 14
4. Bedeutung des Siglo de Oro 15
5. Bibliographie 17
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1. Aufbau der Hausarbeit und Einordnung des Siglo de Oro
Ich habe meine Hausarbeit folgendermaßen aufgebaut: Zunächst behandle ich die externe Sprachgeschichte. Diese umfasst die geschichtlichen Ereignisse, wie zum Beispiel die Regierungszeit Karls V. und Philipps II. und das Ende der Vormachtstellung Spaniens im 17. Jahrhundert. Die externe Sprachgeschichte ist der Rahmen, in dem der sprachliche Wandel, also die interne Sprachgeschichte verstanden werden kann. Bei der Abhandlung der internen Sprachgeschichte gehe ich näher auf die Entwicklung zum Neuspanischen, die Grammatiken und den Wortschatz ein. besonders ausführlich beschäftige ich mich mit den sprachlichen Veränderungen im phonischen und grammatischen Bereich. An zahlreichen Beispielen werden die Änderungen verdeutlicht.
Die Epoche des Siglo de Oro, das Goldene Zeitalter der spanischen Kultur, Literatur und Sprache, lässt sich ins 16. und 17. Jahrhundert einordnen. Der Beginn der Epoche wird mit dem Jahr 1492, dem Annus mirabilis, datiert. In diesem Jahr fand die Reconquista Granadas statt, Kolumbus entdeckte Amerika, die Judenvertreibung begann (Bollée 2003, 82). Das Todesjahr Calderόns, 1681, markiert das Ende des goldenen Zeitalters.
2. Externe Sprachgeschichte
2.1. Die Regierungszeit Karls V. (1519-1556)
Karl V. wurde 1500 als Sohn von Erzherzog Philipp dem Schönen und Johanna der Wahnsinnigen, Erbtochter von Ferdinand II. von Aragonien und Isabella von Kastilien, geboren. 1516 übernahm Karl V. nach dem Tod seines Vaters den Thron (Bollée 2003, 92). Außerdem war Karl seit 1515 Herzog von Burgund, seit 1519 zählten die österreichischen Erbländer zu seinem Besitz und er „wurde zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewählt“ (Bernecker 2003, 18). Daraus ergaben sich einige Entwicklungen, die die spanische Geschichte stark beeinflussten. Da in Österreich und in Spanien die Habsburger herrschten, fühlte sich Frankreich von ihnen „umklammert“ (Bernecker 2003, 18), deshalb war Frankreich Spanien gegenüber nicht besonders freundlich gestimmt. Außerdem „führt[e] die Häufung von Herrschaftsrechten im Hause Habsburg zu einer ungewöhnlichen Machtfülle, aber auch zu gewaltigen Belastungen“ (Bernecker 2003, 19) in finanzieller Hinsicht.
Auf der Karte ist die enorme Größe des Reiches und damit die Macht, die Karl V. innehatte, gut zu erkennen. Er trat die Herrschaft an, über ein Reich in dem „die Sonne nicht untergeht“ (Kinder/Hilgemann 2004, 237): Spanien, Burgund, die Niederlande und natürlich auch über das deutsche Reich, da er ja spanischer König und gleichzeitig deutscher Kaiser ist. Auf der Karte nicht zu sehen sind die zahlreichen amerikanischen Kolonien. Zunächst wurde 1519-1521 das Aztekenreich (Mexiko) blutig durch Cortés erobert, 1531-1534 folgte die
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„Unterwerfung des Inkareiches [Peru] durch Francisco Pizarro“ (Kinder/Hilgemann 2004, 225). Durch die Kolonien kam es zur Hispanisierung Amerikas. Es entstand das español meridional bzw. das español atlantico, das unter anderem durch den Seseo und den Yeίsmo gekennzeichnet ist.
Ganz reibungslos lief die Herrschaft Karls allerdings nicht ab. 1520 gab es den Aufstand der Comuneros (Stadtgemeinden), der durch eine Reform der spanischen Regierung hervorgerufen wurde (Kinder/Hilgemann 2004, 237). Weiterhin gelang es Karl zwar, in zahlreichen Kriegen gegen die Franzosen und die Osmanen, die Vorherrschaft in Europa zu erlangen. Doch die Kämpfe fraßen die gesamten finanziellen Rücklagen des Landes auf. Diese finanziellen Fehlentscheidungen waren Ursprung des späteren Untergang des Landes (Bollée 2003, 92).
Der strengkatholische Karl glaubte an die Universalkirche und hoffte sich mit den Verfechtern der Reformation aussprechen zu können. Da ihm dies nicht gelang, ächtete er Luther im Wormser Edikt. 1530 war die Glaubensspaltung mit dem Reichstag zu Worms besiegelt. Das Konzil von Trient, auf welchem die religiöse Frage geklärt werden sollte, scheiterte. Dem Konzil folgte eine Reform und Reorganisation der katholischen Kirche, „aber auch eine klare Abgrenzung vom Protestantismus und der Beginn der Gegenreformation“ (Bollée 2003, 93). Mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 war die Glaubensspaltung dann endgültig
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besiegelt. 1556 dankte Karl V. ab und lebte bis zu seinem Tod 1558 im spanischen Kloster Yuste (Kinder/Hilgemann 2004, 237).
2.2. Die Regierungszeit Philipps II. (1556-1598)
Philipp II., der von 1556 bis 1598 an der Macht war, machte Spanien zu einer Monarchie, die „außer Spanien und die süditalienischen Königreiche noch die überseeischen Besitzungen, Burgund und die Niederlande“, (Bernecker 2003, 28) einschloss. 1580 kam Portugal dazu. Philipp war ein Bürokrat und richtete ein aufwändiges System ein, um sein riesiges Reich zu verwalten, das mittlerweile „das größte Reich, das die Geschichte je gekannt hat“ (Bernecker 2003, 28) war. Philipp regierte mit eiserner Hand, er zeigte keinerlei Toleranz und ließ Andersgläubige durch die Inquisition verfolgen. Wie auch Karl war Philipp sehr gläubig und wollte „deshalb die Christenheit unter spanischer Führung im katholischen Glauben einen“ (Bollée 2003, 93). Dieses Vorhaben löste allerdings Widerstand in den protestantischen nordeuropäischen Ländern aus. So entstand auch die leyenda negra, die schwarze Legende, Schauergeschichten über die Inquisition in Spanien.
Philipp war für den Bau des Escorial verantwortlich und 1561 machte er nach Valladolid Madrid zur spanischen Hauptstadt (Bollée 2003, 94).
Innenpolitisch traf Philipp II. drastische und folgenschwere Entscheidungen, um die „religiöse und politische Einigung“ (Bollée 2003, 93) zu erreichen. Er war ein Anhänger der Gegenreformation, zu der auch die Inquisition mit Ketzerverbrennungen zählte. Durch die Inquisition ließ Phlipp falsche conversos, Protestanten und sogenannte Hexen verfolgen. Außerdem hatte die Inquisition die Kontrolle über die Veröffentlichungen von Schriften, verbotene Bücher kamen auf den Index. Allerdings wurden diese Bücher häufig in den protestantischen Niederlanden gedruckt und verbreitet (Bollée 2003, 93). Neben der Wirtschaft und den Kolonien hatte Philipp auch die Kontrolle über die Nationalkirche, „alle päpstlichen Anordnungen [bedurften] eines königlichen Plazets“ (Bollée 2003, 93), außerdem entmachtete er die Cortes und die Granden. 1568 war der Moriskenaufstand, eine Reaktion der moriscos auf die Unterdrückung durch Philipp II., der diese zwang „sich taufen zu lassen und sich auch sprachlich zu assimilieren“ (Bollée 2003, 94). Dieser Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und endete „mit der Zerstreuung von 80.000 Personen über ganz Kastilien“ (Bollée 2003, 94). Die drastische Innenpolitik hatte schlimme Folgen. Die Ausgrenzung verschiedener produktiver Bevölkerungsteile zog eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage nach sich. Durch die instabilen Verhältnisse kam es zu Staatsbankrotten, Handelsverboten und Inflation (Bollée 2003, 94). Auch die Außenpolitik Philipps trug zum Untergang des spanischen Reiches bei. 1555-1559 führte Spanien Krieg gegen Frankreich, welches sich zusammen mit England gegen das spanische Vormachtsreben stellte. Elizabeth I. (1558-1603), die der anglikanischen Kirche
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Arbeit zitieren:
Anna Schöffer, 2006, Das Siglo de Oro und die Veränderungen vom Altspanischen zum modernen Spanisch, München, GRIN Verlag GmbH
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