Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Quellenkritik 3
2.1. Der Chronist Adam von Bremen 3
2.2. Adams Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum 4
3. Auseinandersetzungen zwischen dem Erzbistum Hamburg-Bremen
und dem Herzoghaus der Billunger im 11. Jahrhundert 4
3.1. Historischer Überblick 4
3.2. Erste Streitigkeiten zwischen den Erzbischöfen und den Billungern 6
3.3. Konflikte in der Amtszeit Adalberts von Hamburg-Bremen 8
3.4. Der Sturz Adalberts 11
4. Schluss 12
5. Quellen und Forschungsliteratur 13
5.1. Quellen 13
5.2. Forschungsliteratur 13
6. Anmerkungen 14
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1. Einleitung
Diese Hausarbeit befasst sich mit den Beziehungen zwischen den Erzbischöfen der Diözese Hamburg-Bremen und dem sächsischen Adelsgeschlecht der Billunger im 11. Jahrhundert. Vor allem möchte ich auf die Konfliktsituationen, die in der Amtsperiode von Adalbert entstanden sind, eingehen. Außerdem analysiere ich in meiner Arbeit den Ursprung der Konflikte, die in die Zeit von Erzbischof Unwan und Bezelin zurückzuführen sind. Gleichzeitig überprüfe ich, ob sich der Ursprung dieser Konflikte auch auf die Amtszeit des Erzbischofs Adalbert negativ ausgewirkt hat. Um diese Frage ausführlich zu untersuchen, verwende ich die „Gesta Hammaburgensis exlessiae pontificum“ von Adam von Bremen.
2. Quellenkritik
In der Quellenkritik beschreibt diese Arbeit das Leben des Domscholasten Adam von Bremen und sein Werk, die „Gesta Hammaburgensis exlessiae pontificum“. Die Informationen, die aus der Quellenkritik gewonnen werden, sollen im weiteren Verlauf eine objektivere Interpretation der „Gesta Hammaburgensis exlessiae pontificum“ ermöglichen.
2.1. Der Chronist Adam von Bremen
Adam von Bremen wurde um 1050, vermutlich in Oberdeutschland geboren. Er besuchte die Domschule in Bamberg, wo ihm neben theologischem Wissen und der Diplomatik auch gründliche Kenntnisse in klassischer Literatur vermittelt wurden 1 . Im Jahre 1066/67 kam Adam nach Bremen. Bischof Adalbert, der dort beheimatet war, versuchte es, sich zu dieser Zeit mit fähigen Gelehrten zu umgeben, um Bremen zu einer Stadt der Wissenschaft und Künste zu erheben. Mit Adam gewann er einen gebildeten Mann, der umfassende Kenntnisse und einen unermüdlichen Fleiß und Willen besaß. In Bremen übernahm er zunächst ein Amt als Domkanoniker und wurde am 11. Juni 1069 sogar zum Domscholasten befördert 2 . Adam teilte die kirchenpolitischen Ansichten des Erzbischofs Adalbert, obwohl er mit seinem Vorgehen nicht immer einverstanden war 3 . Zu wichtigen diplomatischen Aufträgen zog man Adam nicht heran, und ebenso wenig war er in die Einzelheiten der politischen Pläne Adalberts eingeweiht. Trotzdem hatte Adam, was andere Dinge betrifft, das volle Vertrauen des Erzbischofs 4 . Schon bald nach seiner Einsetzung in Bremen hatte Adam den Wunsch, seiner Kirche eine historische Begründung ihrer Missionstätigkeit in schriftlicher Form bereitzustellen. Der Kleriker studierte deswegen gründlich das ihm bekannte Schriftgut und befragte viele Zeitgenossen, um Informationen für sein Werk zu erhalten. Der Höhepunkt seiner
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Recherchesuche war die Reise nach Dänemark, zu König Sven Estridsen, der offensichtlich Gefallen an Adam fand und ihm bei seiner Informationssuche half 5 . Nach dem Tod des Erzbischofs (1072) begann Adam mit der Verfassung der „Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum“. Die Niederschrift des Werkes dauerte bis 1075/76 und wurde anschließend von Adam noch bis zu dem Jahr 1080/81 ergänzt. Kurze Zeit nach der Niederschrift des Werkes starb Adam im Jahre 1085 6 . Die „Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum“ wurde dem Erzbischof Liemar (1072-1101), dem Nachfolger Adalberts, gewidmet.
2.2. Adams Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum
Adam gilt als einer der besten Historiker seiner Zeit. Im umfangreichen, langjährigem Quellenstudium und sorgfältiger Recherche hat er eine Fülle entlegener Informationen zur Geschichte der Erzbischöfe von Hamburg-Bremen ermittelt und kritisch gesichert 7 . In seinen insgesamt vier Büchern, (Buch I. und II.: Geschichte Hamburgs bis 1043, Buch III.: Biographie Adalberts, Buch IV.: Beschreibung der Ostseeländer und Inseln 8 ), zeigt er, dank seinem enormen Wissen, ein sehr verständnisvolles Bild der deutschen Missionstätigkeit in Nordeuropa. Der Schreibstil des Chronisten ist durchgehend nüchtern, sachlich und erreicht eine künstlerische Steigerung in seinem dritten Buch, in dem Erzbischof Adalbert mit tiefem psychologischem Verständnis beschrieben wird. Buch III. ist gleichzeitig der Höhepunkt der „Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum“ 9 . Das Streben nach Objektivität nimmt bei Adam eine hohe Stellung ein. Eine saubere chronologische Gliederung, sowie zahlreiche Quellenbelege aus klassischer und zeitgenössischer Literatur, unterstreichen die Glaubwürdigkeit des Autors und bestätigen ihn als einen der besten Historiker seiner Zeit. Im Mittelalter wurde Adams Werk ausschließlich nur in dem Erzbistum Hamburg-Bremen benutzt. Erst in den nachfolgenden Epochen, wurde das Werk auch in anderen Gegenden gelesen. Im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit beschäftigen wir uns mit den Büchern zwei und drei, in denen die Geschichte der Hamburger Kirche und die Biographie Adalberts überliefert sind. Die Übersetzung und Bearbeitung des dritten und zweiten Buches, die Werner Trillmich vorgenommen hatte, sind im Band XI. „Der ausgewählten Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters“ von 1973 erschienen 10 . Sie dienen uns als Grundlage für die Quelleninterpretation.
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3. Auseinandersetzungen zwischen dem Erzbistum Hamburg-Bremen und dem Herzoghaus der Billunger im 11. Jahrhundert
3.1. Historischer Überblick
Das Bistum Bremen war zur Zeit Karls des Großen, dank dem heiligen Willhand, dem ersten Bischof, entstanden und gehörte zunächst zur Kölner Kirchenprovinz. In der Herrschaftszeit Ludwigs des Frommen war der Missionar Ansgar mit der Christianisierung im Norden bevollmächtigt worden und ließ sich in Hamburg einen erzbischöflichen Sitz einrichten 11 . Von dort aus sollten die umliegenden Völker der Schweden, Norweger, Faröer, Grönländer, Halsingländer, Isländer, Scridefinnen und Slawen zum Christentum bekehrt werden 12 . 845 wurde Hamburg durch die Dänen zerstört und Ansgar deswegen seiner missionarischen Bastion beraubt. Die erzbischöfliche Amtsgewalt wurde daraufhin auf den Bremer Bischof übertragen und löste damit Bremen aus der Gewalt der Kölner Metropoliten 13 . Hamburg und Bremen vereinigten sich zu einer Erzdiözese. Diese lag im Nordseeküstenbereich, umschlang die Mündung von Weser und Elbe, erstreckte sich im Westen über nahezu ganz Ostfriesland und berührte dort die Grenze zum Slawenland. In diesem Gebiet stand der Erzbischof von Bremen, beim Versuch der Ausübung von weltlicher Macht, in Konkurrenz mit den billungischen Herzögen. Die Billunger übernahmen seit der Erhebung der Liudolfinger zur Königsmacht die Stellvertreterposition der Könige von Sachsen. Adam von Bremen berichtet, wie König Otto I. (936). durch den Verruf des römischen Bischofs in Bedrängnis kam und deswegen nach Italien aufbrechen musste. Er bestimmte Hermann I. aus dem Hause der Billunger zu seinem sächsischen Stellvertreter 14 und übergab ihm 936 ebenfalls die Grafenrechte über das Land der Abodriten 15 . Die Familie der Billunger besaß durch ihr Eigentumsrecht an vielen, weit zerstreuten Grafschaften schon vor der Erlangung des Herzogtitels eine ansehnliche Machtstellung. Die Herzogwürde schien ihnen eher Rang und Ansehen, als konkreten Zuwachs an Rechten und Besitztümern gebracht zu haben 16 . Im Laufe des Jahrhunderts wandelte sich die Stellung der billungischen Herzöge. Sie waren nicht mehr einfach nur Vertreter des Königs gegenüber dem sächsischen Stamm, sondern die Repräsentanten des sächsischen Volkes 17 . Eine Hauptursache für diese Entwicklung lag in der Tatsache, dass die Könige, nach der Herrschaftsübergabe Sachsen an die Billunger, das Land nur sehr selten aufsuchten und sich im Laufe der Zeit mehr und mehr von der dort lebenden Bevölkerung distanzierten 18 . Ebenso bedeutend war es, dass das neue Königsgeschlecht, die Salier, nicht aus Sachsen stammten, keine unmittelbaren Nachfahren der Ottonen waren und sich ideologisch von dem sächsischen Adelskonglomerat unterschieden 19 .
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Andrej Wolf de Oliveira, 2007, Problematische Beziehungen zwischen den Erzbischöfen von Hamburg-Bremen und dem Adelsgeschlecht der Billunger im 11. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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