Inhaltsangabe:
1. Einleitung 3
2. Ausstellungsstücke des Kassler Stadtmuseums um 1900 3
3. Ausstellung zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 5
3.1. Ausbruch und Verlauf des Deutsch-Französischen Krieges 5
3.2. Deutsche Soldaten an der Front 6
3.3. Porzellankrüge aus dem Kassler Stadtmuseum als Erinnerung an
den Deutsch-Französischen Krieg 7
4. Ausstellung zum Ersten Weltkrieg 1914/18 im Kasseler Stadtmuseum 8
4.1. Kassel während des Ersten Weltkriegs 8
4.2. Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Stadtmuseum 10
5. Zusammenfassung 13
6. Literaturliste 14
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1. Einleitung
Das historische Museum der Stadt Kassel besteht seit 1979 und dokumentiert die Geschichte Kassels seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 913. Der Schwerpunkt der ständigen Ausstellung liegt auf der Entwicklung Kassels vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Weiterhin wird das Schicksal der Stadt in der ersten Hälfte des
20. Jahrhunderts mit den beiden Weltkriegen, Inflation und Nationalsozialismus dargestellt. Residenzstadt, Industriestadt, Trümmerstadt, Stadt des Wiederaufbaus und Stadt im Zentrum Deutschlands, ihre Umbrüche und Brüche präsentiert die Dauerausstellung des Stadtmuseums.
Diese Hausarbeit untersucht die Exponate, die die Stadtgeschichte Kassels um 1900 widerspiegeln. Dabei werden besonders die Ausstellungen zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und dem Ersten Weltkrieg bewertet. Untersucht wird die Authentizität der Exponate im historischen Kontext.
2. Ausstellungsstücke des Kasseler Stadtmuseums um 1900
Die Ausstellung um 1900 ist sehr vielfältig aufgebaut. Ich beschränke mich in meiner Darstellung nur auf einige wenige Exponate, die, nach meiner Überzeugung, für die Geschichte der Stadt Kassel bedeutsam sind.
Die historischen Exponate sind auf zwei Stockwerke und mehrere Räumlichkeiten verteilt. Im unteren Hauptbereich, hinter der rechten Doppeltür präsentiert das Museum das eindrucksvolle Gemälde „Kassel aus dem Ballon 1898“ von Wilhelm Lüttebrand. Durch dieses Gemälde gewinnt man einen anschaulichen Überblick über die Stadt Kassel um 1900. Aus der Vogelperspektive erkennt man sehr viele wichtige Einzelheiten der schnell wachsenden Industriestadt. Schornsteine rauchen, Eisen-und Straßenbahnen fahren innerhalb und außerhalb der Stadt. Ebenso erkennt man die Firmen Henschel und Weymann, zu jener Zeit die größten Industriefirmen Kassels. In den industriegeprägten Stadtzonen im Norden und Osten erkennt man deutlich die Entstehung der Arbeitersiedlungen, wo die Familien untergebracht wurden. Der Audioguide (elektronischer Museumsführer), der beim Besuch der Ausstellung an der Kasse ausgegeben wird, erweist sich bei der Erkundung des Museums als ein didaktisch sehr sinnvolles Instrument (Urban, S. 374) und enthält wichtige Informationen zu diesem Gemälde und anderen Exponaten. Dieser Teil der Ausstellung ist zweckentsprechend aufgebaut, da sich neben dem Lüttebrand Gemälde auch ein frühneuzeitliches Modell der Stadt Kassel befindet. Erst durch den Vergleich der beiden Exponate wird dem Museumsbesucher richtig bewusst, wie stark Kassel sich um 1900 verändert hat. Unterstützt werden die Museumsstücke mit historischen Hinweisen in Textform. Über den Forschungsstand der Informationen konnten mir die Museumsmitarbeiter leider nichts berichten. Eine willkommene
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Alternative zu den Beschriftungen der Ausstellungsstücke und dem Audioguide bietet die Multimediasoftware „Der Altmarkt Kassel“. Die Software verfügt über flexible und umfassende Möglichkeiten(Urban, S. 375). Durch dieses Informationsmedium lassen sich Texte, Daten, Tondokumente, Schaubilder und Filme abrufen. Allerdings liegt hierbei der Schwerpunkt, wie auch schon der Titel ankündigt, auf dem „Kassler Altmarkt“ und nicht auf der gesamten Ausstellung.
In den Räumlichkeiten nebenan werden die sozialen Unterschiede in Kassel um 1900 am Beispiel von verschiedenen Wohnverhältnissen gezeigt. Betritt man diesen Abschnitt, erkennt man links das luxuriös eingerichtete Wohnzimmer der Familie Henschel und rechts daneben die Wohnung eines (gut bezahlten) Facharbeiters. Man merkt schon bei einer oberflächlichen Betrachtung, dass es um 1900 sehr große soziale Gegensätze zwischen armen und reichen Bürgern in Kassel gab. Die Ausstattung der beiden Räumlichkeiten regen zum nachdenklichen Vergleich an. Hierbei muss noch erwähnt werden, dass es viele Menschen in der Kassler Altstadt gab, die durchaus in ärmeren, ungesünderen und weit aus weniger geräumigen Wohnverhältnissen gelebt haben, als im Kasseler Stadtmuseum dargestellt wird (Hetscher, S. 20).
Im oberen Stockwerk befindet sich das Modell des Kasseler Rathauses, das in den Jahren 1905 - 1909 vom Karl Roth im Barockstill erbaut wurde. Der Audioguide vermittelt wertvolle Informationen über diesen kostspieligen, prunkvollen Bau, der die Macht und den Wohlstand der Bürgerschaft von Kassel repräsentieren sollte. Dank solchen Modellpräsentationen erscheinen die historischen Gebäude im heutigen Kassel viel interessanter, geheimnisvoller und regen zum Nachdenken und zum Forschen an (Urban, 378 f.). In der rechten Vitrine des Modells vom Rathaus wird eine Ausstellung der Silbergegenstände des ehemaligen Stadtrates gezeigt. Zu sehen sind Besteck, Geschirr, Kerzenleuchter, Vasen, Pokale und Kübel. Die Gegenstände wurden von reichen Mitbürgern, Unternehmen, und jüdischen Stadtbewohnern gestiftet. Das kostbarste Silber kam von den jüdischen Mitbürgern. Dieser Teil der Ausstellung ist sehr gut dokumentiert. Die Informationsbroschüre zum Kasseler Ratssilberschatz liefert uns neben den Audioguide zusätzliche Informationen zu jedem Silberstück (Abbildung, Beschreibung und Literaturliste), was eine Besonderheit (eher Ausnahme) im Vergleich zu den anderen Ausstellungsexponaten ist. Zu den wichtigsten Exponaten gehören Fotographien und Gemälde zur Kasseler 1000 Jahrfeier um 1900. Sie zeigen den Festzug, bei dem die einzelnen Phasen der Kasseler Stadtgeschichte dargestellt werden. Außerdem werden persönliche Gegenstände und Gemälde von Kaiser Wilhelm II. um 1890 demonstriert, der in Kasseler Schulen (1874 - 1877, Gymnasium Lyceum Friedericianum) gelernt hat und später das Schloss Wilhelmshöhe als Sommerresidenz benutzte.
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Zu bemängeln am Kasseler Stadtmuseum ist Folgendes: Bei der Fülle von Exponaten um 1900, mit denen man als Besucher im Geschichtsmuseum konfrontiert wird, bedarf es einer sinnvollen didaktischen Struktur und Reduktion, um Bezüge zwischen den Überlieferungsfragmenten herzustellen und den Blick der zumeist mit dem Museum nicht vertrauten Besucher auf bestimmte Themenaspekte zu lenken (Urban, S. 373 f.). Man erhält zwar durch die Audioguide Führung wichtige Informationen, aber keine didaktische Strukturen, nach denen man die Ausstellung kennen lernen möchte. Museumspädagogische Betreuer, die in den Ausstellungsräumen für individuelle Dialoge, für Erläuterungen und Hintergrundgespräche zuständig sind, (Urban, S. 374), stehen leider nur nach Absprache und vorwiegend für Besuchergruppen zur Verfügung.
Diese Rezension ist nur sehr kurz gefasst, da der Hauptteil dieser Hausarbeit sich mit der Geschichte und den Exponaten des Museums zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und dem Ersten Weltkrieg 1914/18 auseinandersetzt.
3. Ausstellung zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71
Dieses Kapitel behandelt zunächst die historischen Ursachen und den Verlauf des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Die Exponate des Museums, die den Deutsch-Französischen Krieg in Bildern widerspiegeln, untersuchen wir anhand des historischen Kontextes.
3.1. Ausbruch und Verlauf des Deutsch-Französischen Krieges
Die Ursachen für den Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges lagen in den stark voneinander divergierenden außenpolitischen Vorstellungen zwischen Frankreich und Preußen in den 1860ern. Das Regime des französischen Kaisers Napoleon III. war innerhalb Frankreichs geschwächt und versuchte Misserfolge durch die Außenpolitik auszugleichen. Der konkrete Anlass des Deutsch-Französischen Krieges war die spanische Thronkandidatur eines Hohenzollernprinzen, die in Frankreich als Provokation und als Gefahr empfunden wurde. Die Franzosen glaubten, durch Kriegsdrohungen einen dauerhaften Verzicht der preußischen Kandidatur erzwingen zu können und reagierten überaus entrüstet, als Bismarck in der redigierten „Emser Depesche“ den Verzicht auf die Kandidatur ablehnte. Am 19.7.1870 erklärte Frankreich Preußen den Krieg (Kühlich, S. 45). Die französische Heeresleitung hoffte durch eine schnelle Offensive tief ins Innere des Deutschen Reiches vorzustoßen, um die süddeutschen Staaten von Preußen abzuschneiden und anschließend mit Hilfe Österreichs Berlin zu erstürmen. Im preußischen Hauptquartier hatte man einen solchen französischen Aufmarsch vorhergesehen und war gegen den Feind bestens gewappnet. Obwohl in Frankreich
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Andrej Wolf de Oliveira, 2007, Ausstellung um 1900 im Kasseler Stadtmuseum unter besonderer Berücksichtung des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und des Ersten Weltkrieges 1914/18 , München, GRIN Verlag GmbH
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Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung: neuer Titel erschienen: Ausstellung um 1900 im Kasseler Stadtmuseum unter besonderer Berücksichtung des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und des Ersten Weltkrieges 1914/18
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