Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 2
2. Das Leben hinter Klostermauern 2-3
2.1. Der Eintritt ins Kloster 3
2.2. Lebensumstände der Nonnen 3-4
2.3. Reformen innerhalb der Orden 5
3. Reformation 5-6
3.1. Das Leben jenseits der Klostermauern 6
4. Schlussbetrachtung 6-7
5. Literaturliste 8
2
1. Einleitung
Als religiös (religiosus, religiosa) bezeichnete man im Mittelalter einen Menschen, der sich einem Orden (religio) verbunden hatte, also in ein Kloster eingetreten und Mönch oder Nonne geworden war 1 .
Diese Personen führten ab da an ein kirchenkonformes und streng geregeltes Leben als klar definierbare Angehörige des geistlichen Standes. Diese der Religion zugewandte Lebensform erhielt von den mittelalterlichen Menschen eine positive Wertung. Klöster hatten in der damaligen Zeit viele Funktionen. Sie wirkten als Vermittler und Wahrer von Kultur und Bildung und prägten das religiöse Leben in ihrem Einflussbereich. Das Leben in einer solchen Gemeinschaft gründete sich auf die Gelübde der Armut, Keuschheit, sowie des Gehorsams und der Pflicht zur Arbeit.
Frauenklöster wurden als Einrichtungen der Versorgung für adlige Witwen und „überzählige“ Töchter gegründet. Sie waren mehr als Zentren des geistigen Lebens und Träger christlicher Mystik. Frauen lernten durch ihr Klosterleben zu lenken und zu verwalten und das nicht schlechter, als Männer, auch wenn sie meist männlichen Obrigkeiten unterstanden 2 .
Bis zur Reformation galt diese der Religion zugewandte Lebensform als weit verbreitet und angesehen. Das änderte sich schlagartig mit dieser und durch Martin Luthers Lehre vom „Priestertum aller Gläubigen“, das die kirchliche Hierarchie und religiöse Lebensform, als keine von Gott gewollte Ordnung, ansah. Das geistliche Leben wurde in den Städten, die der Reformation zugewandt waren, abgewertet und veränderte die Lebensformen und die jahrhundertalten Traditionen hinter Klostermauern. Diese Arbeit möchte den Wandel der klösterlichen Lebensform in der Übergangszeit vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit darstellen und anschließend auf die Fragen eingehen, wie sich die Reformation auf das geistliche Leben auswirkte. Als Darstellungsbeispiel für meine Arbeit nehme ich die Stadt Basel.
2. Das Leben hinter Klostermauern
Das spirituelle Leben einer Klosterfrau wurde in einer zugleich sozialen wie sexuellen Metapher gefasst: Die Nonne war die Braut Christi und zugleich Jungfrau. Die Lebensbedingungen, ihre Lebensweise, ihr spezifischer Andachtsstil und auch ihr Bild in der Phantasie der Menschen war durch ihren (symbolischen wie sozialen) paradoxen Status bestimmt 3 . Die Nonne war verheiratet, aber ohne Integration in die Familie mit einem Ehemann aus Fleisch und Blut. Sie lebte zusammen mit einer Gruppe von Frauen, deren Zusammengehörigkeit durch ein Gelübde gefestigt war und hatte durch ihre Berufung zum
1 Wunder, Heide (Hrsg.): Eine Stadt der Frauen, Studien und Quellen zur Geschichte der Baslerinnen im späten
Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit (13.-17.Jh.), Basel 1995, S. 25.
2 Viola, Eigenberz (Hrsg.): Frauenleben, Mit Tugend ist sie wohl geziert, Das Barock, Hamburg 1994, S. 165 f..
3 Roper, Lyndal, Das fromme Haus, Frauen und Moral in der Reformation, The holy household: aus dem Engl.
übersetzt von Kaiser, Wolfgang, Frankfurt/ Main, New York 1995, S. 179.
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Klosterleben ihrer weltlichen Familie, die ihren Rang und materiellen Status absicherte, Trost gespendet. Häufig ist das Klosterleben für Frauen als eine alternative zur Ehe dargebracht worden. Das Leben als (weltliche) Ehefrau war somit nicht die einzige gesellschaftlich anerkannte Rolle für eine Frau 4 im hohen Mittelalter, sowie zu Beginn der Frühen Neuzeit.
2.1. Der Eintritt ins Kloster
Im spätmittelalterlichen Basel lebte eine große Anzahl von religiösen Frauen. Allerdings gehörten nicht alle von ihnen dem geistlichen Stand an und waren in den vier Klöstern 5 untergebracht. Eine Vielzahl verteilte sich auf über 20 Beginenhäuser und führte ein semireligiöses Leben 6 .
Der Eintritt in ein Kloster erfolgte aus eigener Entscheidung. Der früheste Eintrittszeitpunkt war das 12. Lebensjahr. Theoretisch durften die jungen Mädchen 7 das Kloster, in das sie eintreten wollten, selbst aussuchen. Allerdings waren die Wahlmöglichkeiten durch den sozialen Status der Mädchen und die Familientradition (Begräbnisort, Stiftungen, bereits eingetretene Verwandte) von vornherein eingeschränkt 8 . Der Aufnahme eines Mädchens in ein Kloster ging eine Mitgift voraus. Sie mussten sozusagen in das Kloster Eingekauft werden. Diese Betrag (etwa 100 Gulden) war bei allen Basler Klöstern, trotz der beträchtlichen sozialen Unterschiede, notwendig, um den Lebensunterhalt der zukünftigen Nonne zu sichern. Wegen der hohen Einkaufssumme war der Zugang praktisch nur einer dünnen Oberschicht möglich.
2.2. Lebensumstände der Nonnen
Bei Eintritt legten die Mädchen ein Profeß (Gelübde) ab und versprachen, ein Leben in Armut, Keuschheit und des Gehorsams zu verbringen. Sie wurden ab da an einer strengen Klausur unterzogen und durften so gut wie keinen Kontakt mehr zur Außenwelt haben. Das Innenleben der Klöster war bestimmt durch eine hierarchische Ordnung, bei der die Äbtissin die höchste Stellung hatte. Sie musste mindestens 40 Jahre alt und mindestens acht Jahre dem geistlichen Stand zugehörig gewesen sein. Die Äbtissin wurde auf Lebenszeit gewählt und galt als die hauptverantwortliche Instanz für innere- und äußere Angelegenheiten aller Art, die das Kloster betrafen 9 . Sie hatte die Aufsicht über das
4 N.Z. Davis, City of Women and Religious Change, dt. Übers.: Städtische Frauen und Religiöser Wandel, in
Davis, N. Z. (1975). Eine empirische Untersuchung auf der Grundlage der Prosopographie von 250 Nonnen in
Oberhessen bietet Vanja, c. (1995); Roper, Lyndal, Das fromme Haus, Frauen und Moral in der Reformation,
The holy household: aus dem Engl. übersetzt von Kaiser, Wolfgang, Frankfurt/ Main, New York 1995, S. 179.
5 St. Maria Magdalena, St. Clara, Klingental und Gnadental
6 Fromme Lebensform als Laie außerhalb des geistigen Standes. Auf diese werde ich nicht weiter eingehen, da
diese Arbeit sich auf Angehörige von Klostern beschränkt.
7 Meistens waren es Junge Mädchen und in den seltensten Fällen ältere Witwen.
8 Wunder, Heide (Hrsg.): Eine Stadt der Frauen, Studien und Quellen zur Geschichte der Baslerinnen im späten
Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit (13.-17.Jh.), Basel 1995, S. 24.
9 Viola, Eigenberz (Hrsg.): Frauenleben, Mit Tugend ist sie wohl geziert, Das Barock, Hamburg 1994, S. 166.
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Andrej Wolf de Oliveira, 2006, Wandel der klösterlichen Lebensform in der Übergangszeit vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit und der Reformation, München, GRIN Verlag GmbH
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