2 Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 4
Ein sehr persönliches Vorwort 5
1 Einführung 6
2 Der Gesundheitsbegriff 7
2.1 Pathogenetischer Fokus 7
2.2 Salutogenetischer Fokus 8
2.3 Betrieblicher Fokus 9
3 Einflussfaktoren aus betrieblicher Sicht 10
3.1 Personenbezogene Einflussfaktoren 11
3.2 Bedingungsbezogene Einflussfaktoren 14
4 Gesundheitspotenzial aktiv managen 17
4.1 Rahmenbedingungen setzen 17
4.2 Messung personenbezogener Einflussfaktoren 20
4.3 Messung bedingungsbezogener Einflussfaktoren 22
5 Fazit und Ausblick 24
Literaturverzeichnis 26
3 Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
BGF Betriebliche Gesundheitsförderung
DigA Diagnose gesundheitsförderlicher Arbeit
EFQM European Foundation of Quality Management
FH Fachhochschule
o.J. ohne Jahresangabe
SALSA Salutogenetische Subjektive Arbeitsanalyse
4 Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1:
Einflüsse der Arbeitsbedingungen auf das Kohärenzgefühl 15
Abbildung 2:
mögliche Adaption des EFQM-Modells auf die betriebliche Gesundheitsförderung mit Beispielnennungen 18
Abbildung 3:
Indikatoren gesundheitsorientierter Führung 19
Abbildung 4: Skalen der DigA im Überblick Q 23
5 Ein sehr persönliches Vorwort
Ein sehr persönliches Vorwort
Herzinfarkt, Burn-Out-Syndrom, Depressionen: Abstrakt erscheinende, theoretisch vorhandene Gesundheitsrisiken aus der Arbeitswelt Dritter, weit weg von uns. Solange jedenfalls, bis sie uns selbst oder unser unmittelbares soziales Umfeld betreffen.
Eine gute Freundin von mir brach vor einigen Jahren mit Ende 20 in der Zentrale eines deutschen Dax-Unternehmens zusammen, wurde ins Krankenhaus eingeliefert und nahm krankheitsbedingt ein knappes Jahr nicht am Erwerbsleben teil. Eine weitere Freundin Mitte 30 versuchte jahrelang, schwanger zu werden. Dieses gelang ihr erst, als sie ihre stressbelastete Führungsaufgabe im Finanzwesen kündigte. Nach einigen Monaten zuhause zog es sie wieder in die Arbeitswelt. Das liegt bereits mehrere Jahre zurück. Vor einigen Tagen erst schrieb sie mir: „Ich fühle mich eigentlich nur noch dauermüde… Ich müsste jetzt unseren Urlaub planen. Doch ich habe da gar keine Lust zu. Urlaub, das heißt ja, schon wieder unterwegs zu sein. Ich kann mich da gar nicht drauf freuen… Das ist doch nicht normal, oder?“
Eine meiner Bekannten, Ende 30, bewältigt seit Jahren einen extrem hohen Arbeitsanfall. Ihr Vorgesetzter weigert sich aus Kostengründen, eine von der Unternehmensleitung genehmigte und offene Planstelle zu besetzen. So arbeitet sie eben für zwei. Als ihr die Personalvertretung neulich signalisierte, sie solle sich mal nicht beschweren, schließlich habe sie doch für das abgelaufene Jahr eine Prämie von € 300,-- (sic!) bekommen, war es wenige Tage später soweit: Aus einem spontanen Heulkrampf im Büro wurde eine ärztliche Krankschreibung. Wenn sie derzeit wieder arbeiten geht, so nur deshalb, weil sie einer neuerlichen Konsultation ihres Arztes aus dem Weg zu gehen versucht. Das Ende dieser Entwicklung ist genauso vorhersehbar wie unbefriedigend.
All diese Ereignisse machen nicht nur persönlich betroffen, sondern sind auch betriebswirtschaftlich nicht zu vertreten. Sie gaben den Anstoß zur Erstellung der vorliegenden Arbeit. Gibt es Kennzahlen, anhand derer das Management frühzeitig erkennen kann, dass mit der Gesundheit der Mitarbeiter, einer der wichtigsten Unternehmensressourcen überhaupt, fahrlässig umgegangen wird?
6 1 Einführung
1 Einführung
Im Jahr 2008 fielen in Deutschland aufgrund von Arbeitsunfähigkeit 1,3 Millionen Erwerbsjahre aus. Damit entgingen den Unternehmen rund 78 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung. 1 Die mit der Globalisierung einhergehende zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt fordert ihren Tribut: Während die Arbeitgeber 2 am betrieblichen Bedarf orientierte Arbeitszeiten fordern und sich die Arbeitsinhalte immer rascher ändern, leiden immer mehr Arbeitnehmer unter Erschöpfungszuständen und Überforderung. 3 „Der deutlich erkennbare Trend ist nicht unerwartet: Die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz nehmen relativ und absolut zu. Ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Unternehmen sind bereits heute auf dem Sprung, alle anderen wirtschaftlichen Belastungen hinsichtlich Sicherheit und Gesundheit in den Schatten zu stellen.“ 4 In einigen Branchen wird dieses bereits jetzt besonders deutlich: So hat sich die Zahl der psychisch bedingten Fehltage im Kreditgewerbe von 2000 auf 2008 um 71% erhöht. 5
Hier gilt es, entsprechend gegenzusteuern. Dabei nimmt die Führung einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter. 6
1 Brenscheidt; Brenscheidt; Siefer, 2010, S. 43
2 Wenn im Folgenden von „Arbeitgeber“, „Mitarbeiter“ usw. gesprochen wird, so geschieht dieses ausschließlich aus Gründen der besseren Lesbarkeit. Selbstverständlich sind „Arbeitgeberinnen“,
Mitarbeiterinnen“ etc. gleichermaßen gemeint.
3 Dill; Straus, 2010, S. 12
4 Thiehoff, 2004, S. 62
5 Zoike; Ließmann, 2010, S. 9
6 Eberhardt, 2009, S. 268
7 2 Der Gesundheitsbegriff
Ziel der Arbeit ist es, darzustellen, wie die Leistung der einzelnen Führungskraft im Hinblick auf eine gesundheitsorientierte Führung der ihr anvertrauten Mitarbeiter gemessen werden kann. Dabei wird sich die Arbeit auf das Kreditgewerbe fokussieren; ihre Ergebnisse sind gleichwohl auf andere Dienstleistungsbranchen übertragbar.
Kapitel 2 definiert zunächst den Begriff „Gesundheit“, bevor auf betriebliche Einflussfaktoren eingegangen wird. Im Anschluss werden potenzielle Messgrößen abgeleitet. 7 Ein Fazit rundet die Arbeit ab.
2 Der Gesundheitsbegriff
2.1 Pathogenetischer Fokus
Gesundheit aus pathogenetischer 8 Sicht bedeutet die Abwesenheit von Krankheit. Daher wird in dieser klassischen Sichtweise der westlichen Schulmedizin die Krankheit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gestellt. Sie gilt es zu bekämpfen. Der menschliche Körper wird modellhaft als Maschine gesehen. Funktioniert der Mensch nicht mehr so, wie er sollte, liegen irgendwo im Körper Defekte vor. Diese Defekte sind die eigentliche Krankheit, die behoben werden muss. Der kranke Mensch ist somit passiv, er ist Objekt des Geschehens. 9
7 Betriebliches Gesundheitsmanagement bedeutet dabei mehr als lediglich die Ermittlung geeigneter Kennziffern. Die Verankerung des Gesundheitsmanagements in der Unternehmensstrategie und die
daraus resultierenden weiteren Folgen werden im Rahmen dieser Arbeit vorausgesetzt. Auf diese wird
nur insoweit eingegangen, als es zum Verständnis des Textes zwingend geboten erscheint.
8 Pathogenese: Lehre von der Entstehung der Krankheiten, von griech. Πάθος (Krankheit, Leiden) und griech. Γένεσις (Entstehung)
9 Bengel, 2001, S. 16f
8 2 Der Gesundheitsbegriff
2.2 Salutogenetischer Fokus
Das von Antonovsky 1979 entworfene Gesundheitsmodell der Salutogenese 10 ist stark von systemtheoretischen Überlegungen geprägt. Es richtet den Fokus weniger auf spezielle Symptome, sondern hinterfragt, wie der menschliche Organismus trotz verschiedener störender Einflüsse seine innere Ordnung aufrecht erhalten kann. Statt zu warten, bis zu beseitigende Defekte vorhanden sind, setzt die Salutogenese auf die Stärkung von Ressourcen, um den Organismus widerstandsfähiger zu machen. Dabei versteht sie sich nicht als Konkurrenz, sondern als notwendige Ergänzung der Pathogenese. 11
Zentrales Element der Salutogenese ist das Kohärenzgefühl, die Fähigkeit des Menschen, seine Umwelt als zusammenhängend und sinnvoll wahrzunehmen. Je stärker das Kohärenzgefühl ausgeprägt ist, um so mehr Ressourcen stehen dem Organismus zur Verfügung und um so weniger ist er anfällig für Krankheiten. 12 Dieses besteht aus drei Komponenten:
Das Gefühl von Verstehbarkeit ermöglicht es, Informationen geordnet, konsistent und strukturiert zu verarbeiten. Auch unbekannte Reize dürfen demnach nicht zufällig oder unerklärlich erscheinen. 13
Das Gefühl der Bewältigbarkeit ist das „Ausmaß, in dem man wahrnimmt, daß man geeignete Ressourcen zur Verfügung hat, um den Anforderungen zu begegnen“ 14 . Dabei geht es Antonovsky nicht zwingend um eigene Ressourcen; auch das Vertrauen in das
10 Salutogenese = Lehre von der Entstehung der Gesundheit, von lat.. salus (Heil, Gesundheit) und griech. Γένεσις (Entstehung)
11 Bengel, 2001, S. 24ff
12 Antonovsky, 1997, S. 23ff
13 Antonovsky, 1997, S. 34
14 Antonovsky, 1997, S. 35
Arbeit zitieren:
Michael M. Drebing, 2011, Gesundheitsorientierte Führungsleistung sichtbar machen, München, GRIN Verlag GmbH
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