Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS V
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS. VI
1. EINLEITUNG 1
2. ALLGEMEINE EINFÜHRUNG IN DAS COUPONING UND BESONDERHEITEN DES
MOBILE COUPONING 4
2.1 Grundlagen des Couponing 4
2.2 Systematisierung verschiedener Couponarten anhand ihrer Ge-
staltungsparameter 6
2.2.1 Herausgeber der Coupons 7
2.2.2 Vorteilsgewährung durch Coupons 7
2.2.3 Distributionsmedium als Abgrenzungskriterium zwischen klassi-
schem Couponing und Mobile Couponing 8
2.2.3.1 Klassische Couponing-Formen 9
2.2.3.2 Elektronische Couponing-Formen 10
2.2.4 Empfänger und Einlösung der Coupons 13
2.3 Marktstruktur des Mobile Couponing 13
3. ERFOLGSFAKTOREN UND HERAUSFORDERUNGEN DES MOBILE COUPONING AUS
SICHT DER KONSUMENTEN 15
3.1 Verbreitung des stationären Internets 15
3.2 Wachsende Bedeutung des Electronic und Mobile Commerce 17
3.3 Zunehmende Verbreitung des mobilen Internets 18
3.4 Akzeptanz des Mobile Couponing durch Konsumenten 22
3.5 Datenschutz als Herausforderung des Mobile Couponing 25
4. ERFOLGSFAKTOREN UND HERAUSFORDERUNGEN DES MOBILE COUPONING AUS
SICHT DER REICHWEITENANBIETER 27
Inhaltsverzeichnis III
4.1 Reichweite und Netzwerkeffekte als wesentliche Erfolgsfaktoren 27
4.2 Integration des Mobile Couponing in Social Media 29
4.3 Location Based Services und Location Based Couponing 32
4.4 Best Practice Beispiele im Mobile Couponing 34
4.4.1 Groupon als Beispiel für das Geschäftsmodell der Coupon-
Plattformen 34
4.4.2 Coupies als Beispiel für Mobile Couponing über eine Location
Based Service Applikation 37
4.4.3 Foursquare als Beispiel für Mobile Couponing über Check-In
Location Based Services. 38
4.4.4 Facebook als Beispiel für die Integration des Mobile Couponing in
ein soziales Netzwerk 39
4.4.5 iButterfly als Beispiel für die Verbindung von Mobile Couponing
und Augmented Reality 41
4.4.6 Google als Beispiel für die Mobile Couponing Strategie eines
Suchmaschinenanbieters 42
4.4.7 Tagesangebote als Beispiel für das Geschäftsmodell der Coupon-
Aggregatoren 44
4.4.8 Analyse der Stärken und Schwächen der verschiedenen
Couponing -Anbieter 46
5. ERFOLGSFAKTOREN UND HERAUSFORDERUNGEN DES MOBILE COUPONING AUS
SICHT DER ANBIETENDEN UNTERNEHMEN 47
5.1 Ziele und Motive des Mobile Couponing Einsatzes 47
5.2 Wirtschaftlichkeit einer Coupon-Aktion 52
5.3 Near Field Communication als Treiber des Mobile Couponing 59
6. FAZIT UND AUSBLICK. 61
ANHANG VII
LITERATURVERZEICHNIS XXXIV
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG LIV
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Prozessablauf des Couponing
Abbildung 2: Bisherige und zukünftige Entwicklung des mobilen Internets
Abbildung 3: Selbstverstärkende Effekte auf Plattformen
Tabellenverzeichnis V
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Querschnittsfunktion des Couponing 6
Tabelle 2: Distributionsformen des Couponing. 9
Tabelle 3: Weltweiter Smartphone-Markt 2009-2015 33
Tabelle 4: Stärken und Schwächen der Akteure im Couponing-Markt 46
Einleitung 1
1. Einleitung
„Erlebe ein Märchen aus 1001 Nacht mit 3 Stunden türkischem Dampfbad mit Wassergüssen, Peeling und Seifenschaum-Massage im Hamam Hafen Hamburg für 22 Euro statt bis zu 59 Euro.“ 1
Ähnlich verlockend klingen moderne Coupon-Angebote, die seit nunmehr fast drei Jahren über Plattformen wie beispielsweise Groupon angeboten werden. Dabei gehen die Ursprünge des Couponing bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Das Unternehmen Coca-Cola gilt als erster Herausgeber von damals noch handgeschriebenen Coupons, für deren Einlösung ein Glas des neuartigen Getränks zum kostenlosen Probieren angeboten wurde. 2 Damals war es Asa Griggs Candler, Geschäftsmann aus Atlanta und später erster Präsident von Coca-Cola, der sich für 2.300 US-Dollar die Rechte an dem noch jungen Unternehmen, das in seinem ersten Jahr lediglich neun Gläser pro Tag verkaufte, gesichert hat. Heute gehört Coca-Cola mit 1,7 Milliarden verkauften Getränken pro Tag zu den am weitesten verbreiteten Marken weltweit und ebenso ist das Couponing aus dem Alltag vieler Menschen in den USA heute nicht mehr wegzudenken. 3 Über die Jahrzehnte avancierte das Couponing, auch vorangetrieben von wirtschaftlichen Krisenzeiten, zum Volks-sport und es entstand eine stark ausgeprägte Rabattkultur unter amerikanischen Verbrauchern. Im Jahr 2010 wurden allein in den USA 332 Milliarden Coupons distribuiert, die den Verbrauchern eine Ersparnis von 3,7 Milliarden US-Dollar bescherten. 4
In Deutschland hingegen ist das Couponing ein relativ neuer Begriff und so ist die Rabattkultur der Bundesbürger im Gegensatz zu den USA noch nicht so stark ausgeprägt. Umfangreiche Coupon-Aktionen wie in den USA sind in Deutschland erst seit dem Jahr 2001 möglich. Bis dahin waren nach dem Rabattgesetz von 1933 Preisnachlässe von mehr als drei Prozent verboten, während die Zugabeverordnung von 1932 unentgeltliche oder höherwertige Zugaben im Geschäftsverkehr untersagte. Der Wegfall des Rabattgesetzes und der Zugabeverordnung im Juli 2001 ermöglichte das Couponing nun auch in Deutschland auf breiter Basis und bot den Unternehmen so neue Gestaltungsspielräume beim Einsatz des Couponing als Marketinginstrument. 5
1 Groupon Angebot vom 12.07.2011. Siehe dazu Anhang 1.
2 Vgl. Becker, J. / Vering, O. / Winkelmann, A. (2003), S. 5.
3 Vgl. The Coca-Cola Company (o. J.), o. S.
4 Vgl. NCH Marketing Services, Inc. (2011), S. 3.
5 Vgl. Becker, J. / Vering, O. / Winkelmann, A. (2003), S. 5-6.
Einleitung 2
Neue Technologien, die Durchdringung nahezu aller Lebensbereiche durch das Internet, die wachsende Bedeutung des mobilen Internets und die zunehmende Verbreitung von Smartphones, eröffnen dem Couponing dabei völlig neue Einsatzmöglichkeiten. Eine moderne Version von Omas Rabattmarke, die sich in der Vergangenheit nie richtig durchsetzen konnte, liegt bei Verbrauchern derzeit voll im Trend: das sogenannte Grouponing, Group-Shopping, Group-Buying oder Crowd-Shopping ist eine Sonderform des Couponing. Dabei kommt ein Geschäft nur zu-stande, wenn sich eine Mindestanzahl an Käufern zusammenfindet. 6
Die neuartigen Coupon-Aktionen, die über Plattformen wie Groupon angeboten werden, besitzen nicht nur viele Eigenschaften der klassischen Papier- oder Onlinecoupons, sondern auch zusätzliche innovative Vorzüge. Sie bieten den Nutzern einen beträchtlichen Preisnachlass von 50 Prozent oder mehr und dadurch eine gute Gelegenheit mit wenig Risiko neue Produkte oder Dienstleistungen auszuprobieren. 7 Die kurze Zeitspanne, in der die Coupon-Angebote erworben werden können, erzeugt ein Knappheitsgefühl und damit einen starken Kaufanreiz bei den Konsumenten. Daneben weisen sie auch soziale Elemente auf, die Gruppen von Käufern motivieren, Coupons gemeinschaftlich zu kaufen und einzulösen. 8
Das Geschäftsmodell mit den über Plattformen angebotenen, beinahe täglich wechselnden, hochrabattierten Coupon-Angeboten entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Milliardenmarkt und zeigt damit seine hohe Relevanz sowohl für die Wirtschaft als auch für das Marketing. Obwohl Umsatzprognosen des Marktes in ihren Schätzungen variieren, stellen sie hohe Wachstumsraten von über 100 Prozent jährlich und Umsätze in Milliardenhöhe im Jahr 2011 in Aussicht. 9 Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Unternehmen einen Teil des Kuchens für sich beanspruchen wollen und dieser Markt eine Brutstätte für Investitionen und Unternehmensgründungen darstellt. Innerhalb weniger Monate drängen Internetschwergewichte wie Amazon, Facebook und Google in den Markt. Allein in den USA gibt es bereits fast 500 Anbieter solcher Coupon-Aktionen. 10
In der bisherigen wissenschaftlichen Literatur wurde das Mobile Couponing nur unzureichend thematisiert. Auch finden sich hauptsächlich Studien, die sich auf den
6 Vgl. Hofstetter, M. (2011), o. S.
7 Vgl. Lewis, M. (2006), S. 196.
8 Vgl. Dholakia, U. M. (2011a), S. 3-4.
9 Local Offer Network Inc. schätzen Umsätze in Höhe von 2,67 Milliarden US-Dollar im Jahr
2011 und damit ein Wachstum von 138 Prozent gegenüber 2010, vgl. Local Offer Network,
Inc. (2011), S. 5. BIA/Kelsey schätzen steigende Umsätze von 873 Millionen US-Dollar in
2010 auf 1,24 Milliarden US-Dollar in 2011, vgl. Statista GmbH (2011a), o. S. Siehe dazu
Anhang 2.
10 Der Aggregator „Yipit“ stellt Ende Juli 2011 die Angebote von 482 Coupon-Anbieter in den USA überblickartig dar. Vgl. Yipit (2011), o. S.
Einleitung 3
SMS-Versand als Distributionsmedium der mobilen Coupons beziehen. Die Verbreitung der Smartphones, leistungsstarker Mini-Computer im Hosentaschenformat, bietet dem Mobile Couponing jedoch gegenüber herkömmlichen Papiercoupons vielfältigere Vorteile und Einsatzmöglichkeiten, die in der vorliegenden Arbeit näher vorgestellt werden sollen. Zudem soll der Markt des Mobile Couponing aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachtet und ein Überblick über die Erfolgsfaktoren und Herausforderungen aus Sicht aller Marktbeteiligter geschaffen werden. Den Schwerpunkt der Betrachtung bildet dabei der deutsche Markt des Mobile Couponing, der jedoch durch einige Beispiele aus dem US-amerikanischen Markt, aufgrund dessen Vorbild- und Prognosefunktion für den deutschen Markt, ergänzt wird.
Die Bearbeitung der Fragestellung erfolgt dabei anhand bisheriger wissenschaftlicher Literatur, Studien und Internetquellen. Den Praxisbezug erhält die Arbeit durch Best Practice Beispiele, die stellvertretend für ihre jeweiligen Entwicklungsrichtungen angesehen werden können. Das Thema Mobile Couponing ist neben seiner hohen Relevanz vor allem auch wegen seinem innovativen Charakter und der Aktualität durch den Boom des mobilen Internets und der wachsende Verbreitung der Smartphones sowohl für den Konsumenten als auch für das Marketing höchst interessant. Eine Herausforderung bei der Bearbeitung bestand darin, alle dynamischen Entwicklungen des Marktes zeitnah zu erfassen und damit die hohe Aktualität des Themas in der Arbeit zu erhalten.
Die vorliegende Arbeit kann in vier Abschnitte eingeteilt werden: Dabei erfolgt zunächst im zweiten Kapitel eine allgemeine Einführung in das Themengebiet und eine Abgrenzung des Mobile Couponing gegenüber traditionellen Coupons. Anschließend werden die Erfolgsfaktoren und Herausforderung beim Umsetzen des Mobile Couponing im Wertschöpfungskreislauf aus Sicht der verschiedenen Akteure im Markt herausgearbeitet. Das dritte Kapitel beschäftigt sich in diesem Sinne zuerst mit dem Konsumenten als Empfänger einer Coupon-Aktion, da die Erfolgsfaktoren dieses Kapitels wesentliche Rahmenbedingungen auch für die anderen Marktbeteiligten darstellen. Das vierte Kapitel beschreibt die Erfolgsfaktoren und Herausforderungen aus Sicht der Reichweitenanbieter bzw. Coupon-Plattformen und wird dabei mit verschiedenen Best Practice Beispielen angereichert. Das fünfte Kapitel beschreibt die Faktoren, die die Akzeptanz des Mobile Couponing aus Sicht der anbietenden Unternehmen bestimmen. Ein Fazit und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen schließen die Arbeit ab.
Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing 4
2. Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing
2.1 Grundlagen des Couponing
Nachdem die Begriffe Coupon und Couponing bereits mehrfach in dieser Arbeit verwendet wurden, sollen diese nun ausführlich definiert werden. Danach wird der Prozessablauf des Couponing, dessen Einordnung in die Marketingsystematik und eine genaue Systematisierung verschiedener Couponarten anhand ihrer Gestaltungsparameter dargestellt. Anhang 3 stellt diese Systematisierung übersichtlich dar. Zuletzt wird auf die Marktstruktur des Mobile Couponing eingegangen.
Definition der Begriffe
Bei einem Coupon handelt es sich um einen Berechtigungsnachweis bzw. Gutschein, welcher dem Besitzer in einer ausgelobten Akzeptanzstelle - ggf. unter Beachtung bestimmter Einlösebedingungen - während eines definierten Zeitraums einen spezifischen Vorteil, in der Regel den reduzierten oder kostenlosen Erwerb eines Produktes oder einer Dienstleistung, verspricht. 11 Couponing bezeichnet dabei den strategischen Einsatz von Coupons zu Marketingzwecken, bei dem der Herausgeber von Coupons einer ausgewählten Personengruppe über ein Distributionsmedium einen obengenannten Berechtigungsnachweis zur Verfügung stellt. 12
In der Literatur ist eine wissenschaftliche Definition des Begriffs Mobile Couponing nicht vorhanden, da dieses Themengebiet auf wissenschaftlicher Basis noch nicht eingehend untersucht wurde. Nach einer Definition der Mobile Marketing Association ist das Mobile Couponing eine Ausprägung des Couponing, die sich im Hinblick auf die Distributionsform und Einlösung vom herkömmlichen Couponing unterscheidet. Mobile Coupons werden demnach digital auf mobile Endgeräte ange-fordert und/oder verteilt und können auch über diese mobilen Endgeräte eingelöst werden. 13
Prozessablauf des Couponing
Im Couponing-Prozess sind verschiedene Parteien involviert. Im Folgenden werden diese näher beschrieben, deren Aufgaben vorgestellt und der Prozess des Couponing anhand eines idealtypischen Schaubilds dargestellt.
Der Herausgeber der Coupons ist derjenige, der eine Coupon-Aktion initiiert und deren gesamte Kosten zu tragen hat, da der Einsatz der Coupon-Aktion dem Erreichen seiner eigenen Ziele dient. Zur Verteilung der Coupons setzt der Herausgeber
11 Vgl. Kreutzer, R. T. (2003), S. 6.
12 Vgl. Huber, F. / Regier, S. / Joosten, N. (2005), S. 9.
13 Vgl. Mobile Marketing Association (2007), S. 1.
Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing 5
verschiedene Distributionssysteme ein (Schritt 1), über die die Kunden als Empfänger der Coupons angesprochen werden sollen (Schritt 2). Entscheidet sich der Empfänger des Coupons dazu, das Vorteilsversprechen wahrzunehmen, löst er den Coupon in der entsprechenden Akzeptanzstelle, in der Regel dem Point of Sale (POS) ein (Schritt 3). In der Akzeptanzstelle wird dem Kunden der auf dem Coupon versprochene Vorteil gewährt (Schritt 4). 14
Fallen Coupon-Herausgeber und Akzeptanzstelle zusammen (wenn beispielsweise der Handel selbst Coupons herausgibt), endet an dieser Stelle der Couponing-Prozess. In diesem Fall spricht man vom einstufigen Couponing bzw. 3-Komponenten-Modell, das die direkte Beziehung zwischen Coupon-Herausgeber und einem Kunden beschreibt. Fallen dagegen Coupon-Herausgeber und Akzeptanzstelle auseinander (beispielsweise wenn der Hersteller eines Markenartikels einen Coupon herausgibt und der Handel als Akzeptanzstelle dient), tritt ein Clearing-House als monetärer Vermittler zwischen Coupon-Herausgeber und Akzeptanzstelle auf (Schritt 5). Das Clearing-House übernimmt die Auswertung der Coupons und die Abrechnung der bei der Akzeptanzstelle entstandenen Kosten gegenüber dem Herausgeber, nämlich Rückerstattung der Rabatte und Aufwandsentschädigung der Akzeptanzstelle (Schritt 6), was in einem letzten Vorgang (Schritt 7) zu einer Erstattung bei der Akzeptanzstelle führt. In diesem Fall spricht man vom mehrstufigen Couponing bzw. 5-Komponenten-Modell. 15 Abbildung 1 fasst den Prozessablauf des Couponing noch einmal zusammen.
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Kreutzer, R. T. (2003), S. 20.
14 Vgl. Kreutzer, R. T. (2003), S. 19-21.
15 Vgl. Lorenz, R. (2003), S. 213-215.
16 Schritt 8 tritt nur auf, wenn der Coupon-Empfänger seinen spezifischen Vorteil nicht sofort bei der Einlösung, sondern diesen vom Herausgeber oder einem Servicepartner erst zu ei-
nem späteren Zeitpunkt erhält, dies wäre z.B. bei einem Treuecoupon der Fall. Vgl.
Kapfelsberger, S. (2006), S. 251.
Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing 6
Einordnung des Couponing in die Marketingsystematik
Nach Gedenk handelt es sich beim Couponing um ein Instrument der konsumentengerichteten Verkaufsförderung als ein Synonym zum angloamerikanischen Begriff Consumer Sales Promotion. Mit dieser zeitlich befristeten Maßnahme mit Aktionscharakter will man andere Marketing-Maßnahmen unterstützen und den Absatz beim Konsumenten fördern. 17 Zunächst wurde das Instrument der Verkaufsförderung in den Bereich der Kommunikationspolitik eingeordnet. Diese starre Zuordnung greift jedoch zu kurz, denn das Couponing eignet sich wegen seiner hohen Flexibilität und seinem breiten Einsatzfeld zur Verfolgung unterschiedlichster Marketingziele, so dass nunmehr weitgehend Einigkeit darüber besteht, dass das Couponing (als Instrument der integrierten Marketingkommunikation) eine Querschnittsfunktion einnimmt und, wie Tabelle 1 zeigt, Berührungspunkte zu allen vier Elementen des Marketing-Mix aufweist. 18
2.2 Systematisierung verschiedener Couponarten anhand ihrer Gestaltungsparameter
Wegen der zahlreichen Ausgestaltungsmöglichkeiten treten Coupons in einer Vielzahl unterschiedlicher Formen auf. Im Folgenden sollen einige Couponarten vorgestellt und eine Systematisierung anhand ihrer Gestaltungsparameter vorgenommen werden. Ähnlich wie beim Couponing-Prozess bietet sich eine Aufteilung in Herausgeber der Coupons, Vorteilsgewährung, Distribution der Coupons, Empfänger und deren Einlösung an.
17 Vgl. Gedenk, K. (2002), S.11-19.
18 Vgl. Köhler, S. (2007), S. 88-89.
19 Eigene Darstellung in Anlehnung an Schwalbe, C. (2010), S. 8, Ploss, D. / Berger, A. (2003), S. 80 und Köhler, S. (2007), S. 89.
Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing 7
2.2.1 Herausgeber der Coupons
Herausgeber von Coupons kann einerseits ein Hersteller (Hersteller-Coupons) oder ein Handelsunternehmen (Händler-Coupons) sein. Für den Kunden ergeben sich in der Art der Verwendung keine Unterschiede, jedoch liegt der wesentliche Unterschied in der Kostenerstattung. Während bei selbst herausgegebenen Händler-Coupons (z.B. für die eigenen Handelsmarken) das Handelsunternehmen i.d.R. die kompletten Kosten, also die Preisminderung und die Handling-Kosten, selbst zu tragen hat, trägt der Hersteller als Herausgeber der Coupons die kompletten Kosten inkl. einer pauschalen Handling-Gebühr für das Handelsunternehmen. 20 Während Hersteller-Coupons in den USA die am weitesten verbreitete Coupon-Art ist, sind in Deutschland Händler-Coupons üblich. Eine Besonderheit stellen Coupons dar, die sowohl vom Hersteller als auch vom Handelsunternehmen herausgegeben werden. Bei den sogenannten Double-Coupons wird dem Kunden bei Abgabe eines Hersteller-Coupons zusätzlich zum Hersteller-Rabatt vom Handelsunternehmen die doppelte Höhe des nominellen Couponwertes gewährt. 21 Wichtig ist hierbei die Herausgabe der Coupons zu unterscheiden, wer also Initiator der Coupon-Aktion ist, und nicht wer für die Distribution der Coupons sorgt. So ist es durchaus gängig, dass der Hersteller als Herausgeber auftritt, das Handelsunternehmen aber die Coupons über seine eigenen Distributionskanäle an den Kunden verteilt. 22
2.2.2 Vorteilsgewährung durch Coupons
Eines der wesentlichsten Merkmale zur Unterscheidung von Coupons ist die Art des Vorteils, der dem Kunden durch die Bezugsberechtigung gewährt wird. Der sich für den Kunden ergebende Vorteil kann als Preisnachlass, kostenlose Zugabe eines Artikels oder als Treuegutschrift ausgestaltet werden.
Die am häufigsten eingesetzten Cash-Coupons (oder Rabatt-Coupons) gewähren dem Kunden einen Preisnachlass, der unmittelbar bei der Bezahlung verrechnet wird. 23 Der Face Value, also der Coupon-Wert, kann dabei als Prozentsatz oder als absoluter Betrag auf dem Coupon angegeben werden, wobei für hochpreisige Produkte die Angabe des absoluten Betrags und für niedrigpreisige Produkte die Prozentangabe vorteilhaft für die Wahrscheinlichkeit der Einlösung ist. 24 Bundling-Coupons, die auch als Zugabe- oder Waren-Coupons bezeichnet werden, gewähren dem Besitzer keinen direkten Preisvorteil, sondern den kostenlosen Bezug eines
20 Vgl. Becker, J. / Vering, O. / Winkelmann, A. (2003), S. 8.
21 Vgl. Huber, F. / Regier, S. / Joosten, N. (2005), S. 11-12.
22 Vgl. Ploss, D. / Berger, A. (2003), S. 78.
23 Vgl. Friedrichsen, B. (2009), S. 18.
24 Vgl. Yin, W. / Dubinsky, A. J. (2004), S. 890.
Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing 8
Produktes. 25 Treue-Coupons werden als Belohnung für eine langfristige Kundenbeziehung eingesetzt. 26
Beim Zeitpunkt der Vorteilsgewährung unterscheidet man zwischen Instant- und Deferred-Benefit-Coupon. Während beim Instant-Benefit-Coupon der versprochene Vorteil unmittelbar bei der Einlösung gewährt wird, findet beim Deferred-Benefit-Coupon der Preisnachlass über eine nachträgliche Gutschrift statt. 27
2.2.3 Distributionsmedium als Abgrenzungskriterium zwischen klassi-
schem Couponing und Mobile Couponing
Ein weiteres wichtiges Systematisierungskriterium ist der verwendete Distributionsweg, wie also der Coupon zum Kunde gelangt, da dieser maßgeblich die Kosten, die Einlösequote der Coupons und damit letztendlich die Effizienz, also den Erfolg einer Coupon-Aktion bestimmt. Die nachfolgenden Distributionswege unterscheiden sich im Hinblick auf die Eignung zur Erreichung unterschiedlicher Zielgruppen, ihre Reichweite sowie ihre Kosten deutlich voneinander. 28
Beim Zeitpunkt der Distribution wird zwischen Pre-Sales-Coupons und After-Sales-Coupons differenziert. Pre-Sales-Coupons werden im Vorfeld eines möglichen Kaufaktes distribuiert, um das Kaufverhalten eines möglichen Kunden vor Durchführung der Transaktion zu beeinflussen. 29 Primäres Ziel der Pre-Sales-Coupons stellt die Neukundengewinnung dar. Die Verteilung der After-Sales-Coupons erfolgt direkt im Anschluss an einen getätigten Kauf und verspricht die Vorteilsgewährung erst beim nächsten Einkauf. Da der Kunde hier zu einer zusätzlichen Transaktion angeregt wird, dienen After-Sales-Coupons in erster Linie der Kundenbindung. 30
Die klassische Unterteilung der Distributionsform in der Literatur in Distribution via Massenmedien, via Direktansprache, am POS und über das Produkt erscheint auf-grund der fortschreitenden Verbreitung und Akzeptanz neuer Medien nicht mehr zeitgemäß. Da sich die vorliegende Arbeit in erster Linie mit elektronischen Coupons beschäftigt, soll hier eine stärkere Differenzierung nach dem eingesetzten Distributionsmedium stattfinden. In der folgenden Tabelle 2 wird die Unterteilung in klassische, gedruckte (physische) Coupons einerseits und elektronische Coupons andererseits noch einmal verdeutlicht.
25 Vgl. Huber, F. / Regier, S. / Joosten, N. (2005), S. 9-10.
26 Vgl. Kreutzer, R. T. (2003), S. 9.
27 Vgl. Kreutzer, R. T. (2003), S. 11.
28 Vgl. Köhler, S. (2007), S. 99.
29 Vgl. Kreutzer, R. T. (2003), S. 9.
30 Vgl. Friedrichsen, B. (2009), S. 20-21.
Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing 9
Im Folgenden werden die verschiedenen Ausgestaltungsformen der klassischen, gedruckten Coupons und der elektronischen Coupons näher vorgestellt.
2.2.3.1 Klassische Couponing-Formen
Das klassische Couponing in Form gedruckter, physischer Coupons lässt sich in vier Distributionsformen einteilen: Distribution via Massenmedien, via Direktansprache, am POS und über das Produkt.
Distribution via Massenmedien
Bei dieser Form der Distribution werden die Coupons über klassische Printmedien (Tageszeitungen, Wochenzeitungen und Zeitschriften) unpersonalisiert und ungezielt an eine Vielzahl von Empfängern verteilt. 32 Großer Nachteil der Distribution über Massenmedien stellt die gegenüber anderen Distributionswegen deutlich geringere Einlösequote wegen der mit dieser Form der Distribution verbundenen großen Streuverluste dar. 33 Das Massenmedium Internet als ein Mittel zur Distribution von Coupons wird in der vorliegenden Arbeit im Abschnitt der elektronischen Coupons behandelt.
Distribution via Direktansprache
Im Gegensatz zur Distribution über Massenmedien werden Coupons bei der Direktansprache gezielt an eine bestimmte Anzahl von Empfängern verteilt. Die Grenzen zu Massenmedien sind allerdings fließend, da nicht genau definiert ist, ab wann eine Werbeaktion als Massensendung gilt. Die gebräuchlichsten Varianten der Direktan- 31 EigeneDarstellung.
32 Vgl. Ploss, D. / Berger, A. (2003), S. 60-61.
33 Vgl. Köhler, S. (2007), S. 92.
Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing 10
sprache sind das postalische Direct Mailing, Hauswurfsendungen und Coupon-Kataloge. 34 Der Vorteil der stärkeren Aufmerksamkeitsgewinnung und der damit verbundenen höheren Einlösequote über diese Formen der Direktansprache muss allerdings mit sehr hohen Kosten erkauft werden. 35 Eine Direktansprache kann darüber hinaus auch auf elektronischem Wege in Form einer SMS/MMS oder E-Mail erfolgen. Beide Varianten werden aber wie die Distribution über das Massenmedium Internet im Abschnitt der elektronischen Coupons behandelt.
Distribution am POS
Bei einer Verteilung der Coupons am Verkaufsort (POS) können nur diejenigen Kunden erreicht werden, die sich gerade dort aufhalten. Die Verteilung der Coupons kann als Auslage im Geschäft, durch das Verkaufs- oder Bedienpersonal oder über Promotionsstände erfolgen. Eine weitere Möglichkeit der Distribution am POS ist die Streuung an der Kasse über spezielle Coupon-Drucker (Check-Out-Coupon) oder als Aufdruck auf dem Kassenbon selbst. Coupons können darüber hinaus über Coupon-Dispenser direkt am Regal angebracht werden (On-Shelf-Coupon). 36
Distribution über das Produkt
Ein weiterer Distributionsweg der Coupons stellt die Produktverpackung dar. Die Coupons sind entweder auf der Verpackung angebracht (On-Pack-Coupon) oder befinden sich in der Produktverpackung (In-Pack-Coupon) und können dabei erst beim nächsten Einkauf eingelöst werden. Der Instantly-Redeemable-Coupon stellt eine besondere Form des On-Pack-Coupons dar, der vom Kunden direkt im Geschäft von der Verpackung abgelöst und an der Kasse eingelöst werden kann. 37
2.2.3.2 Elektronische Couponing-Formen
Bei den elektronischen Coupon-Formen kann man zwischen stationärem Internet Couponing und dem Mobile Couponing unterscheiden. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass aufgrund der immer stärkeren Bedeutung des mobilen Internets, der zunehmenden Verbreitung von Smartphones, die ähnliche Funktionen wie Computer ausüben können und der ansteigenden Medienkonvergenz 38 , die Grenzen als fließend betrachtet werden können. E-Mails und Internetseiten können heutzutage sehr einfach auch auf dem Mobiltelefon empfangen bzw. dargestellt werden,
34 Vgl. Friedrichsen, B. (2009), S. 24-25.
35 Vgl. Köhler, S. (2007), S. 91.
36 Vgl. Friedrichsen, B. (2009), S. 26-28.
37 Vgl. Huber, F. / Regier, S. / Joosten, N. (2005), S. 14.
38 Medienkonvergenz beschreibt das Zusammenwachsen ehemals getrennter Medienbereiche (Telekommunikation, Internet (stationär/mobil) und Medien (audiovisuell/print)) und fin-
det auf einer technischen und auf einer inhaltlichen Ebene statt. Vgl. Medienkonvergenz
Monitoring (o. J.), o. S.
Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing 11
immer mehr Webseiten bieten diese in einer für mobile Endgeräte optimierten Version an oder entwickeln zu ihrem Online-Angebot passende Applikationen (Apps). Aus diesen Gründen wird in der vorliegenden Arbeit sowohl auf internetbasierte Couponing-Angebote als auch auf das Mobile Couponing selbst eingegangen.
Internet Couponing
Bei der Distribution über das Internet unterscheidet man folgende Formen:
E-Mail-Coupons:
Coupons können im Rahmen einer E-Mail-Newsletter-Kampagne oder als „Stand-alone-Mails“ direkt an den Kunden distribuiert werden. Je nach Akzeptanzstelle kann der Coupon ausgedruckt und am POS vorgezeigt oder direkt im Online-Shop eingelöst werden. E-Mails stellen für den Herausgeber eine sehr kostengünstige Möglichkeit der Coupon-Verteilung dar. 39
Coupons auf Webseiten des Coupon-Herausgebers:
Coupon können vom Hersteller oder Handelsunternehmen direkt über den eigenen Internetauftritt verteilt werden. Diese Form der Distribution spricht allerdings nur die Besucher der jeweiligen Internetseite an. Häufig werden die Coupons dann ausgedruckt und lokal in einem Ladengeschäft eingelöst. In diesem Fall spricht man von einem crossmedialen Coupon. 40 Als Beispiel wären hier die Sparscheine von Burger King zu nennen. 41
Coupon-Portale:
Hierbei handelt es sich um spezielle Webseiten, die ausschließlich lokale bzw. nationale Coupons, die ausgedruckt und im stationären Einzelhandel eingelöst werden, oder Gutscheincodes zur Verwendung in Online-Shops zum Download anbieten. Ein Beispiel hierfür wäre die Webseite Gutscheine.de. 42
Plattformen, die lokale Gutscheine verkaufen:
Eine neuartige Variante des Couponing über das Internet stellen Webseiten dar, die nationale Gutscheine zur Einlösung in Online-Shops oder lokale Gutscheine in bestimmten Städten für gewöhnlich 24 Stunden zum Kauf anbieten. Nach Ablauf der Verkaufsphase bekommt der Kunde den Coupon per E-Mail zugeschickt und spart dabei in der Regel mindestens 50 Prozent. Der bekannteste Anbieter in diesem Bereich ist Groupon, der im Kapitel 4.4.1 näher vorgestellt wird.
39 Vgl. Ploss, D. / Berger, A. (2003), S. 67.
40 Vgl. Wendel, S. (2003), S. 421-422.
41 Vgl. Burger King GmbH (2011), o. S.
42 http://www.gutscheine.de.
Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing 12
Mobile Couponing
Bei der Distribution über mobile Endgeräte kann man folgende Formen beobachten:
Coupons über SMS/MMS:
Coupons, die über SMS bzw. MMS verteilt werden, stellen eine Form der personalisierten Direktansprache dar. Der Nutzer erhält den Coupon in diesem Fall als Textnachricht auf sein Mobiltelefon gesendet, welcher dann in der Akzeptanzstelle bei der Einlösung vorgezeigt oder direkt im mobilen Internet eingelöst werden muss. Diese Form der Distribution kann einerseits als Pull-Kampagne ausgestaltet sein, bei der der Nutzer eine SMS an eine Kurzwahlnummer (Short Code) sendet und im Gegenzug den Coupon als Textnachricht oder MMS erhält. Bei einer Push-Kampagne werden die Nachrichten direkt auf das Mobiltelefon des Kunden gesendet. Vorher muss dieser jedoch in irgendeiner Form seine Zustimmung zum Empfang der Coupons gegeben haben (Mobile Permission Marketing). 43
Coupons über Smartphone-Apps:
Applikationen, auch „Apps“ genannt, sind mobile Anwendungen, die vom Nutzer aktiv auf einem Smartphone oder Tablet PC installiert werden müssen. Sie sind extra für die Verwendung auf mobilen Endgeräten entwickelt und dafür optimiert worden, um dessen Funktionsumfang zu erweitern. 44 Die Distribution der Coupons erfolgt dabei über spezielle Couponing-Apps oder als Mehrwert innerhalb einer themenfremden App.
Coupons über Location Based Services:
Location Based Services (LBS) sind standortbezogene Dienste, die dem Benutzer eines mobilen Endgerätes in Abhängigkeit von dessen Position angeboten werden. Eine Form der LBS stellen Coupons dar, die in Abhängigkeit des Stan-dorts der Person übermittelt werden (Location Based Couponing). 45 Häufig tritt Location Based Couponing in Verbindung mit Smartphone-Apps auf.
Coupons über Barcodes:
Bei dieser Form der Distribution wird der Coupon durch Einscannen eines Barcodes mit der Handykamera von Plakaten, Zeitungen, Zeitschriften, Displays
43 Vgl. BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Me-
dien e.V. (2008), S. 3-10.
44 Vgl. BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Me-
dien e.V. (2011a), S. 3.
45 Vgl. Wolf, M. / Hoffmann, M. / Lonthoff, J. (2006), S. 249.
Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing 13
oder ähnlichem generiert und anschließend in einem lokalen Geschäft oder online eingelöst. Eine verbreitete Variante ist der QR-Code 46 .
Coupons über drahtlose Nahbereichs-Kommunikation:
Near Field Communication (NFC) ist ein Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten auf kurze Distanz. Wird ein Mobiltelefon in einer maximalen Distanz von 10 cm 47 z.B. an ein mit der NFC-Technologie ausgestattetes Plakat oder Kassensystem gehalten, wird der Coupon automatisch auf das Mobiltelefon gesendet. Eine weitere Möglichkeit Coupons im Nahbereich zu distribuieren stellt die Bluetooth-Technologie 48 dar. Dabei muss der Empfänger jedoch die Bluetooth-Funktion an seinem Mobiltelefon aktiv einschalten.
2.2.4 Empfänger und Einlösung der Coupons
Beim Empfänger der Coupons kann danach differenziert werden, ob die Coupons personalisiert, individualisiert oder völlig unpersonalisiert zugestellt werden. Bei personalisierten Coupons wird die namentliche Ansprache von Kunden in die Coupon-Gestaltung integriert, während bei individualisierten Coupons Teile der Coupon-Gestaltung auf Basis von vorliegenden Informationen über das Verhalten bzw. Präferenzen des Kunden erfolgen. 49 Unpersonalisierte Coupons werden dagegen ungerichtet an eine breite Masse von Empfängern verteilt. Auf dem Coupon können spezielle Einlöse-Bedingungen wie z.B. ein bestimmter Einkaufsbetrag, eine vorgegebene Einkaufsmenge oder ein Gültigkeitszeitraum vermerkt sein. Die Einlösung selbst kann im stationären oder Online-Handel stattfinden oder durch Einschicken des Coupons erfolgen (Mail-In).
2.3 Marktstruktur des Mobile Couponing
Wie bereits gezeigt wurde, nimmt das Couponing als Instrument der Verkaufsförderung eine Querschnittsfunktion innerhalb des Marketings ein. Das Mobile Couponing grenzt sich dabei von klassischen Couponing-Formen vor allem durch das verwendete Distributionsmedium ab. Die Marktstruktur im Mobile Couponing ist häufig in Form eines zweiseitigen Marktes ausgestaltet. Im Jahr 2003 wurden zweiseitige
46 Der QR-Code (QR steht im Englischen für quick response = schnelle Antwort) ist ein zweidimensionaler Barcode, der von der japanischen Firma Denso im Jahr 1994 entwickelt wur-
de. Vgl. BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue
Medien e.V. (2008), S. 10.
47 Vgl. Langer, J. / Roland, M. (2010), S. 1.
48 Bluetooth ist ein Standard für Funkübertragungen zwischen Geräten über kurze Distanzen
bis 100 m. Vgl. IT Wissen (o. J.), o. S.
49 Vgl. Wierich, R. (2008), S. 21-22.
Allgemeine Einführung in das Couponing und Besonderheiten des Mobile Couponing 14
Märkte (engl. „two-sided markets“ 50 ) zum ersten Mal von Jean-Charles Rochet und Jean Tirole formuliert. Es handelt dabei sich um einen zweiseitigen Markt, wenn zwei unterschiedliche Personengruppen auf einer (von einem oder mehreren Unternehmen angebotenen) Plattform zusammenkommen, um miteinander zu interagieren, und die Inanspruchnahme der Plattform durch indirekte Netzwerkeffekte beeinflusst wird. Indirekte Netzwerkeffekte entstehen aus dem Umfang, in dem das Netzwerk von einer anderen Personengruppe genutzt wird. Das bedeutet, dass Mitglieder der Personengruppe A einen Zusatznutzen daraus ziehen, dass mehr Mitglieder der Personengruppe B dieses Netzwerk nutzen et vice versa. 51
Bezogen auf den Mobile Couponing Markt bedeutet dies, dass die Nutzer der Platt-form, die nicht direkt Waren oder Dienstleistungen vom Plattformbetreiber beziehen, sondern potenzielle Kunden des Coupon-Herausgebers darstellen, umso stärker davon profitieren, je mehr Coupon-Aktionen und damit Coupon-Herausgeber sich auf der Plattform befinden. Umgekehrt lässt sich festhalten, dass mit einer steigenden Zahl an Nutzern der Plattform die Zahl der potenziellen Kunden für Coupon-Herausgeber steigt, die mit einer Coupon-Aktion angesprochen werden können und die zu potenziell mehr Umsatz führen. 52 Die Verwendung der Plattform ist dabei in der Regel für den Nutzer kostenlos, während der Plattformbetreiber vom Coupon-Herausgeber für seine Dienstleistungen (Bereitstellung der Plattform, Werbung, Distribution und Clearing) entlohnt wird.
Werden Coupons direkt vom Herausgeber, also ohne zwischengeschalteten Vermittler bzw. Plattform, an den Kunden distribuiert, zu denken wäre hier an große Handelsunternehmen, die eine eigene mobile Applikation, E-Mail oder den POS zur Distribution nutzen, liegt dagegen kein zweiseitiger Markt vor. Da sich der Mobile Couponing Markt aber überwiegend in Richtung eines zweiseitigen Marktes entwickelt und diese Form der Distribution vor allem für lokale Unternehmen große Vorteile bietet, wird in dieser Arbeit eine Unterteilung in die Sicht des Konsumenten (bzw. potenziellen Kunden des Coupon-Herausgebers oder Nutzers einer Coupon-Plattform), in Sicht des Coupon-Herausgebers (in Form des Handels, eines Herstellers, eines lokalen Unternehmens oder Online-Shops) und in die Sicht des Reichweitenanbieters (bzw. der Coupon-Plattform oder des Vermittlers) vorgenommen.
In den nachfolgenden Kapiteln drei bis fünf werden die Erfolgsfaktoren und Heraus-forderungen des Mobile Couponing beginnend aus Sicht der Konsumenten,
50 Vgl. Rochet, J.-C. / Tirole, J. (2003), S. 990.
51 Vgl. Weiß, M. (2010b), o. S.
52 Vgl. Tang, W. (2011), S. 39.
Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des Mobile Couponing aus Sicht der Konsumenten 15
danach aus Sicht der Reichweitenanbieter und abschließend aus Sicht der anbietenden Unternehmen dargestellt.
3. Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des Mobile Couponing aus Sicht der Konsumenten
3.1 Verbreitung des stationären Internets
In diesem Kapitel werden die Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des Mobile Couponing im Hinblick auf die Empfänger mobiler Coupons betrachtet. Dabei werden die Entwicklungen des stationären und des mobilen Internets, die wachsende Bedeutung des Electronic und Mobile Commerce und die Akzeptanz des Konsumenten als erfolgskritische Faktoren identifiziert. Abschließend wird noch auf die Herausforderung durch datenschutzrechtliche Bedenken der Konsumenten eingegangen.
Im Jahr 2011 nutzen 74,7 Prozent der deutschen Bevölkerung das Internet, das entspricht ca. 52,7 Millionen Menschen ab 14 Jahren. 53 Ähnliche Werte ergab die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie, nach der im Jahr 2011 51,7 Millionen Deutsche (73,3 Prozent der Bevölkerung) online sind. 54 Auch die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. (AGOF) kommt mit 51,78 Millionen bzw. 73,4 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren auf ähnliche Werte. 55
Der Anteil der Internetnutzer nimmt mit steigendem Alter ab. Mit über 97 Prozent bei den 14-29-Jährigen bzw. 94,2 Prozent bei den Internetnutzern im Alter von 30 bis 39 nutzt so gut wie jeder Deutsche im Alter von 14 bis 39 Jahren das Internet. Die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen fällt dann schon etwas ab, nutzt das Internet aber immer noch überdurchschnittlich oft. Die Gruppe der 50- bis 59-Jährigen entspricht mit 75,8 Prozent ungefähr dem Durchschnittswert der Bevölkerung. 56 Obwohl laut der ARD/ZDF-Onlinestudie die Internetnutzung der über 60-Jährigen um 22,3 Prozent gegenüber 2010 angestiegen ist 57 , fällt die Internetnutzung in den höchsten Altersklassen aber stark ab. In der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen ist etwas mehr als jeder zweite online, während im Alter von über 70 nur noch jeder vierte Deutsche das Internet nutzt. 58
53 Vgl. Initiative D21 e. V. (2011), S. 12.
54 Vgl. ARD/ZDF-Medienkommission (2011), o. S.
55 Vgl. AGOF - Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. (2011), S. 5.
56 Vgl. Initiative D21 e. V. (2011), S. 14.
57 Vgl. ARD/ZDF-Medienkommission (2011), o. S.
58 Vgl. Initiative D21 e. V. (2011), S. 14.
Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des Mobile Couponing aus Sicht der Konsumenten 16
Bei der Aufteilung nach Geschlecht ergeben sich auch hier deutliche Unterschiede. Während der Anteil der Internetnutzer über alle Altersklassen hinweg bei Männern 80,7 Prozent beträgt, liegt der Anteil bei Frauen lediglich bei 68,9 Prozent. Dies ist damit zu erklären, dass die Schere in der Internetnutzung zwischen den Geschlechtern mit zunehmendem Alter immer größer wird: Während Frauen aus der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen sogar einen höheren Anteil an Onlinern als Männer haben, kehrt sich dieses Verhältnis in höheren Altersklassen um. In den folgenden Altersdekaden verdoppelt sich der Abstand zwischen den Geschlechtern nahezu mit jeder Dekade. Bei den 30- bis 39-Jährigen beträgt der Abstand zwischen Männern und Frauen nur 3,1 Prozentpunkte, in der Gruppe von 40 bis 49 Jahren 5,6 Prozentpunkte. Am deutlichsten wird der Unterschied bei den Menschen über 70 Jahren. Hier nutzt nur jede sechste Frau das Internet (16,5 Prozent), bei den Männern ist es jeder Dritte (36,4 Prozent). 59
Teilt man die Internetnutzer in die Altersklassen der unter und der über 50-Jährigen ein, wird deutlich dass beinahe jeder der unter 50-Jährigen das Internet nutzt (92,7 Prozent), in der Klasse der über 50-Jährigen ist es nur gut jeder zweite (52,5 Prozent). Während in der jungen Altersklasse fast kein Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Internet-Penetrationsrate besteht, fällt der Unterschied in der älteren Klasse deutlicher aus. Während 62,8 Prozent der Männer hier das Internet nutzt, sind es nur 43,6 Prozent der Frauen. In der Altersklasse unter 50 spielt die Bildung eine eher untergeordnete Rolle bei der Frage, ob das Internet genutzt wird. Sogar bei dem niedrigen Bildungsabschluss der Volksschule ohne Lehre ist die Internetnutzung mit 83,5 Prozent überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Höhere Bildungsabschlüsse kommen nahe an eine Penetrationsrate von 100 Prozent. Bei der Klasse der über 50-Jährigen ist die Penetrationsrate stärker von der Bildung abhängig und fällt bei einfachen und mittleren Bildungsgruppen stark ab. Auch die Frage der Berufstätigkeit spielt bei den Internetnutzern unter 50 Jahren keine Rolle. Auch hier nutzt wieder so gut wie jeder das Internet, während in der Klasse 50+ nur vier von zehn Rentnern online gehen. Die berufstätigen Menschen über 50 nutzen das Internet deutlich stärker (77,3 Prozent). 60
Die Entwicklung des stationären Internets, die Erkenntnisse über dessen Nutzer und deren Typologisierung 61 kann als eine Projektion für die zukünftige Entwicklung des mobilen Internets angesehen werden. Die Entwicklung des Electronic und Mobile Commerce beschreibt das nachfolgende Kapitel.
59 Vgl. Initiative D21 e. V. (2011), S. 44.
60 Vgl. Initiative D21 e. V. (2011), S. 48-51.
61 Anhang 4 und 5 zeigen eine Typologisierung der digitalen Gesellschaft und deren Inter- netnutzung.
Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des Mobile Couponing aus Sicht der Konsumenten 17
3.2 Wachsende Bedeutung des Electronic und Mobile Commerce
Während die Umsätze im traditionellen stationären Handel seit Jahren kontinuierlich zurückgehen, findet beim Onlinehandel ein rasantes Wachstum im deutlich zweistelligen Bereich statt. Ein Ende des Wachstums ist dabei nicht abzusehen, so dass Experten davon ausgehen, dass sich der Anteil des Onlinehandels im Non-Food-Einzelhandel bis 2020 bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von acht Prozent auf über 20 Prozent mindestens verdoppeln wird. Im Jahr 2010 lag der Online-Anteil bei 8,6 Prozent im Vergleich zum Non-Food-Einzelhandel mit seinen rund 211 Milliarden Euro Umsatz. 2011 soll der Anteil bereits über zehn Prozent betragen. 62 Demnach soll der Onlinehandel im Jahr 2011 Umsätze in Höhe von 21,48 Milliarden Euro erzielen, 17 Prozent mehr als im Vorjahr, in dem der Onlinehandel Umsätze in Höhe von 18,3 Milliarden Euro erzielen konnte. 63
Nicht nur der E-Commerce-Markt steigt rasant an, sondern auch der des Mobile Commerce (M-Commerce). Shopping ist dabei nicht nur jederzeit, sondern auch an jedem Ort möglich. Die Ergebnisse der von der Fittkau & Maaß Consulting GmbH durchgeführten W3B-Studie zeigen, dass die Besitzer internetfähiger mobiler Endgeräte die Unabhängigkeit von Zeit und Raum durchaus zu schätzen wissen. Jeder Zweite hat schon Erfahrungen im Mobile Commerce gesammelt. Fast jeder Besitzer eines internetfähigen Mobiltelefons, Smartphones oder Tablet PCs hat Interesse am mobilen Einkaufen, lediglich 14,4 Prozent von ihnen bekunden keinerlei Interesse daran. Bezüglich der Affinität zum Mobile Shopping scheint sich eine Tendenz abzuzeichnen: Das Kaufinteresse steigt mit größer werdender Displaygröße. Während unter den Besitzern von internetfähigen Mobiltelefonen 6,9 Prozent mindestens einmal pro Woche mobil einkaufen, sind es bei Smartphone-Besitzern mit 14,4 Prozent doppelt so viele und unter den Besitzern von Tablet PCs sogar fast ein Drittel (32,7 Prozent). 64
Die Studie „Mobile Web Watch 2011“ zeigt ebenso die wachsende Akzeptanz für Mobile Commerce: Jeder dritte Internetnutzer in Deutschland nutzt heute sein Mobiltelefon um online einzukaufen (31 Prozent). 2010 war es nur jeder zehnte (neun Prozent). 28 Prozent nutzen das Handy sogar um Bankgeschäfte zu tätigen. Um Preise zu vergleichen setzen 44 Prozent ebenfalls das Mobiltelefon ein. Auch die Umkreissuche ist bei 45 Prozent der Nutzer beliebt. 65 Nutzer des mobilen Internets zeigen sich also überaus preissensitiv, umgebungsbezogen und am mobilen Ein-
62 Vgl.Sonntag, C. (2011), o. S.
63 Vgl. Nonnenmann, S. (2011), o. S.
64 Vgl. Fittkau & Maaß Consulting GmbH (2011), o. S.
65 Vgl. Accenture (2011), S. 20.
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Dominik Bernthaler, 2011, Besonderheiten, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des Mobile Couponing, München, GRIN Verlag GmbH
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