I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis IV
1. Einführung 1
2. Das Land Südafrika 2
2.1 Geschichte 3
2.2 Geographie 6
2.3 Wirtschaft 8
2.4 Kultur 9
3. Probleme und Herausforderungen 10
4. Südafrikas Tourismussektor 13
4.1 Geschäftstourismus 13
4.2 Kulturtourismus 13
4.3 Ökotourismus 15
4.4 Sport- und Abenteuertourismus 16
5. Tourismus als treibende Wirtschaftskraft. 16
5.1 Tourismus als größter Arbeitgeber Südafrikas 17
5.2 Die Auswirkungen der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010 19
II
6. Gewinner und Verlierer 21
6.1 Das Black Economic Empowerment 22
6.2 Südafrikas Tourismus als kultureller Eingriff 25
7. Vom Wirtschaftsfaktor zum Imagefaktor 26
7.1 Die Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen 27
7.2 Zukunftsaussichten 29
8. Fazit 34
Quellenverzeichnis V
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Landkarte Südafrika
IV
Abkürzungsverzeichnis
ANC: African National Congress B-BBEE: Broad-Based Black Economic Empowerment BEE: Black Economic Empowerment BEECom: Black Economic Empowerment Commission BMF: Black Management Forum FDI: Foreign Direct Investments (ausländische Direktinvestitionen) KNP: Krüger Nationalpark NEPAD: New Partnership for Africa´s Development (Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung) SACU: Southern African Customs Union (Südafrikanische Zollunion) SADC: Southern African Development Community (Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft) SANParks: South Africa National Parks SMME: Small, Medium and Micro Enterprises WM: FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010 WTTC: World Travel & Tourism Council (Welttourismusrat)
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1. Einführung
„Südafrika - die Welt in einem Land.“ Mit diesem Slogan wirbt die südafrikanische Tourismusindustrie für das Land am südlichen Ende Afrikas. Dabei erweist sich diese prägnante Aussage als sehr repräsentativ. Südafrika ist so abwechslungsreich wie nur wenige Staaten auf dieser Welt. Als Land der Kontraste vereint es eine kulturelle Vielfalt und eine überaus interessante historische Entwicklung mit facettenreichen Landschaften sowie einer atemberaubenden Tier- und Pflanzenwelt auf engstem Fleck.
Das Land ist jedoch zugleich auch geprägt von einer immensen Schere zwischen Arm und Reich. Die Folgen der Apartheid sind noch heute deutlich zu spüren. Hunger, AIDS, Arbeitslosigkeit, mangelnde Bildung und Kriminalität gehören leider genauso zum Alltag wie die schönen Dinge, die Südafrika zu bieten hat. Die Regierung erhofft sich durch den Ausbau des Tourismus eine Überwindung dieser Missstände und eine Steigerung des Wirtschaftswachstums. Der Tourismus gilt weltweit als einer der schnellst wachsenden Wirtschaftszweige und trägt vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern zu einem meist erheblichen ökonomischen Schub bei. Dies spiegelt sich auch in Südafrika wider. Der Tourismus ist hier seit dem Ende der Apartheid zur wichtigsten Einnahmequelle geworden. Das Potenzial der Tourismusindustrie in Südafrika wird seitens der Regierung vor allem im Anziehen ausländischer Kaufkraft gesehen, was zu einem wirtschaftlichen Wachstum führen soll (Steckel 2010, 2).
Seit Beginn der 1960er Jahre wurde der Tourismus für die südafrikanische Volkswirtschaft immer bedeutsamer. Bereits in den 1970er Jahren war der Tourismus hinter Gold und Wolle der drittwichtigste Devisenbringer Südafrikas. Seit dem Ende der Apartheid hat sich der touristische Anteil an der Wirtschaftsleistung alleine zwischen 1993 und 1998 um etwa 41% vergrößert. Somit wurde der Tourismus zum einzigen Wirtschaftszweig mit einem stetig steigenden Anteil am Bruttosozialprodukt (Demhardt 2007, 666). Im Jahr 2010 besuchten über 8 Millionen Touristen das Land, dies sind etwa 15,1 % mehr als im Jahr zuvor (Statis- tics South Africa 2010b, 6).
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Diese Arbeit befasst sich mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus für Südafrika. Dabei wird im folgenden Kapitel zunächst ein Überblick über die his-torische Entwicklung, die geographischen Gegebenheiten sowie die wirtschaftliche Stellung des Landes und die ethnisch-kulturelle Vielfalt gegeben. Anschließend werden die Probleme und Herausforderungen Südafrikas genauer analysiert. Im vierten Kapitel wird der Tourismus in Südafrika betrachtet und die bedeutsamen Tourismusformen herausgearbeitet. Das fünfte Kapitel analysiert den Tourismus als treibende Wirtschaftskraft des Landes. Dabei wird die Stellung der Tourismusbranche auf dem Arbeitsmarkt untersucht und zudem die Bedeutung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010 als Großevent im südafrikanischen Tourismus analysiert. Im sechsten Kapitel sollen die Auswirkungen des Tourismus auf die Bevölkerung erforscht werden. Das Regierungsprogramm „Black Economic Empowerment“ wird kurz vorgestellt und untersucht. Es stellt sich die Frage, ob der Tourismus als kultureller Eingriff gesehen werden kann und wer davon folglich direkt oder indirekt betroffen ist. Anschließend behandelt das siebte Kapitel die Frage, inwiefern der Tourismus zu einem Imagefaktor für das Land geworden ist und darüber hinaus Anreize für die wirtschaftlich gewünschten ausländischen Direktinvestitionen schaffen kann. Es folgt ein Ausblick auf die künftige Entwicklung, bei dem auch mögliche Handlungsempfehlungen formuliert werden sowie abschließend eine zusammenfassende Gesamtbetrachtung im letzten Kapitel.
2. Das Land Südafrika
Wie bereits einführend erwähnt, ist Südafrika durch eine enorme Vielfältigkeit in jederlei Hinsicht geprägt. In den folgenden Abschnitten werden überblicksartig die historische Entwicklung sowie die geographischen Gegebenheiten des Landes dargestellt. Desweiteren wird die wirtschaftliche Gesamtsituation betrachtet und ein kurzer Einblick in die verschiedenen Kulturen gewährt.
3
2.1 Geschichte
Die historische Entwicklung Südafrikas hat die ethnisch-kulturellen Gegebenheiten sowie die gesamtwirtschaftliche Situation des Landes sehr beeinflusst. Schon tausende Jahre vor der ersten europäischen Einwanderung wurde Südafrika von den San und Khoikhoi besiedelt, welche zusammen die Volksgruppe der Khoisan bildeten. Schnell wurden sie vor allem im östlichen Teil des Landes von den wandernden Bantustämmen vertrieben.
Den Ursprung der modernen Geschichtsschreibung bildet das Jahr 1487, als der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Dias auf dem Weg nach Indien das heutige Kap der Guten Hoffnung erreichte. Tauschgeschäfte wurden zum ersten Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung. Bis dahin nur als Zwischenstopp für Seeleute genutzt, gründete 1652 der Niederländer Jan van Riebeeck die erste dauerhafte europäische Siedlung in Form einer Versorgungsstation für die Niederländisch-Ostindische Handelsgesellschaft. Viehzucht und der Anbau von Getreide gehörten zu den wesentlichen Aufgaben der Einsiedler, welche deshalb auch als Buren (Bauern) bezeichnet wurden. Dies war der erste Schritt in Richtung europäische Kolonialisierung Südafrikas. Schnell ließen sich auch Deutsche, Franzosen und Engländer hier nieder, woraufhin die Anzahl von europäischen Einwanderern zu Beginn des 19. Jahrhunderts etwa 27.000 betrug (Steckel 2010, 41). Nach einigen kriegerischen Auseinandersetzungen wurden die Einheimischen als billige Arbeitskräfte ausgebeutet und gerieten somit schnell in wirtschaftliche Abhängigkeit. Später holten die Niederländer auch Sklaven aus asiatischen Ländern wie Malaysia, Indonesien und Indien ins Land. Die Nachfahren dieser Völker bildeten dann später die Gruppe der Farbigen bzw. Kap-Malaien. Zum Ende des 18. Jahrhunderts übernahmen dann die Briten die Macht über die Region um das Kap der Guten Hoffnung. 1833 verfügte das britische Parlament über die Abschaffung der Sklaverei. Dies entzog den ansässigen Buren jedoch die Lebensgrundlage, weshalb diese während des „Großen Trecks“ von 1835-1841 weiter ins Landesinnere zogen. Die ersten eigenen Burenrepubliken Transvaal und Oranje-Freistaat entstanden. Durch die Entdeckung von Gold und Diamanten besiedelten immer mehr Briten das Land, wodurch es schließlich 1880 zum Ersten Burenkrieg kam. Einerseits stand nun die Auseinandersetzung zwischen der ein-
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heimischen schwarzen Bevölkerung und den weißen Einsiedlern, andererseits beherrschte auch der Konflikt zwischen Buren und Briten den Alltag. 1899 kam es dann zum Zweiten Burenkrieg, der sich über drei Jahre hinweg zog und eine vollständige Machtübernahme durch die Briten zur Folge hatte. Die Burenrepubliken wurden in die britischen Kolonien eingegliedert. Als Teil der Friedensver-handlungen jedoch wurde Afrikaans als offizielle Landessprache der Buren eingeführt. Die einheimische nichtweiße Bevölkerung wurde somit fast vollständig in die Randgebiete Südafrikas, den sogenannten „Homelands“, verdrängt. Den Grundstein einer sozialen Ungleichheit legten also die Europäer durch die Inbesitznahme des Landes (Steckel 2010, 43).
Durch die Gründung der „Südafrikanischen Union“ im Jahre 1910 sowie der Vereinigung der britischen „South African Party“ und der burischen „National Party“ zur „United Party“ beabsichtigte man eine Versöhnung und Kooperation der beiden europäischen Volksgruppen, jedoch trennten sich die Parteien kurze Zeit später wieder.
Die nichtweiße Bevölkerung blieb hingegen bis zum Ende der Apartheid 1994 vollständig von einer gleichberechtigten Mitbestimmung ausgeschlossen (Steckel 2010, 44). So wurde die Trennung von weißem und nichtweißem Grundbesitz, eine Arbeitsplatzreservierung für Weiße sowie das Wohnrecht in Städten schnell gesetzlich festgehalten.
Die rechtsradikale National Party sympathisierte mit Hitler-Deutschland und strebte eine radikale Rassentrennung an. Schließlich gelang ihr 1948 der Wahlsieg, was zu einer Gesetzgebung der getrennten Entwicklung, der sogenannten Apartheid, führte. 1950 erfolgte durch den „Population Registration Act“ die Unterteilung der Volksgruppen in drei Rassen: Weiße, Farbige und Schwarze. Später kamen noch die Asiaten/Inder hinzu. In den 1960er Jahren entwickelte sich Südafrika rasch zum wirtschaftlich stärksten Staat Afrikas. Durch den stetig steigenden Bedarf an billigen Arbeitskräften aus den Homelands entstanden die sogenannten „Townships“ an den Stadtränden. Von der damaligen Regierung als Arbeiterkasernen bezeichnet, blieb stets ein gewisser Mindestabstand zur weißbevölkerten Stadt gewahrt (Steckel 2010, 45). Die Umsetzung der Rassentrennung erfolgte auf allen Teilbereichen des Lebens. So gab es beispielsweise getrennte Eingänge an
Arbeit zitieren:
Michael Fehrenz, 2011, Die Bedeutung des Tourismus für Südafrika, München, GRIN Verlag GmbH
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