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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Vokale der deutschen Standardsprache 4
2.1 Qualitative Klassifizierung der Vokale 4
2.1.1 Höhe. 5
2.1.2 Horizontale Position. 5
2.1.3 Lippenrundung 5
2.2 Quantitative Klassifizierung der Vokale 7
2.2.1 Länge 7
2.2.2 Gespanntheit. 8
2.2.3 Zentralisiertheit. 11
2.3 „Oppositionsreihen“ 13
2.4 Die Schwa- Vokale əә und ɐ 16
2.5 Sonderrolle des ɛː 18
3. Das Vorkommen der Vokale des Deutschen in Vokaloppositionen. 20
3.1 Prosodische Beschreibung der Vokalopposition 20
3.2 Silbenschnittmodell mit Implosionsposition. 21
3.3 Silbenstrukturelle Opposition. 25
3.4 Abschließende Gedanken zu den unterschiedlichen Theorien 28
4. Fazit 31
Literaturverzeichnis. 34
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1. Einleitung
Gegenstand dieser Arbeit ist die Beantwortung der Fragen, welche Vokallaute und Phoneme zum Bestand der deutschen Standardsprache gehören und wie sich der Vokalismus und die mit ihm verbundenen Vokaloppositionen in Mo-‐ dellen erklären lassen. Dazu wird zuerst aufgezeigt, wie sich Vokallaute klas-‐ sifizieren lassen, und gängige Überlegungen zum Vokalismus des Deutschen werden erläutert und hinterfragt. Dann wird die Verteilung der Vokale in Oppositionsreihen dargestellt, erklärt, worauf sich diese begründen, und er-‐ läutert, wie das in Modellen dargestellt werden kann.
Dieses Thema ist besonders interessant, weil in letzter Zeit neue Theorien zu den Vokaloppositionen im Deutschen entstanden sind, die sich auf die auto-‐ segmentale Phonologie stützen und sich von älteren, nur darstellenden Mo-‐ dellen unterscheiden.
Diese Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Zuerst wird eine Bestandsaufnahme über den Vokalismus getätigt. Dazu wird aufgezeigt, anhand welcher Merk-‐ male die Vokallaute üblicherweise klassifiziert werden und welche davon überhaupt präzise und sinnvoll sind. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Erläu-‐ terung, warum das Konzept der Gespanntheit sinnigerweise durch das der Zentralisiertheit ersetzt werden sollte. Dann wird der Phonemstatus der Schwa-‐Vokale sowie des Lautes [ɛː] erklärt und schließlich werden alle be-‐ handelten Vokale in den Oppositionsreihen dargestellt. Dabei ist zu klären, was unter den Vokaloppositionen überhaupt zu verstehen ist. Die Ergebnisse aus der ersten Hälfte dienen dann als Grundlage für den zweiten Teil dieser Arbeit, in welchem die Fragen beantwortet werden, wie der Vokalismus und die Vokaloppositionen modellhaft erklärt werden können und worauf sich die Oppositionen begründen. Des Weiteren wird beschrieben, inwiefern die neuesten Modelle das unterschiedliche Verhalten der Vokale in betonten und unbetonten Silben unter einen Hut bringen können. Die Arbeit schließt mit Überlegungen darüber, welche Modelle zur Erklärung der Vokaloppositionen optimal sind, was problematisch bleibt und ob überhaupt ein universelles Modell gefunden werden kann.
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Im ersten Teil der Arbeit greife ich auf Quellen verschiedener Autoren aus den letzten dreißig Jahren zurück, um unterschiedliche Meinungen verglei-‐ chen und eigene Lösungen anbieten zu können. Der zweite Teil befasst sich insbesondere mit den aktuellen Untersuchungsergebnissen von Thomas Be-‐ cker und Jürgen Lenerz, die kritisch begutachtet werden.
In dieser Arbeit wird aufgezeigt, dass das Thema Vokaloppositionen im Deut-‐ schen momentan viel diskutiert wird und hiermit möglicherweise eine Mo-‐ mentaufnahme vorliegt, die in wenigen Jahren schon wieder ganz andere, neue Theorien behandeln würde.
2. Die Vokale der deutschen Standardsprache
Dieses Kapitel wird sich mit der Frage beschäftigen, welche Vokallaute bzw. Vokalphoneme zum Bestand der deutschen Standardsprache gehören. Aus-‐ gehend von den Buchstaben wird aufgezeigt werden, wie sich die Vokale qua-‐ litativ bezüglich ihrer Artikulationshöhe, -‐position und der Lippenrundung klassifizieren lassen. Dann wird eine quantitative Klassifizierung vorgenom-‐ men, deren Gegenstand die Unterscheidung von sogenannten Lang-‐ und Kurzvokalen auf Grundlage von ihren Länge-‐ und Gespanntheitseigenschaf-‐ ten ist. Dabei ist zu klären, ob mit den gängigen Begriffen „Langvokal“ und „Kurzvokal“ der deutsche Vokalismus überhaupt hinreichend beschrieben werden kann, und was Gespanntheit bedeutet. Alternativ zur Gespanntheit wird die Zentralisiertheit als quantitatives Klassifizierungsmerkmal unter-‐ sucht. Bei der Untersuchung werden die Fragen interessant sein, inwieweit Gespanntheit und Zentralisiertheit miteinander zusammenhängen und ob Gespanntheit als differenzierendes Merkmal überhaupt brauchbar ist oder ob stattdessen die Zentralisiertheit verwendet werden sollte. Des Weiteren wird die problematische Rolle des Lautes [ɛː] untersucht und der Phonemcharak-‐ ter der Schwa-‐Vokale diskutiert.
2.1 Qualitative Klassifizierung der Vokale
Als Grundlage aller Betrachtungen des Vokalismus der deutschen Standard-‐ sprache kann eingangs festgestellt werden, dass im Schriftbild acht Buchsta-‐ ben für anscheinend acht verschiedene Vokale - und Phoneme? - verwendet werden. Nämlich
5
2.1.1 Höhe
Ein Vokal wird als „hoch“ oder „tief“ bezeichnet, wenn sich der Zungenrücken während der Artikulation des Lauts hoch oder tief im Mundraum befindet. Gleichzeitig bewegt sich dabei der Kiefer in eine höhere oder tiefere Position (vgl. Heidolph 1981:904). Alternativ kann man bei hoch positionierter Zunge von einem kleinen Schallraum im Mund, bei tief positionierter Zunge von ei-‐ nem großen Schallraum sprechen.
Bei den i-‐, ü-‐ und u-‐Vokalen ist die Zungen am höchsten positioniert, bei der Artikulation der a-‐Vokale ist sie am niedrigsten und der Schallraum also am größten.
2.1.2 Horizontale Position
Unter der horizontalen Position ist die Lage der Zungenwölbung im Mund-‐ raum zu verstehen. Die Zungenwölbung ist im Querschnitt des Lautbildungs-‐ apparates gesehen der höchste Punkt der Zunge während der Lauterzeugung. So befindet sich die Zungenwölbung bei den auch als „hell“ bezeichneten Vo-‐
kalen vorn im Mundraum (z.B. bei den i-‐ und e-‐Vokalen), bei den u-‐ und o-‐ Vokalen ist die Zungenwölbung hingegen weit hinten. Diese Vokale gelten gemeinhin als „dunkel“.
2.1.3 Lippenrundung
Von Lippenrundung spricht man, wenn bei der Lauterzeugung eines Vokals die Lippenmuskulatur angespannt wird und der Mund somit eine rundere Form annimmt als bei den ungerundeten Vokalen. Als „rund“ werden im Deutschen die u-‐, o-‐, ü-‐ und ö-‐Vokale klassifiziert, nämlich konkret: (2) [u ʊ o ɔ y ʏ ø œ] (Meinhold/Stock 1980:82). 1
1 [] und [] weisen nur eine geringe Lippenrundung auf und werden bei Altmann und Zie-‐ genhain (2010) als ungerundet klassifiziert, s. Abbildung 4. Ich klassifiziere sie hier als ge-‐
7
der nächstvordereren Position gebildet wird (z.B. der u-‐Vokal hinten und der ü-‐Vokal in der Mitte bei jeweils hoher Zungenposition).
Zu diesem Zeitpunkt wurde der Aspekt der Quantität außer Acht gelassen. Dieses Klassifizierungsmerkmal wird im nächsten Kapitel untersucht und ab diesem Zeitpunkt können statt der Buchstaben auch die Lautschriftzeichen aus dem IPA verwendet werden.
2.2 Quantitative Klassifizierung der Vokale
Die
oben
genannten
acht
Vokale
des
Deutschen
können
jeweils
als
Lang-‐
und
Kurzvokal
auftreten.
So
kommt
in
den
Wörtern
Dabei gibt es nicht nur einen Unterscheidungsfaktor zwischen diesen beiden Vokaltypen im Deutschen, sondern „[d]ie offenen Vokale unterscheiden sich dabei vorwiegend durch Dauer, die geschlossenen und mittleren vorwiegend durch Zentralisierung der Kurzvokale.“ (Becker 1998:163). Becker versteht unter „offen“ die Vokale, die in Abbildung 1 in der ersten Reihe, unter „ge-‐ schlossen“ und „mittlere“ jene, die in der zweiten und dritten Reihe abgebil-‐ det werden. Neben Länge und Zentralisiertheit, welche später genauer erläu-‐ tert wird, gilt insbesondere die Gespanntheit als Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden genannten Vokaltypen. Definitorisch ist dieser Begriff jedoch kritisch zu betrachten.
2.2.1 Länge
In der Sprachwissenschaft wird allgemein von einer Opposition zwischen langen und kurzen Vokalen im Deutschen ausgegangen, womit gemeint ist, dass der „lange Vokal“ tatsächlich messbar länger artikuliert wird als sein kurzes Pendant. Auch in der Lautschrift von deutschen Wörtern wird dieser Unterschied gewöhnlich mit dem Längenzeichen ː dargestellt. In der folgen-‐
2 In Anbetracht der unterschiedlichen Definitionen von Silbengrenzen, die später in dieser Arbeit thematisiert werden müssen, verzichte ich hier darauf, Silben in der Lautschrift zu kennzeichnen.
Arbeit zitieren:
Sören Benjamin Sobbe, 2011, Vokaloppositionen im Deutschen, München, GRIN Verlag GmbH
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