dennoch philosophisch fundiertes poetisch-religiöses Natur- und Menschenbild entwirft. Beide geistesgeschichtlichen Stränge, die Aufklärung und die Romantik, prägen und spalten - darin sind sich die eigentlichen Protagonisten dieser Untersuchung Charles Taylor und Arnold Gehlen einig - unsere Kultur als diametrale Denk- und Handlungsmuster noch heute, und die Frage nach der Möglichkeit einer ästhetischen Rückgewinnung moralischer Quellen in der Moderne ist in diesem Sinne eine „romantisch“ gestellte Frage, denn sie unterstellt der wissenschaftlich-technischen Industriekultur ein defizitäres Verhältnis zu außerrationalen Werten und impliziert gleichzeitig eine mögliche Verbindung zwischen Kunst und Moral. Die um 1800 entstehende „epiphanische Kunst“ 6 der Romantik bringt diese Verbindung zustande. Unter dem Eindruck einer allmählich dahinschwindenen theistischen Ordnung artikuliert der Künstler „eine orginelle Sicht des Kosmos“ in einer „subtileren Sprache“ 7 , die trotz des Einbruchs seiner persönlichen Sichtweise „sekundäre Motive“ 8 , Mythen, Ideen und historische Ereignisse, in ihrem moralischen Verpflichtungsgehalt unberührt läßt. Es bleibt die Frage, inwieweit sich dieses Paradigma der „epiphanischen Kunst“ auf das ausgehende 20. Jahrhundert übertragen läßt, die romantische Brücke zwischen Kunst und Moral einen gangbarer Weg in der Moderne bietet. Eine Frage, die eine - vielleicht unterschätzte - Rolle in den sozialphilosophischen Werken Arnold Gehlens und Charles Taylors spielt. Beide Philosophen teilen ein tiefgreifendes Unbehagen an der Moderne und stehen damit in einer Traditionslinie, die Taylor wie folgt beschreibt.
Seit Schiller, seit Tocqueville, auch seit Humboldt und gewissermaßen auch seit Marx ist die Romantik eine Teilquelle eines wichtigen Bereichs politischer Alternativanschauungen, die die im Abendland heranwachsende instrumentalistische, bürokratische und industrielle Gesellschaft kritisiert. 9
Ein Kritikansatz, der sich bei Taylor und Gehlen, trotz gegenläufiger politischer Vorstellungen, wiederfinden läßt und auf eine gemeinsame romantisch-sentimentalische
6
Charles Taylor:
Quellen des Selbst. Die Entstehung der neuzeitlichen Identität.
Frankfurt a. M., 1996. S. 662ff. Als „epiphanisch“ bezeichnet Taylor eine Kunst, die aufgrund der sich auflösenden theistischen Strukturierungen der Welt vom Ideal der Nachahmung abrückt und, unter Zuhilfenahme von philosophischer Theorie und schöpferischer Phantasie, „expressive“ künstlerische Gebilde mit metaphysischen Aussagen schafft.
7 Ebd., S. 664. Taylor übernimmt diesen Ausdruck von dem englischen Romantiker Percy Bysshe Shelley. In einer „subtileren Sprache“ wird „etwas sowohl definiert und erschaffen als auch kundgetan.“
8 Arnold Gehlen: Zeit-Bilder. Zur Soziologie und Ästhetik der modernen Malerei. Frankfurt a. M., 1965. S. 15. „Sekundäre Motive“ setzen nach Gehlen klare Traditionslinien voraus. Die „ideelle Kunst“ vergegenwärtigt religiöse, mythische, historische und symbolische Ereignisse. Ausdrücklich hebt er hervor, daß die „sekundären Motive“, die das „primäre Motiv des bloßen Gegenstandes“ ideell übersteigen, „moralisch“ wirken können.
9 Taylor: Quellen des Selbst. S. 722.
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Grundhaltung zur geistig-kulturellen Vergangenheit deutet. 10 Ihre Zeitdiagnosen sind im Hinblick auf die beobachteten Verhältnisse moderner industrie-technisch geleiteter Gesellschaften oft bis in die Begrifflichkeiten hinein identisch. Zu denken wäre hier etwa an das Phänomen des „Subjektivismus“ (der Depravation des neuzeitlichen Individualismus), das beide Philosophen als Ausdruck einer moralischen Orientierungslosigkeit begreifen und als Verlust eines präanthropozentrischen Natur-und Gemeinschaftsgefühls durch die fortschreitende instrumentalistische Umgestaltung der Industriekultur diagnostizieren. Gerade im Bezug auf solche Zeitdiagnosen ist die Nähe zu kulturkritischen Texten klassisch-romantischer Autoren bemerkenswert. Die, in knappen Auszügen bereits zitierten, Reflexionen über den aufgeklärten Menschen und seine Gesellschaft in Hölderlins Hyperion (1799) gehören ebenso in diese aufklärungskritische Tradition wie Friedrich Schillers Briefe Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795). Doch bei aller Nähe der Problematisierungen der „Gegenwarten“ (etwa im 6. und 7. „Brief“) verweist schon der Titel des Schillerschen Werkes auf eine scheinbar unüberbrückbare Ferne. Schiller und Hölderlin vereint die utopische Vorstellung, daß die Kunst als gesellschaftliches Therapeutikum wirken kann, eine Vorstellung, die durch den gewaltigen Säkularisierungsschub der letzten 200 Jahre, der nicht zuletzt die Kunst aus ihren traditionellen Bezügen und Funktionen verbannt hat, unzeitgemäß geworden ist. Es scheint, als ob sich die „verwissenschaftlichte“ romantische Aufklärungskritik von der romantischen Kunstauffassung, der Engführung von Kunst und Moral (Religion), endgültig abgelöst hat. Aber dieser Schein trügt, denn obwohl die romantische Kunstauffassung nach dem modernen Diktum von der „Autonomie der Kunst“ problematisch geworden ist, was sich bei Gehlen an der polemischen Feststellung, daß „das Ästhetische [...] das Folgenlose“ 11 sei, und seiner Gegenüberstellung von Kunst und „Überkunst“ 12 (z. B. Mythos) zeigt, aber auch an Taylors vorsichtiger Theorie der „subtileren Sprache“, der zaghaft-tastenden Annäherung von nur vage definierbaren „Rahmen-Epiphanien“ 13 der Moderne an die „epiphanische Kunst“ der Romantik, spürbar wird, bleibt doch trotz aller Fragwürdigkeiten, die aus dem autonomen Kunstbegriff, entstehen bei beiden
10
Taylor beschreibt diesen Strang der Kritik, den er „vielleicht allzu frei als „romantisch“ bezeichnet“ (S. 238) ausführlich in dem Aufsatz
Legitimationskrise?.
(In: Charles Taylor:
Negative Freiheit? Zur Kritik des neuzeitlichen Individualismus.
Frankfurt a. M., 1995.) Es handelt sich um eine rousseauistische Variante der platonischen Pleonexie-Kritik, die sich gegen die Auflösung gemeinschaftlicher Strukturen und Traditionsverluste in der modernen Industriekultur wendet.
11 Arnold Gehlen: Urmensch und Spätkultur. Philosophische Ergebnisse und Aussagen. Wiesbaden, 1986. S. 19.
12 Gehlen: Zeit-Bilder. S. 17.
3
Philosophen ein traditioneller kunsttherapeutischer Ansatz erkennbar. Auch Gehlen und Taylor suchen nach der Rückgewinnungsmöglichkeit eines verlorengegangenen moralischen Natur- und Kulturverhältnisses des Menschen. Doch ihr Ansatz beschreibt einen ästhetischen Weg, der es dem einzelnen nur noch durch persönliches Engagement ermöglicht, einen „künstlichen“ (ästhetisch vermittelten) Moralhorizont „wiederzuentdecken“. Es ist der einzige Weg, der nach der modernen Erkenntnis, daß auch die Romantik, als Gegenpol der Aufklärung, die defizitären Züge einer posttheistischen Zeit trägt, bleibt. Aus der Idealvorstellung einer „heiligen“ Kunst als Heilmittel der Gesellschaft wird so die „profane“ Theorie der Kunst als individuelles Therapeutikum, das es dem modernen Menschen erlaubt, eine, wenn auch kaum gesellschaftlich verpflichtende, moralisch orientierte Identität (Taylor) oder Persönlichkeit (Gehlen) in einer instrumentalisierten Kultur zu entwickeln. In gewisser Weise zeigt sich in dieser Reduktion, dem „Als ob“ des angegriffenen traditionellen Ansatzes, das andere Gesicht der Romantik, die romantische Ironie, die sich zumindest bei Gehlen als realistische Distanz zum vorgeschlagenen Weg widerspiegelt. Nichtsdestotrotz halten Charles Taylor und Arnold Gehlen den Weg der ästhetischen Rückgewinnung moralischer Quellen offen. Und es scheint ausgerechnet die Hegelsche These vom „Ende der Kunst“ zu sein, die ihnen dazu die philosophischen und ästhetischen Grundlagen liefert. 14
2. Kunst und Moral nach dem „Ende der Kunst“: Hegel
Georg Wilhelm Friedrich Hegels
Ästhetik
15
ist für die folgende Untersuchung von Bedeutung, weil sie der modern-romantischen Kunstauffassung ein, von Hegel selbst wohl nicht intendiertes, philosophisches Fundament bietet. Es lohnt sich, dieses Fundament näher zu betrachten, denn auch Gehlen und Taylor sind in einem poetologischen Sinne „revolutionäre Hegelianer“. Die Entfaltung des Geistes nachzuzeichnen und in einem System zur Darstellung zu bringen, war Hegels philosophisches Anliegen. In diesem System ist die Kunst dem Geiste und damit dem Anspruch auf Wahrhaftigkeit und Wahrheit assoziiert. Die gewaltige Aufwertung, die sie damit erfährt, wird bei Hegel jedoch durch eine aufgeklärte geschichts-
13
Taylor:
Quellendes Selbst.
S. 832f. 14 Gehlen und Taylor haben sich ausführlich mit Hegels Philosophie beschäftigt. Eine tiefgehende Kenntnis seiner ästhetischen Schriften ist daher voraussetzbar.
15 Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Vorlesungen über die Ästhetik I. (Werke, Bd. 13) Frankfurt a. M., 1970.
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philosophische Struktur zurückgenommen. Zwar ist die Kunst in der Lage, gemeinsam mit der Religion und der Philosophie „die umfassendsten Wahrheiten des Geistes zum Bewußtsein zu bringen und auszusprechen“ 16 , die geistesgeschichtliche Entwicklung zeigt aber, daß die Kunst als Medium der Sinnlichkeit in der Darstellung der letzten Entwicklungsstufe der Wahrheit, der modernen „Vernunftbildung“, überfordert ist. „Der Gedanke und die Reflexion hat die schöne Kunst überflügelt [...]. Die schönen Tage der griechischen Kunst wie die goldene Zeit des späten Mittelalters sind vorüber.“ 17 Mit anderen Worten: die Kunst und die Religion sind historische und damit anachronistische Ausdrucksformen des Menschengeistes geworden. Erst die letzte Form, die neuzeitliche philosophische Wissenschaft, bildet ein adäquates Medium für die objektive Wahrheit. Hegels wissenschaftliche Philosophie als das „freie Denken des absoluten Geistes“ 18 ist nicht zuletzt ein Ausdruck des allgemeinen Zeitgeistes. Wissenschaftlichkeit und Rationalität werden zu zeitgemäßen fortschrittlichen Kriterien stilisiert, denen man auch die exklusive Organisation und Führung der Gesellschaft zutraut. In einer aufgeklärten Gesellschaft hat die Kunst ihre Bedeutung als eine Instanz, die durch ihre Werke sozial verbindliche Deutungs- und Handlungsmuster vorgeben und vermitteln konnte, verloren. In dieser Beziehung [...] ist und bleibt die Kunst, so Hegel mit einer berühmten Formulierung, „für uns ein Vergangenes“. 19
Interessant ist nun, daß Hegel diese neuzeitliche moralische Befreiung der Kunst von kulturellen und religiösen Funktionen als ihren Verlust interpretiert. Eine Einschätzung, der sich Gehlen mit der pointierten Gegenüberstellung von „ästhetisch folgenloser“ Kunst und „Überkunst“ anschließt. Doch Hegels These vom Ende der Kunst hält vor allem eine „Pointe“ für die Moderne bereit, eine Pointe, die sich, so Konrad Paul Liessmann, einstellt,
wenn man Hegels geschichtsphilosophischen Optimismus nicht teilen und in der rationalen Wissenschaft und ihrer Philosophie nicht mehr die privilegierte Erscheinungsform der Wahrheit sehen will 20 .
Unter solch einer rationalitätskritischen Perspektive „gewinnt die Frage nach der Wahrheitsfähigkeit von Kunst plötzlich neue Relevanz“ 21 , denn wenn die gesellschaftstragende Rationalität als defizitär begriffen wird, könnte die Kunst als unzeitgemäßes Wahrheitsmedium sowohl die Defizite aufdecken, als auch heilend
17 Ebd., S. 24.
18 Ebd., S. 139.
19 Konrad Paul Liessmann: Philosophie der modernen Kunst. Eine Einführung. Wien, 1999. S. 37f.
20 Ebd., S. 41.
21 Ebd., S. 41.
5
abdecken helfen. Das hieße allerdings. Hegel gegen den Strich zu lesen und der Kunst eine moralische und geistige Relevanz für die Gegenwart zurückzugeben, und genau in diese „romantische“ Richtung bewegen sich Charles Taylor und Arnold Gehlen. Ihre Versuche der Rückgewinnung moralischer Quellen stützen sich auf die Kunst nach dem Ende der Kunst. Der mit der Neuzeit einsetzende Verlust ihrer traditionellen Aufgaben bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Wahrheitsanspruches eröffnet dieser Kunst (und der mit ihr operierenden Philosophie) zwei nur theoretisch getrennte Wirkungsmöglichkeiten, die sie seit der Romantik programmatisch wahrnimmt. Sie wird zum einen „praktisch“, indem sie kritischer als je zuvor die geistig-moralischen Verhältnisse der Kultur diagnostiziert. Zum anderen wird sie „ästhetisch“ und nutzt ihre neue Distanz zur Gesellschaft zum freien Spiel mit den traditionellen Horizonten und poetischen Reflexionen über die moralische Vergangenheit und Zukunft des Menschengeschlechts. In ihren höchsten Manifestationen (Kunstformen, die nicht im Subjektivismus versinken) kann sich dabei das zerbrechliche Phänomen der „Epiphanie“ einstellen und die Kunst als individuelles Therapeutikum zur schöpferischen (Re)konstruktion einer „Identität“ oder „Persönlichkeit“ dienen. Eines bleibt aber gewiß, die exklusive Prägung der Kultur durch eine „Überkunst“, wie sie noch Hölderlin und Schiller mit ihren sakralen Kunstbegriffen anstrebten, ist nach Hegels Diktum vom Ende der Kunst unmöglich geworden. Die „epiphanische“ Kunst der klassischen Moderne mag, süß und mit Rilke gedichtet, das Leid in ein Lied verwandeln, doch was dort erklingt ist keine zweite Marseillaise. Der Ton bleibt elegisch, eine sentimentalische Klage in einer unsentimentalen Gegenwart. Dieser Bruch führt zu einer Krise des romantischen Stranges in der Moderne, der auf das Format des Feuilletons gefaltet zwar noch im Fortschreiten der Kultur mitgeführt, dessen kulturelle Relevanz aber immer wieder infragegestellt wird. 22 Charles Taylor und Arnold Gehlen, die als kunstgeschichtlich gebildete Sozialphilosophen gewissermaßen zwischen Aufklärung und Romantik stehen, führen das Problematisch-Werden der Kunst als Moralquelle im 20. Jahrhundert in ihren Werken selbst vor, zeigen dabei jedoch zugleich die strukturelle Möglichkeit der ästhetischen Rückgewinnung einer moralischen Dimension in einer instrumentellen Kultur auf.
22
Zu denken wäre hier vor allem an Charles Percy Snow, der in seinem Werk
The Two Cultures And The Scientific Revolution
(1959) die These vertritt, daß sich die naturwissenschaftliche und literarische Intelligenz im 20. Jahrhundert voneinander getrennt haben. Snow setzt nicht auf einen Dialog, sondern fordert mit der Anerkennung der naturwissenschaftlichen Revolution das Ende einer geisteswissenschaftlich orientierten Bildung aus realpolitischen Gründen.
6
Wie diese Möglichkeit zustandekommt, soll der nun folgende Hauptteil der Untersuchung darstellen. Dabei dient der erste Teil, die Rekonstruktion der Zeitdiagnosen Taylors und Gehlens, als Vorbereitung, denn erst aus ihren Beobachtungen und Interpretationen der Verhältnisse moderner Industriekulturen wird die Bedeutsamkeit der Kunst als Therapeutikum ersichtlich. Nach diesem notwendigen Vorlauf versucht sich der zweite Teil an der kritischen Darstellung der ästhetischen Rückgewinnung moralischer Quellen. Eine Zweiteilung des Themas, die sich fast zwangsläufig aus dem „romantischen“ Programm beider Philosophen ergibt: der ästhetischpraktischen Kritik der Moderne.
Zeitdiagnostik: Kultur versus Apparatur oder Moral- und Identitätskrise in der konsumorientierten Industriekultur
Mit dem Rekurs auf Hegel wird das Problem der moralischen Orientierungslosigkeit in der modernen Industriekultur auch zu einem Problem des Geistes. Taylor und Gehlen diagnostizieren eine tiefgreifende Krise des „objektiven Geistes“, der durch „eine immer weiter ausgebaute Vorherrschaft der instrumentellen Vernunft“ 23 auf allen gesellschaftlichen Gebieten seine überindividuelle moralische Prägungsfunktion, objektiviert in den Institutionen von Familie, Gesellschaft und Staat, einbüßt. Die Ausbreitung eines „instrumentell-technischen Bewußtseins“ 24 führt zum „Institutionen-Abbau“ 25 , der näher betrachtet eine Substitution der Institutionen durch zweckrationale Organisationen 26 ist, mit der Folge, daß sich die Moral, als Inbegriff aller gelebten Ordnungs- und Sinngebilde, die durch Traditionen vermittelt werden, aus den modernen instrumentellen Strukturen der Gesellschaft verabschiedet. In den „Einrichtungen der technischen Gesellschaft“ 27 , eines gigantischen Verwaltungs- und Verteilungsmechanismus, den Gehlen auch „Apparatur“ 28 nennt, herrscht eine instrumentelle
23
Charles Taylor:
Das Unbehagen an der Moderne.
Frankfurt a. M., 1997. S. 122.
24 Arnold Gehlen: Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt. Wiesbaden, 1986. S. 392.
25 Gehlen: Urmensch und Spätkultur. S. 9.
26 Arnold Gehlen: Anthropologische und sozialpsychologische Untersuchungen. Hamburg, 1986. S.257 (im folgenden als Untersuchungen bezeichnet). Das Problem des Institutionen-Abbaus wird auch von Taylor (am ausführlichsten im Aufsatz Legitimationskrise? thematisiert. Dort beklagt er die „Fragmentierung der Familie“ und die „Entfremdung“ vom Staat (S. 289). Als einen Grund dieser Entwicklung macht er eine „Expansion des öffentlichen Sektors“ aus, der „gigantische Organisationen“ ausbildet, die eine „Loslösung von allen partikularen Gemeinschaften“ (S. 288) bewirken.
27 Taylor: Das Unbehagen an der Moderne. S. 122.
28 Gehlen: Untersuchungen. S. 258. Gehlen scheint diesen Begriff von Malinowski übernommen zu haben. Zumindest fällt er das erste Mal in einem kritischen Zitat in Der Mensch (S. 391). „Kultur ist
7
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