4. Die Lehrtätigkeit an Halbtagsschulen und gebundenen Ganztagsschulen im Vergleich…………………………………………………………………………………………………………..…42
4.1 Darstellung des Schulalltags von Lehrkräften an Halbtagsschulen……………………….42 4.2 Zur Abgrenzung der Begriffe Ganztagsschulen in „gebundener Konzeption“ und „offener Konzeption“……………………………………………………………………………..….….45 4.3 Darstellung des Schulalltags von Lehrkräften an gebundenen Ganztagsschulen…………………………………………………………………..……..46 4.4 Vergleich zwischen dem Lehreralltag an Halbtags‐ und gebundenen Ganztagsschulen…………………………………………………………………………………….…………….51
5. Auswertung der empirischen Untersuchung………………………………………..................54 5.1 Fragestellung…………………………………………………………………………………………….……….…54 5.2 Durchführung der empirischen Untersuchung……………………………………………………………………………..………………………..55 5.3 Auswertung der Lehrerinterviews…………………………………………………………………………55 5.4 Ergebnisse der empirischen Untersuchung……………………………………………………………………….……………………………….60
6. Fazit……………………………………………………………………………………………..…………………..…62
Anhang:
7. Literaturverzeichnis………………………………………………………………………..……………………64 8. Fragenkatalog zur Datenerhebung……………………………….………………………………………66 9. Transkripte…………………………………………………………………………………………………….…….68 Transkript Nr. 1………………………………………………………………………………………………….......68 Transkript Nr. 2………………………………………………………………………………………………………..75 Transkript Nr. 3………………………………………………………………………………………………………..81 Transkript Nr. 4………………………………………………………………………………………………………..96 Transkript Nr. 5………………………………………………………………………………………………………105
2
1. Einleitung
1.1 Ausgangspunkt und Ziel der Untersuchung
Die Zunahme an beruflichen Belastungen im Lehrberuf, mit denen Lehrerinnen und Lehrer innerhalb ihrer Tätigkeit in der Schule täglich konfrontiert werden, scheint stetig zuzunehmen. Nicht selten scheitert das Bemühen der Lehrkräfte um eine optimale Erfüllung der an sie gestellten beruflichen Anforderungen und dienstlichen Verpflichtungen trotz Anstrengung und größtem Engagement. In Konsequenz dessen ergibt sich eine messbare Zunahme von Frustration, Berufsunzufriedenheit, bis hin zu völliger Resignation und Burnout‐Phänomenen. 1 In Deutschland erreichen beispielsweise laut jüngeren Schätzungen, nur noch rund 20‐25% aller Lehrkräfte das Pensionsalter. Ein großer Teil der Lehrkräfte quittiert den Schuldienst bereits frühzeitig aus meist gesundheitlichen Gründen. 2 Der Lehrberuf zählt damit zu den am meisten belastenden und gesundheitsgefährdenden Berufskategorien. 3
Die Rahmenbedingungen für Bildung, Unterricht und Erziehung sind innerhalb deutscher Schulen oftmals weder für Schülerinnen und Schüler noch für deren Lehrkräfte förderlich. Damit werden große Schulklassen von bis zu 32 Schülerinnen und Schülern sowie die Reduzierung finanzieller‐ wie materieller Ressourcen der Schulen nicht selten für beide Parteien zum Problem. Aufgrund der institutionellen Rahmenbedingungen ist es für Lehrerinnen und Lehrer oft kein leichtes Unterfangen, Erziehungsschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten oder Entwicklungsstörungen der Kinder und Jugendlichen, neben dem zu erfüllenden Bildungsauftrag, aufzufangen und auszugleichen. Die Lehrerschaft wie auch die Institution Schule sind daher seit
1 Vgl. Spanhel, Dieter; Hüber, Heinz‐Georg: Lehrersein heute . Berufliche Belastungen und Wege zu deren Bewältigung. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 1995. S.48.
2 Vgl. Besser‐Scholz, Birgit: Burnout - Gefahr im Lehrerberuf. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007. S.7.
3 Vgl. Kramis‐Aebischer, Kathrin: Stress, Belastungen und Belastungsverarbeitung im Lehrerberuf. Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien 1996. S. 96f.
3
geraumer Zeit sehr stark in die Kritik der Eltern und der Öffentlichkeit geraten. Dabei hat das gesellschaftliche Ansehen des Lehrberufs erheblich gelitten. 4
Durch die Veröffentlichung von Erhebungsdaten und Ergebnisdarstellungen internationaler schulischer Vergleichsstudien wie PISA ist das Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland zunehmend ins Visier der Kritiker geraten.
Innerhalb unserer Gesellschaft hat sich die Stellung der Frau durch Erwerbstätigkeit und dem damit verbundenen Wunsch nach Vereinbarkeit der Kindererziehung mit ihrem Beruf maßgeblich verändert. 5 Durch Berufstätigkeit beider Elternteile, berufsrückkehrwillige Mütter sowie Einelternfamilien und Familien mit Trennungs‐ oder Scheidungsproblematik wird für Kinder und Jugendliche eine verlässliche Lern‐ und Lebenswelt erforderlich. Daneben bestehen bei vielen Schülern Erziehungsdefizite, die durch Aggressivität, Rücksichtslosigkeit oder andere Anzeichen, aber auch durch Schulverweigerung oder Schulverdrossenheit zum Ausdruck kommen. Schon lange ist innerhalb der Institution Schule deutlich geworden, dass Schule mehr als nur Unterricht ist und da neben dem Schulversagen, innerhalb der Schulleistung bei vielen Schülern zudem offensichtliche Defizite vorhanden sind und zeitgleich der Anspruch besteht, allen Schülern eine optimale Erziehung und Bildung zu ermöglichen, sind ganztägige Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche dringend erforderlich geworden. 6
Die eingeforderten Innovations‐ und Reformprozesse innerhalb der Diskussion zur Veränderung der Schule in der BRD schließen immer häufiger unterschiedliche Formen der ganztägigen Erziehung mit ein. Dadurch nehmen die schulischen Ganztagsangebote innerhalb der deutschen Bundesländer
4 Vgl. Spanhel, Dieter; Hüber; Heinz Georg: Lehrersein heute . Berufliche Belastungen und Wege zu deren Bewältigung. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 1995. S.49.
5 Vgl. Prüß, Franz; Kortas Susanne; Schöpa Matthias (Hrsg.): Die Ganztagsschule: Von der Theorie zur Praxis. Anforderungen und Perspektiven für Erziehungswissenschaft und Schulentwicklung. Juventa, Weinheim und München 2009. S. 15 ff.
6 Vgl. Appel, Stefan: Erfahrungen aus der Schulentwicklung. Betrachtungen aus Sicht der Praxis. In: Prüß, Franz; Kortas Susanne; Schöpa Matthias (Hrsg.): Die Ganztagsschule: Von der Theorie zur Praxis. Anforderungen und Perspektiven für Erziehungswissenschaft und Schulentwicklung. Juventa, Weinheim und München 2009. S.60 f.
4
ständig zu. Nicht zuletzt durch die von 2003 bis 2007 anhaltende Milliardenförderung des Bundes im Rahmen des Investitionsprogramms „Zukunft, Bildung und Betreuung“ wurde der Ausbau von Ganztagsschulen innerhalb von Deutschland enorm beschleunigt. 7
Angesichts der beschriebenen Sachlage wird zunehmend deutlich, dass die Zukunft unseres Schulwesens wohl im Ganztagsschulsystem liegen wird. In der vorliegenden wissenschaftlichen Hausarbeit soll nun untersucht werden, welche Belastungen und daraus resultierenden Beanspruchungen der Lehrberuf grundsätzlich mit sich bringen kann. Dabei sollen Unterschiede zwischen dem Lehrberuf an der gebundenen Ganztagsschule und dem an der Halbtagsschule kontrastiert werden. Darüber hinaus ist es Ziel der vorliegenden wissenschaftlichen Hausarbeit zu klären, ob Lehrkräfte an der gebundenen Ganztagsschule weniger Belastungen ausgesetzt sind als Lehrerinnen und Lehrer, die an Halbtagsschulen beschäftigt sind. Die im Rahmen der vorliegenden wissenschaftlichen Hausarbeit durchgeführte Studie zum Arbeitsalltag von Lehrerinnen und Lehrern an der gebundenen Ganztagsschule soll vor allem die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte in den Blickwinkel nehmen, da sich aus diesen auf Dauer Beanspruchungen ergeben können.
1.2 Struktur der Untersuchung
Um die genannte Forschungsfrage beantworten zu können, wird im ersten Kapitel der vorliegenden wissenschaftlichen Hausarbeit verdeutlicht, welchen äußerlichen Anforderungen und Erwartungen die Lehrerschaft während ihres Berufsalltags ausgesetzt ist. Damit ist in einem ersten Untersuchungsschritt zu klären, was innerhalb der Gesellschaft, wie von Seiten der Eltern und Schüler, aber auch von den Kollegen und Vorgesetzten, generell von Lehrkräften erwartet wird. Kapitel zwei nimmt sich in einem weiteren
7 Vgl. Appel, Stefan; Rutz, Georg: Handbuch Ganztagsschule. Praxis, Konzepte, Handreichungen. Wochenschauverlag, Schwalbach 2009. S. 15. 5
Untersuchungsschritt die Begriffsklärung von „Belastungen und Beanspruchungen“ vor. Ferner sollen konkrete Belastungen innerhalb des Lehrberufs in den Blick genommen und dargelegt werden. Anschließend werden in Kapitel vier Beanspruchungen, die bei Lehrerinnen und Lehrern durch Belastungen in Erscheinung treten können, näher bestimmt. Dies soll später im fünften Kapitel durch eine empirische Datenerhebung in Form von Interviews mit Lehrkräften, die an einer gebundenen Ganztagsschule tätig sind, gestützt und weiter vertieft werden, sodass schlussendlich geklärt und bewertet werden kann, welche Auswirkungen auf die Belastungsintensität des Lehrberufs die Tätigkeit an gebundenen Ganztagsschulen mit sich bringt.
2. Anforderungen und Erwartungen an den Lehrberuf
2.1 Grundlegende Anforderungen im Lehrberuf
Durch die gesellschaftliche und individuelle Verantwortung die Lehrkräfte für ihre Schülerinnen und Schüler zu tragen haben, unterscheidet sich ihre berufliche Tätigkeit maßgeblich von anderen Berufen. Auf die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern beziehen sich Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche bezüglich der Zukunft der heranwachsenden Generationen einer Gesellschaft. Die Lehrkraft ist damit nicht nur für das Unterrichten der Schülerinnen und Schüler, sondern auch für deren Erziehung und Bildung mit verantwortlich. 8 Schmitt versteht Lehrerinnen und Lehrer darüber hinaus als „Sozialisationsagenten“, weil diese in ihrem Beruf gesellschaftliche Normen, Einstellungen und Werthaltungen vermittelt, die für das gesellschaftliche Handeln der Schülerinnen und Schülern von großer Bedeutung sein können. Gleichzeitig kommt der Lehrkraft auch eine Selektionsfunktion zu, denn sie trifft durch Notengebung, Beratung und Empfehlung sowie durch Motivation der Schülerinnen und Schüler Entscheidungen, die deren zukünftige berufliche
8 Vgl. Rothland, Martin; Terhart, Ewald: Beruf: Lehrer - Arbeitsplatz: Schule. Charakteristika der Arbeitstätigkeit und Bedingungen der Berufssituation. In: Rothland, Martin (Hrsg.): Belastungen und Beanspruchungen im Lehrerberuf. Modelle, Befunde, Interventionen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. S. 24. 6
Karriere und damit einhergehend auch deren gesellschaftlichen Status maßgeblich beeinflussen. 9 Damit tragen Lehrkräfte auch eine große Verantwortung, denn sie teilen gesellschaftliche Aufstiegschancen zu, oder verwehren diese. 10
In ihren Unterrichtsfächern und den zugehörigen Wissenschaften sind Lehrkräfte Fachleute und können daher kompetente Entscheidungen in Bezug auf die Planung und Organisation ihres Unterrichts treffen. Bei der Unterrichtsgestaltung müssen Lehrerinnen und Lehrer ihre Entscheidungen nach dem Lehrplan ausrichten und begründen. Da ihnen beim Unterrichten auch eine Erzieherrolle zukommt, die sich unter anderem dadurch äußert, dass sie bei der Planung des Unterrichts auf die Schülerinnen und Schüler eingehen und ihre Maßnahmen auf diese ausrichten, erkennt die Lehrkraft die individuellen Persönlichkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler an und berücksichtigt diese innerhalb des Unterrichts. Die wichtigste Bedingung für gelungenen Unterricht schaffen Lehrkräfte dabei laut Schmitt durch ein gutes Verhältnis zu ihren Schülerinnen und Schülern. 11
Während des Unterrichts muss die Lehrkraft über Stunden hinweg konzentriert sein und sie steht unter ständiger Reizüberflutung. Trotz vieler Störgeräusche innerhalb des Klassenzimmers, welche nicht selten durch aus einem Miteinander von bis zu 32 Schülerinnen und Schülern resultieren, müssen Lehrerinnen und Lehrer tausende schnelle Wahrnehmungen innerhalb des Unterrichts verarbeiten, um jederzeit einen professionellen Überblick zu bewahren und das Gesamtgeschehen zu navigieren. Besser‐ Scholz vergleicht die Anforderungen an den Lehrberuf aufgrund dieser Gegebenheiten während des Unterrichts mit denen des Fluglotsen, wobei sie einräumt, dass Fluglotsen aufgrund der besonderen Beanspruchung im Beruf bereits im Alter von 55 Jahren pensioniert werden. 12 Auch Saarschmidt zählt den Beruf der Lehrerinnen und Lehrer zu den anstrengendsten Berufen
9 Vgl. Schmitt, Guido: Beruf und Rolle des Lehrers. Otto Meyer Verlag, Ravensburg 1975. S.19
10 Ebd. S.27
11 Ebd. S.5
12 Vgl. Besser‐Scholz, Birgit: Burnout‐ Gefahr im Lehrerberuf. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007. S.17. 7
überhaupt, da Lehrkräfte während der Ausübung, ähnlich wie Pflegekräfte, Polizisten oder Ärzte starken psychosozialen Beanspruchungen ausgesetzt sind. 13
Dem Lehrberuf haftet bis heute ein Negativ‐Image mit langer Tradition an. Dieses nahm seinen Anfang wohl innerhalb einer Zeit, in der man Lehrkräfte als weltfremde, pedantische, despotische, schwächliche, prügelnde und mit Ticks behaftete Pauker verstand. 14 Auch wenn dieses eher klassische Bild der Lehrkraft als strengen Erzieher mittlerweile längst überholt ist, weil es vermutlich aus der Zeit stammt, innerhalb der die Prügelstrafe in Schulen noch Anwendung fand, bestehen innerhalb unserer Gesellschaft gegenwärtig immer noch viele Vorurteile in Bezug auf den Lehrberuf. Eines hängt wohl auch damit zusammen, dass die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern im Prinzip auf zwei Arbeitsplätze verteilt ist. Neben dem Arbeitsplatz in der Schule, an dem die Lehrkraft in der Regel vormittags tätig ist, findet ein großer Teil der Arbeitszeit von Lehrinnen und Lehrern zu Hause statt. Dort müssen in erster Linie die Vor‐ und Nachbereitungen für den Unterricht getroffen werden. Für die Öffentlichkeit mag es dann so erscheinen, als hätten Lehrkräfte viel Freizeit und sie würden insgesamt wenig arbeiten und dabei noch ein hohes Gehalt beziehen. 15 Die Gesellschaft bekommt ja in der Regel nicht mit, was Lehrerinnen und Lehrer neben ihrer Arbeit innerhalb der Schule noch an weiteren vorbereitenden, nachbereitenden und organisatorischen Tätigkeiten zu Hause leisten. Dieses eben erläuterte Klischee ist wohl nur eine von vielen, dem Lehrberuf seit Langem anhaftenden Kolportagen.
13 URL: http://www.zeit.de/2006/51/B‐Lehrer Quelle: Die Zeit, 14.12.2006 Nr.51. Abgerufen am 14.09.10.
14 Vgl. Rothland, Martin; Terhart, Ewald: Beruf: Lehrer - Arbeitsplatz: Schule. Charakteristika der Arbeitstätigkeit und Bedingungen der Berufssituation. In: Rothland, Martin (Hrsg.): Belastungen und Beanspruchungen im Lehrerberuf. Modelle, Befunde, Interventionen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. S 23.
15 Ebd. 8
2.2 Äußere Anforderungen und Erwartungen an die Lehrkraft Der Lehrberuf stellt in seiner Vielfältigkeit komplexe Ansprüche an Lehrerinnen und Lehrer, die sie innerhalb der Institution Schule und darüber hinaus in der Öffentlichkeit bewältigen müssen. 16 Auch wenn es den Anschein haben mag, die Schule diene Schülerinnen und Schülern in erster Linie zur Vermittlung von Wissen, so handeln die Lehrkräfte keinesfalls ausschließlich als Vermittler von Kenntnissen und Fähigkeiten, sondern tradieren darüber hinaus ebenso gesellschaftliche und moralische Werte und Normen an die Schülerinnen und Schüler. Die öffentliche Schule als staatlich unterstützte Lern‐ und Bildungseinrichtung gibt moralische, politische, gesellschaftliche und religiöse Vorstellungen weiter, welche sowohl den ideologischen Strukturen als auch sozioökonomischen Grundlagen der jeweiligen Gesellschaft entsprechen. Zudem hat jede Lehrkraft ihre eigenen Ziele und Vorstellungen bezüglich der ihr auferlegten Aufgaben und den von der Öffentlichkeit an sie gerichteten Erwartungen. 17 Die Lehrkraft steht in ihrem Beruf darüber hinaus in enger Beziehung zu sozialen Gruppen, die das Verhalten von Lehrerinnen und Lehrern durch ihre Erwartungen maßgeblich beeinträchtigen.
Im Folgenden soll nun auf diese Bezugsgruppen des Lehrerberufs näher eingegangen werden und deren Verhaltenserwartungen und Anforderungen an Lehrkräfte erläutert werden.
2.2.1 Die Erwartungen der Gesellschaft an die Lehrkraft
Da Lehrerinnen und Lehrer in der Öffentlichkeit durch ihre Beamtenrolle als Repräsentanten des Staates fungieren, sind sie dementsprechend innerhalb der Gesellschaft bestimmten Verhaltenserwartungen ausgesetzt. Die Gesellschaft erwartet von Lehrkräften sowohl ein Einhalten der Sittenregeln
16 Vgl. Bieri, Thomas: Die berufliche Situation aus der Sicht der Lehrperson. Zufriedenheit, Belastung, Wohlbefinden und Kündigungen im Lehrberuf. Soz. Diss. Tübingen 2004. S.115 f.
17 Vgl. ebd. S.116. 9
als auch ein zurückhaltendes Verhalten in ihrem öffentlichen Auftreten. 18 Für Lehrerinnen und Lehrer gelten nämlich über die Strafgesetze hinaus auch die Beamten‐ und Verwaltungsgesetze. Dadurch werden sie zum Träger spezifischer Pflichten, was ihr Verhalten außerhalb des Dienstes und in der Schule anbelangt. Das Verhalten der Lehrkraft in der Öffentlichkeit muss sowohl während der Arbeitszeit als auch in der Freizeit der freiheitlich‐ demokratischen Ordnung des Grundgesetzes entsprechen, denn Lehrkräfte sind als Staatsbeamte zum Schutze dieser verpflichtet. 19 Auch wird in Bezug auf die akademische Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern erwartet, dass sie sich so verhalten, dass das Sozialprestige der Akademikerschaft nicht in Misskredit gelangt. 20
Die Stellung des Lehrberufs innerhalb der Gesellschaft bringt zuweilen einige Schwierigkeiten mit sich. Die Wahrnehmung von Lehrerinnen und Lehrern bedient in der Öffentlichkeit einige hartnäckige Klischees. Dies bestätigen auch Rothland/Terhart, wenn sie aufgrund der Selbstorganisation eines Teils der Arbeitszeit bei Lehrkräften von einer gesellschaftlichen Wahrnehmung der Lehrerinnen und Lehrer als "Halbtagsjobber" sprechen. Demnach besteht in der Öffentlichkeit das gängige Urteil, dass Lehrkräfte ausschließlich am Vormittag arbeiten und nachmittags frei haben. Zudem werden Fachkompetenz und Expertenstatus der Lehrkräfte oftmals wenig anerkannt, da Tätigkeiten wie Erziehen und Unterrichten offenbar als Fähigkeiten eingestuft werden, über die im Grunde jeder in gewisser Weise verfügt. 21 Außerdem wagt sich jeder über den Lehrberuf zu urteilen, da für gewöhnlich jeder im Laufe der Kindheit oder Jugend eine Schule besucht hat und damit auch ein Urteil über Lehrkräfte ausgebildet hat.
18 Vgl. Kramp, Wolfgang: Studien zur Theorie der Schule. Kösel‐Verlag GmbH, München 1973. S. 190 f.
19 Ebd. S.168.
20 Siehe Ebd. S.191.
21 Vgl. Rothland, Martin; Terhart, Ewald: Beruf: Lehrer - Arbeitsplatz: Schule. Charakteristika der Arbeitstätigkeit und Bedingungen der Berufssituation. In: Rothland, Martin (Hrsg.): Belastungen und Beanspruchungen im Lehrerberuf. Modelle, Befunde, Interventionen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. S. 12. 10
Die Gesellschaft nimmt Lehrerinnen und Lehrer als Verteiler von Sozialchancen wahr, die durch Unterrichtung und die damit einhergehende Beurteilung, Erziehung, Förderung, Motivaton und Beratung der Schülerinnen und Schüler deren künftigen Lebensweg mitbestimmen. 22 Daher kommt ihnen innerhalb der Öffentlichkeit eine machtvolle Stellung zu. Kramp sieht den Beruf des Lehrers daher als soziale Rolle, welche sich aus den Erwartungen der Gesellschaft in Bezug auf Aussehen, Charakter und Verhalten der Lehrkraft zusammensetzt. 23 Von diesen gesellschaftlichen Erwartungen wird das Handeln und Verhalten der Lehrerinnen und Lehrer gesteuert, denn als Inhaber ihrer Position und den damit verbundenen Rollenvorschriften üben sie eine soziale Kontrolle aus. Diese wird durch die Einhaltung der von der Gesellschaft an die Lehrkräfte gestellten Erwartungen reguliert. Die soziale Kontrolle ist nämlich mit gewissen Sanktionen verbunden, mit denen ein rollenkonformes Verhalten mehr oder weniger erzwungen wird. Schließlich wird die gesellschaftliche Anerkennung oder Ablehnung der Lehrkraft von ihr beeinflusst. 24
2.2.2 Die Erwartungen der Schüler an die Lehrkraft
Die Lehrkraft spielt für Schülerinnen und Schüler eine Rolle als Fachkraft und Wissende auf ihrem Gebiet, die ihnen im Idealfall als Berater, Helfer und Vorbild im Unterricht zur Seite steht, sie berät, erzieht, anleitet, führt und ihnen auf dem Weg in das Berufsleben eine gewisse Orientierung geben soll. 25 Die Erwartungen, die Schülerinnen und Schüler dabei an ihre Lehrer haben, sind sowohl vom Geschlecht der Schülerinnen und Schüler als auch von ihrem Lebensalter abhängig. Jüngere Schülerinnen und Schüler tendieren dazu, die Lehrkraft vorrangig nach Äußerlichkeiten zu beurteilen. So legen Grundschüler
22 Vgl. Robinson, Saul B.: Der Lehrer zwischen gestern und morgen. In: Seidelmann, Karl (Hrsg.): Schüler ‐ Lehrer - Eltern. Schroedel Verlag, Hannover 1970. S. 87.
23 Vgl. Kramp, Wolfgang: Studien zur Theorie der Schule. Kösel‐Verlag GmbH, München 1973. S. 186.
24 Ebd. S. 187‐188.
25 Vgl. Rothland, Martin; Terhart, Ewald: Beruf: Lehrer - Arbeitsplatz: Schule. Charakteristika der Arbeitstätigkeit und Bedingungen der Berufssituation. In: Rothland, Martin (Hrsg.): Belastungen und Beanspruchungen im Lehrerberuf. Modelle, Befunde, Interventionen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. S20. 11
bei der Beurteilung ihrer Lehrerinnen und Lehrer beispielsweise Wert auf die Menge der von ihnen erteilten Hausaufgaben oder auf das Erzählen von schönen Geschichten. Elf‐ bis dreizehnjährige Schülerinnen und Schüler erwarten vor allem Sportlichkeit und eine gepflegte äußere Erscheinung, verlangen allerdings zudem nach ausgleichender Gerechtigkeit der Lehrkraft. 26 Rothland/Terhart bringen diese Erwartung folgendermaßen auf den Punkt: „Lehrerinnen und Lehrer sind dazu verpflichtet, alle Schüler gleich zu behandeln, also gerecht und gleichmäßig zu fördern und nach einheitlichen allein schulleistungsbezogenen Maßstäben zu beurteilen“. 27
Schülerinnen und Schüler im Alter von vierzehn bis sechszehn Jahren stimmen mit den Erwartungen der elf‐ bis dreizehnjährigen zwar zum Teil noch überein, fordern allerdings vorrangig eine verständnisvolle und gütige Lehrkraft mit ausgeprägtem menschlichem Verständnis. Vor diesem Hintergrund erwarten Jungen in erster Linie in Form eines kameradschaftlichen Umgangs der Lehrperson mit den Schülerinnen und Schülern, während sich Mädchen in Bezug auf das menschliche Verständnis eine Empathiefähigkeit der Lehrerinnen und Lehrer wünschen. Allerdings soll die Lehrkraft die Privatsphäre der Schülerinnen und Schüler dabei respektieren und sich nicht in deren private Angelegenheiten einmischen. 28
2.2.3 Die Erwartungen der Eltern an die Lehrkraft
Die Eltern sind laut Kramp ein „äußerst empfindlicher Partner“ 29 . Die Elternschaft erwartet von der Lehrkraft die Unterrichtung, Erziehung und individuelle Förderung ihrer Kinder. Fremdling geht in ihrer These sogar so weit zu behaupten, dass Eltern grundsätzlich eine Sonderbehandlung ihres
26 Vgl. Kramp, Wolfgang: Studien zur Theorie der Schule. Kösel‐Verlag GmbH, München 1973. S. 157.
27 Siehe: Rothland, Martin; Terhart, Ewald: Beruf: Lehrer - Arbeitsplatz: Schule. Charakteristika der Arbeitstätigkeit und Bedingungen der Berufssituation. In: Rothland, Martin (Hrsg.): Belastungen und Beanspruchungen im Lehrerberuf. Modelle, Befunde, Interventionen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. S22.
28 Vgl. Kramp, Wolfgang: Studien zur Theorie der Schule. Kösel‐Verlag GmbH, München 1973. S.157 ff.
29 Siehe ebd. S. 159. 12
Kindes von Lehrerinnen und Lehrern erwarten. Sie geht noch weiter, indem sie schreibt, dass die Eltern die Lehrkraft sogar verpflichten, für ihr eigenes Kind nur das Allerbeste zu tun. Was sie mit der Forderung und dem Wunsch der Eltern begründet, dass es dem eigenen Kind immer um einiges besser ergehen soll, als es möglicherweise den Eltern ergangen ist. 30 Man sollte bei den Erwartungen der Eltern an die Lehrerinnen und Lehrer allerdings grundsätzlich differenzieren und nicht über einen Kamm scheren. Kramp trifft eine Unterscheidung zwischen drei verschiedenen Elterntypen, die in ihren Erwartungen an Lehrkräfte voneinander abweichen. Dabei wird zwischen Angehörigen der oberen Mittelschicht, denen großes pädagogisches Selbstbewusstsein zugeschrieben wird, derer der Mittelschicht mit mittelmäßigem pädagogischem Selbstbewusstsein und derer der Unterschichten mit eher schwachem pädagogischen Selbstbewusstsein unterschieden. 31 Die spezifischen Erwartungen der Eltern werden auch von Combe bestätigt. Dieser erläutert ebenfalls eine idealtypische Differenzierung der Elternschaft. Der Elterntypus des gehobenen Mittelstands wird als pädagogisch‐selbstbewusst beschrieben. Dessen Wunsch nach Schul‐ und Unterrichtserfolg der Kinder dominiert ihr schulisches Engagement und ihre Anpassungsbereitschaft. Sie haben in der Regel zweierlei Erwartungen an Lehrerinnen und Lehrer. Einerseits sollen diese als Gutachter des Lernerfolgs ihrer Kinder fungieren, indem sie die Schüler beurteilen und bewerten und somit den weiteren Schulweg sowie den Aufstieg in weiterführende Schulen, bis hin zur sozialen Platzierung, ebnen. Ferner wünschen die Eltern, regelmäßig über den Leistungsstand ihrer Kinder informiert zu werden. Dies beinhaltet sowohl kompetente Auskünfte über den Stand ihrer Kinder innerhalb der Klasse als auch gezielte Tipps für Nachhilfe und Förderung der Leistung. 32 Kramp führt dies noch weiter aus und bringt es folgendermaßen auf den Punkt: „Eltern künftiger und derzeitiger Gymnasiasten, die vorwiegend
30 Vgl. Fremdling, Julia Christiane: Das Selbstverständnis des Lehrers. Ein Berufsstand zwischen Anspruch und Wirklichkeit. In: Keil, Werner (Hrsg.): Sammlung Pädagogischer Beiträge, Band 9. S. Roderer Verlag, Regensburg 2008. S.68.
31 Vgl. Kramp, Wolfgang: Studien zur Theorie der Schule, Kösel‐Verlag GmbH, München 1973. S.159 ff.
32 Vgl. Combe, Arno: Kritik der Lehrerrolle. Gesellschaftliche Voraussetzungen und soziale Folgen des Lehrerbewusstseins. List Verlag, München 1972. S. 211. 13
der gehobenen Mittelschicht angehören und ein dementsprechend ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben, erwarten vom Lehrer, dass er sich ausschließlich um den Schulerfolg, nicht aber um das soziale und persönliche Schicksal ihrer Kinder kümmere, sofern er das tut, sind ihm Zustimmung und Mitarbeit des Elternhauses sicher(…)“ 33 .
Während der Grundschulzeit der Kinder hegen noch alle Elterntypen fast ausschließlich den Wunsch nach dem Schulerfolg ihrer Kinder. Dieser ist durch die Hoffnung, dass ihre Kinder nach der vierten Klasse den Übergang an eine weiterführende Schule schaffen, charakterisiert. Dahingegen geben Eltern der Hauptschüler, die in manchen Fällen größtenteils den sozialen Unterschichten entstammen und meist nur geringfügig pädagogisches Selbstbewusstsein ausbilden, diesen Wunsch auf, nachdem feststeht, dass ihr Kind auf eine Hauptschule gehen wird. Ihre Erwartung an die Lehrkräfte der Hauptschule, in umfassender Weise auch erzieherisch tätig zu werden, besteht aufgrund ihres mangelnden pädagogischen Selbstbewusstseins. Es ist für sie oft schwierig, in Konfliktsituationen ihre Interessen gegenüber dem Nachwuchs zielgerichtet durchzusetzen. 34 Die übrigen Elterngruppen sehen die Lehrkraft überwiegend als Vermittler von Sachkenntnissen und stufen daher die Charaktererziehung und Persönlichkeitsentwicklung als eine von der Lehrkraft zu respektierende Domäne des Elternhauses ein. 35
Durch die Rolle des Arbeitskollegen wird die Lehrkraft ebenfalls zum Erwartungsträger. Die Kolleginnen und Kollegen sehen sie als Interessenten,
33 Siehe: Kramp, Wolfgang: Studien zur Theorie der Schule, Kösel‐Verlag GmbH, München 1973. S.160‐161.
34 Vgl. ebd. S.161.
35 Vgl. ebd. S. 160. 14
Freund, Mithelfer und Berater oder Mitstreiter von dem sie Anteilnahme, Unterstützung, Solidarität, aber auch Entlastung und Hilfe erwarten. 36
Die Vorgesetzten erwarten von der Lehrkraft in erster Linie ihren Beitrag zum reibungslosen Ablauf des Schulalltags. Dadurch dass die Lehrerinnen und Lehrer das Schulgeschehen mit kontrollieren, verwalten und organisieren, entlasten sie die Arbeit der Schulleitung. Darüber hinaus sollen die Lehrkräfte das Image der Schule pflegen, indem sie Öffentlichkeitsarbeit leisten. Sie sollen der Schule aber auch helfen, sich weiter zu entwickeln, und einige freiwillige Arbeiten verrichten (z.B. Projektleitungen, Protokollführung oder Ausgestaltung von Betriebsausflügen). 37
Insgesamt lässt sich wohl sagen, dass das Kollegium von der einzelnen Lehrkraft eine Einhaltung der allgemeingültigen Spielregeln des Umgangsstils, einen durchschnittlichen Kraft‐ und Zeitaufwand für die Berufsarbeit aber auch ein gewisses Maß an gegenseitiger Hilfe erwartet. Sofern die Lehrerinnen und Lehrer den Kollegen keine wie auch immer gearteten, unnötigen Aufregungen verschaffen und der Schulleitung keine zusätzlichen Mühen bereiten, können die an die Lehrkraft gestellten Anforderungen und Erwartungen relativ einfach erfüllt werden, denn sie wird innerhalb ihres Arbeitsplatzes, im Vergleich zu anderen Beamten wesentlich weniger beobachtet und kontrolliert, da die Lehrkraft ihre Arbeit weitestgehend alleine verrichtet. 38
36 Vgl. Rothland, Martin; Terhart, Ewald: Beruf: Lehrer - Arbeitsplatz: Schule. Charakteristika der Arbeitstätigkeit und Bedingungen der Berufssituation. In: Rothland, Martin (Hrsg.): Belastungen und Beanspruchungen im Lehrerberuf. Modelle, Befunde, Interventionen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. S20.
37 Vgl. ebd.
38 Vgl. Kramp, Wolfgang: Studien zur Theorie der Schule, Kösel‐Verlag GmbH, München 1973. S. 192. 15
3. Belastungen und Beanspruchungen in der Berufstätigkeit von Lehrkräften 3.1 Zur Begrifflichkeit
Bei der Diskussion um Wellen vorzeitiger Pensionierung von Lehrerinnen und Lehrern kommt man an der Thematisierung von Belastung, Stress und Beanspruchung im Lehrberuf nicht vorbei. Häufig ist die Diskussion allerdings unscharf und Begriffe werden synonym oder falsch verwendet. 39 Im Folgenden sollen diese Begriffe daher geklärt und differenziert werden.
Krause/Dorsemagen zählen den Lehrberuf zu den vorwiegend psychisch belastenden Berufen. 40 Dies wird auch durch Rudow bestätigt, der die Tätigkeit von Lehrerinnen und Lehrern ebenfalls zu den hauptsächlich psychisch belastenden Berufstätigkeiten zählt. Der Lehrberuf ist demzufolge in erster Linie auch emotional und kognitiv belastend, denn er erfordert vorwiegend Wahrnehmungs‐, Aufmerksamkeits‐ sowie Denk‐ und Reaktionsleistungen. 41 Spanhel sieht die Entstehung einer beruflichen Belastung im Lehrberuf dann gegeben, wenn die Anforderungen an die Lehrkraft sehr komplex werden und schwerwiegende innere Veränderungen hervorrufen, die die persönliche Identität von Lehrerinnen und Lehrern betreffen und deren Selbstwertgefühl gefährden. 42 Demnach ergeben sich einige Belastungen im Lehrberuf dadurch, dass viele pädagogische Probleme von Lehrkräften langfristige Anpassungsprozesse erfordern. In diesem Zusammenhang nennt Spanhel die Anpassung von Lehrkräften an berufliche Strapazen wie inhomogene, leistungsunwillige Schulklassen,
verhaltensgestörte Schülerinnen und Schüler sowie übereifrige Eltern. Durch Belastungen entstehen Frustrationen, die eine Lehrkraft ausgleichen muss.
39 Vgl. Van Dick, Rolf; Stegmann, Sebastian: Belastung, Beanspruchung und Stress im Lehrerberuf. Theorien und Modelle. In: Rothland, Martin (Hrsg.): Belastungen und Beanspruchungen im Lehrerberuf. Modelle, Befunde, Interventionen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. S. 34 f.
40 Vgl. Krause, Andreas; Dorsemagen, Cosima: Psychische Belastungen im Unterricht. In: Rothland, Martin (Hrsg.): Belastungen und Beanspruchungen im Lehrerberuf. Modelle, Befunde, Interventionen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. S. 99.
41 Vgl. Rudow, Bernd: Die Arbeit des Lehrers. Zur Psychologie der Lehrertätigkeit, Lehrerbelastung und Gesundheit. Huber Verlag, Bern 1994. S. 44.
42 Vgl. Spanhel, Dieter; Hüber, Heinz‐Georg: Lehrersein heute . Berufliche Belastungen und Wege zu deren Bewältigung. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 1995. S. 89. 16
Dies erfordert verstärkten Einsatz psychischer und physischer Kräfte, um die Belastungen aufzufangen und auszugleichen. 43
Allgemein betrachtet wird unter der psychischen Belastung die Gesamtheit der erfassbaren Einflüsse, die äußerlich auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken, verstanden. 44 Van Dick/Stegmann verstehen unter Belastung im Lehrberuf die grundsätzlich auf Lehrkräfte einwirkenden Anforderungen der Umwelt. Diese Anforderungen können folglich zu einer individuell empfundenen Beanspruchung führen, welche sich unter Umständen durch Unwohlsein oder Krankheit äußert. 45 Konkret bezeichnet der Begriff der Belastung Aspekte der Arbeitstätigkeit, die menschengerechtes Handeln behindern. 46 Dabei differenzieren van Dick/Stegmann zwischen Belastungen, die durch die Person des Handelnden entstehen (z.B. durch mangelnde Qualifikation) oder die durch bestimmte Arbeitsbedingungen (z.B. Lärm, Schülerstörungen, oder Zeitdruck) zu Stande kommen. 47 Ähnlich spezifiziert Rudow in diesem Zusammenhang den Begriff der Belastung und unterscheidet in Bezug auf den Lehrberuf bei einer genaueren Bestimmung der psychischen Belastung zwischen objektiven und subjektiven Belastungen. Zu den objektiven Belastungen zählen dabei sämtliche Faktoren innerhalb der pädagogischen Tätigkeit der Lehrkraft, die unabhängig von deren Person existieren und mögliche Beanspruchungen hervorrufen können. Diese Faktoren sind die Arbeitsaufgaben und Bedingungen der Lehrerinnen und Lehrer. Die objektive Belastung ist dabei als neutrales, weder positiv noch negativ zu bewertendes Phänomen zu verstehen. 48 Durch Wahrnehmung, Bewertung und anschließende kognitive Verarbeitung der objektiven Belastungsfaktoren durch die Lehrkraft entsteht die subjektive bzw.
43 Vgl. ebd.
44 Siehe: Bieri, Thomas: Die berufliche Situation aus der Sicht der Lehrperson. Zufriedenheit, Belastung, Wohlbefinden und Kündigungen im Lehrberuf. Soz. Diss. Tübingen 2004. S.123.
45 Vgl. Van Dick, Rolf; Stegmann, Sebastian: Belastung, Beanspruchung und Stress im Lehrerberuf. Theorien und Modelle. In: Rothland, Martin (Hrsg.): Belastungen und Beanspruchungen im Lehrerberuf. Modelle, Befunde, Interventionen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. S.35.
46 Siehe: ebd. S.47.
47 Vgl. ebd.
48 Vgl. Rudow, Bernd: Die Arbeit des Lehrers. Zur Psychologie der Lehrertätigkeit, Lehrerbelastung und Gesundheit. Huber Verlag, Bern 1994. S. 44. 17
psychische Belastung. Die Selbstbelastung ist dabei eine Facette der subjektiven Belastung. Rudow versteht darunter eine Form der Belastung, bei der sich Lehrerinnen und Lehrer durch bestimmte automatisierte oder verfestigte Verhaltensnormen in der Erfüllung ihrer beruflichen Tätigkeit selbst belasten. Eine häufig bei Lehrkräften auftretende Form dieser Belastung ist die nervale Belastung, die beispielsweise durch anhaltende Sprechakte der Lehrkraft entstehen kann. 49 Genauso kann das Unterrichten ohne Vorbereitung, das Lehren von Fächern, in denen nur teilweise eine persönliche Kompetenz vorliegt, aber auch der Gesprächsstil im Umgang mit schwierigen Schülerinnen und Schülern die Selbstbelastung bei Lehrerinnen und Lehrern maßgeblich beeinflussen. 50
Die Einschätzung psychischer Belastung im Lehrberuf muss jeweils nach Abhängigkeit der individuellen Wahrnehmung, Bewertung und Verarbeitung der objektiven Anforderungen an die Lehrkraft betrachtet werden. Damit kann sie von Person zu Person sehr unterschiedlich wahrgenommen werden. Dementsprechend erfolgt auch der Einfluss auf die durch die Belastung entstehende Beanspruchung der Lehrkräfte. 51 Die deutschsprachige Arbeitswissenschaft definiert den Begriff der psychischen Beanspruchung folgendermaßen: „Psychische Beanspruchung wird verstanden als die individuelle, zeitlich unmittelbare und nicht langfristige Auswirkung der psychischen Belastung im Menschen in Abhängigkeit von seinen individuellen Voraussetzungen und seinem Zustand.“ 52 Beanspruchungsreaktionen sind wie Beanspruchungsfolgen das Resultat der individuell oder kollektiv beurteilten Handlungsergebnisse. Rudow beschreibt Beanspruchungsreaktionen als „kurzfristig auftretende, reversible, psychophysische Phänomene“, die Beanspruchungsfolgen hingegen als „überdauernde, chronische und bedingt
49 Vgl. ebd.
50 Siehe: ebd.
51 Vgl. ebd. S. 44‐45.
52 Siehe: Normenausschuss Ergonomie 1987. Entnommen aus: Bieri, Thomas: Die berufliche Situation aus der Sicht der Lehrperson. Zufriedenheit, Belastung, Wohlbefinden und Kündigungen im Lehrberuf. Soz. Diss. Tübingen 2004. S. 123. 18
reversible psychophysische Phänomene“. 53 Man kann im Allgemeinen sowohl zwischen positiven als auch negativen Beanspruchungsreaktionen und ‐ folgen differenzieren. Sie fallen dann positiv aus, wenn sie eine verbesserte psychophysische Regulation bewirken oder die Handlungsvoraussetzungen einer Lehrkraft aufbessern. Als negativ gelten sie dann, wenn sie eine Destabilisierung der psychophysischen Regulation hervorrufen und meist damit einhergehend eine Verringerung der psychophysischen Handlungsvoraussetzungen bewirken. Somit kann man unter einer positiven Beanspruchungsreaktionen zum Beispiel das Wohlbefinden einer Lehrkraft verstehen, welches durch ein berufliches Erfolgserlebnis ausgelöst wurde. Dieses Wohlbefinden ist ein facettenreiches Konzept, welches positive Emotionen und Befindlichkeiten wie Zufriedenheit, Freude, Ruhe, Gelassenheit, Ausgeglichenheit und gute Laune beinhalten kann. Durch positive Bewertung einer Belastung innerhalb der Arbeitsstätigkeit ergibt sich dementsprechend die positive Beanspruchungsreaktion. Dahingegen resultiert als eine positive Beanspruchungsfolge beispielsweise kognitive Aktivität aus der jeweiligen psychischen Belastung. Das bedeutet, dass zum Beispiel gewisse erworbene Handlungsmuster oder Handlungsstrategien genauso wie erworbenes Wissen und pädagogische Handlungskompetenz als mögliche Formen positiver Beanspruchungsreaktionen erweitert werden können. Zu den negativen Beanspruchungsreaktionen hingegen zählen vor allem psychische Ermüdung, Monotonie, Angst und Stress. Diese können Beanspruchungsfolgen in Form von Übermüdung bis hin zu chronischem Stress und Burnout haben kann. Diese negativen Beanspruchungsreaktionen schränken dann, im Vergleich zu den positiven, die pädagogischen Handlungskompetenzen ein und führen auf Dauer möglicherweise zu psychischen Gesundheitsstörungen. 54 Die individuelle Art und Weise der Auseinandersetzung mit den beruflichen Anforderungen von Lehrerinnen und
53 Siehe: Rudow, Bernd: Die Arbeit des Lehrers. Zur Psychologie der Lehrertätigkeit, Lehrerbelastung und Gesundheit. Huber Verlag, Bern 1994. S.44.
54 Vgl. ebd. S.43 ff. 19
Lehrern bestimmt jedoch in welchem Ausmaß bestimmte Belastungen positive oder negative Beanspruchungsfolgen nach sich ziehen. 55
In Zusammenhang mit den Begriffen der Beanspruchung und Belastung bei Lehrkräften wird in der Fachliteratur sehr häufig der Begriff Stress verwendet, welcher sich mittlerweile sowohl in unserer Alltagssprache als auch im Vokabular der Fachwissenschaft zum Schlagwort oder Globalkonzept verwässert hat und zur Erklärung jedweder Beanspruchung oder Belastung herangezogen wird. 56
Rudow versteht unter dem Begriff „Stress“ einen Zustand erhöhter psychophysischer Aktiviertheit einer Person, welcher durch das Erleben einer Gefährdung oder Bedrohung hervorgerufen wird und mit negativen Emotionen wie Ärger oder Angst verbunden ist. 57 Stress tritt in der Regel dann auf, wenn Belastungen oder bestimmte Reize und Anforderungen von der Lehrkraft individuell und spezifisch bewertet werden. 58 Der Stressbegriff ist daher unausweichlich auch als subjektives Empfinden einzustufen, denn Stress gründet nicht immer aus der Situation heraus, sondern entsteht aus der Art und Weise, in der die betroffene Person eine adaptive Beziehung erfährt. Stress kann demzufolge als Ergebnis einer Wechselwirkung zwischen Person und Situation verstanden werden. Diese Interaktion ist dadurch gekennzeichnet, dass die Wahrnehmung und die Bewertung einer Situation durch die Person als wichtige Elemente des Stressgeschehens erachtet werden. Stress kann also nur dann entstehen, wenn bestimmte Reize von der Person spezifisch bewertet werden. 59 Bieri verweist hier auf Lazarus. Nach ihm ist Stress dann gegeben, wenn die Person eine Anforderung oder Belastung als persönliche Gefährdung oder Bedrohung erachtet. 60 Stress ist
55 Vgl. Bieri, Thomas: Die berufliche Situation aus der Sicht der Lehrperson. Zufriedenheit, Belastung, Wohlbefinden und Kündigungen im Lehrberuf. Soz. Diss. Tübingen 2004. S. 124.
56 Vgl. Rudow, Bernd: Die Arbeit des Lehrers. Zur Psychologie der Lehrertätigkeit, Lehrerbelastung und Gesundheit. Huber Verlag, Bern 1994. S. 40.
57 Siehe: ebd. S. 49.
58 Vgl. ebd. S. 91.
59 Vgl. Bieri, Thomas: Die berufliche Situation aus der Sicht der Lehrperson. Zufriedenheit, Belastung, Wohlbefinden und Kündigungen im Lehrberuf. Soz. Diss. Tübingen 2004. S. 126.
60 Vgl. ebd. 20
damit nicht ausschließlich bedingt durch Reiz, Reaktion oder Zustand, sondern muss darüber hinaus auch als Prozess verstanden werden, welcher durch Phasen der Beurteilung und Überwindung definiert wird. Im Fall der Lehrkraft werden dabei Arbeitsbelastungen bewertet. Stellt die individuelle Bewertung eine bestehende oder mögliche Gefährdung des Wohlbefindens, des Selbstkonzepts oder der Gesundheit dar, wird die Belastung zum potenziellen Stresserzeuger und damit zum sogenannten Stressor 61 für die Lehrkraft. Je nach den vorhandenen Fertigkeiten bzw. Reserven, die eine Person zur Bewältigung eines Stressors aufwenden kann, erfolgt auch die Einschätzung dessen. Die Einschätzung des Stressors ist nämlich die Grundlage des aktiven Versuchs das Stressgefühl zu bewältigen. 62 Eine Belastung kann dann zu Stress werden, wenn das Erleben dieser insofern krankhaft wird als dass bei der von der Belastung betroffenen Person ein Leidensdruck entsteht, oder bestimmte Handlungsroutinen stark beeinträchtigt werden und der Tagesablauf nicht mehr wie gewohnt funktioniert. Allerdings wird nicht jede Belastung zum Stress. 63
3.2 Konkrete Belastungen im Lehrberuf
Belastungen werden von Lehrerinnen und Lehrern in erster Linie selektiv wahrgenommen. Das bedeutet, dass jede Lehrkraft berufliche Schwierigkeiten und Belastungen individuell wahrnimmt und interpretiert. Eine Belastung wirkt dabei auf strukturelle Gegebenheiten des persönlichen Systems von Lehrerinnen und Lehrern ein. Jede Art von beruflicher Belastung hängt daher immer auch sehr stark mit der subjektiven Wahrnehmung, Interpretation und Verarbeitung von gegebenen Schwierigkeiten innerhalb des Lehrberufs zusammen. Demnach können berufliche Belastungen auch als subjektiv konstruierte Belastungen verstanden werden. Sie sind abhängig von der Art
61 Eine unruhige Klasse kann für Lehrkräfte beispielsweise zum Stress auslösenden Faktor werden.
62 Vgl. Rudow, Bernd: Die Arbeit des Lehrers. Zur Psychologie der Lehrertätigkeit, Lehrerbelastung und Gesundheit. Huber Verlag, Bern 1994. S. 92.
63 Vgl. Bieri, Thomas: Die berufliche Situation aus der Sicht der Lehrperson. Zufriedenheit, Belastung, Wohlbefinden und Kündigungen im Lehrberuf. Soz. Diss. Tübingen 2004. S. 124. 21
und Qualität der unbewussten Bewertung und Verarbeitung. Aus diesem Grund können für Lehrkräfte ganz unterschiedliche berufliche Schwierigkeiten und Probleme belastend wirken. 64
Berufliche Belastungen von Lehrerinnen und Lehrern kennzeichnet in der Regel eine Differenz zwischen den von der Lehrkraft wahrgenommenen Anforderungen und den vermeintlich verfügbaren individuellen Bewältigungsmöglichkeiten mit potenziell bedrohlichen Folgen. 65 Lehrkräfte fühlen sich während der Belastungssituation hinsichtlich ihrer persönlichen Stimmung und Befindlichkeit sowie der Erlebnis‐, Verarbeitungs‐ und Handlungsmöglichkeiten beeinträchtigt. 66
Auf Lehrerinnen und Lehrer wirken während der Berufsausübung gleichzeitig und dauerhaft mehrere, unterschiedliche Belastungsfaktoren ein. Damit ist die Lehrerbelastung laut Rudow nicht über einen repräsentativen Faktor oder eine bestimmte Kategorie definierbar. 67
Belastungen bezeichnen meistens eine bestimmte Qualität von Beziehungen zwischen der Lehrkraft selbst und den für das berufliche Handeln relevanten Umwelten. Dazu gehören die Anforderungen der Institution Schule als soziales System mit den beruflichen Gegebenheiten sowie die Erwartungen von Schülerinnen und Schülern. 68
Im Folgenden sollen die Belastungen im Lehrberuf verdeutlicht werden. Wenn von Belastungen im Lehrberuf die Rede ist, lassen sich bei der Diskussion um die Ursachen grundsätzlich unterschiedliche Argumentationsmuster ausmachen. Krause/Dorsemagen unterscheiden zum Beispiel bei den Annahmen zur Ursache von Belastungen bei Lehrerinnen und Lehrern
64 Vgl. Spanhel, Dieter; Hüber, Heinz‐Georg: Lehrersein heute . Berufliche Belastungen und Wege zu deren Bewältigung. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 1995. S. 87.
65 Vgl. ebd. S. 62.
66 Siehe ebd.
67 Siehe Rudow, Bernd: Die Arbeit des Lehrers. Zur Psychologie der Lehrertätigkeit, Lehrerbelastung und Gesundheit. Huber Verlag, Bern 1994. S. 86.
68 Vgl. Spanhel, Dieter; Hüber, Heinz‐Georg: Lehrersein heute . Berufliche Belastungen und Wege zu deren Bewältigung. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 1995. S.61. 22
zwischen fünf Paradigmen. 69 Sie nennen neben gesellschaftlichen Veränderungen auch generelle Merkmale des Lehrberufs, die Arbeitssituation an einem Schultyp und der einzelnen Schule sowie die Bedeutung der Persönlichkeit des Lehrers. 70
Diese Paradigmen können in Bezug auf die Belastungen im Beruf von Lehrerinnen und Lehrern noch differenzierter in Kategorien eingeteilt werden. Grundsätzlich lässt sich eine wie auch immer geartete Belastung in der Regel auf ein Zusammenspiel von einzelnen Faktoren zurückführen. Die belastungsrelevanten Komponenten der Lehrtätigkeit können demzufolge also auf der Systemebene, auf der Organisationsebene und auf der Individuumsebene untersucht werden. 71
3.2.1 Belastungskomponenten auf der Systemebene
Unter Belastungskomponenten des Lehrberufs, die auf der Systemebene wirken, sind institutionelle Belastungsfaktoren, die den Lehrkräften innerhalb des Schulsystems begegnen, zu verstehen.
Der hohe Anteil an frei bestimmbarer Arbeitszeit zählt Kramis‐Aebischer zu den hauptsächlichen Belastungsfaktoren im Lehrberuf. 72 Aufgrund der Etablierung des öffentlichen Schulwesens in Deutschland, erfolgt die Steuerung der Arbeitszeit und damit auch die Festlegung der von Lehrkräften zu erteilenden Anzahl an Unterrichtsstunden nach dem sogenannten Pflichtstundenmodell. Dieses legt ausschließlich die vor der Klasse abzuleistende Unterrichtszeit fest und sieht je nach Bundesland und Lehramt zwischen 23 und 28 Stunden vor. In der Regel gelten als Wochenarbeitszeit für
69 Vgl. Vgl. Krause, Andreas; Dorsemagen, Cosima: Ergebnisse aus der Lehrerbelastungsforschung. Orientierung im Forschungsdschungel. In: Rothland, Martin (Hrsg.): Belastungen und Beanspruchungen im Lehrerberuf. Modelle, Befunde, Interventionen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. S. 55.
70 Vgl. ebd. S.55 ff.
71 Vgl. Kramis‐Aebischer, Kathrin: Stress, Belastungen und Belastungsverarbeitung im Lehrerberuf. Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien 1996. S. 99.
72 Siehe: ebd. S. 100. 23
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Alina Müller, 2010, Belastung und Beanspruchung im Lehrberuf, München, GRIN Verlag GmbH
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