Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 03
1. 03
2. Jugendkulturen heute 04
2.1. Eine kurze Geschichte der Jugend 04
2.2. Charakteristik heutiger Jugend 05
2.2. 05
3. Die JugendMusikKultur- Industrie 06
3.1. Allgemeines 06
3.2. Die Rolle der Medien 07
3.3.Medienverbund 09
3.3.Medienverbund 09
4. Kommerzialisierung jugendkultureller Stile 10
4.1. Rock 10
4.2. Techno 11
4.2. 11
5. Einfluss kommerzialisierter Jugendkulturen auf die Zukunft 12
5.1. Zukunft der Kunst 12
5.2. Zukunft der Musikindustrie 14
5.2. 14
6. Fazit 14
6. 14
7. Verzeichnisse 16
7. 16
7. 16
7. 16
7. 16
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7. 16
7. 16
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1. Einleitung
„Die effektivste Waffe ist Unterhaltung. Die Unterhaltungsindustrie fängt gerade erst an, uns zu akzeptieren (...).
Die Industrie bewilligt jetzt vermeintlich subversiven, alternativ denkenden Bands Vorschüsse, um ihre Kampfziele öffentlich bekannt zu machen. Klarerweise werfen sie nicht aus diesem Grund mit Vorschüssen um sich, sondern eher deswegen, weil sie darin eine Ware sehen, die sich zu Geld machen lässt, aber wir können sie benutzen!“ (Kurt Cobain 1 )
Kurt Cobains erklärtes Ziel war es, die Industrie zu infiltrieren und von innen heraus zu zersetzen, ein „Job für einen Insider“ 2 , wie er meint.
Tatsache ist, die Musikindustrie existiert nach wie vor und erwirtschaftet Millionen 3 , während sich Cobain völlig desillusioniert das Leben nahm.
Keineswegs ist es das Ziel dieser Arbeit, den vermeintlichen Kampf zwischen Major -‐und Independentlabels, zwischen Kunst und Kommerz zu diskutieren; vielmehr soll der Frage nachgegangen werden, warum Kommerzialisierung funktioniert, wie sie heute strukturiert ist und welche Bedingungen derzeit gegeben sind, die sie begünstigen. Zahlreiche Beiträge und Forschungsansätze aus medienwissenschaftlichen, ökonomischen und soziologischen Studien bilden das Fundament der folgenden Darstellungen; bereichert werden sie durch die Beiträge der Macher und Mitglieder, also der Künstler, Produzenten und Manager.
‚Die Plattenfirma’ und ‚der Veranstalter’ existieren genauso wenig, wie ‚die Jugend’. Alles ist vernetzt, vielfältig und dynamisch. Diese These zu belegen, ist Aufgabe der folgenden Ausführungen. Der Focus liegt dabei klar auf Deutschland.
Vorangestellt wird zunächst eine Charakteristik jetziger Jugend, denn diese steht im Mittelpunkt der JugendMusikKulturindustrie (nachfolgend JMK). 5
Deren Mechanismen gilt es in einem nächsten Schritt zu beschreiben, um anschließend an zwei sehr unterschiedlichen, nicht zeitgleichen Beispielen - Rock und Techno - konkret zu werden; denn Kommerzialisierung ist nicht erst ein Trend der unmittelbaren Vergangenheit.
1 Drechsler, Clara/Hellmann, Harald (Hrsg. u. Übersetzung): Kurt Cobain. Tagebücher, Köln 2002, S. 181 ff.
2 Drechsler/Hellmann: Kurt Cobain (wie Anm. 1), S. 185.
3 Manfred Mai äußert sich exempl. zu den Marktanteilen der Musikwirtschaft in Nordrhein-Westfalen 2001 und zu Einnahmen
der „Popkomm“ 1997 in: Mai, Manfred: Kultur-Kitt - Zur Antiquiertheit der Medienkritik und zur Realität der
Freizeitgesellschaft, in: Popvisionen, Frankfurt am Main 2003, S. 158 ff.
5 Das Wortkonstrukt ist sinnvoll, zeigt es doch die Vernetzung eben jener Industrien, die im Weiteren hervorgehoben werden.
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Letztlich steht die Frage nach den Auswirkungen aktueller Entwicklungen auf die Zukunft von Musikkultur, Industrie und Jugend zur Diskussion. Ein Fazit wird die gewonnenen Ergebnisse abschließen.
Aus Rationalitätsgründen wird der ein oder andere Aspekt nur sehr scherenschnittartig thematisiert werden können. Vollständigkeit in der Bearbeitung dieses Stoffes kann in keinem Fall erreicht werden.
2. Jugendkulturen heute
2.1. Eine kurze Geschichte der Jugend
Dass Jugend und jugendliche Stile aus dem täglichen Leben heute nicht mehr wegzudenken sind, lässt sich wohl nicht bestreiten. Unzählige verschiedene Interessengruppen lassen sich dabei auch für den Außenstehenden relativ mühelos unterscheiden; man denke nur an den ‚typischen’ Hip-‐Hopper, mit tiefsitzender Hose, übergroßer Jacken und der Fülle von Accessoires, die sein Outfit außergewöhnlich machen sollen, auf der einen, und an den ganz in schwarz gekleideten, blass geschminkten ‚Gruftie’ auf der anderen Seite. Von Punks, Skinheads, Technofans, Girlies, Streetballern, Alternativen, Autonomen, jungen Christen und anderen Aktivisten ganz zu schweigen.
Die Fülle jugendlicher Stile, Szenen und Subkulturen 6 ist schier grenzenlos mit steigender Tendenz, je nachdem, wo und in welchem Umfang sich Trends verbreiten. - Klaus Farin zählte alleine in Deutschland über vierhundert Jugendkulturen 7 .
Die Entwicklung einer solchen Vielfalt vollzog sich im Lauf des 20. Jahrhunderts. Um 1900 gründete sich die Wandervogelbewegung im Kaiserreich, die sich in ihrem freiheitlichen Streben der patriarchalen Gesellschaft ihrer Väter entgegenstellte. Es folgten politische Jugendverbände der extremen Linken und später auch der Rechten in den 1920er und ’30er Jahren. Immer jedoch handelte es sich dabei um soziale Räume, die von Erwachsenen eingerichtet und betreut worden waren. Junge, linientreue Mitstreiter führten sie; man denke an Baldur von Schirach. Daneben existierten immer auch nichtorganisierte Gruppen, seien es nun die ‚Wilden Cliquen’, ‚Edelweißpiraten’ oder ‚Swing Kids’. Schon damals ließ sich also kaum von ‚der Jugend’ sprechen, wenn es auch gelang Großteile derselben staatlich zu organisieren und zu ideologisieren.
6 Die Begriffe können synonym verwendet werden. Überhaupt sind feste Definitionen nicht sinnvoll, da wir es nicht mit festen
Strukturen zu tun haben; Die Termini sind zu verstehen als Formen jugendlicher Artikulation und Distinktion untereinander und
gegenüber der Elterngeneration.
7 Farin, Klaus: generation-kick.de. Jugendsubkulturen heute, München 2001, S. 72.
4
Nach dem Desaster des zweiten Weltkrieges verbreiteten sich im Westen Deutschlands amerikanische Einflüsse schnell. Es war die Zeit der Halbstarken und Teenager. Beat, Rockmusik und Vietnamkrieg, um es zu überzeichnen, brachten eine kritische junge Generation hervor, die ‚68er’. Hippies, liberale Erziehung und die Kulturrevolution, der Bruch mit dem alten Denken der Kriegsgeneration, prägen die 1970er; soziale Protestbewegungen und MTV die ’80er 8 . Die 1990er brachten das Ende des Kommunismus und das Internet und trugen damit wesentlich zur Globalisierung jugendkultureller Stile bei. In diesem Jahrzehnt der Beschleunigung wuchs die Jugend von heute auf.
2.2. Charakteristik heutiger Jugend
Individualisierung, Pluralisierung und Globalisierung 9 sind Begriffe, hinter denen sich die Notwendigkeit zu Leistung und Pragmatismus verbergen, aber auch Raum für Entfaltung und Kreativität bieten. Anpassungsbereitschaft, Aufgeschlossenheit und der Erwerb von Qualifikationen in Form von u. a. Bildungsabschlüssen sind unentbehrlich für die Integration in einen globalisierten Arbeitsmarkt. 10
Die Liberalisierung scheint geglückt 11 , es gibt nichts mehr zu rebellieren. Stattdessen erstreckt sich ein weites Feld kultureller Angebote, das mit mehr Freizeit und zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln erkundet werden will. 12 Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit gehören jedoch genauso zu jungem Leben heute.
Vereinfachend ließe sich sagen, dass unsichere (oder als solche empfundene) Zeiten den Wunsch nach Sicherheit und persönlicher Weiterentwicklung wecken.
Da dieses ‚Glück im Kommerz’ medial vorgelebt wird, ist es unumgänglich, Geld zu verdienen; „Karriere“ und „Treue“ 13 sind Garanten des angestrebten, freien und unbescholtenen Lebens.
Wille zur Leistung, der Wunsch an Partizipation am breiten Angebot der Stile, Moden und Lebensweisen, Freude am Konsum, jugendliche Neugier, die Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft vor dem Hintergrund einer beschleunigten Gegenwart 14 , sowie das Nicht-‐Vorhandensein eines kulturellen Bruchs mit der meist liberalen Elterngeneration,
8 alles in: Zinnecker, Jürgen: Alles ist möglich und nichts ist gewiss. Deutschlands erste Generation im 21. Jahrhundert, in:
Neumann-Braun, Klaus (Hrsg): Coolhunters. Jugendkulturen zwischen Medien und Markt, 1. Aufl., Frankfurt/M. 2005, S. 175
ff.
9 Farin: generation kick (wie Anm. 7), S. 22.
10 Die aktuellen Entwicklungen im Niedriglohnsektor, aber auch in regulärer Fabrikarbeit, sind dafür beispielhaft.
11 Zinnecker: Alles ist möglich (wie Anm. 8), S. 184 ff.
12 ebd.; Bestehende Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland und verschiedenen sozialen Milieus würden den Rahmen
der Darstellung sprengen.
13 Zinnecker: Alles ist möglich (wie Anm. 8), S. 177.
14 Über die Medien breiten sich Trends und Stile binnen kürzester weltweit aus, werden angenommen und transformiert. Dazu
später mehr.
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Arbeit zitieren:
Benjamin Nowak, 2006, Jugendkulturen heute und die Kommerzialisierung von JugendMusikKultur., München, GRIN Verlag GmbH
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