Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Das Reich der Archämeniden (559-333 v. Chr.) 2
2.1. Die Ausdehnung des Perserreichs und seine Herrscher 2
2.2. Kyros' religionspolitisches Programm 6
2.3. Das Kyros-Edikt. 7
3 Die Rückwanderung der Exulanten nach Jerusalem. 7
3.1. Wiederaufbau des Tempels 9
3.2. Neuverfassung Judas. 10
3.3. Bau der Stadtmauer 12
4 Fazit 13
Literaturverzeichnis 17
1
1 Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit wird die persische Zeit des Alten Testaments näher beleuchtet. Einführend folgt im ersten Teil unserer Hausarbeit eine Abhandlung über die Ausdehnung des Perserreichs und die persischen Könige. Anschließend wird auf den Gründer des Perserreichs Kyros II. zurückgekommen, da er durch sein religionspolitisches Programm, sowie durch das „Kyrosedikt“ zu einer Schlüsselfigur für die alttestamentliche Forschung geworden ist. Zugleich soll dadurch der vorliegende zweite Teil der Arbeit eingeleitet werden, in dem der Schwerpunkt erörtert werden soll, wie Jerusalem nach dem Babylonischen Exil seinen Staat im Kontext des persischen Großreichs konsolidieren konnte. Dazu soll das Referatsthema „Die Perserzeit“, welches im Seminar: Themen alt. Wiss. - Epochen der Geschichte Israels II vorgetragen wurde, vertieft werden. Der zweite Teil der Hausarbeit beginnt mit einem kurzen Exkurs über die Zeit des babylonischen Exils, worin die besonderen Umstände dessen thematisiert werden. Danach folgt die Fragestellung: „Welche Veränderung hat Juda unter der persischen Herrschaft erlebt?“. Um diese Frage beantworten zu können, sollen die biblischen Bücher Esra und Nehemia betrachtet werden. Die Hausarbeit endet mit unserer Schlussbetrachtung, in welcher das Referat abschließend noch einmal zusammengefasst und ausgewertet wird.
2 Das Reich der Archämeniden (559-333 v. Chr.)
Zur Zeit seiner größten Ausdehnung erstreckte sich das archämenidische Imperium über ca. fünf Millionen km². Damit reichte es von Indien bis zur Donau und vom kaspischen Meer bis zu den ersten Nilkatarakten in Ägypten. Das Perserreich baute auf Vorgängerimperien auf, die seit dem dritten Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien und Ägypten bestanden. 1
2.1. Die Ausdehnung des Perserreichs und seine Herrscher
Im Jahre 559 v. Chr. war das persische Königreich Anschan aufgrund innenpolitischer Konflikte geschwächt. Kyros II. bestieg noch im selben Jahr den Thron. Ihm gelang es im Jahre 555 v. Chr. die Truppen der Meder bei Pasagardae
1 Vgl.: Gerstenberger (2005), S.35
2
zu besiegen und somit als König das feudalistisch organisierte Mederreich einzunehmen, und in das persische zentralistische System zu integrieren 2 . Sein neukonstruiertes Staatswesen funktionierte eindeutig besser, als das vormals innenpolitisch zerrissene Mederreich. 3
Um 550 v. Chr., knapp zehn Jahre nach seiner Intronisation, gelang es Kyros Elam zu unterwerfen. Kyros dehnte mit seinen Eroberungen innerhalb weniger Jahre die Reichsgrenzen nach Osten und Nordwesten aus. Außerdem eroberte er Teile des assyrischen Staates und erreichte im Westen sowohl Harran, als auch Karkemisch und stieß dann weiter über über das Gebirge bis in die kappadokische Hochebene vor. 4
Kroisos (König von Lydien), der von Kyros' Expansionspolitik aufgeschreckt wurde, versuchte im Jahre 547 v. Chr. einer weiteren Ausdehnung des Perserreichs militärisch entgegenzuwirken. Kroisos' Versuch scheiterte allerdings und noch im selben Jahr wurde er von Kyros in der Schlacht bei Sardes besiegt. Damit erweiterte Kyros seinen Machtbereich bis an die kleinasiatische Westküste. Der einst so mächtige Kroisos wurde gefangen genommen und als abhängiger Lokalfürst des Kyros in Medien eingesetzt. Nur Acht Jahre später, 539 v. Chr. konnte Kyros' durch seinen Heerführer Gobyras Babylon nahezu ohne Gegenwehr erobern. Daraufhin krönte er sich eigenständig zum König der Hauptstadt Babyloniens. 530 v. Chr. kam Kyros II. bei einer Schlacht gegen die Massagenten an der Nordostgrenze seines Reiches ums Leben. Daraufhin setzte sein Sohn Kambyses II. die Expansionspolitik des Vaters fort. Ihm gelang es durch eine siegreiche Schlacht bei Pelusien im Jahre 525 v. Chr. Ägypten zu erobern und daraufhin ließ er sich als Pharao der 27. Dynastie krönen. Ägypten wurde danach über ein Jahrhundert von persischen Statthaltern regiert. Dabei übernahmen sie praktischerweise alte ägyptische Traditionen in Recht und Verwaltung. 5
Das enorm große Perserreich musste nun, nach einer jahrzehntelangen Expansionsphase, von Kambyses an den äußeren Grenzen, als auch innerlich gut
2 Vasallenstaat im Mederreich.
3 Vgl.: Sasse (2004), S.35
4 Vgl.: Gerstenberger (2005), S.57
5 Vgl.: Sasse (2004), S.35 ff.
3
absichert werden. Dabei kam es im Jahre 522 v. Chr. zu Konflikten mit dem Stammesadel. Die Folge waren mehrere Aufstände im persischen Kernland. 6 Dadurch konnte der aufständische Gautama, der durch die Behauptung Bardya, der ermordete Bruder Kambyses II. zu sein, die Herrschaft an sich reißen. Kambyses starb noch im Jahre 522 v. Chr. auf dem Weg von Ägypten nach Persien in Syrien. 7 Gautama verkündete dem Volk die Befreiung von Steuern und Kriegsdienst, womit er eindeutig gegen die Interessen seiner Hintermänner handelte. Als er dann auch noch dem persischen Stammesadel den Grundbesitz enteignete, wurde er von ihm ermordet. Sein Tod wurde von der Bevölkerung mit Trauer aufgenommen, da er sich durch seine Reformen beliebt gemacht hatte. Als Dareios III., der Beihilfe zur Ermordung von Kambyses geleistet hatte, den persischen Thron bestieg, brachen im gesamten Land Aufstände los. Dareios brauchte drei Jahre, um diese Aufstände zu bekämpfen und die beiden vom Volk anerkannten Gegenkönige Nebukadnezar III. und Nebukadnezar IV. zu besiegen. Dareios III. machte Gautamas Änderungen rückgängig und gründete eine neue Dynastie, die bis zum Ende des persischen Großreichs bestand hatte. Damit bezweckte er, seine eher zweifelhafte Legitimität zu rechtfertigen, da er nur entfernt mit Kyros verwandt gewesen war.
Um die Reformen Gautamas rückgängig zu machen, verlangte Dareios allerdings vom Stammesadel seinen Forderungen zuzustimmen, welche dem Adel fortan nicht mehr erlaubten, die Provinzen auszuplündern. Aus diesen Änderungen ergab sich eine einheitliche Verwaltungsstruktur. Dareios teilte das Land in 20 Satrapien ein. Das Amt der Satrapen 8 wurde in der Regel von Stammesadligen bekleidet. Durch eine Steuerreform regelte Dareios das Verhältnis zwischen den Beamten und der Bevölkerung. Dem Volk war dadurch vor den überzogenen Forderungen des Stammesadels geschützt. Dareios III. gelang es das persische Großreich durch die Einführung eines einheitlichen Münzfußes und den Ausbau des Straßensystems zu einem einheitlich Wirtschaftsraum zu vereinigen. Er expandierte weiter, und eroberte im Westen Makedonien und Thrakien und im
6 ebd.
7 Vgl.: Gertz (2006), S. 146.
8 Das Amt des Satrapen bezeichnete den obersten Beamten der Verwaltungseinheit.
4
Arbeit zitieren:
Alina Müller, 2009, Das Perserreich , München, GRIN Verlag GmbH
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