1 Einleitung
Den im Folgenden beschriebenen Unterrichtsentwurf konnte ich im vergangenen Jahr durch meine Tätigkeit als Vertretungslehrerin im Rahmen des Programms »Verlässliche Schule« in einer fünften Realschulklasse realisieren. Zur Planung der Unterrichtsstunde inspirierten mich die Vorbereitungen für das Referat im Seminar »Feste im Kirchenjahr und anderswo«, welches ich unter dem Fokus »Schüler, bzw. Schülerorientierter Unterricht« erarbeitete.
2 Voraussetzungen des Unterrichts
2.1 Informationen zur Schule
Meine Schule 1 ist eine Kooperative Gesamtschule mit Förderstufe und Ganztagsangebot. An der Schule werden demnach alle drei Schulzweige, nämlich Hauptschule, Realschule und Gymnasium unter einem Dach unterrichtet. Zudem ist an der Schule für die fünften und sechsten Klassen eine Förderstufe eingerichtet, in der zunächst alle Schüler gemeinsam lernen, bevor in der siebten Klasse eine Aufteilung erfolgt. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler in der sechsten Klasse in Mathematik und Englisch auf drei verschiedenen Kursniveaus unterrichtet (A‐,B‐, und C‐Kurs), damit die sie die Möglichkeit erhalten, nach ihren spezifischen Leistungen innerhalb der Kurse individuell gefördert zu werden. Die StS umfasst die Jahrgangsstufen fünf bis zehn und ist somit eine weiterführende Sekundarstufe I‐Schule. Insgesamt wird sie von ca. 700 Schülerinnen und Schülern besucht, die sich auf 26 Klassen verteilen. Der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schülern beläuft sich dabei auf über 40 %.
2.2 Organisation des Religionsunterrichts
Der Religionsunterricht an der StS wird im Klassenverband unterrichtet und ist demnach nicht konfessionsgebunden. Didaktisch soll der Unterricht im multikulturellen Kontext gestaltet werden. Er soll Informationen über die verschiedenen Weltreligionen vermitteln, sowie eine Auseinandersetzung der Schüler mit religiösen sowie ethischen Fragen und Sinnfragen ermöglichen. Für den religiösen Unterricht im Klassenverband stehen insgesamt zwei evangelische, und drei katholische Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung.
1 im Folgenden wird zur Vereinfachung nur noch die Abkürzung StS benutzt.
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Die Umsetzung mit inhaltlicher Schwerpunktsetzung erfolgt jedoch von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich. Während ein Lehrer in seinem Religionsunterricht nur ethische Themen zum Unterrichtsgegenstand macht, thematisieren die restlichen Lehrerinnen die verschiedenen Weltreligionen und machen zudem religiöse Fragen zum Unterrichtsgegenstand. Zwei der Lehrer halten sich jedoch auch strikt an die Lehrpläne für den evangelischen bzw. katholischen Religionsunterricht.
2.3 Lerngruppenbeschreibung
Dich führte meinen Unterrichtsentwurf in einer Realschulklasse durch. Ich kenne die 6b nun seit einem Jahr durch meine Tätigkeit als Vertretungslehrerin an der Stadtteilschule. Ich habe in dieser Klasse schon die unterschiedlichsten Fächer unterrichtet und vertreten und die Schülerinnen und Schüler dabei gut kennengelernt.
Die Klasse setzt sich aus 11 Schülerinnen und 10 Schülern 2 zusammen. Der Religionsunterricht dieser 6. Klasse findet einmal wöchentlich, Freitag in den ersten beiden Stunden statt. Das Schüler‐Schüler‐Verhältnis ist als offen und entspannt einzustufen, was durch einen respektvollen Umgang miteinander, und eine entspannte Arbeitsatmosphäre, zum Ausdruck kommt. Bei der F6b handelt es sich um eine sehr motivierte und lerninteressierte Klasse. Dies wird im Unterricht durch stetige Wortmeldung fast aller SuS sichtbar. Die Leistungsspitze der Klasse übernehmen Yusuf und Heidi. Sie zeichnen sich durch kontinuierliche Mitarbeit, hohes Lerntempo und sehr gute Beiträge aus. Ihr erhöhtes Maß an religiösem Interesse, wird durch Wortmeldungen deutlich, in denen sie versuchen, sich einen Gesamtzusammenhang zu erschließen, falls ihnen etwas unklar erscheint.
Das gute Mittelfeld besteht aus James, Kemer, Sina, Theresa, Luisa, Lauren, Vitali 3 und Max. Vitali hat ADS. Deshalb ist es bei diesem Schüler besonders wichtig, die Mitarbeit und Motivation ständig aufrecht zu erhalten. Ein "bewegter Unterricht", mit stetigem Phasenwechsel ist für Vitali besonders hilfreich. Die Klasse ist an das Verhalten des Schülers gewöhnt, so dass sich niemand daran stört, wenn er während des Unterrichts seinen Platz verlässt, um z.B. etwas in den Mülleimer zu werfen. Ömer, Laura, Tiffany, Jaqueline und Enes bilden das untere Mittelfeld. Sie sind zwar alle stets am Unterrichtsgeschehen interessiert
2 Im Folgenden wird zur Vereinfachung nur noch die Abkürzung SuS benutzt.
3 Die Namen wurden geändert.
3
und hören zu, melden sich aber eher selten zu Wort. Zu den leistungsschwächeren SuS zählen Taner, Salva, Sören, Kimba, Nele und Yasemin. Diese SuS sind zwar alle stets sehr bemüht und versuchen sich teilweise durch Beiträge am Unterricht zu beteiligen, sind aber stellenweise auch überfordert. Deshalb wird bei diesen sechs SuS besonders darauf geachtet, dass sie bei Einstiegsfragen die Möglichkeit haben, sich zu äußern.
In dieser Lerngruppe ist ein sehr hohes Maß an Disziplin vorhanden, deswegen ist es völlig unproblematisch Partner‐, oder Gruppenarbeiten für den Religionsunterricht anzusetzen. Alle SuS sind in der Lage die gestellten Aufgaben selbstständig, mit einem Partner, oder in der Gruppe zu bewältigen. Die Resultate, die beim selbstständigen Erarbeiten, oder in Gruppenarbeiten entstehen, sind zum Teil sehr gut und ergiebig.
Das religiöse Vorwissen zum Christentum gestaltet sich der religiösen Pluralität innerhalb der Klasse und der Tatsache entsprechend, dass einige Schüler erst seit anderthalb Jahren den Religionsunterricht innerhalb der Klasse erteilt bekommen, eher mäßig. Jedoch verfügen die meisten Schüler nicht‐christlicher Konfessionen durch den bisherigen Religionsunterricht über ein Grundwissen zum Christentum. Einzelne evangelischen und katholischen SuS sind, wie ich von der Religionslehrerin erfahren habe, christlich erzogen und besuchen regelmäßig den Kindergottesdienst.
3 Unterrichtsanalyse
3.1 Fachwissenschaftliche Analyse
Das Weihnachtsfest ist als Fest zu betrachten, dem man sich innerhalb unserer Gesellschaft nur sehr schwer entziehen kann, da die Festkultur durch ihre Symbolik während der Weihnachts‐ bzw. Adventszeit in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist. Alle Menschen, unabhängig ihrer Religiosität, Konfession, Weltanschauung oder ihrer politischen Einstellung werden von den Symbolen und Ritualen des Weihnachtsfests direkt oder indirekt erfasst. Dabei verbinden sich im Weihnachtsfest Symbole unterschiedlicher Art: Der Stern am Himmel, das Licht in der Finsternis, die Krippe, Der Weihnachtsmann, der Weihnachtsbaum, das Christkind, sowie Nikolaus und Knecht Ruprecht. Peter Biehl geht sogar so weit die Behauptung aufzustellen, dass niemand in unserer Gesellschaft Weihnachten nicht feiern
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Arbeit zitieren:
Alina Müller, 2010, Weihnachten im Religionsunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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