1. Einleitung 1
2. Berufsrückkehrerinnen. 3
2.1. Die Zielgruppe 3
2.2. Das Ausscheiden aus dem beruflichen Alltag 5
2.3. Der Wiedereinstieg in den Beruf 7
2.4. Hürden des Wiedereinstiegs 9
2.5. Weiterbildungsmaßnahmen 10
3. Zusammenfassung und Ausblick 13
4. Literaturverzeichnis 15
5. Internetquellenverzeichnis: 17
II
1. Einleitung
Als ich gestern einen Zeitungsartikel in der Berliner Morgenpost über die aktuelle Debatte um die Einführung der „Herdprämie“ las, wurde dort wieder einmal deutlich aufgezeigt wie bedeutungsvoll und kontrovers dieses Thema ist. In Thüringen wird das Modell des Betreuungsgeldes schon durchgeführt. Das heißt, Eltern, die auf einen Krippenplatz für ihre Kinder verzichten erhalten zwischen 150 und 300 Euro pro Monat (vgl. Siems, D. 2008).
Da stellen sich mir die Fragen: Was will die Politik? Was will die Gesellschaft? Eine Frau die am Herd steht oder eine Frau mit Karriereabsichten?
In ihrem Bestreben, Familie und Beruf zu vereinbaren, fühlen sich die jungen Frauen allerdings von der Gesellschaft wenig unterstützt. Nur jede sechste Frau glaubt, dass sich Kinder und Berufstätigkeit heute leicht vereinbaren lassen. 1 Eine Möglichkeit Arbeit und Familie zu vereinbaren wird in dieser Arbeit aufgezeigt. Sie widmet sich denjenigen Frauen, die ihre Berufstätigkeit für eine gewisse Zeit aufgeben, um sich der Familie zuwenden zu können. Besonders eingegangen wird dabei auf die Zielgruppe der Frauen allgemein und auf die Spezialisierung der so genannten Berufsrückkehrerinnen auf den Berufsausstieg, sowie auf den
1 http://www.brigitte.de/frau/gesellschaft/frauen-auf-dem-sprung/index.html
1
Wiedereinstieg in das Berufsleben und deren Hürden. Folgend werden kurz einige Träger und Formen der Weiterbildung vorgestellt, um dann abschließend zu einem Fazit des Themas zu kommen.
Die Arbeit stützt sich hauptsächlich auf Studien zum Thema Berufsrückkehr aus den 80er Jahren, welche zwar schon einige Zeit zurückliegen, jedoch in ihren Aussagen trotzdem nicht veraltet sind und somit auf die heutige Zeit größtenteils übertragen werden können.
Im Fokus stehen lediglich Frauen, die ihre Berufstätigkeit für einige Zeit unterbrechen, nicht diejenigen, die sich für ein so genanntes „familienbedingtes“ Ausscheiden aus dem Beruf entscheiden, da dieses vor allem in der Nichtvereinbarkeit von Beruf und Familie gründet und eine Rückkehr in die Arbeitswelt nicht vorsieht. Da es sich außerdem bei Berufsrückkehrern fast ausschließlich um Frauen handelt, werden die männlichen Berufsrückkehrer in dieser Arbeit nicht berücksichtigt.
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2. Berufsrückkehrerinnen
Mit der Gründung einer Familie sieht sich eine beträchtliche Anzahl von Frauen gezwungen, ihren Beruf vorübergehend aufzugeben.
Dieser Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit diesen Frauen und geht dabei besonders auf den Begriff der Berufsrückkehrerinnen sowie die verschiedenen Abschnitte der Familienphase ein. Angefangen bei den Gründen und Motiven für das berufliche Ausscheiden über den Wiedereinstieg in das Berufsleben und dessen Hürden um schließlich einen kurzen Überblick über Weiterbildungsangebote für die Zielgruppe zu geben.
Die Zielgruppe Frauen entwickelte sich am Anfang des 19. Jahrhunderts. Erste Frauenbewegungen setzten sich für politische Gleichberechtigung und bessere Bildungschancen ein. Infolgedessen wurde, besonders seit den 20er Jahren, Erwachsenenbildung für Frauen angeboten (vgl. Eggemann, M. 1997, 5.4.2). Heutzutage nehmen Frauen immer öfter an Weiterbildung teil. Unter Weiterbildung versteht man die Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer ersten Bildungsphase und nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder nach einer Familienphase. Weiterbildung ist der Oberbegriff für alle Lernprozesse, in denen Erwachsene ihre Fähigkeiten entfalten, ihr Wissen erweitern bzw. ihre fachlichen und beruflichen Qualifikationen verbessern oder neu ausrichten (vgl. Tenorth, H.-E. u.a. 2007, S. 764). Im Jahr der ersten statistischen Erhebung, 1979, nahmen 19% der Frauen und 27% der Männer zwischen 16 und 65 Jahren an Weiterbildungsangeboten teil. Fast 25 Jahre später stieg der Anteil der weiblichen Teilnehmer auf 40%, der männlichen auf 42% an (vgl. Kuwan, H. 2005, S. 37).
Die Problematik der Frauenbildung liegt jedoch nicht in den geringeren Teilnahmezahlen, sondern darin, dass einige strukturelle Ungleichheiten existieren, die nicht allein durch Bildung überwindbar sind.
3
Dies sind zum einen die geschlechtsspezifischen Arbeitsmärkte. Dabei spielt natürlich auch die Berufswahl eine nicht unwichtige Rolle. Ein Großteil der Frauen wählt den typischen Frauen- oder Mädchenberuf. Dort sind sowohl Aufstiegschancen, als auch Arbeitsbedingungen, Einkommen und Arbeitsplatzsicherheit geringer. Auch der Fakt, dass 95% aller Teilzeitarbeiter weiblich sind, hat zur Folge, dass, im Vergleich zu Vollzeitbeschäftigten, das Einkommen, die Aufstiegschancen und die Weiterbildungsmöglichkeiten niedriger sind. Der wichtigste Punkt für diese Arbeit jedoch, ist die Berufsbiografie der Frauen, welche häufig durch Familienarbeit unterbrochen ist. Dies führt zu Wiedereingliederungsproblemen und geringeren Karrierechancen (vgl. Faulstich, P. u.a. 2006, S. 122-123). Die soeben aufgezeigten strukturellen Unterschiede rechtfertigen die Benutzung des Begriffs der Zielgruppe Frauen.
Die Zielgruppenarbeit richtet sich besonders an gering qualifizierte Frauen, Frauen mit beruflichen Aufstiegsplänen, Frauen aus den neuen Bundesländern sowie an Frauen mit diskontinuierlichen Berufsbiografien (vlg. Faulstich, P. u.a. 2006, S. 126-127).
Mit Frauen mit diskontinuierlichen Berufsbiografien soll sich diese Arbeit hauptsächlich beschäftigen. Daher muss der Begriff der Berufsrückkehrerinnen, wie diese auch genannt werden, speziell erörtert werden. „Berufsrückkehrer/innen sind in Anlehnung an § 20 Sozialgesetzbuch (SGB) III Personen, die ihre Erwerbstätigkeit wegen der Betreuung/Erziehung von aufsichtsbedürftigen oder pflegebedürftigen Angehörigen unterbrochen haben und in angemessener Zeit nach dieser Unterbrechung wieder in die Erwerbstätigkeit zurückkehren wollen“ (Feider, C. 2006, S. 13).
Im Jahr 1999 gab es 87.423 arbeitslose Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer in Deutschland. Von den gemeldeten waren 99% Frauen. Die Gruppe der Berufrückkehrerinnen macht 4% der gesamten arbeitslosen Frauen aus. Problematisch bei dieser Statistik ist der Fakt, dass nicht alle Berufsrückkehrerinnen
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Arbeit zitieren:
Vanessa Falkenstein, 2008, Frauen zwischen Familie und Beruf - Berufsrückkehrerinnen, München, GRIN Verlag GmbH
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