1. Einleitung 3
2. Reaktionen der Kinder 5
2.1. Reaktionen von Kleinkindern 6
2.2. Reaktionen von Schulkindern 7
2.3. Reaktionen von Jugendlichen 8
2.4. Die Rolle der Geschwister 10
3. Die Eltern-Kind-Beziehung 10
3.1. Die Mutter-Kind-Beziehung 11
3.2. Die Vater-Kind-Beziehung 13
4. Fazit 15
5. Literaturverzeichnis 17
2
1. Einleitung
„Bis dass der Tod uns scheidet..." Dieses Ende einer Ehe ist längst nicht mehr der Regelfall.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im Jahr 2006 knapp 190 900 Ehen geschieden. Das bedeutet, dass im gesamten Jahr zehn von 1 000 bestehenden Ehen in die Brüche gingen. Von diesen geschiedenen Ehen hatte rund die Hälfte der Paare Kinder unter 18 Jahren. Allein 2006 waren knapp 150 000 Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Weiterhin gab das Statistische Bundesamt im Jahr 1994 bekannt, dass 2,3 Millionen der 15,6 Millionen in Deutschland lebenden Kinder Scheidungskinder sind. Damit ist jedes 7. Kind in Deutschland ein Kind geschiedener Eltern, was besonders für die Kinder weit reichende Folgen hat. 2 Die gesamte Lebenssituation der Kinder verändert sich dramatisch. Sie müssen nicht nur die Trennung der Eltern verkraften, sondern sich auch mit vielen neuen Situationen, wie einer neuen Partnerschaft der Eltern oder einer
1 Statistisches Bundesamt 2007:
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Grafiken/Bevoelkerung/
Diagramme/Ehescheidungen,templateId=renderPrint.psml
2 Statistisches Bundesamt 2007: http://www.scheidung-online.de/sstatistik.htm
3
veränderten Umgangsform zurechtfinden. Damit einhergehen Wut, Trauer, Angst und Schuldgefühle. Man vermutete noch vor kurzem, dass sich zwangsläufig
Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten bei Scheidungskindern ergeben. Diese, so mutmaßt man, treten am heftigsten bei Kindern im Schulalter auf und führen in diesem Alter am häufigsten zu Kontaktabbrüchen zum Vater. 3
Mein Ziel ist es, in dieser Arbeit zu verdeutlichen warum man gerade bei Schulkindern diese Probleme und Entfremdungen am stärksten vermutet. Dazu grenze ich in der Arbeit grundsätzliche Themen wie Scheidung, rechtliche Grundlagen, Trennungsphasen, Langzeitfolgen oder
Bewältigungsmaßnahmen bewusst aus und konzentriere mich lediglich auf die Scheidungskinder mit deren Reaktionen sowie auf die Eltern-Kind-Beziehungen. Die arbeit stützt sich dabei hauptsächlich auf einige von dem Diplom-Pädagogen Dr. Textor herausgegebenen Texte zu
Scheidungskindern sowie auf Internetquellen. Nachdem im ersten Abschnitt allgemeine Reaktionen von Scheidungskindern genannt werden, gehe ich in den folgenden Unterpunkten besonders auf die altersspezifischen Unterschiede bei den Trennungsreaktionen der Kinder ein. Der Schwerpunkt liegt hier bei der Gegenüberstellung der Reaktionen von Kindern im Schulalter und Kleinkindern beziehungsweise Jugendlichen. Nachdem kurz die Rolle der Geschwister beleuchtet wird, folgt im zweiten Abschnitt eine genauere Betrachtung der Eltern-Kind- beziehungsweise der Mutter-Kind-und Vater-Kind-Beziehung bezogen auf Schulkinder. Abschließend wird ein kurzes Fazit gezogen und ein Ausblick zum Umgang mit den genannten Problemen und Reaktionen von Scheidungskindern gegeben.
3 Seiten24 GmbH 2009: http://www.gesundheitsseiten24.de/menschliche-
psyche/psychische-probleme-und-kinder/scheidungskinder.html
4
2. Reaktionen der Kinder
Beinhaltet eine Scheidung für die Erwachsenen in der Regel eine Chance für einen Neubeginn, erleben nur wenige Kinder die Trennung der Eltern als Erleichterung. Der Ablauf der Scheidung gestaltet sich für Kinder äußerst schmerzhaft und bleibt ihnen lange in Erinnerung. Schon vor der eigentlichen Scheidung sind die Kinder verunsichert, weil ihnen nicht erklärt wird, worum es bei den gegenseitigen Vorwürfen und Streitereien der Eltern eigentlich geht. In diesem Zustand werden die Bedürfnisse der Kinder von den Eltern wenig wahrgenommen und selten auf sie eingegangen. Mit dem Gang zum Anwalt, also dem Beginn der Scheidung werden die Kinder häufig vernachlässigt und dennoch zum zentralen Punkt im Kampf der Eltern. Nach der Scheidung müssen viele neue Herausforderungen wie eine veränderte Wohnsituation der getrennt lebenden Eltern, manchmal neue Partner und gegebenenfalls Stiefgeschwister sowie die materielle Verschlechterung alleinerziehender Elternteile bewältigt werden. Die Kinder werden auch hierbei oft vernachlässigt oder unangebracht behandelt. Die Hauptbelastung der Kinder ist somit nicht die Scheidung an sich, sondern die begleitenden Konflikte der Eltern und der Verlust eines Elternteils. 4 Sie empfinden zusätzlich einen Verlust an Liebe, Zuneigung, Hilfe und Zugehörigkeit. Dabei spielen Wut, Trauer, Hoffnung, sowie Schuldgefühle und geringe Selbstwertgefühle eine große Rolle. Kinder erleben eine Scheidung immer als Zusammenbruch der Familie und reagieren auf diese Trennung mit unterschiedlich auffälligen Reaktionen. Für einige junge Kinder fällt die Scheidung in die für ihre Entwicklung wichtigsten Jahre und prägt somit ihr Verhalten und Erleben, ihr Selbstbild und ihre Einstellungen. Aber auch an Jugendlichen und bereits erwachsenen Kindern geht eine Scheidung nicht spurlos vorbei. Abhängig vom Geschlecht, dem Alter, dem Verhältnis zu beiden Elternteilen, deren Verhalten, und den Rahmenbedingungen der Trennung können unterschiedliche Reaktionen der Kinder auftreten (vgl. Textor 1991, S. 48-51). Diese Reaktionen, bezogen auf das Alter der Kinder, sollen im Folgenden aufgezeigt werden.
4 Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Berlin 2009: http://www.efb-
berlin.de/dokument.py?nr=34
5
Arbeit zitieren:
Vanessa Falkenstein, 2009, Scheidungskinder, München, GRIN Verlag GmbH
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