1. Einleitung. 3
2. Eine Generation von Egotaktikern? 3
3. Geschlechterspezifische Muster der Lebensführung. 5
4. Zusammenfassung 6
5. Literaturverzeichnis 7
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1. Einleitung
Der in der Shell Jugendstudie 2002 erschienene Beitrag vom deutschen Sozialforscher Klaus Hurrelmann gibt einen knappen Überblick über die Ergebnisse bisheriger Jugendstudien. Dabei gibt er einen Überblick über bisherige Ergebnisse Jugendstudien und bezieht ebenfalls die Resultate der letzten drei Shell Jugendstudien in seinen Beitrag ein. Die Themenschwerpunkte liegen hierbei auf dem Sozialcharakter der jungen Generation, auf ihren Einstellungen sowie deren Wertorientierungen und sollen im ersten Abschnitt meiner Ausarbeitung kurz wiedergegeben werden. Daran anschließend folgt eine Darstellung des zweiten Kapitels über die geschlechterspezifischen Muster der Lebensführung und das politische Interesse Jugendlicher, bevor die Ergebnisse und wesentlichen Inhalte des Beitrags von Hurrelmann im letzten Abschnitt noch einmal kurz zusammengefasst werden.
2. Eine Generation von Egotaktikern?
Für Jugendliche in den westlichen Gesellschaften hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Phase des Erwachsenwerdens ausgedehnt. Das Datum der Geschlechtsreife verschiebt sich seit über 20 Jahren immer weiter nach vorn. Die Kindheit gestaltet sich also so kurz wie nie zuvor. Der Übergang ins Berufsleben zieht sich aufgrund von Ausbildung und Studium in die Länge.
Als Eintritt in das Erwachsenenalter wird der Zeitpunkt genannt, an dem der Jugendliche Aufgaben von Erwachsenen übernimmt. Diese sind durch die selbstständige Erwerbstätigkeit, eine Heirat oder Gründung einer eigenen Familie sowie politischen Mitspracherechts gekennzeichnet. Die wirtschaftliche und finanzielle Unabhängigkeit wird durch die erwähnte längere Ausbildungszeit nach hinten verschoben. Einen geraden Weg von der Herkunftsfamilie zur Gründung einer eigenen Familie gibt es nicht mehr.
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Allgemein gilt jedoch, dass der Jugendliche ab der Vollendung des 18. Lebensjahrs zum politisch mitbestimmenden Gesellschaftsmitglied wird. Zusätzlich zur Altersphase der Jugend verändert sich das Fremd- und Selbstbestimmungsverhältnis durch die erweiterten Spielräume für selbstbestimmtes Verhalten. Durch Medien wie das Fernsehen oder das Internet sowie die schwindende pädagogischen Einflüsse von Eltern und Erziehern kann der Jugendliche sich und seine Persönlichkeit zunehmend selbst gestalten.
An Bedeutung zugenommen hat außerdem die soziale Anerkennung in der Gleichaltrigengruppe. Jugendliche müssen sich aus einer Vielzahl an Angeboten, ihr eigenes Selbstbild "basteln". Daraus resultieren verschiedenste Einflüsse, die durchaus auch widersprüchlich sein können und zu einer Patchwork-Identität führen. Vor allem aber wird Identität mittlerweile nicht mehr als unveränderliche, auf Dauer gestellte "Einheit" gesehen, die womöglich erst noch "gefunden" werden muss: sie wird aktiv konstruiert, ist vielfältig, flexibel und verändert sich mit neuen Erfahrungen. Diese Freiheit in der Identitätskonstruktion übt zugleich auch Druck aus: Das jugendliche Individuum scheint nun selbst für seine eigene Identität und deren Bildung verantwortlich zu sein. Es entsteht der Zwang zum Treffen einer Wahl. Diese Wahl beschäftigt den Jugendlichen und lässt ihn zum „Egotaktiker“ werden. Dieser besitzt eine Grundeinstellung mit vorhandenem Opportunismus, Bequemlichkeit und einer abwartenden Haltung. Neben der Bildung der eigenen Identität sind die Jugendlichen außerdem mit weiteren Anforderungen konfrontiert: Sie müssen ihre sozialen Bindungen und Beziehungen organisieren, ihre Zukunft und Lebensperspektiven planen, ihre Freizeit gestalten und sich in einem selbstständigen Handeln beweisen sowie nach und nach von der eigenen Familie ablösen. Dies führt nicht selten zu Spannungen und Bewältigungsängsten, welche besonders häufig bei ungünstiger familialen, sozialen und wirtschaftlichen Situation auftreten (vgl. Hurrelmann 2002, S. 31-36).
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Arbeit zitieren:
Vanessa Falkenstein, 2009, Eine Generation von Egotaktikern?, München, GRIN Verlag GmbH
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