Inhaltsverzeichnis:
1. „Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals geboren worden zu sein. Das muss eins
meiner Black-Outs gewesen sein.“ 1 Jim Morrison - 3
2. „Es gibt Dinge, die man kennt und Dinge, die man nicht kennt, das Bekannte und das
Unbekannte dazwischen gibt es Türen.“ 2 Jim Morrison - 4
3. „Die Musik spiegelt das wieder, was um dich herum passiert.“ 3 Jim Morrison - 7
4. „Ich singe nicht, ich schreie.“ 4 Jim Morrison - 9
5. „Wenn ich das Ganze nochmal machen müßte, würde ich lieber ein bescheidener,
unauff älliger Künstler werden, der sich in seinem eigenen Garten abrackert.“ 5
Jim Morrison - 10
6. Literaturverzeichnis - 13
7. Anhang - 14
1 “Actually I don’t remember being born, it must have happened during one of my black outs. Jim Morrison.
Vgl.: Original DVD-Cover von Oliver Stone’s Film “The Doors USA 1991.
2 “There are things known and things unknown and in between there are the doors. Jim Morrison. Vgl.: Original
DVD -Cover von Oliver Stone’s Film “The Doors USA 1991.
3 Jim Morrison: Vgl.: Oliver Stone’s Film “The Doors USA 1991.
4 Ingeborg Schober: Break On Through - Anfänge (1965-1966) In: Martin Sulzer-Reichel (Hrg.): Jim Morrison.
Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2002. S. 45.
5 Ingeborg Schober: Der Poet in Paris. In: Martin Sulzer-Reichel (Hrg.): Jim Morrison. Deutscher Taschenbuch
Verlag, München 2002. S. 117.
2
Der Mythos Jim Morrison
1. „Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals geboren worden zu sein. Das muss eins meiner 6 Jim Morrison Black-Outs gewesen sein.“
„Ich bin erstens Amerikaner, zweitens Kalifornier und drittens Einwohner von Los Angeles. Ideen von einer Revolte gegen die Autorität haben mich schon immer fasziniert. Mir gefallen solche Ideen, die etablierte Ordnung niederzureißen und umzustürzen. Ich bin interessiert an allem, was mit Revolte, Unordnung, Chaos zu tun hat - von allem an Aktionen, die keinen Sinn zu haben scheinen. Das, scheint mir, ist die Straße zur Freiheit - Revolte nach außen ist ein Weg, den inneren Frieden zu erlangen … Die Welt, die wir vorschlagen, ist der Neue Wilde Westen. Eine sinnliche, böse Welt. Seltsam und qualvoll, der Pfad der Sonne, versteht 7 ihr? Aufs Ende zu.“ Jim Morrison, 1966
Jim Morrison (1943-1971) ist eine der charismatischsten Persönlichkeiten der Rockgeschichte. Er war nicht nur Frontmann von The Doors, sondern auch Dichter, Filmemacher und nicht zuletzt ein exzentrischer Schauspieler, der neue Formen des Rocktheaters erschuf und die Konzertbühne regelmäßig für spontane Rezitationen seiner Poesie nutzte. Er probierte alle möglichen psychedelischen Drogen aus, um sein Bewusstsein zu erweitern und „nach einem eigenen Vokabular für seine Texte“ 8 zu suchen. Die Bühne wurde zu seinem Zuhause, die Fans zu seinem Lebenselixier.
„Der einzige Platz, wo ich wirklich lebe, ist die Bühne. Hier kann ich das; da ist ein Platz, wo ich mich verbergen und zeigen kann. Ich seh das nicht nur als einen Auftritt an, kein einfaches Hingehen, ‘n paar Lieder singen und Abhauen. Ich nehm das alles sehr persönlich. Ich glaube nicht, daß ich etwas richtig gebracht habe, wenn wir nicht jeden im Saal auf einer gemeinsamen Basis gepackt haben. Manchmal halt ich das Stück einfach an und laß ein langes Schweigen raus, laß all die vorhandenen Feindseligkeiten, Unruhen und Spannungen 9 raus, ehe wir alle wieder zusammenfinden.“ Jim Morrison
6 “Actually I don’t remember being born, it must have happened during one of my black outs.” Jim Morrison. Vgl.: Original DVD-Cover von Oliver Stone’s Film “The Doors”. USA 1991.
7 Ingeborg Schober: Break On Through - Anfänge (1965-1966). In: Martin Sulzer-Reichel (Hrg.): Jim Morrison. Deutscher Taschenbuch Verlag. München 2002. S. 49.
8 Ebd. S. 41.
9 Jerry Hopkins, Daniel Sugerman: Der Pfeil fliegt. In: Jerry Hopkins: Keiner kommt hier lebend raus. MaroVerlag. Augsburg 1982. S. 139.
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Auf seiner Reise zum Ruhm ist Jim Morrison ständig auf der Suche nach den Grenzen der Realität und den unergründeten Welten abseits der menschlichen Wahrnehmung. Der Tod hat ihn bereits als kleiner Junge fasziniert. Er schreibt über den Tod, singt über den Tod und zelebriert den Tod auf der Bühne. Die unsichtbare Präsenz des Todes ist sein ständiger Begleiter. Doch Jim liebt das Leben und kostet es in all seinen Facetten aus, jedoch nicht risikofrei. Seine größten Vorbilder sind Elvis Presley und Frank Sinatra; seine Lieblingsschriftsteller - Nietzsche, Rimbaud und William Blake. In einem Interview erinnert sich Jims Schwester Anne Morrison-Chewning daran, wie er einmal den Unterricht verlassen hat, mit dem Vorwand, er müsse sich einer Tumoroperation unterziehen. Doch im Grunde wollte er nur lesen.
Nach dem Gymnasium besucht Jim Morrison drei Colleges, bevor er auf der Filmschule der UCLA 10 landet. Doch für eine Karriere als Filmemacher erweist sich damals sein künstlerisches Talent als unzulänglich. Seine Abschlussarbeit „HiWay“ wird bei der Vorführung als zu abstrakt und surrealistisch empfunden und vom Publikum ausgelacht. Jim ist enttäuscht über dieses „Nicht Verstehen“ seines Werkes und beschließt, mit dem Filmemachen aufzuhören. Es ist gerade Sommer 1965. Die Bürgerrechtsbewegung wird immer stärker, der Krieg in Vietnam immer größer und blutiger. Die Jugend schreit nach freier Liebe und Sexualität und erklärt jeden über 30-jährigen zum echten Kulturfeind. Psychedelische Drogen wie LSD sollen die Grenzen der Wahrnehmung erweiter. Amerika erlebt ein kulturelles Erdbeben und das erweist sich geradezu als der perfekte Zeitpunkt für die Geburt der revolutionären Band The Doors.
2. „Es gibt Dinge, die man kennt und Dinge, die man nicht kennt, das Bekannte und das 11 Jim Morrison Unbekannte; dazwischen gibt es Türen.“
Als Jim Morrison sein Collage-Freund und Musiker Ray Manzarek am Strand von Venice trifft, lebt er gerade auf einer Dachterrasse und schreibt Songs über ein Konzert, das er im Kopf hört. Ray weist bereits über Jims dichterischen Talent bescheid und fordert ihn auf, ihm einen dieser Songs vorsingen. Nach kurzem Zögern trägt Jim erste Zeilen von
10 University of California, Los Angeles. In den 60er Jahren erlebt die Abteilung Film und Kunst ihre Blütezeit an der Filmhochschule. Zu den berühmten Absolventen gehört u.a. auch Francis Ford Coppola. 11 “There are things known and things unknown and in between there are the doors.” Jim Morrison. Vgl.: Original DVD-Cover von Oliver Stone’s Film “The Doors”. USA 1991.
4
„Moonlight Drive“ vor. Ray ist von der Poetik des Textes beeindruckt und beide beschließen, gemeinsam eine Band zu gründen. Jim hat bereits auch den passenden Namen dazu: The Doors, nach einem Gedicht von William Blake:
Für den Anfang zieht Jim bei Ray und dessen Freundin Dorothy Fujikawa ein. Der erfahrene Klavier- und Keyboard-Spieler Ray, der eine ausgeprägte Vorliebe für Jazz und Chicago Blues hatte, übt mit Jim zunächst das Singen. Als weitere Bandmitglieder kommen John Densmore (Schlagzeug) und Robby Krieger (Gitarre) hinzu, die Ray aus einem Meditationskurs kannte. Die Chemie scheint zu stimmen und obwohl Jim ein unerfahrener Sänger ist, punktet er mit seinen poetischen, wenn auch etwas seltsamen Texten bei den neuen Bandmitgliedern: Robby, der ursprünglich Flamenco auf der Akustikgitarre zu spielen gelernt hatte und erst seit sechs Monaten E-Gitarre spielte, und John, ein Jazzfreak und Verehrer von Coltrane und Mingus. Ray mietet ein Haus, in dem die Band den ganzen Sommer lang probt. Jim will mehr Songs und fordert von allen, übers Wochenende einen zu schreiben. Doch nur Robby macht seine Hausaufgaben. Sein erster Song ist „Light My Fire“. Später erreicht dieser Platz eins in den US-amerikanischen Charts.
Der allererste Auftritt von The Doors ist in London Frog, eine kleine Kneipe in L.A. Jim ist unsicher. Er dreht seinen Rücken zum Publikum und schaut zur Band, wie bei den Proben. Eines Abends kommt die Managerin des Whisky A Go Go 13 vorbei. Sie ist begeistert von den Jungs und ihre unkonventionelle Musik und überredet ihren Chef, The Doors als die Hausband des Clubs zu engagieren. Ende des Jahres 1966 sind sie Vorband von The Turtles, Buffalo Springfield und Van Morrison. Man beginnt, über die Band zu sprechen, vor allem über den Sänger Jim Morrison. Auch Jac Holzman, Gründer von Elektra Records, ist von den Jungs sehr beeindruckt und will drei Alben mit ihnen produzieren. Am darauffolgenden Abend taucht Jim nicht im Whisky auf. John und Ray fahren zu seinem Motel und finden ihn dort völlig abgedreht auf LSD. Zurück im Whisky will Jim „The End“ spielen, ein Song über
12 „Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, erschiene den Menschen alles, wie es ist: Unendlich.“ Vgl.: Oliver Stone’s Film “The Doors”. USA 1991.
13 Ein bekannter Club, in dem damals die großen Stars auftraten.
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Arbeit zitieren:
Raliza Petrova, 2011, Der Mythos Jim Morrison, München, GRIN Verlag GmbH
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