Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abk ürzungsverzeichnis VII
1 Einleitung 1
1.1 Gang der Untersuchung 1
1.2 Eingrenzung der Untersuchung 2
2 Themenspezifische Definitionen 3
2.1 Begriffsdefinitionen 3
2.2 Untersuchungsgegenstand 4
2.3 Entscheidungskriterien der Rechtsformwahl 5
2.4 Rechtsformen und relevante Steuerarten 6
2.4.1 Einzelunternehmen. 7
2.4.2 Personengesellschaften 8
2.4.2.1 OHG 9
2.4.2.2 KG 9
2.4.3 Kapitalgesellschaften 10
2.4.4 Mischformen 11
2.4.4.1 GmbH Co. KG 12
2.4.4.2 Betriebsaufspaltung 12
3 Modell zur Simulation der Steuerbelastung 14
3.1 Abbildung der Steuerbelastung durch Modelle 14
3.2 Prämissen 16
3.2.1 Allgemein 16
3.2.2 Ebene der Gesellschaft 16
3.2.3 Ebene der Gesellschafter 17
3.2.4 Microsoft Excel 17
3.3 Realisierung des Modells 18
3.3.1 Vorgehensweise 18
3.3.2 Verwendete Funktionen 19
3.3.3 Kontrollmechanismen 20
4 Ausgangssituation 21
4.1 Daten 21
4.2 Analyse 22
Inhaltsverzeichnis II
4.2.1 Einzelunternehmen. 22
4.2.2 Personengesellschaften 23
4.2.3 Kapitalgesellschaften 26
4.2.4 Mischformen 30
4.2.4.1 GmbH Co. KG 30
4.2.4.2 Betriebsaufspaltung 33
4.3 Ertragssteuerliche Belastungen im Vergleich 36
4.3.1 Gewerbesteuer 37
4.3.2 Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag 38
4.3.3 Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag 38
4.3.4 Gesamtbesteuerung 39
5 Kritische Analyse 40
5.1 Sensitivitätsanalyse 40
5.1.1 Gewinn 40
5.1.2 Gewerbesteuerhebesatz 44
5.1.3 Gehälter 47
5.1.4 Werbungskosten bei Einkünften gemäß § 19 EStG 50
5.1.5 Betriebsaufspaltung 52
5.1.5.1 Pachtzins 52
5.1.5.2 Gewinn und Pachtzins 54
5.1.6 Variation der Ausschüttungspolitik 56
6 Fazit 59
Anhang 62
Literaturverzeichnis. 66
Rechtsquellenverzeichnis. 69
Verzeichnis der verwendeten Gesetzestexte 70
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Maßgebliche Rechtsformgruppen
Abbildung 2: Veranlagungssimulation Personenunternehmen
Abbildung 3: Veranlagungssimulation Kapitalgesellschaften
Abbildung 4: Prozentuale Steuerbelastung in Abhängigkeit vom
Gewinn
Abbildung 5: Prozentuale Steuerbelastung in Abhängigkeit vom
Gewinn 2
Abbildung 6: Prozentuale Steuerbelastung in Abhängigkeit vom
Gewerbesteuerhebesatz.
Abbildung 7: Prozentuale Steuerbelastung in Abhängigkeit der
Geh älter.
Abbildung 8: Prozentuale Belastung in Abhängigkeit der
Werbungskosten bei Einkünften gemäß § 19 EStG
Abbildung 9: Prozentuale Steuerbelastung in Abhängigkeit
vom Pachtzins
Abbildung 10: 3D-Diagramm Prozentuale Gesamtbelastung in
Abh ängigkeit vom Pachtzins und Gewinn
Abbildung 11: 3D-Diagramm Prozentuale Gesamtbelastung in
Abh ängigkeit vom Pachtzins und Gewinn 2
Abbildung 12: KMU- Anteile 2008 in Deutschland
Abbildung 13: Unternehmen 2008 in Deutschland nach
Umsatzgr ößenklassen
Tabellenverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: KMU Einteilung des IfM Bonn 4
Tabelle 2: Steuerpflichtige Unternehmen nach Rechtsformen 2009 7
Tabelle 3: Ausgangssituation Einzelunternehmen 21
Tabelle 4: Ausgangssituation Gesellschaften 21
Tabelle 5: Gewerbesteuer Einzelunternehmen 22
Tabelle 6: Einkommensteuer Einzelunternehmen 22
Tabelle 7: Solidaritätszuschlag Einzelunternehmen 23
Tabelle 8: Gesamtsteuerbelastung Einzelunternehmen 23
Tabelle 9: Steuerliche Gewinnermittlung der
Mitunternehmerschaft 24
Tabelle 10: Steuerliche Gewinnverteilung der
Mitunternehmerschaft 24
Tabelle 11: Gewerbesteuer Personengesellschaften 25
Tabelle 12: Einkommensteuer Gesellschafter 25
Tabelle 13: Solidaritätszuschlag Gesellschafter 25
Tabelle 14: Gesamtsteuerbelastung Mitunternehmerschaft 26
Tabelle 15: Gewerbesteuer der Kapitalgesellschaft. 27
Tabelle 16: Körperschaftsteuer der Kapitalgesellschaft 27
Tabelle 17: Solidaritätszuschlag Körperschaftsteuer 27
Tabelle 18: Gesamtsteuerbelastung der Gesellschaft 28
Tabelle 19: Einkommenssteuer Gesellschafter Kapitalgesellschaft 29
Tabelle 20: Solidaritätszuschlag Gesellschafter Kapitalgesellschaft. 29
Tabelle 21: Gesamtsteuerbelastung beider Ebenen der
Kapitalgesellschaft 30
Tabelle 22: Gewerbesteuer der GmbH Co. KG 31
Tabelle 23: Körperschaftssteuer inkl. Solidaritätszuschlag der
Komplement är-GmbH 32
Tabellenverzeichnis V
Tabelle 24: Gesamtsteuerbelastung Ebene der Gesellschaften. 32
Tabelle 25: Einkommensteuer Gesellschafter GmbH Co. KG 32
Tabelle 26: Solidaritätszuschlag Gesellschafter GmbH Co. KG 33
Tabelle 27: Gesamtsteuerbelastung beider Ebenen 33
Tabelle 28: Gewerbesteuer der Betriebs-GmbH 34
Tabelle 29: Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag der
Betriebs -GmbH 34
Tabelle 30: Gewerbesteuer der Besitz-OHG 35
Tabelle 31: Gesamtsteuerbelastung Ebene der Gesellschaften. 35
Tabelle 32: Einkommensteuer der Gesellschafter
Betriebsaufspaltung 35
Tabelle 33: Solidaritätszuschlag Gesellschafter der
Betriebsaufspaltung 36
Tabelle 34: Gesamtsteuerbelastung der Betriebsaufspaltung 36
Tabelle 35: Effektive Gewerbesteuerbelastung (Ausgangssituation) 37
Tabelle 36: Körperschaftsteuerbelastung und Solidaritätszuschlag
(Ausgangssituation) 38
Tabelle 37: Einkommensteuerbelastung und Solidaritätszuschlag
(Ausgangssituation) 39
Tabelle 38: Gesamtsteuerbelastung der Ausgangssituation 39
Tabelle 39: Gewinnvariation höherer Gewinn. 40
Tabelle 40: Gewinnvariation niedrigerer Gewinn 41
Tabelle 41: Hebesatzvariation höherer Satz 44
Tabelle 42: Hebesatzvariation niedriger Satz 45
Tabelle 43: Gehaltsvariation höhere Gehälter 48
Tabelle 44: Gehaltsvariation niedrigere Gehälter 49
Tabelle 45: Pachtzinsvariation höherer Pachtzins 52
Tabelle 46: Pachtzinsvariation niedrigerer Pachtzins 53
Tabellenverzeichnis VI
Tabelle 47: Maximal thesaurierbarer Betrag bei OHG und KG 56
Tabelle 48: Steuerbelastung bei Vollthesaurierung 58
Tabelle 49: Rangfolgen der Sensitivitätsanalyse 60
Tabelle 50: Ermittlung der gewerblichen Einkünfte bei
Mitunternehmerschaft 63
Tabelle 51: Gewinnverteilung zwischen Kommanditisten und
Komplement är-GmbH 64
Tabelle 52: Ausgangsituation für GmbH Co. KG 64
Tabelle 53: Gewinnverteilung der GmbH Co. KG 64
Tabelle 54: Vergleich Einzelunternehmen mit
Personengesellschaft 65
Abkürzungsverzeichnis VII Abkürzungsverzeichnis
AO Abgabenordnung
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
BVerfG Bundesverfassungsgericht
bzw. beziehungsweise
ca. circa
3D dreidimensional
d. h. das heißt
ESt Einkommensteuer
EStDV Einkommensteuer-Durchführungsverordnung
EStG Einkommenssteuergesetz
EStH Einkommenssteuer-Hinweise
etc. et cetera
gem. gemäß
GewSt Gewerbesteuer
GewStG Gewerbesteuergesetz
GGF Gesellschafter-Geschäftsführer
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
GmbHG Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung
GmbHG GmbH-Gesetz
HGB Handelsgesetzbuch
i. d. R. in der Regel
i. S. d. im Sinne des
Abkürzungsverzeichnis VIII i. V. m. im Verbund mit
IfM Institut für Mittelstandsforschung
insb. insbesondere
KG Kommanditgesellschaft
KMU kleine und mittlere Unternehmen
KStG Körperschaftssteuergesetz
KStR Körperschaftsteuerrichtlinien
m. E. meines Erachtens
MoMiG Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen
OHG Offene Handelsgesellschaft
SolZ Solidaritätszuschlag
SolZG Solidaritätszuschlaggesetz
T€ tausend Euro
UmwG Umwandlungsgesetz
UStG Umsatzsteuergesetz
z. B. zum Beispiel
zvE zu versteuerndes Einkommen
zzgl. zuzüglich
Einleitung 1
1 Einleitung
In Deutschland gibt es eine Vielzahl verschiedener Rechtsformen und deren Wahl stellt für Unternehmer eine langfristige und wichtige Entscheidung dar. 1 Sie unterliegt dabei verschiedenen Kriterien, deren Gewichtung von der Präferenz im Einzelfall abhängen. 2 Oftmals spielen steuerliche Überlegungen eine entscheidende Rolle und für Unternehmer stellt sich die Frage nach der steuerlich günstigsten Rechtsform, und zwar sowohl in der Gründungsphase als auch im Rahmen der normalen betrieblichen Tätigkeit. 3 Regelmäßig werden Steuergesetze überarbeitet und führen zu neuen Bedingungen für die Unternehmen. Hier zu nennen wären beispielsweise das Unternehmenssteuerreformgesetz 2008, die Konjunkturpakete, das Wachstumsbeschleunigungsgesetz und das Jahressteuergesetz 2010. Daher ist der Einfluss der Rechtsformwahl auf die Steuerbelastung der Unternehmen regelmäßig zu untersuchen. Die Rechtsformneutralität, d. h. dass die Steuerbelastung eines Unternehmens nicht von der Rechtsform abhängig ist 4 , ist laut verschiedener Meinungen noch nicht erreicht 5 und es bestehen auch nach den diversen Gesetzesänderungen Unterschiede. Dies gilt es kritisch zu überprüfen und beispielhaft darzustellen.
Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von Steuerbelastungssimulationen im Modell die ertragssteuerlichen Unterschiede zwischen den Rechtsformen aufzuzeigen, um anschließend wichtige Parameter zu benennen, welche die Steuerbelastung maßgeblich beeinflussen. Diese Erkenntnisse sollen als Hilfestellung bei der Wahl der Rechtsform für kleine und mittlere Unternehmen dienen.
1.1 Gang der Untersuchung
Nach dieser Einleitung folgen in Kapitel 2 die erforderlichen themenspezifischen Definitionen als Grundlage für die Untersuchung. Beginnend mit den
1 Vgl. König, R./Maßbaum, A./Sureth, C. (2009), S. 1-10.
2 Vgl. Lurati, M./Passarge, M./Torwege, C./Werthmann-Feldhues, A. (2009), S. 21.
3 Vgl. Alefs, R./Gewinnus, J. (2009), S. 169; Zitzelsberger, S. (2004), Rn. 119.
4 Der Begriff Rechtsformneutralität wird kontrovers diskutiert. Vgl. König, R./Maßbaum, A./Sureth, C. (2009), S. 28; Hey, J. (2008), § 18 Rn. 533.
5 Vgl. Homburg, S. (2010), S. 261-267.
Einleitung 2
Begriffsdefinitionen und der Benennung des Untersuchungsgegenstands folgt ein Überblick über alternative Entscheidungskriterien, die behandelten Rechtsformen und die relevanten Steuerarten. In Kapitel 3 werden das Modell zur Betrachtung und zum Vergleich der Steuerbelastung eingeführt sowie grundlegende Prämissen als Rahmen der Analyse festgelegt. Mit diesem Modell, welches mit Hilfe von Microsoft Excel realisiert worden ist, werden dann in Kapitel 4 die Steuerbelastungen der betrachteten Rechtsformen an-hand einer einheitlichen Ausgangssituation analysiert und dargestellt. Am Ende des Kapitels folgt ein Vergleich der Ergebnisse. Diese Ergebnisse werden dann in Kapitel 5 mit Hilfe einer Sensitivitätsanalyse unter Variation verschiedener Parameter und Lockerung von Prämissen betrachtet, überprüft und interpretiert. Das abschließende Fazit hat die Gesamtuntersuchung im Auge und versucht allgemeine Zusammenhänge aus der Untersuchung zu gewinnen. Daraus werden dann weitere Forschungsfragen gewonnen und Anregungen zur Rechtsformwahl für die kleinen und mittleren Unternehmen gegeben.
1.2 Eingrenzung der Untersuchung
Die vorliegende Arbeit soll als Entscheidungshilfe für Unternehmer zur Rechtsformwahl dienen, hier speziell im Rahmen der normalen betrieblichen Tätigkeit, d. h. die Gründungsphase und die Liquidation von Unternehmen bleiben unberücksichtigt. Im Geschäftsbetrieb ist deshalb vor allem die laufende Besteuerung des Gewinns und des Gewerbeertrags von Interesse 6 , insbesondere die Einkommenssteuer, die Körperschaftssteuer, die Gewerbesteuer und der Solidaritätszuschlag als Ergänzungsabgabe. 7 Die Kirchensteuer wird vernachlässigt. Rechtstand ist Februar 2011. Des Weiteren beschränkt sich die Untersuchung auf kleine und mittlere Unternehmen, wo angenommen wird, dass diese nur im Inland der Steuer unterliegen. Sonderthemen, wie z. B. grenzüberschreitende Geschäftstätigkeit, bleiben unberücksichtigt.
6 Vgl. König, R./Maßbaum, A./Sureth, C. (2009), S. 1-10.
7 Vgl. Kußmaul, H. (2010), S. 318.
Themenspezifische Definitionen 3
2 Themenspezifische Definitionen
Dieses Kapitel soll als Grundlage für die Untersuchung dienen und die verschiedenen Rechtsformen benennen sowie deren rechtlichen Rahmen aufzeigen. Hierzu folgen zunächst die Definitionen der wichtigsten Begriffe und des Untersuchungsgegenstands. Danach werden ausgewählte Entscheidungskriterien der Rechtsformwahl benannt und abschließend folgt ein kurzer Überblick 8 über die Rechtsformen mit Berücksichtigung der relevanten Steuerarten.
2.1 Begriffsdefinitionen
Zunächst sollen die hier verwendeten und für die Arbeit wichtigen Begriffe „Unternehmen“, „Rechtsform“, „Rechtsformwahl“, „Gewinn“ und „Steuerbelastung“ kurz definiert werden.
Ein Unternehmen kann als Untereinheit des Begriffs Betrieb verstanden werden und folgt dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip, d. h. es strebt nach Gewinnmaximierung. 9 Weiter wird es aus ökonomischer Sicht als Vertrag angesehen, welcher die verschiedenen Akteure einschließt. Die Rechtsformen stellen dann Standardverträge des Rechtssystems dar. 10 Die Arbeit sieht ein Unternehmen als Gewerbebetrieb, welches dem Ziel der Gewinnmaximierung folgt und Güter und Dienstleistungen zur Verwirklichung des Ziels im Rahmen der gewerblichen Tätigkeit absetzt. Der Unternehmer, bei Gesellschaften auch Gesellschafter genannt, ist Kapitalgeber und Betreiber des Unternehmens. Die Rechtsformen stellen dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Rechtsformwahl ist somit ein Vorgang zur Wahl und Abgrenzung des rechtlichen Rahmens, in dem sich ein Unternehmen bewegt. 11
Der Gewinn kann in laufenden Gewinn und Veräußerungsgewinn untergliedert werden und legt die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb und aus selbstständiger Arbeit fest. Als grundlegende Defi-
8 Fürein detaillierten Überblick vgl. z. B. Jacobs, O. (2009), S. 7-90.
9 Vgl. Geyer, H./Ahrendt, B. (2009), S.11-12.
10 Vgl. Homburg, S. (2010), S. 225.
11 Vgl. König, R./Maßbaum, A./Sureth, C. (2009), S. 4.
Themenspezifische Definitionen 4
nition sei der § 4 Abs. 1 EStG genannt. 12 Damit bezeichnet der Gewinn den „Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsvermögen am Schluss des Wirt- schaftsjahresund dem Betriebsvermögen am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres, vermehrt um den Wert der Entnahmen und vermindert um den Wert der Einlagen.“ 13 Der Begriff Gewinn meint in dieser Arbeit den laufenden steuerlichen Gewinn, Abweichungen werden explizit erwähnt.
Steuern sind gem. § 3 Abs. 1 AO Geldleistungen, für die keine Gegenleistungen zu erwarten sind. Sie bewirken einen Geldabfluss und werden hoheitlich auferlegt und dienen der Erzielung von Staatseinnahmen. 14 Unter Steuerbelastung versteht diese Arbeit die Belastung der Unternehmen und der Gesellschafter durch Steuern, welche sich durch die verschiedenen Steuergesetze ergeben. 15 Diese Belastung bei größtmöglichem Gewinn zu minimieren wird hier als ein Ziel der Unternehmen gesehen.
2.2 Untersuchungsgegenstand
Kleine und mittlere Unternehmen gehören zu der Gruppe der KMU und werden vom Institut für Mittelstandsforschung (IfM) seit 01.01.2002 wie in Tabelle 1 definiert. 16 Diese Definition soll für die folgende Arbeit als Grundlage dienen. 17
Tabelle 1: KMU Einteilung des IfM Bonn
12 Vgl. Schneeloch, D. (2008), S. 65-66; Lang, J. (2008), § 9 Rn. 180-182.
13 § 4 Abs. 1 S. 1 EStG.
14 Vgl. Stobbe, T. (2010), S. 30-31.
15 Für Grundlagen der Besteuerung sei auf weiterführende Literatur verwiesen. Vgl. z. B. Grefe, C. (2010), S. 19ff.
16 Vgl. KMU-Definition auf der Homepage des IfM Bonn (http://www. ifm-bonn.org/ index.php?id=89).
17 Festzuhalten ist jedoch, dass der Begriff Mittelstand nicht eindeutig in der Literatur defi- niert ist und es unterschiedliche Abgrenzungen gibt. Vgl. Meyering, S. (2007), S. 77-80.
Themenspezifische Definitionen 5
Laut den Berechnungen des IfM auf Grundlage des Unternehmensregisters des Statistischen Bundesamts bilden die KMU damit 99,6 % der gesamten Unternehmen in Deutschland. 18
2.3 Entscheidungskriterien der Rechtsformwahl
Neben der rechtsformbedingten Steuerbelastung, welche im weiteren Verlauf intensiver behandelt wird, gibt es noch andere Entscheidungskriterien, die aus Unternehmersicht relevant sind. Insbesondere sind m. E. für KMU folgende Kriterien als Beispiel hervorzuheben:
Die Haftung der Unternehmer aus schuldrechtlichen Beziehungen gegenüber Dritten im Außenverhältnis, d. h. in welchem Umfang sie für Verbindlichkeiten des Unternehmens einstehen. Haften die Unternehmer nicht nur mit ihrer Kapitaleinlage, sondern mit ihrem gesamten, also auch privaten Vermögen, so spricht man von unbeschränkter, andernfalls von beschränkter Haftung. 19 Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften haften die Unternehmer, bis auf den Kommanditist der KG 20 , unbegrenzt. Bei Kapitalgesellschaften ist die Haftung beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen, dafür ist jedoch die Höhe des Mindesteigenkapitals vorgegeben, bei der GmbH in Form des Mindeststammkapitals von 25.000 Euro gemäß § 5 Abs. 1 GmbHG. 21 Ein weiterer Punkt sind die Aufwendungen der Rechtsformen, d. h. welche Kosten bei Gründung und bei laufendem Betrieb durch die rechtsformbedingten Unterschiede entstehen. Je nach Rechtsform gibt es unterschiedliche gesetzliche Pflichten, wie z. B. die der Rechnungslegung. 22 Es gilt: je mehr Pflichten, desto höher der finanzielle Aufwand für die Erfüllung. 23 Personengesellschaften gelten in der Literatur in beiden Fällen als kostengünstiger. 24
Auch die Finanzierungsmöglichkeiten stellen ein wichtiges Kriterium dar, hier speziell die Eigenkapitalbeschaffung und die Fremdkapitalbe-
18 Vgl.Abbildung 12 im Anhang
19 Vgl. König, R./Maßbaum, A./Sureth, C. (2009), S. 7.
20 Vgl. Gliederungspunkt 2.4.2.2.
21 Vgl. Schneeloch, D. (2006), S. 23.
22 Vgl. Stehle, H./Stehle, A./Leuz, N. (2010), S. 19.
23 Vgl. Heinhold, H./Hüsing, S./Kühnel, M./Streif, D. (2010), S. 10.
24 Vgl. Jumpertz, N. (2009), S. 40.
Themenspezifische Definitionen 6
schaffung. Beides hängt unmittelbar von dem Risiko ab, welches der Kapitalgeber übernimmt. Gerade bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften ist die Möglichkeit der Beschaffung von weiterem Beteiligungskapital beschränkt, währenddessen bei Kapitalgesellschaften die Fremdfinanzierung durch Dritte problematisch ist und die Haftungsbeschränkung oftmals durch Bürgschaften der Gesellschafter aufgehoben wird. 25
Je nach persönlicher Situation und Anforderung ist die Gewichtung der Entscheidungskriterien vorzunehmen. Weitere Punkte, wie z. B. die Publizitätspflichten und die rechtsgestaltenden Kriterien im Innenverhältnis, können hier nicht behandelt werden und der interessierte Leser sei auf weiterführende Literatur verwiesen. 26
2.4 Rechtsformen und relevante Steuerarten
Gemäß der Definition von Rechtsformen stellen diese den rechtlichen Rahmen der Unternehmen dar. Sie können in Gruppen unterteilt werden, eine Übersicht gibt Abbildung 1. 27
Eine Hilfe zur Betrachtung der wirtschaftlichen Bedeutung der einzelnen Rechtsformen bietet die vom statistischen Bundesamt jährlich erstellte Umsatzsteuerstatistik. 28
25 Vgl. Schneeloch, D. (2006), S. 84.
26 Vgl. Stehle, H./Stehle, A./Leuz, N. (2010), S. 33-53; Hahn, N. (2010), S. 9ff.
27 Vgl. Schneeloch, D. (2006), S. 2-3.
28 Vgl. Meyering, S. (2007), S. 30.
Themenspezifische Definitionen 7 Tabelle 2: Steuerpflichtige Unternehmen nach Rechtsformen 2009
Quelle: in Anlehnung an das Statistische Bundesamt (2011) 29
Schaut man sich die Tabelle 2 genauer an, so stellt man fest, dass die Einzelunternehmen zwar prozentual mit 69,31 Prozent die größte Gruppe darstellen, jedoch gemessen an ihrem Umsatz hinter den Kapitalgesellschaften mit 54,17 Prozent und den Personengesellschaften mit 27,76 Prozent am Gesamtumsatz der Unternehmen liegen. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die Einzelunternehmen, die offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG) stellvertretend für die Personengesellschaften, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) als Beispiel für die Kapitalgesellschaften und für die Mischformen die GmbH & Co. KG und die Betriebsaufspaltung erst definiert und später analysiert. Spezielle Sonderformen bleiben im Rahmen dieser Arbeit unberücksichtigt.
2.4.1 Einzelunternehmen
Das Einzelunternehmen ist dadurch definiert, dass es von einer einzelnen natürlichen Person, hier dem Unternehmer 30 , geführt wird, welche die gesamte Entscheidungskompetenz und Verantwortung trägt. Charakteristisches Merkmal ist weiter, dass das Unternehmen selbst über keine eigene Rechtsfähigkeit verfügt, sondern ausschließlich der Inhaber selbst. 31 Das Unternehmen 32 stellt einen Gewerbebetrieb dar, und somit ist der Unter-
29 Vgl.http://www.destatis.de, Finanzen und Steuern.
30 Vgl. § 2 Abs. 1 UStG.
31 Vgl. Jacobs, O. (2009), S. 8.
32 Vgl. Definition Unternehmen Gliederungspunkt 2.1.
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Maximilian Buddecke, 2011, Der Einfluss der Rechtsformwahl auf die Steuerbelastung kleiner und mittlerer Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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