INHALTT
LogIn 1
1..Einleitung 3
2..VommWebb1.00zummWebb2.0 5
2.1.11DassWebb2.00alss„Mitmachnetz“.................................................................................. 6
2.1.22MultimedialitättunddMultimodalitätvonnWebanwendungen 7
2.1.33SozialeeNetzwerkeeundWebbPortale........................................................................ 9
ò
2.2.11LandeskirchlicheeUserrBeteiligung 12
2.2.22MultimedialitättunddMultimodalitätlandeskirchlicherrSeiten 14
2.2.33LandeskirchlichessEngagementtinnSociallNetworkssunddauffPortalen. 16
3..Projektee--Erfahrungenn--HorizonteeimmKirchenbezirkkSchorndorf 21
3.1.11HintergrundddessProjektes 22
3.1.22ErsteeProjektphasen. 23
3.1.33ProjekterfahrungenimmUmganggmitdemmWebb2.0 24
3.2.11HintergrundddessProjektes 29
3.2.22PhasennderKonzeption. 30
3.2.33NeueeInternetpr äsenzz-BeurteilungunddPotentiale. 31
4..ReflexionnKirchlicherrÖffentlichkeitsarbeittimmInternet............................... 34
Y
4.1.11StellungnahmenimmBereichhderrEKD. 35
4.1.22PublizistischeeGrundlinienderELKB. 37
4.2.11AllgemeinessPriestertummallerrUser? 40
4.2.22MultimedialitättunddMultimodalitättreligiöseeKommunikation 44
4.2.33KirchlicheeVerkündigungginneinerpluralennCommunity 47
L ogOut? 49
L iteraturverzeichnis. 51
LogInn
4. Februar 2010 um 14.51
Bevor ich nach der Mittagspause mit der Arbeit fortfahre, nippe ich an meinem Cappuccino und logge mich in mein Facebook-Account ein. Eher zufällig klicke ich die Fanseite von „St. Andrew’s, Oxford“ an - eine anglikanische Kirchengemeinde, die ich während meines Auslandsstudiums in England besucht habe. Auf der Seite hat Elli K. folgende Information gepostet:
Ich folge dem Link und vertiefe mich in die Baupläne. Am besten gefällt mir die Westflügelerweiterung. Ich stimme ab und logge mich dann wieder aus. Heute Abend ist noch Gesamtkirchengemeindrat. Auf der Tagesordnung steht wieder einmal die Stadtkirchenrenovierung.
30. September 2009 um 21.01
Einige Wochen nach der Geburt meines Sohnes frage ich mich, welche Bildungsangebote die Landeskirche wohl für junge Väter und Mütter anbietet. Ich gehe auf die Seite des Bildungsportals und gebe die entsprechenden Begriffe in der Suchmaske ein. Zu meiner großen Verwunderung stoße ich auf ein Angebot, das in meiner Ausbildungsgemeinde stattfindet: „Mama, wie groß ist der Himmel.“ Die Referentin hat ihren Vortrag direkt über den Zugang des Evangelischen Kreisbildungswerks eingestellt. Vor Ort gab es keine Werbung.
05. Mai 2010 um 15.01
Die Tasse Cappuccino ist leer und die Predigt noch längst nicht fertig. Trotzdem will ich bei Facebook noch schnell schauen, ob sich etwas Neues in den Dis-kussionsforen der Gruppe „Evangelische Landeskirche in Württemberg“ getan hat. Zu meiner Verwunderung stelle ich fest, dass die Gruppe ihren Namen geändert hat. Der Administrator informiert, dass er nach Rücksprache mit dem Pressepfarramt das Logo entfernen und die Gruppe umbenennen musste. Aufgrund des Urheberrechtes gehören die 100 „Fans“ der Landeskirche nun zur Gruppe „Evangelische in Württemberg“. Gerlinde meint im Blog, ‚Evangelisch’ das sei ‚was anderes (auch beliebigeres) als landeskirchlich.’ Peter meint, ‚wer viel fragt, kriegt halt viel Antwort.’
03. Februar 2009 um 8.51
Gestern in der Pfarrerdienstbesprechung habe ich einen Flyer von der Paulusgemeinde Schorndorf bekommen. Passend zum Paulusjahr veranstalten die Pfarrerinnen und Pfarrer zusammen eine Vortragsreihe rund um die Person des Paulus. Ich bin neugierig und schau nach, ob die Vortragsreihe im Bildungsportal der Landeskirche zu finden ist. In der Tat, das ist sie! Allerdings nur ein einziger Abend von insgesamt zehn. Ein Pfarrer hat ans Bildungsportal gedacht und seinen Vortrag eingestellt. ‚Die nüchternen Fakten auf der Seite sind nicht so hübsch wie der Flyer an meiner Pinnwand’, denke ich.
1 ..Einleitungg
Der heutige Pfarrberuf bietet zahlreiche Berührungspunkte mit dem Internet. Nein, man muss es radikaler formulieren: Längst bevor sich PfarrerInnen und kirchenleitende Gremien mit dem Verhältnis der Kirche zu diesem Leitmedium auseinandersetzen, hat es bereits Auswirkungen auf das kirchliche Handeln. Repräsentative Umfragen wie die ARD/ZDF-Onlinestudie 2009 1 oder die von
der Bruderhilfe in Auftrag gegebene Studie „Kirchliche Sinnangebote im Web 2.0“ 2 belegen, dass sowohl in der Gesamtbevölkerung als auch in kirchennahen Milieus der Gebrauch von Web 2.0-Technologien bereits verbreitet ist. 3
Die Möglichkeiten, die das neue Internet als Kommunikationsplattform und „Mitmachnetz“ bietet, wird von immer mehr Bevölkerungsgruppen genutzt. In manchen Regionen und Milieus ist sogar „das Internet das Medium, das den ersten Kontakt [zur Kirche] vermittelt.“ 4 Das immer einfachere Abrufen und
Einstellen von multimedialen Inhalten (Videos, Fotos, Musikdateien) findet eine zunehmende Verbreitung. Und gerade für einen Großteil der SchülerInnen und KonfirmandInnen sind Soziale Netzwerke wie Facebook, MySpace oder SchülerVZ zum selbstverständlichen Teil ihrer Lebenswirklichkeit geworden. 5
Wenn mehr als zwei Drittel der deutschen Bevölkerung das Internet regelmäßig nutzten und die durchschnittliche Verweildauer dieser InternetnutzerInnen bei mehr als zwei Stunden am Tag liegt, kann mit Recht davon gesprochen werden, dass sich die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit im Internet heutzutage „nicht an ein Nischenpublikum, sondern an die Bevölkerungsmehrheit“ 6 richtet.
1 http://www.ard-zdf-onlinestudie.de (letzter Zugriff am 07.06.2010).
2 http://www.kirche-im-web20.de (letzter Zugriff am 07.06.2010).
3 In der Studie Kirche im Web 2.0 gaben 44% der Befragten an, Mitglied in einer religiösen Gruppe innerhalb eines Social Networks zu sein. In der Gruppe der 15-20-jährigen beträgt der Anteil sogar 84%. Vgl. auch Jahresbericht Pfarrseminar 2007: „Gerade für Pfarrerinnen und Pfarrer ist es deshalb unabdingbar, sich mit diesen Phänomenen auseinanderzusetzen, wenn sie ihre Kernaufgaben in Verkündigung, Seelsorge, Unterricht und Diakonie auftrags- und adressatengemäß wahrnehmen wollen.“
4 GÖRING-ECKARDT, Web-Fish 2010.
5 Vgl. Bruderhilfe, Web 2.0, 3 und FISCH/GSCHEIDLE, Mitmachnetz, 356.359.361. In der Gruppe der 14-19-Jährigen werden Social Networks von 81% aller Onliner genutzt.
6 DÖRING, Kommunikation, 13.
Umso erstaunlicher ist, dass die theologische Reflexion dieses Handlungsfeldes in der Fachliteratur und in kirchlichen Stellungnahmen deutlich unterrepräsentiert ist. Zahlreiche Publikationen setzten sich eher mit Randphänomenen 7 des Web 2.0 - wie sogenannten Cyberchurches oder virtuellen
Spielplattformen (Second Life) - auseinander. Neuerdings haben die Religionspädagogik und Poimenik das Web 2.0 für sich entdeckt. In der vorliegenden Hausarbeit soll hingegen nach den Möglichkeiten und Herausforderungen gefragt werden, die das Web 2.0 für die landeskirchliche Öffentlichkeitsarbeit in Württemberg und im Kirchenbezirk Schorndorf bietet. Erste Berührungspunkte mit dem Thema ergaben sich einerseits über ein gesellschaftsdiakonisches Projekt, bei dem Videostatements von MigrantInnen online platziert wurden und über die Planung und Entwicklung der neuen Internetpräsenz des Kirchenbezirks Schorndorf. Bevor diese Projekte und die damit verbundenen Erfahrungen dargestellt und reflektiert werden (Î3.1, 3.2), gilt es jedoch zunächst den uneindeutigen Begriff „Web 2.0“ zu definieren (Î 2.1) und - auf Grundlage dieser Definition - das derzeitige Web-Angebote im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zu beurteilen (Î2.2). Vor diesem Hintergrund wird dann verständlich(er), wie die Internetpräsenz des Kirchenbezirks Schorndorf zu bewerten ist und warum hier die Nutzung des Web 2.0 noch an ihre Grenzen stößt.
Neben der primär phänomenologischen Beschreibung der Web 2.0-Angebote soll abschließend bedacht werden, inwiefern das Verhältnis von Internet bzw. Web 2.0 und Öffentlichkeitsarbeit in kirchlichen Stellungnahmen eingeschätzt wird (Î 4.1 und wie sich die Verhältnisbestimmung aus systematischtheologischer Sicht vertiefen lässt.
7 „Virtuelle Spielwelten wie Secondlife wurden 2008 von 5 Prozent der Internetnutzer überhaupt einmal besucht (...), regelmäßig spielen nur die 20- bis 29-jährigen Onliner in nennenswerter Zahl.“ FISCH/ GSCHEIDLE, Mitmachnetz, 358 [Hervorhebung J.S.]. Vgl. Bruderhilfe, Web 2.0, 68.
2..VommWebb1.00zummWebb2.000
2 .11Webb2.00--Begriffsklärunggg
Der Begriff des Web 2.0, „der in Anlehnung an die Versionsnummern von Softwareprodukten eine neue Generation des Webs [postuliert]“, 8 gewann in
der Fachwelt erstmals 2004 im Rahmen einer gleichnamigen Konferenz eingehend Beachtung. 9 Populär wurde das Schlagwort allerdings erst 2005 durch einen viel zitierten Artikel 10 des Software-Entwicklers Tim O’Reilly. Hierin
beschrieb der Ire das Web 2.0 äußerst allgemein als „a set of principles and practices that tie together a veritable solar system of sites that demonstrate some or all of those principles, at varying distance from that core.“ Eines der wesentlichen Prinzipen, die O’Reilly hierbei nennt, ist, dass das Web 2.0 eine Haltung und nicht so sehr eine Technologie darstelle. 11 Web 2.0 ist „[a]n attitude, not a technology.“ 12
Der Begriff bezieht sich somit „primär auf eine veränderte Nutzung und Wahrnehmung des Internets“, 13 die lediglich durch eine ganze Bandbreite immer
neuer Technologien (RSS-Feeds, AJAX, XSLT, Web-Services etc.) Aufschwung erhält und ihrerseits deren Entwicklung forciert. 14 Durch das Wechsel-
spiel zwischen Nutzungsbedürfnis und technischer Weiterentwicklung beginnen sich die Barrieren eines eher als statisch empfundenen Internets (Web 1.0) nach und nach aufzulösen. Diese Grenzüberschreitungen sollen im Folgenden dargestellt (Î 2.1.1-2.1.3) und für die Evaluierung der landeskirchlichen Web-Angebote herangezogen werden (Î2.2.1-2.2.3).
8 http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0 (letzter Zugriff am 07.06.2010).
9 Erwähnung findet der Begriff bereits in der amerikanischen Ausgabe der Fachzeitschrift CIO im Jahr 2003 (vgl. Knorr, Web).
10 O’REILLY, Web 2.0 - letzter Zugriff am 07.06.2010.
11 Diese Engführung wird immer wieder in religionspädagogischen oder medienethischen Aufsätzen vorgenommen: vgl. etwa Neuß, Grenzen, 49.
12 O’REILLY, Web 2.0. Ähnlich bereits 1999 (!) Berners-Lee, Web Report, 65 in Bezug auf das World Wide Web [Hervorhebung J.S.].
13 http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0 (letzter Zugriff am 07.06.2010) [Hervorhebung J.S.].
14 Dementsprechend beschäftigt sich die Fachliteratur zu einem nicht unerheblichen Teil mit soziologischen, kommunikationstheoretischen und psychologischen Fragestellungen. Die Psychologie hat das Thema Web 2.0 ebenfalls für sich entdeckt (vgl. ausführlich http://www.iwm- kmrc.de/www/en/publikationen/index.html).
2 .1.11DassWebb2.00alss„Mitmachnetz““
Eine wesentliche Veränderung besteht darin, dass im Web 2.0 die Trennungen zwischen AutorIn und NutzerIn (‚User’) immer stärker verschwimmen. Zu Recht wird das Web 2.0 daher - wenn auch verkürzt - als „Mitmachnetz“ bezeichnet. Das „Web 2.0 ist im Vergleich zu seinem Vorgänger ‚Web 1.0’ interaktiver, individueller, sozial- und medienintensiver.“ 15
Während 1995 noch alle 18.000 Websites, die weltweit existierten, auf einer Einweg-Kommunikation beruhten, 16 d.h. die Informationen von dem Website-
betreiber zu einem User geleitet wurden, werden heute zahlreiche Möglichkeiten der interaktiven Beteiligung genutzt. Die sinkenden Kosten für die Online-Nutzung, verbraucherfreundliche Webanwendungen sowie der Zusammenbruch großer Medienkonzerne durch das „Platzen“ der Dotcom-Blase an den Neuen Märkten im Jahr 2000, haben diesen Trend beschleunigt. So sind heute neben jungen Startup-Unternehmen immer mehr NutzerInnen direkt an der Erstellung, Bearbeitung, Umgestaltung und Bewertung von Inhalten - bis hin zur (Weiter-)Entwicklung von Webanwendungen - beteiligt. Ende der 90er Jahre zeichnete sich zunächst im Bereich der unterschiedlichen Textformate eine rege Beteiligung ab. Insbesondere die sogenannten Weblogs (kurz: Blogs) verzeichneten zu diesem Zeitpunkt bereits ein schnelles Wachstum. Um die - meist themenspezifischen - Internet-Tagebücher entwickelten sich rasch communities, die ihre Beiträge gegenseitige kommentierten und verlinkten. Der hohe Grad an Vernetzung trug zur noch schnelleren Verbreitung und Kenntnisnahme von Nachrichten bei und machte die neue Interaktionsmöglichkeit für den professionellen Journalismus attraktiv. 17 Die Internetredak-
tionen zahlreicher Zeitungen und Fernsehsender bieten mittlerweile fast
15 HASS, Perspektiven, 11.
16 Vgl. PORTER, Design, 33.
17 Eindrücklich lässt sich dies an der Verbreitung des Afghanistaninterviews verdeutlichen, das im Mai 2010 mitursächlich für den Rücktritt des Bundespräsidenten Horst Köhler war. Das Interview wurde über die Bloggerszene verbreitet und erreichte erst so die Aufmerksamkeit der Medienkonzerne.
selbstverständlich Blogs ihrer RedakteurInnen an. 18 Diese können wiederum
von NutzerInnen kommentiert und bewertet werden.
Eine neuere Unterform des Bloggens ist das sogenannte Mikroblogging, bei dem Nachrichten mit einer maximalen Länge von 140-200 Zeichen auf einem Portal gepostet werden. Im Unterschied zu den Webblogs handelt es sich dabei um möglichst prägnante „Echtzeit-Mitteilungen“, die meist kurzfristig über bisher unveröffentlichte Ereignisse bzw. private Erfahrungen Auskunft geben. Der bekannteste Anbieter für das Mikroblogging ist Twitter, über den auch per Handy 19
sogenannten „Tweets“ gepostet werden können.
Eine komplexere Form der textbasierten User-Beteiligung stellen die sogenannten Wikis dar, die als Phänomen kollektiver Intelligenz das gemeinschaftliche Erarbeiten von Texten bis hin zu ganzen Enzyklopädien ermöglichen. Zur Popularisierung dieses Konzepts hat insbesondere die Plattform Wikipedia beigetragen. Daneben gibt es jedoch eine ganze Reihe weniger erfolgreicher Wikis, wie Wikiweise oder Citizendium, die durch hauptamtliche Redakteure eine Qualitätssicherung gewährleisten sollen oder berufsspezifische Fachbeiträge anbieten.
2 .1.22MultimedialitättunddMultimodalitättvonnWebanwendungenn
Das Interaktionsangebot ist im Web 2.0 längst nicht mehr auf Textformate beschränkt. Durch die Zunahme der Bandbreiten und die technische Möglichkeit auf größere Datenmengen dezentral zurückzugreifen, können User mittlerweile immer leichter größere Bild-, Audio- und Videodateien im Web einstellen und verwalten. So werden herkömmliche Blogs nicht nur durch Bilddateien oder Videos ergänzt und vertieft, sondern zum Teil treten an ihre Stelle Videoblogs. Mehrere erfolgreichen Webdienste haben in den letzten Jahren die nötigen Plattformen für einen Austausch solcher Medien bereitgestellt und dazu beigetragen, dass Daten nicht mehr allein lokal, sondern in immer stärkerem Maß extern gespeichert und a bgerufen werden können. Die berühmtesten Beispiele
18 Vgl. z.B. http://blog.zdf.de/zdfdasblog/, http://blog.tagesschau.de/, http://www.zeit.de/blogs.
19 Die Zunahme an mobilen Netzendgeräten (PDAs, Blackberrys und internetfähigen Mobiltelefonen) wird zur weiteren Etablierung des Mikroblogging beitragen. Mittlerweile haben auch alle größeren sozialen Netzwerke diese Funktion integriert.
solcher Dienste sind YouTube (Video-Portal), Flickr (Foto-Portal), Last.fm (Musik-Portal) und SlideShare (Portal für Präsentationen). Ihre Angebote beschränken sich, anders als immer wieder behauptet, längst nicht mehr allein auf Unterhaltungsmedien. 20 Wie beim Blogging bieten die Portale die Mög-
lichkeit zur Kommentierung von Videos, Bildern und Musikbeiträgen. So lassen sich beispielsweise Videos auf YouTube mit anderen Videos verlinken oder durch Fotos, Texte, Audiodateien und Videos kommentieren. Sogenannte
Mashups
ermöglichen zudem eine immer weiter reichende Ver-
technische Fähigkeiten Abbildungg11WelcheeSchiffeesinddderzeittauffdennWeltmeerennunter
wegs??DieseeKarteeverrättess--Quelle::http://www.marinetraffic.com..
möglich ist, zahlreiche Programmdaten zu kombinieren und neue Applikationen zu schaffen, zeichnet sich im Web 2.0 ein regelrechter „Mash-Up-Hype“ 22 ab. Häufigstes Anwendungs-
beispiel ist die Einbindung der Google-Dienste „Maps“ und „Earth“, deren Karten sich durch individuelle Markierungen (Fotos, Symbole, Videos, Texte) ebenso wie durch aufwendige Simulationen (Abb. 1) ergänzen lassen. Mashups tragen vor allem zu einer Multimodalität von Internetseiten bei, da mit ihrer Hilfe Video- und Audiodateien nicht mehr an ein Portal (z.B. YouTube)
20 Gegen NEUß, Grenzen, 49ff. Vgl. hierzu allein das Unterportal YouTube Edu, das zahlreiche Beiträge aus unterschiedlichen Spaten des Bildungsbereichs bietet.
21 „Mashups can be considered to have an active role in the evolution of social software and Web 2.0“ (http://en.wikipedia.org/wiki/Mashup_%28web_application_hybrid%29 - letzter Zugriff am 07.06.2010).
22 HASSLER, Mashups, 65. Die Webseite http:// www.programmableweb.com (letzter Zugriff am 07.06.2010) listet derzeit bereits über 4800 solcher Mashups auf.
gebunden sind, sondern sich als bewegliche Webanwendung auf jeder Internetseite frei platzieren und kombinieren lassen. Eine umständliche Weiterleitung von einer Website zur nächsten bzw. zu einem reinen Video- oder Audioportal, wie es noch vor einigen Jahren üblich war, ist damit überflüssig geworden. Diese Entwicklung hat zusammen mit der fortschreitenden Digitalisierung der Medien zu einer Konvergenz der bisher isolierten Medienbereiche Internet, Telekommunikation (vgl. Skype), Rundfunk und Printpublizistik geführt. Das Internet entwickelt sich zur Universalplattform.
2 .1.33SozialeeNetzwerkeeunddWebbPortalee
Angesichts einer ständig steigenden Datenflut im Internet und der - z. T. damit einhergehenden - Unverifizierbarkeit von Informationen, sind in den letzten Jahren verlässliche Angebote im Netz immer gefragter geworden. Vor diesem Hintergrund stellen Soziale Netzwerke und Web-Portale einen kaum zu überschätzenden Zukunftstrend der derzeitigen Internetentwicklung dar. 23 Diese
Tatsache ist insofern überraschend, als gerade soziale Netzwerke - wie Facebook, MySpace oder das deutsche SchülerVZ - in den vergangenen Jahren eher durch die Verletzung von Persönlichkeitsrechten und Datenschutzbestimmungen auf sich aufmerksam gemacht haben. Unbeschadet dieser Tatsache gilt: „Social-Web-Anwendungen sind die am schnellsten wachsenden Portale im Web.“ 24
Ein Grund für diese Entwicklung ist, dass Soziale Netzwerke leicht nutzbare Funktionen und Anwendungen zur Interaktion bieten und einen Großteil der neueren Technik auf einem Portal vereinen. So können BenutzerInnen über ein persönliches Profil ihre Daten und Informationen verwalten und einem selbst gewählten Kreis oder dem gesamten Netzwerk zugänglich machen. Darüber hinaus können „Freundeslisten“ verwaltet, multimediale Inhalte eingestellt, kurze „Statusmeldungen“ gepostet und individuelle Nachrichten - ähnlich wie Emails - verschickt werden.
23 Vgl. PORTER, Design, 29.
24 AaO, 37.
Längst dienen Soziale Netzwerke nicht mehr allein dem privaten Austausch unter Freunden. Zunehmend werden an dieser Stelle auch Unternehmen, politische Parteien, NGOs und Interessengruppen aktiv. Die BenutzerInnen können all diesen Gruppen unkompliziert beitreten und so auf die hier bereitgestellten Daten Zugriff erlangen bzw. diese kommentieren. Immer häufiger etablieren sich im Netz auch berufsspezifische Web-Portale, die für zugangsberechtigte Personen Daten und Informationen aufbereiten und ihren BenutzerInnen an der Weiterentwicklungen dieser Daten zu beteiligen. Im Mai 2010 ist mit dem Online-Portal „Geistreich“ (http://www.geistreich.de) ein solches Angebot im kirchlichen Bereich online gegangen. Aber auch im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg lassen sich bereits Internetangebote finden, die eine Reaktion auf die beschrieben Entwicklungen darstellen.
Arbeit zitieren:
Jan Rüggemeier, 2010, Das Web 2.0 als Instrument der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, München, GRIN Verlag GmbH
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