Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Diagnose: Depressionen erkennen 2
2.1. Erscheinungsmerkmale und Komorbidität 2
2.2. Diagnosemöglichkeiten: Verhaltensbeobachtung und Eltern-Schüler-Gespräch 3
2.3. Folgen und Auswirkungen der Krankheit 4
3. Prävention und Intervention 5
3.1. „Risiko“ Schule und weitere Risikofaktoren 5
3.2. Die Rolle des Lehrers 6
3.3. Präventive Gestaltung des Unterrichts 7
4. Fazit 8
5. Literaturverzeichnis 10
1
1. Einleitung
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schüler im Jugendalter an Depressionen erkrankt, liegt bei ca. 18%. Damit ist dieser Anteil nicht wesentlich geringer als bei Erwachsenen. Ein Großteil der Erkrankungen hat somit ihren Ursprung bereits im Jugendalter. Industrieländer betreffend ist darüber hinaus eine deutliche Zunahme von depressiven Störungen in den vergangenen Jahrzehnten zu verzeichnen. 1
Angesichts dieser drastischen Entwicklung besteht gerade innerhalb der Schule Handlungsbedarf. Weil die Leistungsanforderungen an Schüler in den letzten Jahren scheinbar stark angestiegen sind, beansprucht die Schule Jugendliche immer mehr. Oft bleibt neben Hausaufgaben und Lernen nicht die Zeit, sich ausgiebig mit Freunden zu treffen oder individuellen Hobbies nachzugehen. Dazu kommt, dass sich viele Eltern aufgrund der aktuellen Arbeitsmarktsituation nicht mehr ausreichend um ihre Kinder kümmern können. Immer öfter sind beide Elternteile berufstätig, immer öfter und vor allem früher werden alternative Betreuungseinrichtungen genutzt. Dieser Zustand wirkt sich zusätzlich negativ auf die ohnehin schwierige Pubertätsphase aus. Die Probleme der Jugendlichen kommen häufig zu kurz und werden nicht ansprechend bewältigt. Die Folgen sind dabei nicht zu unterschätzen!
Der Druck auf Jugendliche wird offenbar immer größer. Gleichzeitig wächst die Anzahl an psychischen Erkrankungen - gerade auch in Deutschland. Jugendliche scheinen im Vergleich besonders häufig von diversen Störungen betroffen zu sein. Angststörungen, Essstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen und eben Depressionen sind nur ein kleiner Teil aller möglichen Störungsbilder. Was kann die Schule bzw. ein Lehrer bezüglich Diagnose und Prävention von Depressionen leisten? Dieser Frage möchte ich im Rahmen dieser Hausarbeit nachgehen. Im ersten Teil werde ich mich hauptsächlich mit der Diagnose von Depressionen befassen. Dazu werde ich den Fragestellungen nachgehen, wie sich die Krankheit bei Jugendlichen äußert, was mögliche Begleiterscheinungen sind und welche schulischen und persönlichen Folgen die Krankheit für den betroffenen Schüler haben kann. Im zweiten Teil werde ich mich mit Präventions- und Interventionsmöglichkeiten auseinandersetzen. Es soll dabei vorrangig um die Fragen gehen, wie sich die Schule als möglicher Risikofaktor auf Jugendliche auswirken und wie der Krankheit Depression vorgebeugt werden könnte. Diesbezüglich werde ich Möglichkeiten für einen präventiv gestalteten Unterricht aufzeigen.
1 vgl. Klicpera, Christian & Gasteiger-Klicpera, Barbara: Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter, Wien 2007, S. 63.
2
2. Diagnose: Depressionen erkennen
Als Lehrer ist es nicht leicht, bei Schülern bestimmte Krankheiten oder Störungen zu erkennen und einzuordnen. Oft fehlen sowohl zeitliche als auch materielle Ressourcen, um eine angemessene Diagnose zu stellen. Gerade als Lehrer ist es jedoch äußerst wichtig, in bestimmten Fällen einzugreifen und unterstützende Maßnahmen einzuleiten - vor allem, wenn die Unterstützung aus dem Elternhaus nicht gegeben ist. Wichtig ist es deshalb, die Symptome der verschiedenen Krankheiten - zumindest ansatzweise - zu kennen. Das Klassifikationssystem DSM-IV unterscheidet u.a. zwischen der »Major Depression« und der »Dysthymie«. Während Letztere durch weniger Symptome, jedoch einen länger andauernden Verlauf gekennzeichnet ist, äußert sich eine »Major Depression« in einem höheren Schweregrad mit entsprechend stärkerer Beeinträchtigung. 2 Dennoch überschneiden sich die Erscheinungsmerkmale beider Ausprägungen in einem hohen Maße. Beide Formen der Depression können im schulischen Umfeld anzutreffen sein und müssen folglich ernstgenommen werden.
2.1. Erscheinungsmerkmale und Komorbidität
Nach Patrick Pössel ist die Depression den internalisierenden Störungen zuzuordnen. „Störungen dieser Gruppe sind nach außen häufig schwer zu erkennen, da sich ihre Kernsymptome auf Beeinträchtigungen des inneren Erlebens und der Gefühls- und Stimmungslage sowie auf passives, defensives und vermeidendes Verhalten beziehen.“ 3 Diese Schwierigkeit der richtigen Diagnose lässt sich folglich nur durch eine genaue Kenntnis der häufigsten Symptome überbrücken.
Eine Depression kann sich bei Jugendlichen verschieden äußern und je nach Schwere der Erkrankung bzw. dem Stadium unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Gemeinsam ist den meisten Betroffenen wohl die allgemeine depressive Verstimmung, die sich wiederum in einer andauernden Niedergeschlagenheit und Traurigkeit äußert.
Darüber hinaus können laut Klicpera und Gasteiger-Klicpera auf der psychischen Ebene auch Affektveränderungen wie eine ausgeprägte Ängstlichkeit und/oder eine erhöhte Reizbarkeit auftreten. Viele Jugendliche würden sich in einer depressiven Phase sehr einsam fühlen und denken, dass sie von niemandem gemocht oder geliebt werden. Das Selbstwertgefühl sei darum bei den meisten stark beeinträchtigt und könne sowohl zu Selbstkritik als auch zu
2 vgl. Gasteiger/Klicpera: a.a.O., S. 58f.
3 Pössel, Patrick: Depression/Suizidalität, in: Schneider, Silvia u. Margraf, Jürgen (Hrsg.): Lehrbuch der Verhaltenstherapie,
Band 3: Störungen im Kindes- und Jugendalter, Berlin [u.a.] 2009, S. 664.
Arbeit zitieren:
Linda Lau, 2011, Depression und Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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