Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis 2
Abk ürzungsverzeichnis 4
1 Einleitung 5
2 Wissenschaftliche Grundlagen 6
3 Methoden 11
4 Ergebnisse 12
4.1 Folsäure, Homocystein, Vitamin B 12, Vitamin B6 12
4.2 Fischkonsum und Fettsäuren 16
4.3 Mediterrane Diät und Ernährungsweisen 22
5 Diskussion 31
5.1 Wirkungen von Folsäure, Homocystein, Vitamin B12 und B6 31
5.2 Fischverzehr und Fettsäuren. Einfluss auf AD? 34
5.3 MeDi, Ernährungsweisen und Wirkung auf das Risiko für AD 38
5.4 Gesamte Betrachtung der Ergebnisse 42
5.5 Berücksichtige Störfaktoren 44
6 Zusammenfassung 46
7 Summary 48
Literaturverzeichnis 50
1
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Klinische Diagnosekriterien für die „wahrscheinliche“ und „mögliche“ AD nach NINCDS-ADRDA (DGPPN, DGN 2009) ...................................................... 7
Tab. 2: Beziehung zwischen Folsäureaufnahme (in Quartilen) und Inzidenz von
AD. (Luchsinger et al. 2007) ................................................................................... 13
Tab. 3: Einteilung des Fischverzehrs in Kategorien (eigene Darstellung) ......... 16
Tab. 4: Beziehung zwischen DHA und EPA und dem Risiko für AD (eigene
Darstellung) ............................................................................................................. 17
Tab. 5: Wirkung von Wirkung von -Linolensäure auf das AD-Risiko in Abhängigkeit vom APOE4 Genotyp (eigene Darstellung) ................................... 17
Tab. 6: Einteilung des Fischverzehrs in vier Kategorien (eigene Darstellung) .. 20
Tab. 7: Einteilung der Lebensmittel in sieben Kategorien (eigene Darstellung) 22
Tab. 8: Werte für vorteilhafte und nachteilhafte Nahrungskomponenten (eigene
Darstellung) ............................................................................................................. 23
Tab. 9: Festgelegte Werte für die Alkoholaufnahme (eigene Darstellung) ......... 23
Tab. 10: Festgelegte Werte für Fettaufnahme (eigene Darstellung) ................... 23
Tab. 11: Anteile der Teilnehmer an den MeDi-Tertilen (eigene Darstellung) ...... 26
Tab. 12: Lebensmittel der identifizierten Ernährungsweise (eigene Darstellung)
.................................................................................................................................. 28
Tab. 13: Einteilung der Lebensmittel nach Kategorien (eigene Darstellung) ..... 29
2
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Kumulative Inzidenz für AD für den Ausgangswert der PC-DHA Konzentration im höchsten Quartil im Vergleich zu den 3 niedrigeren Quartilen.
(Schaefer et al. 2006) ................................................................................................ 21
Abb. 2: Mittelwerte und Standardabweichungen für den MeDi-Gesamtwert (Mediterranean Diet Score) für Personen mit AD und ohne AD. (Scarmeas et al.
2006) ......................................................................................................................... 24
Abb. 3: Odds Ratio und 95% Konfidenzintervalle für Personen mit AD im Vergleich zu Personen ohne AD für die MeDi-Tertile. Berechnet wurden die Daten nach dem Regressionsmodell angepasst an Kohorte, Geschlecht, Alter, Ethnizität, Bildung, APOE Genotyp, Kalorienaufnahme, Rauchen, Komorbidität und BMI. (Scarmeas et
al. 2006) .................................................................................................................... 25
Abb. 4: Überlebensrate der Personen im niedrigsten, mittleren und höchsten MeDi-
Tertil. (Scarmeas et al. 2007) .................................................................................... 27
3
Abkürzungsverzeichnis
AD: Alzheimer-Demenz
APOE4: Apolipoprotein-E-4-Allel BMI: Body Mass Index CSBA: Conselice Study of Brain Aging DHA: Docosahexaensäure, engl. docosahexaenoic acid EPA: Eicosapentaensäure, engl. eicosapentaenoic acid EUFS: einfach ungesättigte Fettsäuren GFS: gesättigte Fettsäuren LKB: Leichte kognitive Beeinträchtigung MeDi: Mediterrane Diät MMSE: Mini-Mental-State-Examination MUFS: mehrfach ungesättigte Fettsäuren n-3 MUFS: mehrfach ungesättigte Omega-3 Fettsäuren n-3 PUFAs: n-3 polyunsaturated fatty acids n-6 MUFS: mehrfach ungesättigte Omega-6 Fettsäuren PC-DHA: Phosphatidylcholine-DHA USA: United States of America
WHICAP: Washington Heights-Inwood Columbia Aging Project
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1 Einleitung
Die vorliegende Bachelorthesis befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen verschiedenen Ernährungsfaktoren und der Entstehung von Alzheimer Demenz (AD). Hierzu wurden Studien zur Wirkung einzelner Nährstoffe Folsäure, B-Vitamine, Fettsäuren sowie gesamten Fischkonsums und gesamter Ernährungsweisen auf das Risiko für AD ausgewertet. Die Zahl der Erkrankten wird in den nächsten Jahrzehnten auf Grund des demographischen Wandels und der immer älter werdenden Bevölkerung stark ansteigen. Weltweit waren im Jahr 2007 ca. 29 Millionen Menschen an AD erkrankt (Freischem 2011). Prognosen der Vereinten Nationen schätzen, dass sich die Zahl bis 2050 auf ca. 106 Millionen Menschen erhöht hat (Freischem 2011). Die Krankheit betrifft nicht nur die Patienten selbst, sondern auch Angehörige, Ärzte, Pflegepersonal und die gesamte Bevölkerung. Ziel der Bachelorthesis ist es herauszufinden, ob bestimmte Nährstoffe oder eine Ernährungsweise das Risiko für AD mindern können. Nach derzeitigem Stand des Wissens können noch keine Ernährungsempfehlungen zur Prävention von AD gegeben werden.
5
2 Wissenschaftliche Grundlagen
Unter einer Demenz versteht man eine erworbene Verminderung der kognitiven Fähigkeiten, die das Alltagsleben beeinträchtigt (Berlit 2007). Die Krankheit schreitet chronisch-progredient fort (Mattle 2006). Bei einer Demenz liegt keine Bewusstseinsstörung vor. Charakteristisch sind Persönlichkeitsveränderungen und neurologische, sowie neuropsychologische Ausfälle. Rund 50% aller Demenzen sind vom Alzheimer Typ. Die Prävalenz für AD hängt vom Alter ab. Bei den unter 60 jährigen liegt sie bei 0,04%, bis zum 70.Lebensjahr sind es 1%, zwischen 80 und 84 Jahren beträgt die Prävalenz 9% und ab einem Alter von über 95 Jahren 40-50%. Für Frauen ist das Erkrankungsrisiko 20-30% höher als für Männer. Eine leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) kann ein Vorstadium der AD sein. Circa 80% der Patienten mit LKB bekommen innerhalb von sechs Jahren eine AD. (Berlit 2007) Pathogenese:
Die AD ist durch eine Atrophie der Hirnrinde gekennzeichnet. Die Abnahme der kortikalen Synapsendichte frontal und temporobasal ist am deutlichsten ausgeprägt. Cholinerge Zellverbände des basalen Vorderhirns und der Nukleus Basalis Meynert erleiden einen erheblichen Zelluntergang (Förstl 2009). Histologisch zeigen sich
Ablagerungen, die Tau-Protein (Alzheimer-Fibrillen) oder -Amyloid-Peptide (senile Plaques) enthalten. Beide führen zum Funktionsverlust und Untergang der Neuronen. (Berlit 2007) Diagnostik:
Die Mini-Mental-State-Examination (MMSE) eignet sich gut zur Frühdiagnose. Der Test dauert 10-15 Minuten und umfasst folgende Funktionsbereiche: Orientierung, Merkfähigkeit, Sprache, Lesen, Rechnen, Praxis, Erkennen, räumliches Denken und Aufmerksamkeit. Maximale Punktzahl ist 30. Eine leichte Demenz liegt zwischen 18 und 24 Punkten vor, eine mittelgradige Demenz zwischen 10 und 17 Punkten. Unter 10 Punkte entspricht einer schweren Demenz. Die Validität des Tests reicht für die Diagnose einer Demenz aus. Im Magnetresonanztomogramm und
Computertomogramm ist eine globale Hirnatrophie zu erkennen. Das Elektroenzephalogramm zeigt eine allgemeine Verlangsamung des Grundrhythmus.
Im Liquor können zur Sicherung der Diagnose -Amyloid und Tau-Protein analysiert
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werden. (Berlit 2007) Die Diagnose der AD erfolgt meist mit Hilfe der Kriterien des National Institute of Neurological and Communicative Disorders and Stroke and the Alzheimer’s Disease and Related Disorders Associations (NINCDS-ADRDA). Die für die Bachelorthesis ausgewählten Studien, verwenden diese Kriterien einheitlich. (Tab. 1)
Tab. 1: Klinische Diagnosekriterien für die „wahrscheinliche“ und „mögliche“ AD nach NINCDS-ADRDA (DGPPN, DGN 2009)
Risikofaktoren:
Mit dem Lebensalter steigt die altersbezogene Prävalenz der AD exponentiell an. Eine Reihe anderer Faktoren, wie zum Beispiel eine Vorschädigung des Gehirns (durch Schädel-Hirn-Traumata u.a.), somatische Störungen (zum Beispiel Hypothyreose, Östrogenmangel, Hypercholesterinämie) oder psychische
Erkrankungen (Depression u.a.) sind in der Diskussion. (Förstl 2009) Bestimmte genetische Konstellationen steigern ebenso das Erkrankungsrisiko. Ist die Familienanamnese mit weiteren neurodegenerativen Erkrankungen oder Mongolismus belastet, erhöht sich das Erkrankungsrisiko. (Förstl 2009) Ein Defekt des Chromosoms 21q, auf dem das Amyloid-Präkursor-Gen liegt, ist mit familiären AD-Fällen assoziiert (Mattle, Mumenthaler 2010). Menschen mit Trisomie 21 bekommen in der Regel ab einem Alter von 30 Jahren eine AD (Mattle, Mumenthaler 2010). Das Apolipoprotein-E4-Allel (APOE4) auf Chromosom 19 ist bei ca. 15% der Bevölkerung zu finden. Bei Heterozygotie verdreifacht sich das Erkrankungsrisiko. Bei Homozygotie verzehnfacht es sich. Ungefähr 60% der Patienten mit diagnostizierter AD tragen hetero- oder homozygotes APOE4. Krankheitsverlauf und Symptomatik:
Der Verlauf einer AD lässt sich in vier Stadien einteilen. Im Vorstadium der AD zeigen die Patienten schon Jahre vor der eindeutigen Entwicklung subtile neuropsychologische Defizite. Diese zeigen sich zum Beispiel beim Abspeichern neuer Informationen, beim planvollen Handeln oder dem Rückgriff auf semantische Gedächtnisinhalte. Da die Defizite sehr gering sind, machen sie sich nur bei anspruchsvolleren Aufgaben bemerkbar. Im Nachhinein wird meist festgestellt, dass sich die Patienten schon Jahre vor der Ausprägung eindeutiger Defizite zurückziehen. Sie meiden Herausforderungen, bearbeiten Alltagsaufgaben nachlässiger und versuchen, Probleme zu kaschieren. Dem Patienten kann eine „Alzheimer-Persönlichkeit“ unterstellt werden. Im leichten Demenzstadium zeigen sich Schwierigkeiten beim Lernen und der Erinnerung. Bei alltäglichen Aufgaben werden die kognitiven Defizite sichtbar. Eine leichte AD ist gekennzeichnet durch abnehmendes Vokabular, stockende und unpräzise Sprache. Wortfindungsstörungen sind möglich und die räumliche Orientierung ist beeinträchtigt. Im leichten Demenzstadium sind die Patienten durchaus noch in der Lage allein zu leben und zurechtzukommen. Unterstützung benötigen sie bei anspruchsvolleren Aufgaben.
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Desweiteren können leichte und wechselhafte depressive Symptome auftreten. Die depressiven Symptome sind eine emotionale Reaktion auf die nachlassende Leistungsfähigkeit. Ca. 3 Jahre nach Diagnosestellung beginnt das mittelschwere Demenzstadium. Das Neugedächtnis ist stark beeinträchtigt. Eine jährliche Verschlechterung des MMSE von 3-4 Punkten ist zu erwarten. Zunehmend kommt es zu gestörtem logischen Denken, Planen und Handeln, Wortfindungsstörungen und Paraphrasien. Die Patienten verlieren oft die Einsicht in ihre Krankheit. Komplexere Handlungsabläufe können nicht mehr allein bewältigt werden. Die Patienten benötigen Hilfe im Haushalt, beim Anziehen, beim Essen und anderen alltäglichen Dingen. Sie wirken zunehmend räumlich desorientiert und nehmen optische und akustische Umgebungsreize nicht mehr richtig wahr. Emotionen haben die Patienten oft nicht mehr unter Kontrolle und verbale oder physische Aggressionsausbrüche können auftreten. Im Stadium der mittelschweren AD benötigen die Patienten umfassende Beaufsichtigung und Hilfe. Aggressivität, Ruhelosigkeit, Desorientierung und Inkontinenz erschweren die häusliche Pflege und führen zu einer Heimaufnahme. Ungefähr sechs Jahre nach Diagnosestellung finden sich die Patienten in einem schweren Demenzstadium. Alle kognitiven Funktionen sind schwer beeinträchtigt. Die Sprache reduziert sich auf einfache Wörter und Phrasen. Die Patienten können einfachste Bedürfnisse nicht mehr äußern und sind vollkommen abhängig von den Pflegenden. Manche Patienten behalten stereotype motorische Abläufe wie Schreien oder Umherwandern. Rastlosigkeit und Aggressivität können Ausdruck von Schmerzen sein. Die Patienten müssen bei einfachsten Handlungen unterstützt werden. Verstärkt treten Harn- und Stuhlinkontinenz auf. Neurologische Störungen (Myoklonie, epileptische Anfälle, parkinsonoider Rigor) sind keine Seltenheit. Dadurch, dass viele der Patienten bettlägerig werden kann es zu Kontrakturen, Dekubiti, sekundärer Muskelatrophie und einer negativen Elektrolytbilanz kommen. Das Risiko für Thrombose und Embolien steigt an. Am häufigsten sterben die Patienten an Pneumonie, Myokardinfarkt und Sepsis. (Förstl 2009) Pharmakotherapie:
Eine wirksame medikamentöse Therapie gibt es bis jetzt nicht. Zentrale Cholinesterasehemmer (Donepezil, Rivastigmin, Galantamin) können die Progredienz verzögern. Durch die Hemmung der Cholinesterase wird die Acetylcholinkonzentration im synaptischen Spalt erhöht. Dies verbessert die
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kognitiven Leistungen und die Alltagskompetenz vorrübergehend. Die Verschlechterung der Krankheit kann somit für ungefähr ein Jahr aufgehalten werden. Cholinesterasehemmer werden bei leichter oder moderater AD verschrieben. Bei einer schweren AD ist Memantine wirksam. Memantine wirkt als nichtkompetitiver Antagonist am glutamatergen NMDA-Rezeptor für Lernprozesse. Der NMDA-Rezeptor wird durch übermäßige Glutamatausschüttung bei der AD geschädigt. (Berlit 2007) Gingko-biloba Präparate sollen ebenfalls einen günstigen Einfluss auf AD haben, ihr Nutzen wurde bisher nicht nachgewiesen. Ernährungstherapie/-maßnahmen:
Eine AD geht häufig mit einem Gewichtsverlust einher. Hierfür werden unterschiedliche Gründe genannt, wie zum Beispiel eine gestörte Appetitregulation, erhöhter Energieverbrauch durch Unruhe, sowie alterstypische Gründe (Immobilität, Kau-und Schluckprobleme, Medikamentennebenwirkungen, reduzierte
Sinneswahrnehmung). AD-Patienten bevorzugen sehr süße Speisen, weil die Geschmackspapillen für das Süßempfinden zuerst degenerieren. Hunger- und Durstempfinden können häufig nicht mehr geäußert werden. Deshalb wird empfohlen, die individuellen Bedürfnisse und die Essbiographie zu ermitteln. Die Mahlzeiten sollen in einer angemessenen Atmosphäre eingenommen werden. Sogenannte „family-style-meals“ begünstigen die funktionalen Fähigkeiten und Aktivitäten der Betroffenen (Menebröcker 2011). Zu einem „family-style-meal“ gehören das Essen in abgestimmter Tischgemeinschaft und ein vollständig gedeckter Tisch. Während der Mahlzeiten sollten keine Störungen von außen auftreten, da Patienten sich leicht ablenken lassen. Eine qualifizierte Betreuung während der Mahlzeiten ist wichtig. Die veränderte Sinneswahrnehmung erschwert die Nahrungsaufnahme. Häufig reicht es aus die Speisen in mundgerechten Stücken als Fingerfood anzubieten. Dies kann die Patienten zum Essen anregen. Schluckstörungen können eine weitere Ursache für Probleme bei der Nahrungsaufnahme sein. Falls Schluckstörungen festgestellt werden, müssen Speisen und Getränke in differenzierter Konsistenz angeboten werden. Zunächst sollte auf pürierte Kost verzichtet werden. Getränke lassen sich andicken. Die Empfehlungen zur Kalorien-und Nährstoffzufuhr sind denen für andere Senioren gleich. Allerdings steigt bei den meisten AD-Patienten der Grundumsatz durch Unruhe, ständige Bewegung, Stress und Begleiterkrankungen. Solange die Patienten ihr Gewicht halten, besteht meist keine Gefahr einer Unterversorgung. Empfohlen
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Arbeit zitieren:
Laura Zimmer, 2011, Zusammenhang von Ernährungsfaktoren und Alzheimer-Demenz, München, GRIN Verlag GmbH
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