seine eigentliche Bedeutung (vgl. Teuschel 2010: 4 ff.). Deswegen möchte ich zunächst versuchen eine genauere zu Definition geben: Wie schon erwähnt bedeutet der Begriff so viel wie anpöbeln oder schikanieren. Zu Mobbing gehört zusätzlich, dass eine Person ausgeschlossen und belästigt wird. Dabei ist es von Bedeutung, dass die Belästigungen geplant, systematisch und immer wieder auftreten. Das heißt, dass das Mobbing seitens der Täter oder den Tätern über eine längere Zeitspanne hinweg auftreten muss. Einmalige Ereignisse, wie etwa ein Wutausbruch einem Menschen gegenüber oder Ähnliches, sind kein Mobbing. Auch wenn zwei Gruppen in verbale oder gewalttätige Auseinandersetzungen geraten, heißt es nicht, dass es gleich unter Mobbing fällt (vgl. Gebauer 2007: 29 ff.). Es ist aber durchaus möglich, dass sich ein leichter Konflikt zuspitzt und dadurch eine Basis für einen Mobbing-Prozess bietet (Böcker 2006: 37). Mobbing heißt im Bezug auf Schule, dass ein Schüler über mehrere Monate schikaniert und ausgegrenzt wird. Das Mobben läuft meistens verdeckt ab, denn der Täter versucht sich selbst dadurch schützen und nicht aufzufallen. Täter und auch Opfer senden aber meist Signale, diese sollten von Erwachsenen wahrgenommen und geklärt werden, denn die Betroffenen haben meist nicht die Kraft selbstständig aus der Situation herauszukommen. Da Lehrer oft die Situation der Gemobbten unterschätzen und dadurch nicht beachten, unterstützen sie, wenn auch unbewusst, die Täter. Im Normalfall sind alle Schüler in der Klasse über die Situation informiert. Deswegen ist Mobbing kein individuelles, sondern ein soziales Phänomen, welches alle betrifft und auch von allen Beteiligten gelöst werden sollte (vgl. Gebauer 2007: 29 ff.).
3. Erscheinungsformen von Mobbing in der Schulklasse …………………………………… Es gibt ein breites Spektrum an Erscheinungsformen, einige möchte ich im Folgenden aufführen:
• Schulmaterialien oder Kleidungsstücke des Opfers werden beschädigt oder verschwinden plötzlich • Das Fahrrad wird beschädigt
• Über den Schüler oder die Schülerin wird hinter dem Rücken schlecht geredet, es werden Lügen und Gerüchte verbreitet
• Die oder der Betroffene wird aus sozialen Verbindungen gänzlich ausgeschlossen • Das Opfer wird immer wieder vor der ganzen Klasse lächerlich gemacht, beispielsweise wenn es eine Aufgabe an der Tafel löst
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• Mitschüler fangen in der Gegenwart von jemandem an zu flüstern, sie machen Andeutungen
• Ein und dieselbe Person wird ständig bei Gruppenarbeiten ausgeschlossen • Es wird demjenigen verboten sich aktiv am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen • Kinder die sich auf die Seite des Opfers stellen werden unter Druck gesetzt und im Extremfall mit gemobbt
• Es kommt zu körperlicher Gewalt in Form von treten, spucken etc. • Die Nahrung des Opfers wird immer wieder verunreinigt • Es kommt zu sexuellen Beschimpfungen, oder Anspielungen und Provokationen • Die Diffamierungen werden dem Opfer in Form von Worten mitgeteilt oder erfolgen als Zetteln, in e-Mails oder als Nachrichten auf das Handy • Andere Kinder werden gegen das Opfer aufgehetzt • Die Täter nehmen bestimmte persönliche Merkmale des Opfers ins Visier, beispielsweise die Nase die Kleidung, eine Weltanschauung, die Frisur oder die Behinderung
• Jemand wird fortlaufend als dumm dargestellt und mit oder ohne Waffen bedroht • Dem Opfer werden Verletzungen zugefügt • Es kommt zu Erpressungen von Wertgegenständen oder Geld
Viele dieser genannten Merkmale kommen immer mal wieder vor in der Schulzeit, was aber nicht gleich unter Mobbing fällt. Erst wenn eins oder mehrere der genannten Punkte über eine längere Zeitdauer auftreten, spricht man von Mobbing (Gebauer 2007: 30 ff.).
4. Mobbing in der Schule - Entstehungsbedingungen …….
Natürlich liegen wichtige Ursachen für das Mobbing in Schulen auch im familiären und gesellschaftlichen Bereich. Es ist aber wichtig zu erwähnen, dass die Schule ein potentieller Ort ist, an dem das Mobbing umgesetzt wird. Deswegen hat die Schule auch die Aufgabe, dass gegen Mobbing vorgegangen wird. Für die Entstehung von Mobbing ist nämlich das Schulklima von großer Bedeutung. Dabei gibt es mehrere Bedingungen die die Entstehung von Mobbing negativ begünstigen. Ein fehlendes Lehrerengagement und eine Laissez-Faire-Haltung des Lehrers können Mobbing beispielsweise sehr negativ begünstigen. Auch schlechte soziale Bedingungen wie etwa mangelnde kommunikative Fähigkeiten der Schüler sind zum Nachteil, da diese eher Schwierigkeiten haben, Konflikte kommunikativ und friedlich zu lösen. Ferner wirkt sich eine gestörte Lehrer-Schüler Beziehung sehr ungünstig
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auf das Schulklima aus, diese tritt ein wenn sich beide Parteien abwertend gegenüber stehen oder die Kommunikation vermeiden. Auch ein Lehrer der einen Schüler offen und ständig blamiert oder ihn sozial etikettiert, indem er ihn beispielweise vorwirft ein Nichtsnutz zu sein, schafft eine Grundlage auf der die anderen Schüler agieren können. Der Lehrer ist auch in seinem Erziehungsverhalten ein großes Vorbild. Wenn er versucht seine Ziele nur durch Bestrafungen zu erreichen, dann besteht die Gefahr, dass Schüler dieses Verhalten nachahmen, weil sie denken, dass man seine Ziele durch Bestrafung erreichen kann. Ein weiterer wichtiger Punkt sind Klassenregeln. Wenn ein chaotisches Klima herrscht und Schüler glauben das Regeln nicht verbindlich sind, wird die Schule als eine Art rechtsfreier Raum gesehen, in dem sich jeder nach Belieben verhalten kann. Auch eine eintönige und reizlose Gestaltung des Klassenraumes und des Schulgeländes bzw. Schulgebäudes fördert eine schlechte Atmosphäre und kann Auslöser eines schlechten Schulklimas werden, welches wiederum zu Mobbing führen kann. Letztendlich kann eine mangelnde Identifikation und Verbundenheit mit der Schule ein schlechtes Schulklima fördern. Die Schüler haben dadurch ein schwächeres Zusammengehörigkeitsgefühl, welches sich auf das Verhalten der Schüler auswirkt. …… …… ………………………………………………………………. …. …
Ferner ist das Lernklima von großer Bedeutung, deswegen sollten Faktoren die die Entstehung von Mobbing begünstigen auch hier vermieden werden. Dazu gehören beispielsweise Lerninhalte die sehr wenig Lebensweltbezug haben. Ein langweiliger Unterricht oder Leistungsunterforderung bewirken, dass Schüler mit der Zeit möglicherweise Aggressionen aufbauen. Schüler sollten so weit wie möglich den Unterricht mitgestalten können. Auch ein zu hoher Leistungsdruck fördert Mobbing. Nach einer von Klett durchgeführten Untersuchung, sind Leistungsdruck und Stress die wichtigsten Ursachen für Gewalt an Schulen. Letztendlich sollten die sozialen Fähigkeiten der Schüler stets gefördert werden und das rein intellektuelle Lernen nicht allzu stark überbewertet und in den Vordergrund gerückt werden (vgl. Jannan 2008: 28ff.).
5. Phasen des Mobbingprozesses ………………………………………… ……….. … … …..
Den Mobbingprozess kann man in vier Phasen einteilen:
1. Phase der Anbahnung des Konfliktes
2. Phase der Mobbing-Handlungen 3. Phase der Einflussnahme von außen 4. Phase der Beendigung
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Arbeit zitieren:
Cakmak Raide, 2011, Mobbing in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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