Inhalt
Einleitung 3
Mission unter Karl dem Großen. 4
Die heutige Mission nach Giancarlo Collet 9
Vergleich der früheren mit der heutigen Mission 13
Schluss. 15
Literaturverzeichnis. 17
2
2
Einleitung
Die nachfolgende Arbeit soll, zum einen Einblick liefern in den Ablauf der christlichen Mission zu der Zeit Karls des Großen (am Beispiel der Sachsenmission) und zum anderen zeigen, welche Unterschiede zu der heutigen Mission zu erkennen sind. Es ist kein Geheimnis, dass im frühen Mittelalter die Mission eher streng ablief. Es lag vor allem im Interesse der Kirche die Heiden durch den christlichen Glauben unter Kontrolle zu bringen. Durch die Herrscher wurden die Grundlagen für die Missionsarbeit gelegt.
Der Wissenstand ist eigentlich jener, dass man festgestellt hat, dass die Mission spätestens nach dem II. Vatikanum ein neues Gesicht bekommen musste, da sie sich im Mittelalter vor allem durch Brutalität einen Namen machte. Man bemüht sich jetzt über den Tellerrand des christlichen Glaubens hinweg zu schauen und die Interessen der anderen Religionen zu akzeptieren und zu tolerieren. Es zeigt sich, dass die Kirche aus den Fehlern der Vergangenheit (Morde zur Verbreitung des Glaubens etc.) gelernt hat.
Wichtige Grundlage bilden vor allem die Werke von Lutz v. Padberg (Missionierung und Christianisierung), sowie von Giancarlo Collet („... bis an die Grenzen der Erde“).
Im Folgenden soll zunächst die Mission unter Karl dem Großen beschrieben werden. Immer mit den Fragen „Wie ist Mission eigentlich abgelaufen?“ und „welche Ziele wollte man erreichen?“ im Blick. Mit einfließen sollen allgemeine Informationen zur Missionierung im 7./8.Jh.. Darauf folgend soll das heutige Missionsverständnis dargestellt werden. Auch hier mit der Frage wie Mission abläuft und welche Ziele verfolgt werden.
Am Ende sollen beide Begriffe (Missionierung unter Karl dem Großen und heutiges Missionsverständnis) gegenübergestellt werden. Ziel ist es zu beweisen, dass die Kirche heute ein anderes Verständnis von Mission entwickelt hat. Nämlich jenes, dass sie sich für die anderen Religionen öffnen und sich mit denen Religionsinhalten auseinandersetzen.
Nicht mehr die Mission von oben mit Zwangsbekehrung und Massentaufen, sondern eher eine Aufklärung über den christlichen Glauben geben und sich sozial engagieren. Zudem die Gemeinschaft und den Dialog zu suchen.
3
Mission unter Karl dem Großen
Zum Anfang soll hier ein Zitat von Dieter Hägemann über Karl den Großen stehen, in dem er als großer Herrscher dargestellt wird und neben seinem politischen Geschick auch sein Engagement für die christlichen Werte gepriesen wird.
„Karl der Große hat das Fundament jener Geschichte gelegt, um die sich die moderne Historie Europas bis heute bemüht, die Geschichte europäischer Gemeinsamkeiten und nationaler Sonderungen, staatlicher Ordnung undgesellschaftlicher Gliederung, christlicher Sittlichkeit und antiker Bildung, verpflichtender Überlieferung und lockender Freiheit.“ 1
Das fränkische Königtum zeichnete sich von jeher durch die Verbindungen zweier Eigenschaften, nämlich der dux( des Heeresführers) und der rex (des Sakralkönigs)in einer Person, nämlich dem König ab. 2 Sie trugen also von vorneherein den tiefen Respekt gegenüber der Kirche in sich und sahen sich als würdige Vertreter des Willen Gottes auf Erden (Bezug auf Sakralkönig).
Diese besondere Sichtweise der eigenen Person sollte auch in den Schlachten eine Rolle spielen. Als erstes Bündnis mit dem römischen Pontifex gilt das des Pippin III.. 3 Die neue geistliche Autorität im Westen machte sich als Bündnispartner sehr gut. 4 Vor allem, nachdem, wie sich das fränkische Königtum selbst in Bezug auf die Beziehung zu Gott gesehen hatte.
Die Zeit des Frühmittelalters war geprägt durch ein Zusammenspiel von geistlicher und weltlicher Macht, was auch für das Fortschreiten der christlichen Missionsversuche nicht unerheblich war. Durch die Erfolge in den Schlachten und die Eroberung neuer Territorien konnte, mit Hilfe der Herrscher, der christliche Glaube in die Welt getragen werden. Die Hinwendung zur Kirche wurde Karl schon durch seinen Vater vorgelebt, aber nicht nur in der Weise, dass er von dem Vermögen der Kirche profitierten wollte, sondern auch, dass er von den Inhalten der christliche Lehre überzeugt waren. 5
1 HÄGERMANN, Dieter :Karl der Große. Herrscher des Abendlandes. Biographie, Berlin [u.a.] 2000². S.9. [künftig zitiert: HÄGERMANN: Karl der Große.]
2 HÄGERMANN: Karl der Große.S.43.
3 Vater Karls des Großen
4 HÄGERMANN: Karl der Große.S.45
5 HÄGERMANN: Karl der Große.S.62.
4
Karl versuchte in späteren Jahren durch die Verleihung von Immunität, also die Sicherung des „[…]kirchlichen Rechts-und Friedensbezirk“ 6 , die Kirche an sich zu binden. Durch die Zusprache der geistlichen Institutionen erhoffter er sich Unterstützung im Krieg und den Zugriff auf geistliche Institutionen. 7 Durch die Kooperation mit der Kirche erhielt Karls Vorhaben die Mission der heidnischen Völker durchzuführen eine starke Legitimation.
„Fortan würde jedesmal, wenn Karl das Schwert gegen seine Nachbarn erhob, der Segen des Papstes mit ihm sein, und der Gott der Kriegsheere würde gar nicht anders können, als Karls Unternehmungen vom Himmel aus wohlgefällig zu betrachten[…].“ 8
Eine der schwierigsten Missionsunternehmen des Karls war ohne Zweifel die Mission der Sachsen. Es gab immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen mit diesem Stamm. Zwischen 718 und 758 wurden dutzende Feldzüge gegen sie, aber auch die Friesen geführt. 9 Die Unterwerfung und Christianisierung war das erklärte Ziel von Karl und seinen Männern. Bei de Evangelisation gab es enorme Schwierigkeiten die sich Karl in den Weg stellten. Die Sachsen lobten in einer alten Tradition, die mit Mythen einherging. Sitten und Gebräuche bestimmten ihren Alltag und sie waren fixiert auf die heidnische Götterwelt. 10
„Diese im wesentlichen bäuerliche, von Viehzucht, Jagd und Fischfang lebende Bevölkerung, die auf irdisches Wohl, Fruchtbarkeit und Kriegsglück ausgerichtet war[…].“ 11
Die Aufgabe war es nun, zunächst die Sachsen zu unterwerfen und ihnen dann den christlichen Glauben nahe zu bringen. Es war wichtig, dass sie sich dem „Erlösergott“ 12 der christlichen Religion unterwarfen und da dieser keine anderen Götter neben sich duldete, sollten sie unter keinen Umständen mehr ihren alten Göttern nachgehen. Jedoch lagen die Inhalte und Forderungen der christlichen Religion weit von den Vorstellungen der Sachsen entfernt. Vor allem „Vielweiberei“ 13 und „Blutrache“ 14 mussten die Sachsen unter diesem neuen Christengott aufgeben, was ihnen natürlicherweise gegen den Strich ging. Ein ganz banales Problem kam bspw. durch das „Vater Unser“ hinzu. Begriffe wie „Sünde, Schuld und
6 HÄGERMANN: Karl der Große.S.107
7 Ebd.
8 BARBERO, Alessandro: Karl der Große. Vater Europas, Stuttgart 2007. S.55.
9 HÄGERMANN: Karl der Große.S.98.
10 HÄGERMANN: Karl der Große.S.99.
11 Ebd.
12 Ebd.
13 Ebd.
14 Ebd. 5
Arbeit zitieren:
Daniela Boshüsen, 2009, Mission unter Karl dem Großen, München, GRIN Verlag GmbH
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