INHALT:
Einleitung. 3
1.1 Zum Begriff des Monodramas. 4
1.2 Über das Spezifische des Monodramas. 5
1.3 Die Blütezeit des Monodramas. 6
1.4 Stellung des Monodramas zwischen Sturm
Drang - Poetik und französischen Klassizismus. 7
1.5 Die Wichtigkeit der Verbindung von Deklamation
und Musik. 8
2.1 Die historische Position des „Ugolino“ in der
Entwicklung des deutschen Dramas und die
Reaktionen nach der Erscheinung. 9
2.2 Die Analyse des Drama „Ugolino“ Ein modernes
Drama mit einem antikem Charakter? 10
2.3 Zweck des Dramas. 12
2.4 Untersuchungen zu dem Thema „Ugolino“ - ein
Monodrama des 18. Jahrhunderts? 13
2.5 Ist „Ugolino“ nun ein Monodrama? 16
Nachwort. 19
Bibliographie. 20
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EINLEITUNG
Wie schon der Titel dieser Arbeit verrät, wird die Rede von einer Zuordnung des Dramas von Heinrich Wilhelm von Gerstenberg „Ugolino“ zu der Kategorie des Monodramas sein. Als erstes wird der Begriff des Monodramas allgemein definiert, der historische Ursprung analysiert und die Entwicklung im 18. Jahrhundert angeschaut. Die Verbindung von
Deklamation und Musik stellt sich dabei als zentraler Begriff dar. Es wird auf verschiedene Seiten des Monodramas hingedeutet. Dem theoretischen Teil folgt
Protagonisten werden analysiert und interpretiert. Zum Schluss versucht die Autorin dieser Arbeit zu einem Zuordnungspunkt zu kommen.
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der Seele...“ 1
I.
1.1 Zum Begriff des Monodramas
Ein Monodrama ist zunächst jedes Drama mit nur einer handelnden und sprechenden Person. In dem
Sprachgebrauch des 18. Jahrhunderts bezeichnete man mit Monodrama, über die eigentliche Bedeutung des Wortes hinaus, die ganze Mittelgattung des durch Instrumentalmusik unterstützten, kurzen,
gesprochenen dramatischen Spiels. Neben dem Begriff des Monodramas im 18. Jahrhundert müssen weitere konkurrierende Bezeichnungen eingeführt werden, wie lyrisches Drama, Melodrama, Dramolett,
akkompagniertes Drama, musikalisches Schauspiel und deklamierte Oper. Alle diese Begriffe treffen sich in einem Punkt; sie beschreiben die besondere Verbindung von Deklamation und M usik. Das
Melodrama verallgemeinert alle Kunstwerke, die gesprochenes Wort und Instrumentalmusik verbinden. Der Begriff des lyrischen Dramas dagegen erfordert die besondere Aufmerksamkeit, denn er dient sowohl zur
1 Hebbel
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Bezeichnung von Melodramen wie auch von Opern, Singspielen, Oratorien und Kantaten. Für das 18. Jahrhundert ist sehr charakteristisch, dass mit dem Begriff des Monodramas noch eine andere Gruppe von Bezeichnungen verbunden ist, die auf die Personenzahl abzielen: „Duodrama“, „Triodrama“.
1.2 (Über) das Spezifische des Monodramas
Im 18. Jahrhundert war es, im Zuge der Aufhebung der strengen Gattungsgrenzen, eine Neuerung, zwei
verschiedene Künste, wie Deklamation und Musik, zu verbinden. Wie der Teil des Wortes „Monodrama“ verrät, ist der zentrale Punkt der Gattung- der Monolog. Der Monolog im Monodrama ist nicht nur ein mögliches, sondern ein in besonderer Weise ausgezeichnetes Strukturelement. Im Monolog reflektiert, nach der Analyse von Sybille Demmer, die dramatische Figur sich selbst, sie zeigt sich selbst außerhalb der „Rollen“, die sie in den Dialogszenen gegenüber Mit-und Gegenspielern
einnimmt. 2 Es wird behauptet, dass das Ich durch die Selbstanrede, Selbstbefragung und
Selbstcharakterisierung sich selbst zu objektivieren versucht. Das Ich tritt sich - bildlich gesprochen - selbst gegenüber, lässt sich selbst zum Objekt seiner Betrachtung werden. Dies bedeutet, dass der Monolog die Ausdrucksform des sich bewusstwerdenden Ichs ist und die dramatische Thematisierung der Person bedeutet. An dieser Stelle ist es sinnvoll, die Unterschiede des Monologs darzustellen. Es gibt zum einen den „dramatischen Monolog“, der durch unmittelbaren Anschluss (vorbereitend, reflektierend oder im Affekt bezugnehmend) an den Handlungszusammenhang
gekennzeichnet ist. Zum anderen existiert der „lyrische Monolog“, der im Gegenteil zu dem „dramatischen Monolog“ das Ich vorübergehend sich selbst überlässt.
2 Sybille Demmer, „Untersuchungen zu Form und Geschichte des Monodramas“, S. 11
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Der „lyrische Monolog“ ist durch seinen Kontrast der relativen Armut an äußerem Geschehen mit Reichtum der Phantasie, mit einem weit umherschweifenden Spiel der
Vorstellung Monodrama, am nächsten verwandt. Gestaltung spielt im Monolog eine wesentliche Rolle, denn jeder spontane Gedanke, jedes flüchtige Gefühl kann durch die sprachliche Formulierung suggestive Kraft gewinnen und zur eventuellen Täuschung verleiten. Auf Grund dessen wurde für den Monolog die Forderung aufgestellt, er müsse dieses „dialogische
Grundverhältnis“ zum Ausdruck bringen, um dramatisch berechtigt zu sein.
Alle Charakteristika, die für den Monolog im Drama und das monologische Drama bestimmend sind, finden sich im Monodrama, als eine Form, in der der Monolog konstitutiv ist wieder.
1.3 Die Blütezeit des Monodramas (1770- 1785)
Das erste Monodrama in Deutschland und zugleich der größte Erfolg der Gattung war Johann Christian Brandes „Ariadne auf Naxos“, uraufgeführt am 25. Januar 1775. Dabei wurde gezeigt, dass der Kunstbegriff unter dramatischen Aspekten
entscheidend ist. Die Natur wird d urch Anrufung, Beschwörung und Befragung zu einem dramatischen „Mitspieler“ umgedeutet und eine Art „Dialog“ erlaubt. Es entsteht eine Art Belebung des Monologs durch dialogische Strukturen, indem zum Beispiel Götter bzw. der Himmel der monologisierenden Hauptfigur ein Gegenüber, das am Geschehen beteiligt ist und wiederum „Dialoge“ erlaubt, erhält. Wichtige Bestandteile des Monodramas sind auch Bericht und Erinnerung sowie Vision, Ahnung im Traum und gedanklicher Entwurf.
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Arbeit zitieren:
Julia Lukjanova, 2000, Heinrich Wilhelm von Gestenbergs ´Ugolino´. Ein Monodrama des 19. Jahrhunderts?, München, GRIN Verlag GmbH
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