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Inhalt
1. Einleitung 3
1.1 Vorgehensweise 3
1.2 Biographische Anmerkungen zu John Locke. 3
1.3 Die Wirkung von Lockes „Gedanken über Erziehung“ 4
2. Der Gegensatz von Freiheit und Lenkung. 5
2.1 Der Stellenwert von Freiheit und Lenkung in Lockes
P ädagogik. 5
2.2 Der Übergang von Lenkung zu Freiheit 6
3. Einzelaspekte der pädagogischen Lenkung. 8
3.1 Nicht zu duldende Verhaltensweisen. 8
3.2 Mittel zur Lenkung des Kindes. 9
4. Bereiche kindlicher Freiheit 11
4.1 Kindgemäße Erziehung 11
4.2 Freude an Aufgaben. 11
5. Fazit. 12
Literaturverzeichnis 14
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1. Einleitung
1.1 Vorgehensweise
Nach einigen Hinweisen zur Biographie und pädagogischen Wirkung John Lockes soll in dieser Arbeit versucht werden, den Stellenwert zu verdeutlichen, den das Begriffspaar „Freiheit und Lenkung“ in den „Gedanken über Erziehung“ einnimmt. Hierzu sollen grundsätzliche Überlegungen Lockes zu Freiheit und Lenkung dargelegt und im weiteren durch die Betrachtung von Einzelaspekten konkretisiert werden, wobei dem Begriff der Lenkung ein Schwerpunkt zukommt. Eine persönliche Stellungnahme bildet den Abschluß der Arbeit.
1.2 Biographische Anmerkungen zu John Locke
In Wrington, einem Dorf in der Grafschaft Somerset, wurde John Locke am 29. August 1632 geboren. Die Eltern stammten aus der vom Puritanismus geprägten Kleinbürgerschicht; sein Vater, der ebenso den Vornamen John trug, war Rechtsanwalt. Das Verhältnis des Vaters zu seinem Sohn war in frühen Jahren von Strenge und Distanz bestimmt, wandelte sich aber im Laufe der Zeit immer mehr zu einer freundschaftlichen Bindung, zeigte also eine Ausformung, wie sie John Locke später in seinen pädagogischen Schriften ausdrücklich empfahl. 1 Nach einem sechsjährigen Besuch der angesehenen Westminster School in London begann er 1652 sein Studium am Christ Church College in Oxford. Zunächst studierte er dort hauptsächlich die klassischen Sprachen, Logik und Metaphysik. 1656 erwarb er den Grad des „Bachelor of Arts“ und widmete sich in der nachfolgenden Zeit auch naturwissenschaftlichen und medizinischen Studien. Nachdem er 1658 „Master of Arts“ geworden war, hatte er in Oxford vorübergehend Lehrämter für Griechisch, Rhetorik und Moralphilosophie inne. Im
1 Vgl. John Locke: Gedanken über Erziehung. Ergänzte Ausg. Stuttgart: Reclam 1980. § 95.
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folgenden beschäftigte sich Locke weiter mit der Medizin und erlangte 1674 den medizinischen akademischen Grad.
1666 begann die für Lockes weitere Entwicklung bedeutsame Verbindung zu Lord Ashley, dem späteren ersten Grafen von Shaftesbury. Locke wurde Arzt, Vertrauter und Berater Shaftesburys und Erzieher seines Sohns. Durch Shaftesbury wurde Lockes schriftstellerische Tätigkeit unterstützt, die politische, philosophische, pädagogische und ökonomische Themen umfaßte. Von 1675-1678 hielt sich Locke wegen seines Asthmaleidens in Frankreich auf, kehrte danach in die Dienste Shaftesburys zurück, der dann aber 1682 wegen seiner politischen, revolutionären Umtriebe nach Holland fliehen mußte, wo er 1683 starb. Aufgrund seiner Beziehung zu Shaftesbury floh Locke 1683 sicherheitshalber auch nach Holland. In Holland entstand Lockes Hauptwerk „An Essay concerning Human Understanding“, sein erster „Brief über die Toleranz“, und „Some Thoughts concerning Education“ wurden dort von ihm entwickelt . Nach der „Glorious Revolution“ kehrte er nach England zurück, wo er 1690 „Two Treatises of Civil Government“ veröffentlichte. Aufgrund immer größer werdender gesundheitlicher Schwierigkeiten zog Locke dann zu seinem Freund Lord Masham in Oates, wo er bis zu seinem Tode im Oktober 1704 an seinen Schriften weiterarbeitete. 2
1.3 Die Wirkung von Lockes „Gedanken über Erziehung“
Mit seinen „Gedanken über Erziehung“ hatte Locke grundlegenden Einfluß auf das moderne englische Erziehungswesen; nicht nur seine Schriften selbst, sondern auch die Aufnahme und Vermittlung seiner Ideen durch andere Er-ziehungstheoretiker trugen dazu bei. Schon 1695 wurde Lockes pädagogisches Hauptwerk durch Pierre Coste ins Französische übertragen und hatte später bedeutende Wirkung auf Rousseaus Schriften, vor allem auf seinen Roman „Emile“. Rousseaus Zentralbegriff der Natur kommt schon bei Locke eine entscheidende
2 Vgl. Johann B. Deermann: „John Locke“. In: John Locke: Einige Gedanken über die Erziehung. Paderborn 1967. S. 209-230, Günter R. Schmidt: „John Locke“. In: Klassiker der Pädagogik I. München 1979. S. 106-115 u. Heinz Wohlers: „Nachwort“. In: John Locke: Gedanken über Erzie-
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Bedeutung zu als Abwendung gegen übertriebene Konventionen und affektiertes Verhalten und als Hinwendung zu einer kindgemäßen Erziehung. In der charakterlichen, körperlichen und intellektuellen Erziehung setzen Rousseau und Locke übereinstimmende Prioritäten, wenn auch ihre Einschätzungen der Vernunftbegabung des Kindes unterschiedliche sind. 3
Insgesamt ist zu sehen, daß die Ausrichtung auf Vernunftmäßigkeit, die Erfahrung als Grundlage von Erkenntnis und die Beachtung von psychologischen Komponenten für die Erziehung bei Locke neue Werte darstellen, die für die weitere Pädagogik prägend sind. 4
2. Der Gegensatz von Freiheit und Lenkung
2.1 Der Stellenwert von Freiheit und Lenkung in Lockes Pädagogik
Der Gegensatz zwischen Freiheit und Lenkung steht bei Locke für die Schwierigkeit, den richtigen Weg der Erziehung zu finden. Locke nennt die Überwindung dieses Gegensatzes gar das „wahre Geheimnis der Erziehung“ 5 . Eine Lenkung ist insofern erforderlich, als nur durch sie Tugendhaftigkeit im Charakter ausgebildet werden kann. In der Tugend sieht Locke eine Grundlage für den Erwerb aller anderen Eigenschaften und Fähigkeiten und für die Entwicklung zu einem nützlichen und angesehenen Mitglied in der Gesellschaft, somit auch eine Grundlage für ein glückliches Leben. Und Tugend manifestiert sich in der Fähigkeit, sich seine eigenen Wünsche, Neigungen und Begierden zu versagen, wenn sie der Vernunft widersprechen und damit der Würde des vernunftbegabten Menschen nicht angemessen sind.
hung. Ergänzte Ausg. Stuttgart: Reclam 1980. S. 275-282.
3 Diese Informationen zur Wirkung Lockes auf Rousseau stammen aus dem dieser Arbeit zugrundeliegenden Proseminar.
4 Vgl. Heinz Wohlers: „Nachwort“. In: John Locke: Gedanken über Erziehung. Ergänzte Ausg. Stuttgart: Reclam 1980. S. 279f.
5 Vgl. John Locke: Gedanken über Erziehung. § 46.
Arbeit zitieren:
Dr. Jens Saathoff, 1991, Freiheit und Lenkung in der Pädagogik John Lockes, München, GRIN Verlag GmbH
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