12. November 2008
Hausaufgabe
Ich beschreibe eine Schulungssituation und gehe auf die Möglichkeiten ein, meine Präsentation zu beschreiben und zeige auf, warum ich was in der Schulung tue. Ich beschreibe meine Vorgehensweise und gehe kritisch mit mir und mit meiner Leistung um. Um die Hausaufgabe schriftlich niederzulegen, habe ich - nach vorheriger Befragung und Zustimmung - die Schulungsveranstaltung auf dem Tonband mitgeschnitten.
Zur Geschichte
Ich führte eine Schulung von Kunden einer Berliner Apotheke im Oktober 2008 durch. Die Schulung fand in Form eines Vortrages statt und hatte das Ziel, die Kunden der Apotheke über den Bereich „Gesunde Ernährungsweise“ aufzuklären und auf das Gruppen-Schulungsprogramm für „Übergewichtige“ hinzuführen. Die Teilnahme am Vortrag ist kostenlos. Auf diese Veranstaltung wird in der Apotheke im Schaufenster und in den Schulungsräumlichkeiten hingewiesen. Außerdem werden übergewichtige Kunden speziell auf dieses Angebot vom Beratungspersonal der Apotheke angesprochen. In einer Beratungsdatei hat die Apotheke die Kunden selektiert, die an ähnlichen Veranstaltungen bereits teilgenommen haben. Diese wurden dann angeschrieben. Mit der Werbung wurde 4 Wochen vor der Veranstaltung begonnen. Ich habe mich genau auf die Veranstaltung und das Thema vorbereitet. Ich habe den Vortrag zweimal gehalten, um die Länge des Vortrages zu ermitteln. Einmal habe ich die Ausführungen aufgenommen und mit der Power-Point-Präsentation genau abgestimmt. Ich habe mir Redekarten gemacht, damit ich während meines Vortrages nicht auf die Präsentation auf dem Laptop-Bildschirm schauen muß. So kann ich immer den Teilnehmern zugewandt bleiben und habe trotzdem Ruhe. Die Redekarten enthalten die Charts der Power-Point-Präsentation und einige kurze Hinweise. Ein Redemanuskript benötige ich nicht. Ich beherrsche das Thema. Ich nehme vier Bücher von mir mit, die zum Thema passen. Diese befinden sich im Handout-Beileger.
Schulungsraum
Der Schulungsraum befindet sich im gleichen Gebäude, wie die Apotheke selbst. Der Schulungsbereich ist aber über einen eigenen Eingang zu erreichen und verfügt neben 2 Schulungsräumen, die für kleinere Gruppenveranstaltungen geeignet sind und bei Bedarf durch Verschiebung der Trennwand zu einem größeren Vortragsraum verbunden werden können, über eine Wartezone, ein Beratungsbüro, eine Lehrküche und einen gut ausgestatteten Gymnastik-/Fitnessraum. Der Vortragsraum hat eine Größe von 8 mal 12 Meter. Der Schulungsraum hat einen Holzfußboden, ist in hellem Ocker gestrichen und verfügt am Kopf über Leinwand, Rednertisch und die notwendige technische Ausstattung.
Vorbereitung
Zur Schulung haben sich 17 Teilnehmer verbindlich angemeldet. Die Veranstaltung ist kostenlos. Die Apothekerin hat einen Tag vor der Veranstaltung alle Teilnehmer angerufen und an den Termin erinnert. Nach der aktuellen Liste kommen 2 Teilnehmer nicht, die sich angemeldet hatten, dafür bringen 3 Teilnehmer einen Angehörigen mit. Damit hat die Veranstaltung voraussichtlich 18 Teilnehmer. Außerdem nimmt eine Journalistin teil und 2 Mitarbeiter der Apotheke. Ich rechne also mit 21 Teilnehmern. Nach meinen Unterlagen kommen 17 Frauen und vier Männer. Davon sind drei Männer Begleitung. Mit Ausnahme der Journalistin und der Apotheken-Mitarbeiter sind alle Teilnehmer über 45 Jahre. Das Altersmittel, das ich erhebe, liegt bei 49 Jahren. Daraus schließe ich, dass viele Frauen in den Wechseljahren und durch die hormonellen Verschiebungen übergewichtig sind. Die Apotheke befindet sich im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Ich kann von einem mittleren bis gehobenem Bildungs- und Einkommensniveau ausgehen. Praktisch alle Angemeldeten sind Kunde der Apotheke und daher bitte ich die Apothekerin die Veranstaltung zu eröffnen und die Kunden zu begrüßen. Außerdem informiere ich die Apothekerin, wie ich mir die Begrüßung vorstelle und gebe ihr einige Hinweise zur Vorstellung meiner Person. Es ist immer sehr unangenehm, wenn die Vorstellung falsch, unvollständig, sinnlos oder zu lang ist. Nach meinem Wissen ist kein Teilnehmer Angehöriger eines medizinischen Berufes und auch kein Lehrer (Pädagoge) befindet sich unter den Zuhörern. Und gibt es etwas Schlimmeres als Pädagogen - in diesem Falle Germanisten oder Biologielehrer - als Zuhörer? Ich arbeite bei meinem Vortrag mit einer Power-Point-Präsentation und habe zudem einen Flip-Chat-Ständer mit beschreibbaren Charts zur Verfügung. Ich habe einen blauen und einen schwarzen Stift für die Beschriftung. Ich bringe die Power-Point-Präsentation auf meinem Laptop mit und habe sie zugleich auf einem USB-Stick. Ich schließe den Laptop an den Beamer an und prüfe, ob das System funktioniert. Ich gehe alle Charts durch. Alles funktioniert und ich muss nicht auf den Laptop der Apotheke zurückgreifen - dadurch bleibt der USB-Stick ungenutzt in meiner Tasche. Ich wähle keine Reihenbestuhlung, sondern baue die Stühle in U-Form auf. Am offenen Ende habe ich in der Mitte den gleichen Stuhl für mich aufgebaut und genauso ausgestattet wie die der Teilnehmer. Die Stühle verfügen über eine klappbare Schreibplatte. Bei meinem Stuhl ist sie heruntergeklappt, ein Kugelschreiber und meine Redekarten liegen bereit, sodass klar wird, dass dies mein Platz ist. Die Stühle sind bequem und braun mit dunkelblauem Polster. Im Vorraum baue ich Kaffeekannen, Teekannen, Mineralwasser, Süßstoff/Zucker und Milch auf. Auf jeden Stuhl lege ich einen roten Apfel, einen kleinen Block, einen Blankoaufkleber Format DIN A6 und einen farbigen Stift (grün oder orange). An jedem Stuhl steht eine Flasche Mineralwasser (kalziumreich, medium, wenig Kohlensäure) und ein großes Glas. Auf den Referententisch stelle ich mir ein großes Glas Wasser, eine Flasche Mineralwasser und lege einen roten Apfel daneben. Außerdem stelle ich eine Uhr auf den Tisch.
Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag um 20.00 Uhr. Ich komme bereits um 18.30 Uhr. Nach meiner Erfahrung kommen Teilnehmer durchaus 30 Minuten vor dem Beginn und ich möchte alles optimal vorbereiten. Ich öffne die Fenster und lüfte durch. Ich stelle die Heizung auf 1, um die Temperatur (Thermostatgesteuert auf 20 Grad Celsius) optimal zu gestalten. Ich gehe meine Präsentation durch und stimme mich auch inhaltlich ein.
Mein Vortrag dreht sich um eine „Gesunde Ernährungsweise“ und ich lege mit Nelken und Zimtstangen gespickte Orangen und Grapefruits auf die Fensterbank. Das sieht schön aus und strömt einen wunderbaren Duft aus. Außerdem habe ich vier Zitronen mit, die ich etwas eingeritzt habe und die ich vor der Diskussion auslege. Der Zitronengeruch wirkt erfrischend und wird besonders verströmt, wenn ich die Zitronen auf die Heizung lege. Ich erläutere den Sinn. Eine Zitrone gebe ich herum.
Ich lege meinen Mantel ab und hänge ihn an die Garderobe. Ich habe eine schwarze Stoffhose und ein dunkelblaues Sakko an. Blau ist eine angenehme und sachliche Farbe. Ich trage ein cremefarbenes Hemd und keine Krawatte. Das hebt zu sehr von den Teilnehmern ab und zeigt Schwäche (mehr Schein als Sein). Außerdem ist es weder für die Atmung noch die Stimme gut (zumindest wenn der Kragen eng sitzt). Ein weißes Hemd macht mich blass und wirkt zu ärztlich, klinisch. Ich habe bequeme schwarze Lederschuhe an, die ich vorher geputzt habe. Ich fühle mich wohl und bin passend gekleidet. Ich habe wenig Parfum aufgetragen. Meine Haare liegen und meine Schuhe, Hände und Fingernägel sind sauber. Ich habe Deo aufgetragen. Nass geschwitzte Hemden wirken wenig professionell. Ich ziehe später mein Sakko nicht aus, da es mir im Notfall etwas Sicherheit gibt. Ich habe mit einem grünen Stift meinen Nachnamen (Müller) auf einen Blankoaufkleber geschrieben und mir auf das Sakko (linke Seite auf Herzhöhe) geklebt. Ich schreibe meinen Namen in Druckbuchstaben. Ich nutze dabei die Groß und Kleinschreibung, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Die Aneinanderreihung von Großbuchstaben erhöht die Lesbarkeit nicht! Ich wähle die Farbe grün, da es eine Gesundheitsfarbe ist. Ich wähle Druckbuchstaben, da diese besser lesbar sind, als Schreibschrift. Ich schreibe bewusst per Hand und nicht am Computer (Ausdruck), da die Teilnehmer auch per Hand schreiben werden. Ich möchte schon hier signalisieren, dass ich mich nicht „über der Gruppe“ befinde.
Um 19.00 Uhr koche ich Kaffee und Tee. Es gibt Schwarztee mit Vanillestange. Das Vanillearoma wird positiv wahrgenommen und spielt auch in meinen Ausführungen eine Rolle. Den Kaffee koche ich in der Kaffeemaschine und gebe etwas Zimt, eine Prise Salz und wenig Kakaopulver auf das Kaffeemehl. Den Kaffee und den Tee fülle ich in Thermoskannen um. Während dieser Zeit nutze ich meine geankerten Bilder, die mich entspannen und zur Ruhe kommen lassen. Ich bereite mich mental vor. Jetzt kann ich die Dinge, die mich sonst beschäftigen, hinter mir lassen. Ich stelle mich danach nochmals in die Mitte der Gruppe und schaue mich um. Ich überprüfe, wo ich später stehe und „übe“ einen festen Stand. Meine Stimme sitzt. Aber vor den Begrüßungen trinke ich etwas, um auch stimmlich gut drauf zu sein. Ich habe der Apothekerin gesagt, dass Sie um 19.30 Uhr da sein sollte. Sie kommt etwas früher. Ich sage ihr kurz, dass wahrscheinlich 21 Personen kommen. Ich gebe ihr die Redekarten (Format DIN A6, gelber Karton mit einem großen grünen Apfel auf der den Zuhörern zugewandten Seite - dieser Apfel befindet sich auch auf den Einladungen, den Plakaten und klein auf den Namensschildern. Außerdem ist er auf den Hand-Outs auf der Titelseite und zentriert auf den Folgeseiten). Außerdem befindet sich dieser Apfel in der Kopfzeile meiner Power-Point-Präsentation. Um 19.40 Uhr kommt die erste Teilnehmerin mit Ihrem Ehemann. Die Apothekerin übernimmt vereinbarungsgemäß die Begrüßung und stellt mich kurz vor - mit den
Arbeit zitieren:
M.Sc. Sven-David Müller, 2008, Ernährungsschulung, Diätschulung in der Ernährungsaufklärung, München, GRIN Verlag GmbH
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