Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Geographie 3
3 Geschichte des Bikini Atolls 4
3.1 Situation nach dem 2.Weltkrieg 4
3.2 Kernwaffentestprogramme der USA 5
3.3 Folgen der Kernwaffentests 6
3.3.1 Ökologische Folgen 6
3.3.2 Soziale Folgen 7
4 Heutige Situation auf dem Bikini Atoll 10
5 Fazit 13
6 Literaturverzeichnis 15
Anhang
2
2
1 Einleitung
Im nördlichen Pazifik, etwa 4.000km von Hawaii entfernt, liegt das Bikini Atoll. Es ist mit seinen 23 Inseln Teil der Marshallinseln und gehört zur Region Mikronesien. 1 Von 1946 bis 1958 führten die USA Kernwaffentests auf dem Atoll durch, die eine erhebliche Strahlenbelastung und zur Folge hatten. 2
Ziel dieser Arbeit ist es, zu klären, inwieweit Umwelt und Bevölkerung des Bikini Atolls durch die Atomwaffentests beeinträchtigt wurden bzw. heute noch werden. Dazu wird sich diese Facharbeit zunächst mit der Situation auf dem Bikini Atoll vor 1946 beschäftigen, und dann auf die unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen der Kernwaffentests und möglichen Perspektiven für das Atoll und die Bikinianer, die Bewohner des Bikini Atolls, eingehen.
Die Materiallage ist aufgrund der Geheimhaltung der USA relativ schwierig. Viele Daten und Statistiken, insbesondere im Bezug auf die Strahlenbelastung auf dem Bikini Atoll und die medizinischen Folgen für die Bevölkerung, sind bis heute nicht veröffentlicht oder verharmlost worden. Dies hat zur Folge, dass ich keine verlässlichen Daten bezüglich der Strahlenbelastung auf dem Bikini Atoll in den ersten Jahren nach den Kernwaffentests finden konnte. Ebenso fehlen genaue Angaben zu der Anzahl der Krebserkrankungen als Folge der Kernwaffentests.
2 Geographie
Die Republik der Marshallinseln liegt im westpazifischen Ozean und setzt sich aus 29 Korallenatollen und fünf Rifftafelinseln zusammen. Die Atolle sind in zwei Ketten aufgeteilt, die Ralikgruppe und die Ratakgruppe, die sich zwischen 4° und 15° nördlicher Breite und 160° und 173° östlicher Länge erstrecken. 3 Im Durchschnitt liegen die Inseln etwa 3m oberhalb des Meeresspiegels. Das Klima ist tropisch warm-feucht mit jährlichen Niederschlagsmengen von bis zu 4.000mm im Süden und 500mm im Norden. Auf den Inseln wachsen hauptsächlich
1 Vgl. Voigt, Gabriele: Remediation of Contaminated Environments. Oxford 2009, S.225
2 Vgl. http://www.spiegel.de (20.04.2010). Brandenburg, Maik: Das Paradies, in das die Bombe fiel. In: Spiegel online vom 09.02.2006, S.1. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,399674,00.html
3 Vgl. auch Karte(1) und Karte(3) im Anhang
3
Kokospalmen, Schraubenbäume, Brotfruchtbäume, Bananenstauden, Taro und Gräser. Das Artenspektrum auf dem Land ist eingeschränkt. In den Lagunen der Atolle leben dafür verschiedene Fischarten, Krabben, Haie, Meeresschildkröten, Korallen sowie weitere Wirbellose. 4
3 Geschichte des Bikini Atolls
3.1 Situation nach dem 2.Weltkrieg
Die Marshallinseln wurden im 17. Jahrhundert von den Spaniern und später den Deutschen entdeckt. Das Bikini Atoll blieb, aufgrund seiner abgelegenen Lage im trockenen Norden der Marshallinseln, aber weitgehend ohne Kontakte zur Außenwelt, da die Händler größeres Interesse an den fruchtbaren Inseln im Süden hatten, auf denen größere Mengen an Kokosöl gewonnen werden konnten. Durch diese Isolation entstand eine Gesellschaft, die von starkem Familienzusammenhalt und Traditionen geprägt war und in der Landbesitz als ein Indikator für Wohlstand galt. 5 Die Bikinianer lebten in Einklang mit der Natur. So wurde z.B. das Holz der Mangroven für den Haus- und Kanubau verwendet, die Rinde für Seile und Fischernetze und die Blüten als Schmuck. 6 Ein großer Teil der Nahrung wurde aus dem Fischfang gewonnen. Deswegen waren die Bikinianer sehr stark von der geschützten Lagune abhängig, die von den 23 Inseln des Atolls eingerahmt wurde. 7 Weitere wichtige Nahrungsmittel waren Palmendiebe 8 , die Früchte des Brot- und Schraubenbaumes und vor allem Kokosnuss. 9 Anfang des 20. Jahrhunderts übernahmen die Japaner die Verwaltung der Marshallinseln. Mit dem Beginn des 2.Weltkrieges gewann das Bikini Atoll an strategischer Bedeutung, da die Marshallinseln und damit auch das Bikini Atoll am äußersten Rand des japanischen Herrschaftsgebietes lagen. Eine Wachstation wurde als Außenposten des japanischen Militärhauptquartiers auf Bikini, der Hauptinsel des Bikini Atolls, errichtet, um sich gegen eine mög-
4 Vgl. Baratta, Mario u.a.: Der Fischer Weltalmanarch. Frankfurt am Main 2004, S.567
5 Vgl. Niedenthal, Jack: For the Good of Mankind: A History of the People of Bikini and Their Islands. Majuro 2001, S.1
6 Vgl. http://marshall.csu.edu.au (22.04.2010). Spennemann, Dirk: Traditional utilization of Magroves in the Marshall Islands. Albury 1998. http://marshall.csu.edu.au/Marshalls/html/mangroves/mangroves.html
7 Vgl. Niedenthal: For the Good of Mankind, S.3
8 auch Ganjokrebse oder Kokoskrebse genannt
9 Vgl. http://marshall.csu.edu.au (21.04.2010). Spennemann, Dirk: Plants and their uses in the Marshalls - Food Plants. Albury 2000. http://marshall.csu.edu.au/Marshalls/html/plants/food.html
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liche Invasion der USA zu schützen. 10 Die Bewohner des Atolls pflegten allerdings kaum Kontakt zu den Japanern. 11 Deswegen blieb die Idylle und traditionelle Lebensform auf dem Bikini Atoll auch während des 2.Weltkrieges erhalten. Nach Kriegsende lebten die Bikinianer immer noch unabhängig von der Außenwelt in einer intakten Umwelt auf ihrem Atoll.
3.2 Kernwaffentestprogramme der USA
Die Wende in der Geschichte des Bikini Atolls vollzog sich 1945, als der damalige U.S. Präsident Harry S. Truman verkündete, dass ein Atomwaffentestprogramm nötig sei, „‘to determine the effect of atomic bombs on American warships‘“ 12 . Die Marshallinseln waren im Februar 1944 von den Amerikanern erobert worden. 13 Das Bikini Atoll wurde aufgrund seiner isolierten Lage, seiner geringen Bevölkerung (196 Einwohner 14 ), von der kein Widerstand zu erwarten war, und den stabilen Wetterbedingungen als Testgelände ausgewählt. 15 Im Juli 1946 begann die US-Marine mit den ersten Atomwaffentests auf dem Atoll. Innerhalb der „Operation Crossroads“ wurden die Atombomben „Able“ und „Baker“, die jeweils über eine Sprengkraft von 23 Kilotonnen TNT verfügten, in der Lagune des Bikini Atolls gezündet. Als Versuchsobjekte dienten dabei ausgediente Kriegsschiffe 16 , die in Folge des Baker Tests sanken.
Im März 1954 wurde das Bikini Atoll wiederholt als Kernwaffentestgelände verwendet. Die „Operation Castle“ Testserie begann mit der Explosion der Wasserstoffbombe „Bravo“, die eine Sprengkraft von 15 Megatonnen TNT (750 Hiroshima Bomben) hatte. 17 Dabei bildete sich über der Lagune des Bikini Atolls ein enormer Feuerball, der die Wassertemperatur auf 55.000°C erhitzte. Außerdem wurden große Mengen an Korallenasche, Sand und Wasser in die Atmosphäre geschleudert. Dadurch entstand eine radioaktive Wolke, die aufgrund ungün-
10 Vgl. Niedenthal: For the Good of Mankind, S.3
11 Vgl. Johnson, Giff: Micronesia. America’s ‘strategic’ trust. In: Bulletin of the Atomic Scientists Vol.35 No.2. Februar 1979, S.10
12 zitiert in: http:// www.bikiniatoll.com (05.04.2010). Niedenthal, Jack: A History of the People of Bikini Following Nuclear Weapons Testing in the Marshall Islands: With Recollections and Views of Elders of Bikini Atoll. In: Health Physics Vol. 73, No. 1 vom 06.03.1997, S.28.
http://www.bikiniatoll.com/Health%20Physics%20paper%20JMN.pdf (Übersetzung: ‘um den Effekt von Atombomben auf amerikanische Kriegsschiffe zu bestimmen‘)
13 Vgl. Niedenthal: For the Good of Mankind, S.3
14 davon lebten 167 auf der Hauptinsel Bikini
15 Voigt: Remediation, S.225
16 u.a. der Flugzeugträger USS SARATOGA und das japanische Schlachtschiff HIJMS NAGATO
17 Vgl. http://www.zsr.uni-hannover.de (15.04.2010).Bunnenberg, Claus: Messungen von Radioaktivität und Dosis auf einer Reise zum Bikini Atoll. Hannover 2009, S.2. http://www.zsr.uni-hannover.de/dokument/biki2009.pdf
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Arbeit zitieren:
Marie Schlenker, 2010, Das Bikini-Atoll - "Paradies" oder "Hölle" als Folge seiner Geschichte?, München, GRIN Verlag GmbH
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