Inhaltsverzeichnis:
Einleitung Seite 3
Die Notwendigkeit der Erwachseneninitiation Seite 4
Erwachseneninitiation in der Geschichte Seite 5
Die christliche Initiation Erwachsener heute Seite 7
Fazit Seite 10
Literatur - und Quellenverzeichnis Seite 11
Marc Weyrich - Die Form der Erwachseneninitiation nach dem II Vatikanischen Konzil - Seite 2
Einleitung
Aufnahmerituale kennt jede Gemeinschaft. Wer Mitglied im Kreis der Autofahrer werden will, muss eine Führerscheinprüfung absolvieren, wer im örtlichen Sportverein mitturnen möchte, unterschreibt eine Mitgliedserklärung, Jugendbanden kennen den Ritus der Mutprobe und wer in die Gemeinschaft der Christen eintreten möchte, der wird getauft.
Das Symbol der Taufe ist älter als die christliche Kirche selbst. Jesus als toraobservanter Jude lies sich von Johannes dem Täufer in den Fluten des Jordans taufen, als Symbol der Umkehr und der Buße. Gar könnte man Jesus als Anhänger Johannes des Täufers verstehen 1 . Doch dies soll nicht Gegenstand der Hausarbeit sein. Schon die frühen und frühesten Christen kannten in Anlehnung an die Taufe Jesu die Taufe als Symbol der inneren Zuwendung zu Gott und des symbolischen Loswerdens der Sünden, sowie der Nachfolge Jesu Christi. Denn er war es, welcher der Taufe eine - im Gegensatz zu Johannes - neue Bedeutung der inneren Wiedergeburt des Menschen durch den Heiligen Geist zugesprochen hatte - mit der äußerlichen Reinigung durch Wasser als symbolische Handlung zur Loswaschung vom „alten Leben“ und der Sünden - unter Beibehaltung der Symbolik der Buße.
Beschäftigen soll sich der folgende Text jedoch in erster Linie mit Taufe von Erwachsenen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Mit der Durchsetzung der Säuglingstaufe als gängiger Praxis zu Beginn des 6. Jahrhunderts 2 , verlor die Erwachsenentaufe an Bedeutung. Im Zweiten Vatikanischen Konzil wurde dieser Schritt rückgängig gemacht.
Manifestiert wurde dieser Entschluss in der Herausgabe der Konstitution über die heilige Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ unter dem Punkt 64: „Ein mehrstufiger Katechumenat für Erwachsene soll wiederhergestellt und nach dem Urteil des Ortsordinarius eingeführt werden. 3 “
1
Mt 11,11: Jesus bezeichnet hier Johannes als „den Größten unter den vom Weibe
Geborenen“
2 Handbuch der Liturgiewissenschaft, 50
3 Zitiert nach RAHNER, VORGRIMLER, Kleines Konzilskompendium, 72
Marc Weyrich - Die Form der Erwachseneninitiation nach dem II. Vatikanischen Konzil - Seite 3
Die Notwendigkeit der Erwachseneninitiation
Zu Beginn dieser Arbeit und zur Erläuterung der Notwendigkeit der Wiederherstellung einer Ordnung zur Erwachseneninitiation sei zunächst ein Ausflug in statistische Sphären, sowie in die gesellschaftliche Situation der Bundesrepublik Deutschland erlaubt.
Im Osten Deutschlands ist lediglich eine Minderheit von 25 Prozent der Bevölkerung einer christlichen Religion zugehörig. Der Prozentsatz der Katholiken, gemessen an der Gesamtbevölkerung beträgt gerade mal 5 Prozent. Obwohl die Anzahl der Neutaufen längst nicht an die Zahl der Kirchenaustritte heranreicht, ist dennoch eine wachsende Zahl an Erwachsenentaufen zu beobachten. 1990 wurden insgesamt 6.940 Personen getauft, die über sieben Jahre alt waren, 1999 waren es bereits 15.303etwa ein Drittel davon wiederum älter als 14 Jahre. 4 Die Gründe für diese neuerliche Steigerung der Zahl der taufwilligen Erwachsenen sind in vielen unterschiedlichen Fakten zu suchen. Hierbei wären zum einen die Kinder der 68er-Generation zu nennen, die sichmittlerweile auf eigenen Beinen stehend - Gedanken über ihre Spiritualität machen und dem Christentum im Gegensatz zu ihren Eltern offen gegenüber stehen. Auch viele Spätaussiedler aus den ehemaligen Ländern der UdSSR kommen zurück nach Deutschland und dürfen nun zum ersten Mal frei ihren Glauben leben.
Für Menschen aus dem nichtchristlichen Milieu der ostdeutschen Bundesländer gibt Ähnliches, aber banale Ideen um Erleichterungen beim Finden eines passenden Kindergartenplatzes oder andere soziale Vorteile sollen an dieser Stelle als Taufmotivation ebenfalls nicht verschwiegen werden. 5
4 Zahlen entnommen der Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz zur
Erwachsenentaufe, 7 - 11
5 Vgl. Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz, Erwachsenentaufe, 12 - 14
Marc Weyrich - Die Form der Erwachseneninitiation nach dem II. Vatikanischen Konzil - Seite 4
Arbeit zitieren:
Marc Weyrich, 2008, Die Form der Erwachseneninitiation nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, München, GRIN Verlag GmbH
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