Inhaltsverzeichnis:
Einleitung 3
Die „Rede vom Teufel“ gerechtfertigt an eigenen Erfahrungen 4
Der Teufel - noch personal existent im Volk Gottes? 5
Abschied vom Teufel - Historisch kritische Untersuchungen Haags 6
Fazit 9
Literatur - und Quellenverzeichnis 11
Marc Weyrich - Reflexionen über die Existenz des Teufels nach dem II Vat Konzil 2
Einleitung
Die Welt zeigt sich im Lichte zahlreicher Kontraste. Schwarz-Weiß, Tag-Nacht, Gut-Böse. Gerade das letzte Begriffspaar beschäftigt die Theologie seit der Zeit Ihrer Entstehung. Das Alte Testament kennt - genauso wie das Neue Testament - das Böse, die Sünde, die Verdammnis.
Die Erfahrung des Bösen zwingt den religiös geprägten Menschen seit Urzeiten den Grund dafür zu suchen. Erzählt Jesus uns im Neuen Testament von einem gütigen, liebenden Gott, so ist mit diesem auf den ersten Blick das in der Welt existente Böse nicht in Einklang zu bringen, genauso wenig wie die Kreuzigung des Herrn selbst, die ebenfalls als Akt des Bösen gesehen werden kann. Wie schließlich, so könnte man fragen, kann ein dem Menschen wohl gesonnener, väterlicher Schöpfergott seinen Söhnen und Töchtern Böses antun oder dieses zulassen?
So ist es nur eine logische Konsequenz dieser Gedanken, dass Gott einen Kontrahenten, einen Feind, einen Gegenspieler haben muss. In der christlichen Theologie wird dieser bald mit dem Namen „Satan“ oder „Teufel“ 1 bezeichnet werden.
Ob die Frucht dieser Überlegungen aus heutiger theologischer Sicht tragbar ist, wird die vorliegende Hausarbeit, die den Titel „Reflexionen über die Existenz des Teufels nach dem II. Vatikanischen Konzil“ trägt, zu beantworten versuchen. Insbesondere nach der Liturgiereform des letzten Konzils hat sich die Rede vom Teufel 2 stark verändert oder gänzlich aufgelöst. War vor dem Konzil in jeder Stillmesse der Erzengel Michael gebeten worden, die Gläubigen im Kampfe gegen den Teufel zu verteidigen 3 und war die Taufwasserweihe
1 Ich halte es wie im Neuen Testament und verwende die Worte „Satan“ und „Teufel“ wie Synonyme. Wohl wissend aber, dass bei genauer semantischer Untersuchung dem hebräischen Wort „Satan“ eher die Bedeutung „Feind“ und „Widersacher“ im profanen Sinn zukommt, ebenso wie mit „Satan“ auch der Ankläger beim jüngsten Gericht gemeint ist, welcher die Sünden des Angeklagten in die Wagschale wirft. „Teufel“ hingegen, vom griechischen „diábolos“ kommend, heißt klassisch-griechisch übersetzt „Verleumder“. Es kann schlicht als ein „Exponent des Bösen“ verstanden werden. Vgl. EICHER, Neues Handbuch Theologischer Grundbegriffe, S.262 sowie HAAG, Herbert, Abschied vom Teufel, Benziger, Zürich, 1990, S. 45 und S. 61
2 Zum Begriff „Rede vom Teufel“ siehe auch nächstes Kapitel
3 HAAG, Abschied vom Teufel, S. 13
Marc Weyrich - Reflexionen über die Existenz des Teufels nach dem II. Vat. Konzil Seite 3
vormals auch von einem Ritus der Dämonenabwehr beherrscht, so wurden aus den nachkonziliaren Messformularen die meisten Anklänge dieser Art entfernt. 4 Ebenfalls vermisst man in diversen Lexika jüngeren Datums Einträge zum Teufel oder Satan und muss zur Kenntnis nehmen, dass sich in der öffentlichen Diskussion selbst namhafte Theologen wie der in Tübingen in Fundamentaltheologie promovierte, heutige Rottenburger Bischof, Gebhard Fürst, dem Thema scheinbar verschließen. 5
Die Hausarbeit wird im Vergleich der Werke „Abschied vom Teufel“ des bereits verstorbenen Tübinger Theologen Herbert Haag, sowie „Kein Abschied vom Teufel“ der in Fulda lehrenden Theologin Ute Leimgruber, sowie im Lichte eigener Überlegungen, den Versuch einer Antwort aufzeigen, ob der seit dem II. Vatikanischen Konzil angeklungene „Abschied vom Teufel“ theologisch gerechtfertigt werden kann.
Die „Rede vom Teufel“ gerechtfertigt an eigenen Erfahrungen
Ute Leimgruber untersucht in ihrer Dissertation „Kein Abschied vom Teufel“ unter der Wahl empirischer Mittel die Rede vom Teufel im Volk Gottes. Hier ist bereits eine wichtige Unterscheidung zu treffen. Ob der Teufel tatsächlich existiert oder nicht, kann - da es sich um eine Frage des Glaubens handelt - nie absolut geklärt werden. Wohl aber kann die Frage gestellt werden, inwiefern die „Rede vom Teufel“ einen Sinn hat. 6
Ein vermeintlich unwissenschaftlicher Blick auf die eigene Erfahrungswelt sei erlaubt: Hier ist zu verzeichnen, dass wohl jeder normal konstituierte Mensch das Böse verneinen und das Gute wählen wird. Dennoch kennt auch der von Grund auf „gute“ Mensch das Gefühl der „Verführung“. Das Böse scheint sich in den Kopf einzuschleichen, im harmlosesten Fall zu einer Lüge oder einer Entscheidung zum eigenen Vorteil, unter Inkaufnahme des Nachteils des Anderen, zu verführen. Will man doch eigentlich niemandem etwas Böses,
4
Vgl. HAAG, Abschied vom Teufel, S. 13 und S. 9
5 Wie beim Versuch eines Interviews über dieses Thema im Rahmen der Arbeit für katholikentag.de durch den Verfasser geschehen.
6 Vgl. LEIMGRUBER, Ute, Kein Abschied vom Teufel, LIT, Münster, 2004 S. 27 und S. 28
Marc Weyrich - Reflexionen über die Existenz des Teufels nach dem II. Vat. Konzil Seite 4
Arbeit zitieren:
Marc Weyrich, 2008, Reflexionen über die Existenz des Teufels nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, München, GRIN Verlag GmbH
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