Mengen, wie beispielsweise 500 Gramm Spinat, den Quickwert nicht oder nur unwesentlich beeinflussen [Literatur: Frick, P.E., G. Riedler, H. Brogli: Dose response and minimal daily requirement of vitamin K in man, J Appl Physiol 23 (1967) 387; F. Koller: Spinat bei Antikoagulantienbehandlung, Dtsch Med Wschr 100 (1975) 570; Fletcher D. C.: Do clotting in vitamin K-rich vegetables hinder anticoagulant therapy? J Am med Ass 237 (1977) 17]. Bei konstanter Vitamin K Aufnahme ist nicht mit einem Einfluss auf den Bedarf an Antikoagulantien zu rechnen. Die tägliche Variation in der Vitamin-K-Zufuhr sollte 200 bis 500 Mikrogramm nicht übersteigen [Literatur: Harris J.E.: Interaction of dietary factors with oral anticoagulants: Review and applications, J Am Diet Ass 95 (1995) 580-584]. „Marcumardiät“ aus wissenschaftlicher Sicht
Der unter Antikoagulationstherapie stehende Patient bedarf also keiner diätetischen Therapie oder gar einer Marcumardiät [Literatur: H. Kasper, Ernährungsmedizin und Diätetik, S. 36, 2000, Harris J.E.: Interaction of dietary factors with oral anticoagulants: Review and applications, J AM Diet Ass 95 (1995) 580-584]. Nach Kasper gibt es keine Begründung für eine Marcumardiät. Nur deutliche Änderungen der Ernährungsweise, wie etwa der Übergang von einer normalen Ernährung auf eine sehr fettarme Kost (Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin) oder die plötzliche Umstellung auf eine Kost, die besonders reich an Blattgemüse, Innereien oder Sauerkraut ist, sollte eine besondere Überwachung des Quickwertes veranlassen. Wechselwirkung Cumarinpräparat und Vitamin K
Die Blutgerinnung und die Wirksamkeit der Antikoagulantientherapie werden mit dem Quicktest bestimmt. Der Test bestimmt die Prothrombin-Thromboplastin-Zeit. Der Normalbereich des Quickwertes liegt bei Gesunden zwischen 70 und 125 Prozent. Bei der optimalen Dosierung des Cumarinpräparates liegt der Quickwert zwischen 15 und 25 Prozent. Auch Veganer, die sich rein vegetarisch mit einem hohen Vitamin K Anteil ernähren, sind problemlos einstellbar. Der betroffene Patient profitiert von dem Hinweis, dass es keine Marcumardiät gibt und er sich vielseitig und gesund ernähren sollte. Einseitige Ernährung, Sonderdiäten, Alkoholexzesse [Literatur: Harris J.E.: s.o.] schaden Patienten unter Antikoagulantientherapie. Cumarinreiche Vegetabilien (Waldmeister, Steinklee und Tonkabohnen) und phyllochinonhaltige Vitaminpräparate sind zu meiden [Literatur: F. Heepe, Diätetische Indikationen, S. 155-156].
Arbeit zitieren:
M.Sc. Sven-David Müller, 2011, Müssen sich Marcumar-Patienten Vitamin-K-arm ernähren?, München, GRIN Verlag GmbH
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