BMI-Werte für unterschiedliche Altersgruppen: (Klassifikation nach National Research Council 1989, USA)
> 64 Jahre 24 bis 29
BMI-Einteilung nach Unter-, Normal- und Übergewicht unter 16 extremes Untergewicht 16 bis 17,9 Untergewicht 18 bis 18,9 leichtes Untergewicht 19 bis 24,9 Normalgewicht 25 bis 29,9 leichtes Übergewicht 30 bis 39,9 Übergewicht ab 40 extremes Übergewicht
Ursachen für die Mangelernährung bei Erkrankungen des Dünndarms Verminderte Nahrungsaufnahme - Schmerzen - Appetitlosigkeit
- Angst vor dem Essen (bevor ich etwas Falsches esse, esse ich besser nichts, weniger oder einseitig) - Durchfall - Übelkeit - Erbrechen - Anorexie Resorptionsstörungen - Kurzdarmsyndrom nach Operationen - Gallensäureverlust nach Ileumresektion - Bakterielle Fehlbesiedelung/Überwucherung des Dünndarms - Medikamentenbedingt Gastrointestinale Probleme - Intoleranzen von Nahrungsmitteln - Enterale Fisteln - Stenosen
- Verminderte Resorptionsfläche und -kapazität - Laktasemangel Erhöhte Verluste
- Eiweißverlustsyndrom (exsudative Enteropathie) - Blutungen im Magen-Darm-Trakt - Durchfall Gesteigerter Bedarf (Stresszustände) - Fieber - Operationen - Hohe Entzündungsaktivität - Gesteigerter Zellumsatz im Gastrointestinaltrakt Medikamentennebenwirkung - Eiweißabbau (bedingt durch Glucocorticoide)
- Folsäuremalabsorption (bedingt durch Sulfasalazin) - Malabsorption fettlöslicher Vitamine (bedingt durch Cholestyramin) Bei Kindern und Jugendlichen führt die Mangelernährung zum verminderten Längenwachstum und zum verzögerten Eintreten in die Pubertät. Nach dem Ausgleichen der Ernährungsdefizite durch enterale Ernährung oder hochkalorischer, eiweißreicher Ernährung setzt rasch ein Längenwachstum ein und die Entwicklungsrückschritte werden aufgeholt. Kinder und Jugendliche mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bedürfen der individuellen, fachgerechten Beratung durch spezialisierte Diätassistenten. In Universitätskliniken ist diese Betreuung gegeben. Energiezufuhr
Die tägliche Energiezufuhr sollte bei gesunden Normalgewichtigen 30 bis 35 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht betragen. Der Energiebedarf wird auf das Istgewicht bezogen. Der Basalbedarf (Grundumsatz) liegt bei 24 Kilokalorien pro Körperkilogramm. Der Gesamtenergiebedarf ist abhängig von Alter, Größe, Gewicht, Geschlecht, Aktivität und Stressfaktoren. Er ist erhöht bei schwerer Arbeit, konsumierenden Erkrankungen, Fieber, Verbrennungen und Sport. Er ist erniedrigt bei höherem Alter, Übergewicht und Adipositas sowie Immobilität. Ist die Energiebilanz positiv (wird mehr Energie zugeführt als verbraucht), steigt das Gewicht. Ist sie (wird weniger Energie zugeführt als verbraucht) negativ, sinkt das Körpergewicht. Patienten, die unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden, haben einen erhöhten Energiebedarf. Um Untergewicht vorzubeugen oder zu bekämpfen, sollte die Energiezufuhr bei CED zwischen 35 und 45 Kilokalorien pro Körperkilogramm liegen. Kachexie / Mangelernährung
Stationäre und ambulante Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen weisen oftmals die Zeichen einer allgemeinen Mangelernährung auf und sind häufig untergewichtig. Das trifft für Patienten im akuten entzündlichen Schub als auch im symptomfreien Intervall zu. Um eine Mangelernährung und/oder ein Untergewicht behandeln zu können ist die Verabreichung von hochkalorischen, eiweißreichen Trink- oder Zusatznahrungen sinnvoll. Die Gabe im symptomfreien Intervall kann sinnvoll sein. Trink- und Sondennahrungen werden bei CED-Patienten von den Kostenträgern nach Verordnung erstattet. Unter Cortisontherapie muss eine Osteoporoseprophylaxe via kalziumreiche Ernährung durchgeführt werden. Übergewichte CED-Patienten sollten über die Vorteile des erhöhten Körpergewichts aufgeklärt und nicht zur Gewichtsreduktion angehalten werden. Die Verabreichung von Probionten (E. coli Stamm Nissle als Mutaflor) erscheint bei CED-Patienten angezeigt. Patienten mit Morbus Crohn sind durch die Lokalisation der Entzündung bedingt häufiger von Mangelernährung und Untergewicht betroffen als Patienten mit Colitis ulcerosa. Die Zeichen der Mangelernährung und das Untergewicht sind nach Einleitung einer künstlichen, enteralen oder parentera- len Ernährung meist rasch reversibel.
Arbeit zitieren:
M.Sc. Sven-David Müller, 2011, Ursachen von Mangelernährung bei bestimmten Krankheiten des Magen-Darm-Traktes, München, GRIN Verlag GmbH
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