Mahlzeiten und wenn kurz vor dem Schlafengehen gegessen wird, kommt es leichter zu Sodbrennen, weil der Magen zu lange voll bleibt. Stress und Kaffeekonsum können sich ebenfalls negativ auswirken, wenn Sie Kaffee trinken, sollten Sie reizstoffarme Sorten wählen. Folgende Maßnahmen lindern die Beschwerden:
• Gewichtsreduktion (durch fett- und kalorienarme Kost)
• Alkohol meiden!
• Fett- und zuckerreiche Speisen meiden (z.B. fette Wurst, Schokolade)
• Kleine Mahlzeiten, nicht später als 3 Stunden vor dem Schlafen essen
• Nicht rauchen
• Vorsicht mit scharfen Gewürzen und säurehaltigen Getränken (Cola)
• Mit hochgelagertem Oberkörper schlafen
• Zur Linderung akuter Beschwerden im Stehen langsam ein Glas lauwarme
Magermilch trinken
• Übermäßigen Stress vermeiden
Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind auf eine lokale Zerstörung der Schleimhaut zurückzuführen. Dazu kommt es durch ein Ungleichgewicht von aggressiven und protektiven Faktoren im Magen, also durch eine vermehrte Säure- und Pepsinproduktion bei gestörter Schleimschicht. Gründe hierfür können eine Helicobacter-pylori-Besiedlung, Pharmaka wie Kortison, Antirheumatika und Acetylsalicylsäure, seelisch-psychische-Belastungen und ein geringer Ballaststoff- beziehungsweise hoher Zuckerverzehr sein.
Ernährungsmedizinische Maßnahmen:
Ulcera können nicht effektiv durch diätetische Maßnahmen behandelt werden, weshalb früher propagierte Ulcusdiäten als obsolet angesehen werden müssen. Patienten sollten eine leichte Vollkost erhalten, also Lebensmittel meiden, die häufig Unverträglichkeiten hervorrufen. Da übermäßiger Kaffeekonsum die Beschwerden verstärkt, sollte dieser auf maximal 2 Tassen pro Tag reduziert werden. Der häufig diskutierte Einfluss von Alkohol und Gewürzen ist nicht gesichert. Bei hoher Ulcus-Rezidivrate sollte mit Knoblauch, Paprika, Meerrettich und scharfem Senf sparsam umgegangen werden, Chili dagegen hat positive Auswirkungen. Bei der Gabe von H 2 -Rezeptor-Antagonisten ist zu beachten, dass deren Wirkung durch eine Spätmahlzeit nach Einnahme des Medikaments verringert wird. (2,3)
Informationen für den Patienten:
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
Der Magen produziert aggressive Säure und Pepsin, um die Nahrung zu verdauen. Wenn die Schleimschicht, mit der der Magen sich normalerweise schützt, gestört ist und der Magen zu
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viel Säure produziert, wird die Magenwand stellenweise zerstört und Geschwüre entstehen. Zu einem solchen Versagen der Schleimschicht kann es durch bestimmte Bakterien (Helicobacter pylori), einige Medikamente und psychische Belastungen kommen. Auch ein zu hoher Zuckerverzehr und ein zu geringer Verzehr an Ballaststoffen kann dazu beitragen.
Sie sollten Lebensmittel meiden, die bei Ihnen Druck oder Völlegefühl auslösen. Dies können beispielsweise Kohl, Hülsenfrüchte und kohlensäurehaltiges Wasser sein. Weiterhin sollten Sie viel Getreideprodukte, Gemüse und Obst verzehren und nicht zu fettig und süß essen. Da die Beschwerden nach zu hohem Kaffeekonsum zunehmen, sollten Sie nicht mehr als 2 Tassen pro Tag trinken. Wenn Sie schon häufiger ein Magengeschwür hatten, sollten Sie mit Knoblauch, Paprika, Meerrettich und scharfem Senf sparsam umgehen. Chili dagegen hat positive Auswirkungen auf Magen- und Darmgeschwüre.
Wenn Sie H 2 -Rezeptor-Antagonisten verordnet bekommen haben, sollten Sie nach dem Abendessen keine Spätmahlzeit mehr essen, sonst wirken diese Medikamente nicht so gut.
Chronische Gastritis
Bei der Chronischen Gastritis unterscheidet man verschiedene atrophische und eine hypertrophische Form. 90% aller Fälle sind durch eine Helicobacter-pylori-Besiedlung ausgelöst, ein geringerer Teil durch eine Autoimmunreaktion auf die Magenschleimhaut. Bei diesen beiden Formen kommt es durch die Schleimhautatrophie zu Sub- oder Anacidität und fehlender Intrinsic-factor-Produktion. Das Risiko einer Magenkarzinomentstehung ist durch die verminderte Säuresekretion erhöht. (Vorbeugende Maßnahmen siehe Magenkarzinom.) Bei der hypertrophischen Gastritis dagegen kommt es zu einer massiven Vergrößerung der Schleimhautoberfläche. Für deren Aufbau werden große Mengen Eiweiß benötigt und in der Folge kommt es zu Hypalbuminämie und teilweise zu Ödemen. (5,2,1) Ernährungsmedizinische Maßnahmen:
• Bei atrophischer Gastritis gibt es keine spezielle Kostform zur Behandlung, Patienten
sollten sich vollwertig ernähren und Lebensmittel meiden, die individuell Beschwerden auslösen oder verstärken. Dies kann - wie bei vielen anderen gastrologischen Krankheitsbildern auch - durch blähende Speisen und vor allem durch Kaffee bewirkt werden.
Die Substitution von Vitamin B 12 ist erforderlich (einmal monatlich 100µg i.m.)
• Bei hypertrophischer Gastritis ist eine eiweißreiche Kost erforderlich: 1,5g Eiweiß pro
kg Körpergewicht und Tag, also etwa 100g Eiweiß bei einer 70 kg schweren Person. Diese Menge ist bei einer Ernährung, die täglich Milchprodukte und Fleisch oder Fisch einschließt, normalerweise problemlos zu erreichen. Beispielsweise enthalten 200g Fleisch, 110g Brot, 120g Erbsen, 35g Käse und 150g Milch insgesamt 100g Eiweiß.
Informationen für den Patienten:
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Chronische Gastritis
Bei der chronischen Magenentzündung handelt es sich um eine Erkrankung, die meist durch sogenannte Helicobacter-pylori-Bakterien verursacht wird. Durch die geschädigte Schleimhaut kann der Magen manche Speisen nicht so gut vertragen und es kann zu Beschwerden kommen. Dies können von Person zu Person unterschiedliche Lebensmittel sein, Sie sollten also die meiden, die Ihnen nicht bekommen. Ansonsten sollten Sie sich vollwertig ernähren, also viel Gemüse, Obst, Getreideprodukte und Kartoffeln und wenig Fett und Süßigkeiten essen. Außerdem ist es nötig, dass Sie monatlich Vitamin B 12 gespritzt bekommen. Denn der Magen kann bei einer chronischen Gastritis einen bestimmten Stoff nicht mehr produzieren, der zur Aufnahme von Vitamin B 12 nötig ist.
Wenn Sie an der seltenen Form der hypertrophischen Gastritis leiden, benötigen Sie besonders viel Eiweiß. Sie sollten also täglich Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte und fettarme Milchprodukte wie Joghurt, Käse oder Quark essen. Bei einem Gewicht von 70 kg müssten Sie beispielsweise 200g Fleisch, 110g Brot, 120g Erbsen, 35g Käse und 150g Milch essen, um insgesamt 100g Eiweiß aufzunehmen. Ernährungsmedizinische Maßnahmen:
• Viel Gemüse und Obst, Getreideprodukte und Kartoffel essen
• Wenig Süßigkeiten und Fett essen
• Reduktion des Verzehrs von Nitritpökelsalz (in Schinken, Speck, roten Wurstwaren
und Kassler)
• eventuell Substitution von Vitamin C und E
• Meiden von nitrosaminhaltigen Lebensmitteln (gepökelte und geräucherte
Erzeugnisse)
Magenkarzinom
Die Entstehung eines Magenkarzinoms kann durch die Ernährungsweise und bereits bestehende Gastritis mitbedingt sein. Mit Subacidität einhergehende Bakterienbesiedlung des Magens und vor allem der Verzehr von Nitrat- und Nitrithaltigen Nahrungsmitteln sowie eine suboptimale Versorgung mit den Vitaminen C und E begünstigt die Entstehung krebserregender Nitrosamine. Deshalb sollten zur Prävention unbedingt folgende ernährungsmedizinische Maßnamen beachtet werden:
• Reduktion des Verzehrs von Nitritpökelsalz (in Schinken, Speck, roten Wurstwaren
und Kassler)
• Hoher Obst- und Gemüseverzehr (enthalten protektive Vitamine und Polyphenole)
• eventuell Substitution von Vitamin C und E
• Vorsicht bei Blattsalaten aus dem Treibhaus (eventuell bedenkliche Nitratgehalte)
• Meiden von gepökelten und geräucherten Lebensmitteln (enthalten Nitrosamine)
• Nicht Grillen
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Das Magenkarzinom hat aufgrund seiner Tendenz zu früher Metastasierung und häufig zu späte Diagnostizierung eine schlechte Prognose. Da in der Frühphase wenig Symptome (ähnlich dem Magengeschwür) auftreten, sind regelmäßige Kontrollen und vor allem eine genaue endoskopische Untersuchung beim geringsten Verdacht unerlässlich. Die Behandlung erfolgt durch partielle oder totale Magenresektion. (2,5)
Informationen für den Patienten:
Magenkrebsvorbeugung
Die Gefahr, Magenkrebs zu bekommen, kann durch eine günstige Ernährungsweise verringert werden: Wenn wenig nitrat- und nitritreiche Nahrungsmittel und viel Vitamin C und E aufgenommen werden, wird im Körper wenig krebserregendes Nitrosamin gebildet. Außerdem sollte man den Verzehr von gepökelten Fleischerzeugnissen meiden und diese vor allem nicht gebraten verzehren. Sei enthalten, ebenso wie geräucherte Lebensmittel, bereits Nitrosamine. Bei einem Magengeschwür ist die natürliche Abwehr des Magens gegen nitritbildende Bakterien geschwächt und es kommt besonders leicht zu Nitrosaminbildung. Hier ist es also besonders wichtig, auf eine vorbeugende Ernährung zu achten:
• Reduktion des Verzehrs von Nitritpökelsalz (in Schinken, Speck, roten Wurstwaren
und Kassler)
• Hoher Obst- und Gemüseverzehr (enthalten krebsvorbeugende Vitamine und
sekundäre Pflanzenstoffe)
• eventuell zusätzliche Einnahme von Vitamin C und E
• Vorsicht bei Blattsalaten aus dem Treibhaus (eventuell bedenkliche Nitratgehalte)
Der operierte Magen
Nach einer partiellen oder totalen Magenresektion kommt es bei fast allen Patienten zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Mangelernährung. Gründe hierfür sind Appetitlosigkeit und eine verminderte Nährstoffausnutzung. Da der Speisebrei das Duodenum zu schnell oder gar nicht (nach Billroth-II-Resektion) passiert, wird er nicht genügend mit Pankreasenzymen durchmischt. Dies hat eine unzureichende Nährstoffverdauung und -resorption zur Folge. Dadurch kommt es insbesondere zu mangelnder Energiezufuhr, Calcium-, Vitamin-D- und Eisenversorgung sowie zu Steatorrhoe. Die Fettverdauung kann durch die Zufuhr von mittelkettigen Triglyceriden (MCT-Fette) verbessert werden, zur Behebung des Energiemangels eignen sich energiereiche Trink- und Sondennahrungen.
Nach einer Magenresektion kann Vitamin B 12 nicht mehr resorbiert werden, außerdem tritt häufig ein Lactasemangel auf. Die unverdaute Lactose aus Milch führt bei diesen Personen zu Blähungen, Durchfällen und krampfartigen Bauchschmerzen. Statt Milch sollten gesäuerte Milchprodukte (Joghurt, Käse, Kefir) verzehrt werden und eventuell Lactase substituiert werden.
Weiterhin leiden viele Patienten in der ersten Zeit nach der Operation am sogenannten Dumping-Syndrom, das durch einen zu schnellen Übertritt des Speisebreis in den Darm ausgelöst wird: Das Früh-Dumping tritt kurz nach der Nahrungsaufnahme auf und äußert sich in Völlegefühl sowie Schweißausbrüchen, Schwäche und Schwindelgefühlen. Ursache ist die plötzliche Dehnung des oberen Dünndarms und eine Hypovolämie. Dazu kommt es vorwiegend nach dem Verzehr von Zuckerhaltigen Speisen, da der hyperosmolare Speisebrei einen Übertritt von Wasser aus dem Blut in den Darm bewirkt.
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Zum Spät-Dumping kommt es 1 bis 2 Stunden nach Nahrungsaufnahme, vor allem nach dem Verzehr schnell resorbierbarer Kohlenhydrate. Diese werden nach dem direkten Übertritt in den Darm sofort ins Blut aufgenommen und bewirken einen schnellen Blutzuckeranstieg und eine starke Insulinausschüttung. Diese wird, da eine langanhaltende Kohlenhydrat-resorption fehlt, nicht aufgefangen und bewirkt somit eine Hypoglykämie mit Symptomen wie Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Schweißneigung. Die durch das Dumping-Syndrom ausgelösten Beschwerden können die Appetitlosigkeit verstärken und damit zur Mangelernährung beitragen. Um das Dumping-Syndrom zu vermeiden ist eine Reduktion des Zuckerverzehrs und der Mahlzeitengröße wichtig. Eine feste Konsistenz der Mahlzeiten, sowie eine Einnahme von löslichen Ballaststoffen und Acarbose ist vorteilhaft. Dieser Glucosidasehemmer verzögert die Spaltung langkettiger Kohlenhydrate und damit deren Aufnahme ins Blut. (3,5). Ernährungsmedizinische Maßnahmen:
Zur Vermeidung des Dumping-Syndroms
• Schnell verfügbare Kohlenhydrate meiden (Zucker, Süßigkeiten, Weißbrot), statt
dessen Vollkornbrot, Nudeln und Obst als Kohlenhydratlieferanten
• Viele kleine Mahlzeiten (10, später 6-8 Mahlzeiten), nach dem Essen hinlegen
• Nicht zu den Mahlzeiten trinken
• 5g Plantago-ovata-Samenschalen oder Guar zu den Mahlzeiten (lösliche Ballaststoffe)
• evtl. Acarbose-Einnahme
Zur Behandlung der Mangelernährung
• Verabreichung energiereicher Formeldiäten (Astronautenkost)
• Teilweiser Ersatz des Nahrungsfettes durch MCT-Margarine oder MCT-Öl (langsam
steigern) (im Reformhaus erhältlich)
• Substitution von Pankreasfermenten (in Granulatform) und evtl. von Lactase
• Parenterale Gabe von Vitamin B 12 (100 µg pro Monat i.m.)
• Substitution von Calcium, Vitamin D und Eisen als Nahrungsergänzung
Informationen für den Patienten:
Nach einer Magenoperation
Durch die Appetitlosigkeit und die häufig nach dem Essen auftretenden Beschwerden kommt es nach einer Magenoperation leicht zu Mangelernährung. Kurz nach dem Essen können Unwohlsein, Völlegefühl und Schweißausbrüche auftreten, da der Magen als Zwischenspeicher fehlt und die Nahrung zu schnell in den Darm gelangt. Um diese als Dumping-Syndrom bezeichneten Beschwerden zu vermeiden, ist es sehr wichtig nur wenig auf einmal zu essen. Man sollte also viele kleine Mahlzeiten verzehren, am Anfang bis zu 10, später 6 bis 8 am Tag. Das bedeutet, alle 1 bis 2 Stunden so viel zu essen, wie in eine Tasse passt. Hilfreich ist es auch, nicht zu den Mahlzeiten zu trinken, sich nach dem Essen hinzulegen und Ballaststoffpräparate zum Essen einzunehmen, denn dadurch gelangen die Speisen langsamer in den Darm. Wenn eine Mahlzeit zu viel Zucker oder andere schnell verfügbare Kohlenhydrate enthielt, kann es 1 bis 2 Stunden nach dem Essen zu einer Unterzuckerung kommen, die sich durch Konzentrationsschwäche und Müdigkeit äußert. Zucker wird nämlich zu schnell ins Blut aufgenommen und bewirkt ein starke Insulinausschüttung, die die Unterzuckerung hervorruft.
Außerdem kann der Körper nach einer Magenoperation häufig die aufgenommen Nährstoffe nicht gut genug verwerten, was zur Mangelernährung beiträgt. Deshalb ist sinnvoll, sogenannte MCT-Produkte anstelle von normaler Margarine oder Öl zu verwenden, denn diese können leichter aufgenommen werden. Manchmal ist eine Einnahme von
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Arbeit zitieren:
M.Sc. Sven-David Müller, 2011, Ernährungstherapie bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Fettleber und anderen Erkrankungen, München, GRIN Verlag GmbH
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