INHALT
1. Einführung 1
2. Hochschulen als Wissensquellen 2
2.1 Funktionen von Hochschulen. 2
2.2 Formen des Wissenstransfers 3
3. Wege zur Übertragung des impliziten Wissens 4
3.1 Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft 4
3.1.1 Ziele und Voraussetzungen 5
3.1.2 Formelle Vereinbarungen 6
3.1.3 Informeller Informationsaustausch. 8
3.2 Humankapital als Träger des Wissens 9
3.3 Ausgründungen aus Hochschulen 11
3.3.1 Bedeutung für regionale Cluster 11
3.3.1 Anreize für die Spin-Off-Gründung 12
3.3.2 Räumliche Nähe als entscheidender Standortfaktor 13
4. Die Rolle der Infrastruktur. 15
4.1 Anforderungen an die Hochschule 15
4.2 Anforderungen an das regionale Umfeld 16
5. Fazit 18
Literaturverzeichnis xx
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1. EINFÜHRUNG
Die Bedeutung von Wissen als entscheidende Ressource für Innovationsprozesse
hat in den letzten Jahrzehnten immer mehr zugenommen. Hochschulen 1 gewährleisten, dass Wissen in ökonomisch sinnvoller Weise eingesetzt und verwendet wird und damit zu wirtschaftlichem Wachstum und Wohlstand beiträgt (Bercovitz, Feldman, 2006, 175). Das Wissen der öffentlichen Forschungseinrichtungen kann auf verschiedenen Wegen in die Wirtschaft der Region übertragen werden, beispielsweise über die Produktion von Humankapital, durch gemeinsame Forschungsprojekte mit privaten Firmen und über die Gründung von Spin-Off Unternehmen. Insofern sind Hochschulen und Forschungsinstitute ein
entscheidendes Element innovativer Cluster 2 und nehmen als wissensproduzierende Einrichtungen eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Entwicklung einer Industrie ein. Aus der engen räumlichen Vernetzung der Teilnehmer in einem Cluster ergeben sich Agglomerationseffekte - neben der Herausbildung eines speziellen Arbeitsmarkts und einer speziellen Infrastruktur sind hier insbesondere die Wissens-Spillover zu erwähnen. Besonders für wissensintensive Industrien ist räumliche Nähe zu Hochschulen von Vorteil, da sie die Verknüpfung von öffentlichen Forschungseinrichtungen mit der Privatwirtschaft erleichtert und einen intensiven Wissensaustausch innerhalb des Clusters ermöglicht (Morosini, 2003, 307).
Welchen Einfluss können Hochschulen auf die Entstehung eines regionalen Clusters haben und inwiefern tragen sie zur Erhaltung bzw. Erweiterung einer solchen Agglomeration bei?
Die Auseinandersetzung mit dieser Fragestellung führt zu dem Ergebnis, dass universitäre Forschung zur Ansiedlung und Konzentration von innovativen
1 Der Begriff Hochschule wird innerhalb der Arbeit gleichbedeutend für sämtliche öffentliche Forschungseinrichtungen verwendet und erfasst dabei die Diversifizierung in Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre öffentliche Einrichtungen.
2 Nach Porter (1998) ist ein Cluster als eine geographische Konzentration von Akteuren entlang einer Wertschöpfungskette definiert, zu denen neben Unternehmen, Zulieferern und Kunden auch Universitäten und Forschungsinstitute gehören.
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Unternehmen führen kann, wenn sie von entsprechender Qualität ist. Zudem werdend die Effekte von Hochschulen und öffentlichen Forschungsinstitutionen auf die wirtschaftliche Regionalentwicklung von der Beschaffenheit des regionalen Umfeldes bestimmt. Entscheidend für die Herausbildung und den Erfolg eines Clusters sind die Wissensbasis der Region und die Fähigkeit, dieses Wissen aufzunehmen, zu nutzen und in Innovationen umzuwandeln.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Zusammenhang zwischen Hochschulen und der Konzentration sowie der Innovationsfähigkeit von Unternehmen zu untersuchen und dabei die Bedeutung der Region herauszustellen. Zunächst wird ein Überblick über die Rolle der Hochschulen als Quelle des Wissens und die Formen des Wissenstransfers gegeben. Im Folgenden wird speziell die Übertragung des impliziten Wissens analysiert. Dabei ist vor allem die Bedeutung räumlicher Nähe für die unterschiedlichen Transferkanäle von Interesse. Vor dem Hintergrund der Annahme, geographische Nähe sei der Schlüsselfaktor für Kooperationen, Wissens-Spillover und Innovationsaktivitäten wird anschließend darauf eingegangen, welche weiteren Faktoren für die erfolgreiche Herausbildung eines Clusters von Bedeutung sind. Schließlich werden die Ergebnisse zusammengefasst und mögliche politische Implikationen betrachtet.
2. HOCHSCHULEN ALS WISSENSQUELLEN
2.1 Funktionen von Hochschulen
Bereits bei der Betrachtung der allgemeinen Funktionen von Hochschulen wird deren regionalwirtschaftliche Bedeutung deutlich: Wissen wird zunächst an den öffentlichen Forschungsinstitutionen generiert und anschließend von privaten Unternehmen kommerzialisiert. Somit kann der für die Wirtschaft wesentliche Beitrag von Hochschulen in der Produktion und Bereitstellung des dafür notwendigen Wissens gesehen werden.
Nach der Unterteilung von Fritsch et al. (2007, 20 f.) lassen sich den Hochschulen verschiedene Aufgabenbereiche zuweisen, welche sich je nach Art der
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Forschungseinrichtung in ihren Ausprägungen unterscheiden. Im Rahmen ihrer Funktion als Stätten der Forschung liegt der Fokus der Universtäten auf der Grundlagenforschung, welche die wesentlichen Ergebnisse für die in der Industrie stattfindende angewandte Forschung liefert. Weiterhin fungieren Hochschulen als Speicher von angesammeltem Wissen und dienen somit zur Anreicherung der regionalen Wissensbasis. In diesem Sinne kommt den öffentlichen Forschungseinrichtungen eine „Antennenfunktion“ zu, denn sie akkumulieren das externe Wissen und machen es beispielsweise in Form von Publikationen und Vorträgen für die Unternehmen der Region nutzbar. Darüber hinaus spielen Hochschulen als Ausbildungseinrichtungen eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Humankapitalbestands der Region, denn die Studenten und Absolventen geben das erlernte Wissen nach Verlassen der Hochschule an die Wirtschaft weiter. Öffentliche Forschungseinrichtungen bringen also wichtiges Kapital für die wirtschaftliche Entwicklung hervor und dienen der Industrie daher als Quelle für technologische Fortschritte.
2.2 Formen des Wissenstransfers
Wie wird das relevante Wissen nun in marktfähige Innovationen umgesetzt? Für die Kommerzialisierung des Wissens aus Hochschulen und Forschungsinstituten sind verschiedene Übertragungsmechanismen notwendig. Die Übertragung und Verbreitung von Wissen in die Privatwirtschaft geschieht über eine Vielzahl von Transferkanälen - sowohl auf direktem Weg als auch indirekt über einen Zwischenschritt. Als direkte Transferkanäle sind die Kooperation zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen, der Erwerb von Patenten und Lizenzen sowie Ausgründungen von Hochschulen zu nennen (Feldman, 2001, 99). Da hier eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Träger des Wissens und dem Anwender in der Privatwirtschaft besteht, sind diese Übertragungswege beeinflussbar und damit stimulierbar. Zu den indirekten Transferkanälen zählen Publikationen von Wissenschaftlern sowie die Beschäftigung von Absolventen in privaten Unternehmen (Fritsch et al, 2007, 28). Diese Übertragungsmechanismen sind dabei nicht voneinander abzugrenzen, sondern implizieren eine Verkettung der einzelnen Beziehungen - so können beispielsweise Spin-Off-Unternehmen
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mit Forschungseinrichtungen kooperieren oder das Humankapital der Hochschulen beschäftigen (Bercovitz, Feldman, 2006, 181). Auch die Art des Wissens spielt eine wichtige Rolle bei der Frage, wie die
Wissens-Spillover zustande kommen: Patente und Lizenzen 3 sowie Publikationen stellen überwiegend kodifiziertes Wissen dar, welches räumlich ungebunden ist und damit relativ problemlos auf andere Regionen übertragen werden kann. Dagegen ist das sogenannte Tacit Knowledge kontextbezogen und kann somit größtenteils nur durch direkten persönlichen Kontakt weitergeben werden (Audretsch, Lehmann, Warning, 2005, 1115 f.).
3. WEGE ZUR ÜBERTRAGUNG DES IMPLIZITEN WISSENS
Nicht-kodifiziertes Wissen ist an Personen gebunden und lässt sich somit größtenteils nur über Face-to-Face-Kontakte austauschen. Aufgrund dieser räumlichen Dimension ist die Übertragung von implizitem Wissen folglich auf das lokale Umfeld der jeweiligen Wissensquelle begrenzt. Demnach stellt die räumliche und kulturelle Nähe zwischen den Akteuren eine wichtige Voraussetzung für Wissens-Spillover dar (Arundel, Geuna, 2004, 561 f.). Dieser Abschnitt untersucht, inwiefern Forschungskooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen, der Bestand hochqualifizierter Arbeitskräfte sowie Ausgründungen von Hochschulen den Transfer impliziten Wissens ermöglichen und damit Innovationsprozesse innerhalb von Clustern positiv beeinflussen.
3.1 Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
In Anbetracht von veränderten Wettbewerbsbedingungen - durch schnellen technologischen Wandel, verkürzte Produkt- und Technologielebenszyklen, Globalisierung, und dadurch zunehmendem Innovationsdruck - gewinnen Kooperationen in der Region an Bedeutung. Eine gut ausgebaute Zusammenarbeit
3 Trotz der Kodifizierung des Wissens beinhalten Lizenzen einen gewissen Grad an implizitem Wissen. Um die erworbenen Lizenzen schließlich gewinnbringend nutzen zu können, ist es für Unternehmen folglich unabdingbar, diesen „ungenauen“ Teil zu identifizieren und zu verstehen.
Arbeit zitieren:
Julia Pudell, 2010, Die Bedeutung von Hochschulen für Cluster, München, GRIN Verlag GmbH
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