Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Begriffsklärung 3
3. Kurzer historischer Abriss 3
4. Das orthodoxe Gotteshaus - Eine Verbindung zwischen Himmel und Erde 4
5. Der orthodoxe Gottesdienst 6
5.1 Der Gottesdienst als ein Gesamtkunstwerk 6
5.2 Wesentliche Anmerkungen zum Ablauf des orthodoxen Gottesdienstes 7
5.2.1 Die Proskomidie 8
5.2.2 Die Liturgie der Katechumenen 10
5.2.3 Die Liturgie der Gläubigen 10
6. Fazit 11
7. Literatur- und Quellenverzeichnis 13
1
1. Einleitung
„Wir wissen nicht: Sind wir im Himmel gewesen oder auf der Erde; denn auf Erden gibt es einen solchen Anblick nicht oder eine solche Schönheit; und wir vermögen es nicht zu beschreiben. Nur das wissen wir, daß dort Gott bei den Menschen weilt. Und ihr Gottesdienst ist besser als [der] aller anderen [fremden] Länder. Wir aber können jene Schönheit nicht vergessen; denn jeder Mensch wenn er von Süßem gekostet hat, nimmt danach Bitteres nicht mehr an.“ 1
So beschrieben die Abgesandten des Großfürsten Vladimir von der Kiever Rus' im Jahre 988 2 den Gottesdienst in der großen Kathedrale der Hagia Sophia in Konstantinopel. Die Wirkung des Gottesdienstes war so stark, dass durch ihn der Großführst Vladimir zur Annahm des orthodoxen Glaubens veranlasst war.
Doch besonders in der heutigen globalisierten Welt fragen sich spätestens seit dem Griechenland- oder Russlandurlaub viele Menschen aus dem westlichen Raum was das besondere am orthodoxen Glauben ist oder was der orthodoxe Glaube überhaupt bedeutet?
Die Verfasserin versucht daher in dieser Arbeit auf folgende Fragen einzugehen: Was bedeutet orthodoxes Christentum und was ist das Besondere, das den orthodoxen Glauben und den orthodoxen Gottesdienst ausmacht? In wieweit lassen sich die Ursprünge des orthodoxen Glaubens historisch zurückverfolgen? Die Gewichtung dieser Arbeit liegt jedoch auf dem orthodoxen Gottesdienst, da dieser als wichtige Grundlage des orthodoxen Glaubens verstanden wird. Eine Ausarbeitung weiterer Inhalte zu diesem Thema ist jedoch in dieser Arbeit nicht möglich, da der Rahmen der Arbeit dies nicht zulässt.
1 Müller, 2001, S. 133f.
2 Müller, 2003, S. 254.
2
2. Begriffsklärung
Das Wort „orthodox“ kommt aus dem Griechischen und wird mit „rechtgläubig“ übersetzt. 3 Neben „rechtgläubig“ wird der Begriff „orthodox“ auch als: „Gott in der rechten Weise preisend“ 4 verstanden. Der rechte und somit „richtige“ Glaube offenbart sich in der richtigen Lobpreisung Gottes oder der richtige Lobpreis geht aus dem richtigen Glauben hervor.
Nach der Tradition der östlichen Kirche steht die „Anbetung des dreifaltigen Gottes und die Verehrung Seiner Engel und Heiligen“ im Mittelpunkt. 5 Die Lehre der Heiligen Dreifaltigkeit ist somit das zentrale Thema der orthodoxen Theologie. „Kennzeichnend für die Orthodoxe Kirche ist die Trennung von Sakralem und Profanem, die sich zugleich mit den Begriffen von rein und unrein verbindet.“ 6 Daher wird die Kirche zu der profanen „unreinen“ Umwelt und dem profanen Leben sehr stark als ein abgrenzender sakraler Raum verstanden in dem Gott gegenwärtig ist.
3. Kurzer historischer Abriss
Seit dem Ausbruch der Schisma (Abspaltung) im Jahr 1054 zwischen der Christenheit des Oströmischen und der abendländischen Christenheit 7 stand im Vordergrund die Entfremdung zwischen Ost und West. So kam in der Ostkirche dem Patriarchen von Konstantinopel der erste Rang zu, den er bis heute inne hat. Er ist heute vorsitzender Patriarch innerhalb der Gemeinschaft aller orthodoxen Kirchen. Zu den Ursachen der Schisma trug im Wesentlichen bei, dass im Westen nur ein apostolischer Sitz existierte, nämlich Rom, und so konnte sich dort ein zentralistisches Prinzip eher durchsetzen als im Osten, wo es mehrere apostolische Sitze gegeben hat. Auch der Gebrauch der lateinischen Kirchensprache war ein nicht zu unterschätzender Faktor der die Trennung der beiden Kirchen voranschreiten lies.
3 Vgl. Müller, 2000, S. 423.
4 Ebenda.
5 Orthodoxe Kirchengemeinde Hl. Nektarios v. Ägina. Online im WWW unter
URL:http://www.orthodoxe-kirche-bischofsheim.de/wws.html [Letzter Abruf:12.09.2011].
6 Müller, 2000, S. 425.
7 Vgl. Ebenda, S. 424.
3
Der Höhepunkt der Entfremdung fand in der Zeit der Kreuzzüge statt. Überfälle der Kreuzritter auf orthodoxe Christen und ihre geistlichen Zentren verstärkten diese Entwicklung der Abspaltung.
Während der letzten Jahrhunderte entwickelten die orthodoxen Landeskirchen und ihre Glaubensgemeinschaften ihren eigenen unverwechselbaren Stil. Die führenden orthodoxen Glaubenszentren sind derweil Griechenland und Russland. Im Handbuch der großen Weltreligionen aus dem Jahr 2006 wird weltweit von ungefähr 250 Millionen 8 orthodoxen Christen gesprochen. Trotz der kulturellen Einflüsse vereint der gleiche Glaube, der gleiche Ritus, die gleiche Kirchenverfassung die unterschiedlichen orthodoxen Glaubensgemeinschaften.
Als Grundlagen des orthodoxen Glaubens gelten die Heilige Schrift des Alten und des Neuen Testaments und die Heilige Tradition (Hiera Paradosis). 9 Die Überlieferung und Tradition ist nach orthodoxer Auffassung im Leben der Kirche selbst enthalten, das heißt in ihren Gottesdiensten und in ihrem liturgischen Leben.
4. Das orthodoxe Gotteshaus - Eine Verbindung zwischen Himmel und Erde
Der Gottesdienst findet in einem heiligen Raum statt der zwar selbst voller Symbolik ist aber auch ganz bestimmte Funktionen erfüllt. Das Gotteshaus selbst weist eine spezielle Unterteilung auf. Der Innenraum ist aufgeteilt in den sogenannten Narthex (Eingangshalle), in dem das Taufbecken positioniert ist und das Schiff der als Platz für die Gläubigen dient.
Im östlichen Teil ist der erhöhte Ambon 10 dem Klerus sowie dem Chor vorbehalten. Wie bereits erwähnt ist eine Orgel nicht vorhanden ebenfalls sind keine Sitzplätze für die Gläubigen vorgesehen. „Hinter dem Ambon erhebt sich die Bilderwand (…), die das Allerheiligste (…) mit dem steinernen Altar verbirgt; auf ihm befinden sich ein liegendes Kreuz, das Evangelienbuch und ein Schrein (...). 11
8 Partridge, 2006, S. 324.
9 Vgl. Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland. Online im WWW unter URL:
http://hlede.hlerzengel.de/html/stichworte_zur_orthodoxen_kirc.htm [Letzter Abruf: 15.09.2011].
10 Ambon „(gr.), Bühne, bes. in der alten christlichen Kirche der um 2-3 Stufen erhöhte viereckige
Standort im Schiff der Kirche, dicht am Chor, so groß, daß 6-8 Menschen darauf stehen konnten, von
welchem herab die biblischen Abschnitte, später von den niedrigen Geistlichen auch Predigten vorgelesen
wurden; auch die Sänger hatten ihren Platz darauf; (…).“ Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg
1857, S. 395.
11 Nagel, 1970, S. 62.
4
Arbeit zitieren:
M. Ed. Julia Steblau, 2011, Orthodoxie das unbekannte Christentum - Der orthodoxe Gottesdienst als Gesamtkunstwerk, München, GRIN Verlag GmbH
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