Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Grundsätze der Unterrichtsplanung 3
2.1 Die Aspekte des Schülers 4
2.2 Die Aspekte des Lehrers 5
2.3 Die Rahmenbedingungen 7
3 Ebenen der Unterrichtsplanung 8
3.1 Langfristige Planung 8
3.1.1 Merkmale einer langfristigen Planung 9
3.1.2 Die schuleigene Unterrichtskonzeption 9
3.1.3 Jahres- und Halbjahrespläne 10
3.2 Mittelfristige Planung 10
3.2.1 Merkmale einer mittelfristigen Planung 11
3.2.2 Vorgehensweise bei der Erstellung einer mittelfristigen Planung 11
3.3 Kurzfristige Planung 12
3.3.1 Merkmale einer kurzfristigen Planung 12
3.3.2 Welche Hilfsmittel stehen dem Lehrer für seine Unterrichtsvorbereitung zur
Verfügung? 12
3.3.3 Planung einer Unterrichtsstunde für die Beispielklasse H3 13
4 Schlussbemerkung 23
5 Literaturverzeichnis 24
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1 Einleitung
Wie Uwe Thielen bereits treffend formulierte, bedeutet das Planen von Unterricht „sich über die Richtung, das Ziel und den Weg dorthin Gedanken zu machen, so umfassend und gründlich wie möglich.“ (Thielen, U. 2004, S. 181). Doch gerade an der Schule für Geistigbehinderte ist ein Unterricht nach Plan oftmals nicht durchführbar. Um angemessen auf unterschiedliche Lernbedürfnisse, Interessen und plötzlich auftretende Probleme der einzelnen Schüler eingehen zu können, ist der Lehrer häufig gezwungen, von seiner Planung abzuweichen. Trotzdem sollte die Unterrichtsplanung nicht vernachlässigt werden, denn nur eine gründliche Vorbereitung bietet der Lehrkraft die Möglichkeit bei Bedarf flexibel handeln zu können. Ausgehend von der Leitidee „Selbstverwirklichung in sozialer Integration“ der Empfehlungen der Kultusministerkonferenz, sollten sich die Lehrpersonen bei ihrer Planung an den darin formulierten Unterrichts- und Erziehungszielen orientieren. Um den Unterricht sowohl für den Schüler als auch für den Lehrer erfolgreich gestalten zu können, sollten einige Faktoren Berücksichtigung finden. Diese sollen nun im zweiten Kapitel ausführlich dargestellt und erläutert werden. Auf welchen Ebenen die Unterrichtsplanung stattfindet wird anschließend thematisiert. Ausführlich werden wichtige Aspekte der langfristigen, mittelfristigen und kurzfristigen Planung aufgezeigt, bevor im Anschluss die Vorstellung einer Unterrichtsstunde für die Beispielklasse H3 erfolgt.
Aus Vereinfachungsgründen wird in der vorliegenden Hausarbeit nur die männliche Form verwendet.
2 Grundsätze der Unterrichtsplanung
Im Gegensatz zu anderen Schulformen bedarf die Unterrichtsplanung an der Schule für Geistigbehinderte aufgrund der hohen Heterogenität der Schülerschaft und den daraus resultierenden stark unterscheidenden Bedürfnissen, anderer und differenzierterer Überlegungen zum Planungsprozess (Mertes, J. P. 1990, S. 11). Die Schwierigkeit eine Unterrichtsstunde zu planen, in der die Lernbedürfnisse aller Schüler Berücksichtigung finden, stellt den Lehrer täglich vor neuen Herausforderungen.
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Das Vorhandensein einer „dialogisch aufgebauten und emotional getragenen Beziehung“ (Thielen, U. 2004, S. 182), bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Kommunikation zwischen dem Lehrer und seinem Schüler im Unterricht. Nur wenn die Lehrkraft die Lernbedürfnisse, die individuellen Stärken und Schwächen sowie die Eigenarten seines Schülers kennt, ist es ihm möglich, den Unterricht für ihn bedarfsgerecht planen und durchführen zu können. (Thielen, U. 2004, S. 182)
Das nachfolgende Kapitel soll aufzeigen, welche Faktoren bei der Konzeption einer Unterrichtseinheit eine entscheidende Rolle spielen und wie diese in den Planungsprozess mit einbezogen werden können.
2.1 Die Aspekte des Schülers
Gemachte Erfahrungen und erlebte Ereignisse im Leben eines Schülers wirken immer bewusst oder unbewusst im Unterricht und können so seinen Lernprozess positiv oder negativ beeinflussen. Nur wenn die Lebensgeschichte dem Lehrer bekannt ist, kann er ein mögliches Auftauchen vergangener Erlebnisse im Unterrichtsgeschehen bedenken und bei Bedarf entsprechend reagieren. (Thielen, U. 2004, S. 183)
Darüberhinaus hat der Lehrer die Aufgabe seinen Schüler während des gesamten Unterrichtsprozesses möglichst genau zu beobachten, um seine individuellen Schwächen und Stärken herauszufinden. Nur so gelingt es der Lehrkraft durch die Wahl der richtigen inhaltlichen, sozialen wie auch methodischen Maßnahmen, Motivationsphasen zu initiieren und Freude zu schaffen. (Thielen, U. 2004, S. 184)
Neben dem Wissen über die Stärken und Schwächen, muss der Lehrer ebenfalls über Arten sowie Ausprägungsformen der Behinderungen seines Schülers Kenntnis besitzen, um auf dieser Grundlage sowohl inhaltliche als auch methodische Schritte bei der Unterrichtsplanung entsprechend berücksichtigen zu können. Aufgrund der Tatsache, dass gerade mehrfachbehinderte Schüler stark auf emotionale Zuwendung und Fürsorge angewiesen sind, kann nur die Kombination aus dem Vorhandensein der richtigen Bezugspersonen und die zuvor dargestellten Kenntnisse über den Schüler zu dessen positivem Lernerfolg führen. (Thielen, U. 2004, S. 185-187)
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Wie jeder Mensch unterliegt auch der Schüler mit geistiger Behinderung inneren und äußeren Einflüssen, die sich letztendlich in seiner aktuellen Befindlichkeit äußern. Diese sogenannte Tagesform des Schülers kann den Unterrichtsverlauf dementsprechend positiv oder negativ beeinflussen. Folglich sollte der Lehrer ausreichend „zeitliche, methodische, inhaltliche und organisatorische Offenheit bei der Planung einkalkulieren“, um bei Bedarf auf die individuelle Stimmung des Schülers eingehen zu können. (Thielen, U. 2004, S. 187-188)
Die für jeden Schüler zentrale Zielsetzung des Unterrichts ist die Entwicklung beziehungsweise Förderung des selbstständigen Handelns. Jede Unterrichtseinheit sollte daher, wenn möglich, ein hohes Maß an Handlungsmöglichkeiten für ihn bieten. Das kann zum Beispiel umgesetzt werden, indem Schüler in solchen Situationen lernen, die wirklichen Lebenssituationen teilweise oder ganz entsprechen, wie das
eigenverantwortliche Einkaufen von Lebensmitteln. Erst durch das selbstständige Tun werden Handlungserfahrungen erworben und schließlich verinnerlicht. Das handlungsorientierte Lernen leistet demzufolge einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Selbstständigkeit des Schülers und sollte daher in der Planungsphase nicht vernachlässigt werden. (Mertes, J.P. 1990, S. 22-23)
2.2 Die Aspekte des Lehrers
Eine auf Vertrauen basierende Beziehung zwischen dem Schüler und dem Lehrer bildet die Grundlage dafür, dass eine unterrichtliche Kommunikation überhaupt erst stattfindet. Neben den Faktoren den Schüler betreffend, müssen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Unterricht auch zusätzlich bestimmte Aspekte hinsichtlich des Lehrers Berücksichtigung finden.
Sowohl private als auch berufliche Einstellungen, Sichtweisen, Werte und Normen des Lehrers fließen automatisch in die Unterrichtsplanung mit ein und beeinflussen diese bewusst oder unbewusst, was sich letztendlich in der Auswahl von Unterrichtsinhalten und -methoden widerspiegelt. Aufgrund der verschiedenen Lernmöglichkeiten,
Verhaltensweisen und Eigenschaften der Schüler ist es unabdingbar, dass sich die Lehrkraft vor der Planung immer die Frage stellt, ob seine eigene Sichtweise für seine Schüler zutreffend ist oder nicht. Eine „multikomplexe Sichtweise der didaktischen
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Ausrichtung“ (Thielen, U. 2004, S. 190) ist somit Voraussetzung, um den vielfältigen Anforderungsbedürfnissen der Schüler gerecht zu werden. Nur wenn der Lehrer sich seine eigenen Sichtweisen immer wieder bewusst macht und diese kritisch reflektiert, bestehen gute Chancen, dass der einzelne Schüler Lernfortschritte erzielt. (Thielen, U. 2004, S. 189-191)
So wie die Schüler haben natürlich auch Lehrer Stärken und Schwächen. Nicht alles Wissen und Können was in der Unterrichtsarbeit mit geistig behinderten Schülern gefordert wird, kann der Lehrer abdecken. Seine Stärken und Schwächen jedoch gezielt zum Vorteil der Schüler einzusetzen, zeigt die planerische Kompetenz der Lehrkraft und zeichnet schließlich eine professionelle Unterrichtsplanung aus. In Anbetracht dessen, dass jede Lehrperson unterschiedliche Kompetenzen aufweist, wäre es vorteilhaft diese Tatsache bereits bei der Planung zu berücksichtigen und zum Wohle der Schüler umzusetzen. Eine Zusammenführung der verschiedenen Lehrerkompetenzen kann folglich die Befriedigung der vielfältigen Lernbedürfnisse der Schüler gewährleisten. (Thielen, U. 2004, S. 191)
Aus den Einstellungen und Sichtweisen des Lehrers einerseits und dessen individuellen Stärken und Schwächen andererseits, resultieren die von ihm bevorzugten Arbeitsweisen, die sich in der Auswahl von Inhalten, Vermittlungsmethoden und der Durchführung des Unterrichts zeigen. Diese Routine ist notwendig, um den Unterricht zu strukturieren und somit genügend Freiraum für umfassendes Handeln und Denken zu lassen. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass gerade diese Routine zur Gewohnheit wird und der Lehrer keine Alternativen mehr anbietet. Aus diesem Grund sollte er seine Arbeitsweisen in regelmäßigen Abständen auf ihre Eignung und Zweckmäßigkeit für die Schüler überprüfen und gegebenenfalls verändern, um neue Handlungsmöglichkeiten zu erschließen. (Thielen, U. 2004, S. 191-192)
Zusätzlich zu den zuvor erwähnten Einstellungen, Stärken sowie Schwächen der Lehrperson, wird dessen Handeln im Unterricht auch stark von seiner aktuellen Befindlichkeit beeinflusst. Verschiedene Einflussfaktoren, wie zum Beispiel eine Auseinandersetzung mit Kollegen, bedingen die jeweilige Tagesform und sollten, falls sie bekannt oder absehbar sind, bereits bei der Planung reflektiert werden, um so im Vorfeld Störfaktoren zu reduzieren oder auszuschließen. Oft ist es jedoch nicht möglich, die Befindlichkeit in die Planung mit einzubeziehen, da diese von Tag zu Tag variiert und
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Arbeit zitieren:
Kristin Kunert, 2009, Unterrichtsplanung in der Schule für Geistigbehinderte, München, GRIN Verlag GmbH
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