Das darwinsche Argument vom Überleben der höherwertigen Rasse und der natürlichen Zuchtwahl sowie die damit einhergehende Selektion der niedereren Arten in das Überleben des quasi Stärkeren war eine Methode die imperialistischen Absichten und Funktionen des Faschismus und dessen Ideologie gleichsam einer weißen Wand zu übertünchen und zu legitimieren. Die Legitimation des Arier als einziges Volk Kultur zu schöpfen und zu schaffen untermauert in verdrehter Weise deren Anspruch auf die Weltherrschaft und gibt dem Ganzen den Anstrich der göttlichen Berufung. Der Imperialismus war demnach durch einen Gott legitimiert und auch quasi nicht gewollt, sondern gefordert um der Natur nicht im Weg zu stehen und jeden an seinem Platz in der Welt zu verweisen. Diese irrationalen Rahmenbedingungen der faschistischen Ideologie legitimierten den imperialistischen Krieg und dessen Verherrlichung als von Gott gewollt und quasi indirekt beauftragt. Der Kampf um die Sicherung und des Bestehens des Volkes und der Rasse als vom Schöpfer des Universums ausgerufene Mission. Die Widersinnigkeit und Widersprüche liegen auf der Hand dennoch berufen sich Rassetheoretiker auf ein biologisches Gesetz und bemerken nicht die echte biologische Komponente der Rassenzüchtung nämlich, dass reinrassige Tiere eigentlich die schwächeren und anfälligeren sind aufgrund der fehlenden realen Selektion und der Reinrassigkeit das eigentliche Kunstprodukt, das widernatürliche ist. Die Rassentheoretiker wollen Rassereinheit schaffen wo es aufgrund der Weltwirtschaft de facto keine mehr gibt außer in deren Gedanken, da längst eine Vermischung der Völkerschaften stattgefunden hat. Diese Widersprüche von Realität und Theorie sind schon allein aufgrund der biologischen Rechtfertigung zu entkräften, da die Natur zeigt, dass Rassereinheit aufgrund der fehlenden Unterschiedlichkeit im Genfundus einen klaren Nachtteil in Darwins Theorie aufzeigt. Das einzige was die Rassetheorie bewirkt ist, dass sie die Gefühlsebene der Überlegenheit in nationalistischen Menschen trifft. Wobei Hitler klar fehlendes Wissen aufzeigt, indem er den Begriff Blutschande einfach 180 Grad umdreht und einfach umdeklariert in die Vermischung von Rassen obwohl gerade die Inzucht, welche er anstrebt, diesem Begriff zuzuordnen ist in weiterem Sinne. 2. Die Funktionsweise einer Ideologie
Der Nationalismus des Weltkrieges appellierte an die Größe der Nation welche den realen wirtschaftlichen Interessen des Großkapitals standen vorgeschoben wurde. Christian Dörr 22.06.2011 Katarina Pesic
Diese Wirtschaftsfaktoren bildeten aber lediglich den sozialen Nährboden auf dem die Ideologie wucherte und sich bilden konnte. Diese wirtschaftlichen Faktoren und Rahmenbedingungen begründen zwar ihre das materielle Fundament der Ideologie aber sie bieten keine Aussage oder Erklärung über den unlogischen und rational nicht erklärbaren Kern. Der genannte Kern spiegelt die charakterliche Struktur der Menschen wieder welche den historisch-ökonomischen Prozess in der Ideologie reproduzieren, da sie den ökonomischen Gegebenheiten unterworfen sind welche die Ideologie ihnen bietet. Um die Einstellung eines Faschisten zu beschreiben muss von der Perspektive seiner Überzeugungen herangegangen werden. Woran glaubt er? Was macht zu einem Faschisten? Seine Gottgläubigkeit, geleitet von der Idee, dass auch ihr Führer als Messias auftritt und alles unter den Deckmantel dem Willen Gottes (und damit auch die Rechtfertigung rechtens zu handeln) zu unterliegen. Als Teil einer Gesellschaft ist es nur menschlich auch als Mitglied dieser elitären Gesellschaft betrachtet werden zu wollen, und dies würde auch diese Begeisterung und Bereitschaft der Masse für diese verdrehte Exklusion und Inklusion ganzer Völker und Volksgruppen rechtfertigen, was nicht im Widerspruch zu der freiwilligen Einreihung in das hörige Untertanentum stehen, sondern gerade eben dazu führen. Um an die Überzeugung der Masse Anklang zu finden und anzudocken haben die einzelnen Mitglieder der Gesellschaft gar nicht bemerkt, dass ihre Meinung und Stimme zählte, weil sie sich mit dem Führer in gewisser Hinsicht identifizieren konnten und quasi damit auch geadelt werden würden, der magische Schein des Führers färbte ab. Die Vorstellung selbst Hitler zu sein (und die damit verbundene Stärke) schaltete die Masse gleich, da ihnen nicht bewusst war, dass sie sich in einer Abhängigkeitssituation befanden und in Wirklichkeit nur manipulierte Spielbälle der Gruppendynamik inklusive der Inklusion und Exklusion waren. Die Stärken der Einen waren die Schwächen der Anderen. 3.Reinheit der Masse und des Blutes
Der Faschismus versucht die Rassenvermischung, da sie auch eine Blutsvermischung und damit eine gefürchtete angebliche Blutvergiftung des Volkskörpers bedeutet, aufzuhalten und zu unterbinden. Da man den Standpunkt vertrat, dass sich die Laster der Eltern in den Krankheiten der Kinder widerspiegeln würden. Aufgrund dessen war es oberste Priorität, die Rassenreinheit zu wahren, also die Reinheit des Blutes. Die Masse, so Hitler, könne man nicht mit Argumenten, Christian Dörr 22.06.2011 Katarina Pesic
Arbeit zitieren:
Christian Dörr, Katarina Pesic, 2011, Essay über "Wilhelm Reich: Die Massenpsychologie des Faschismus", München, GRIN Verlag GmbH
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