Verzeichnisse II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis III
1 Einleitung 4
2 Marktwirtschaft und Liberalisierung 5
2.1 Grundgedanken zu Märkten, Angebot und Nachfrage 5
2.2 Grundgedanken zur Liberalisierung 6
3 Rahmenbedingungen für eine Liberalisierung der europäischen
Trinkwasserversorgung 8
3.1 Technische Aspekte einer Liberalisierung der europäischen
Trinkwasserversorgung 8
3.2 Marktform der Trinkwasserversorgung 9
3.3 Möglichkeiten von Wettbewerb in der Trinkwasserversorgung 10
3.4 Rechtliche Rahmenbedingungen in der Europäischen Union 11
3.5 Wirtschaftliche Aspekte der Trinkwasserversorgung 12
3.6 Wasserversorgungsunternehmen in Europa 13
4 Erfahrungen mit der Liberalisierung öffentlicher
Versorgungsnetzwerke 15
4.1 Bisherige Erfahrungen mit der Liberalisierung der
Trinkwasserversorgung 15
4.2 Bisherige Erfahrungen mit der Liberalisierung anderer
Branchen der Versorgung 17
5 Diskussion über eine Liberalisierung der europäischen
Trinkwasserversorgung 18
5.1 Argumente pro Liberalisierung der europäischen
Trinkwasserversorgung 18
5.2 Argumente contra Liberalisierung der europäischen
Trinkwasserversorgung 20
6 Zusammenfassung der Erkenntnisse 22
Literaturverzeichnis 23
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Marktformen ............................................................................... 5
1 Einleitung
Wasser ist neben Luft das Lebensmittel des Menschen, das nicht ersetzt werden kann. Es wird im menschlichen Organismus als Lösungsmittel benötigt, da eine Vielzahl polarer Verbindungen im Wasser gelöst werden, so z. B. im Blut oder im Zellsaft. 1 Es wird außerdem in großem Umfang als Hygienemittel verwendet. Als Trinkwasser wird solches Wasser bezeichnet, dessen Reinheitsgrad so hoch ist, dass es im menschlichen Körper verwendet werden kann.
Wasser sollte als Trinkwasser für den Menschen jederzeit in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung stehen.
Wasser gilt in den meisten Kulturen als öffentliches Gut; die Trinkwasserversorgung befindet sich vielfach in der öffentlichen Hand. 2 Dennoch spielt die politische Diskussion um Privatisierung und Liberalisierung der Trinkwasserversorgung derzeit eine große Rolle; die unterschiedlichen Positionen hierbei können sehr gegensätzlich sein: die einen sehen in Liberalisierungen die Lösung aller Probleme, während die anderen sich um die Erhaltung des Allgemeinwohls sorgen. 3 In Deutschland wurde die Diskussion um die Liberalisierung dieses Marktes bereits im Jahr 1999 begonnen, in der sich anschließenden Zeit haben immer mehr Kommunen ihre Wasserversorgungsunternehmen an private Betreiber verkauft. 4
Diese Arbeit soll einen Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen einer Liberalisierung der europäischen Trinkwasserversorgung geben. Dabei werden u. a. die Rahmenbedingungen hierfür dargestellt und Betreibermodelle diskutiert.
1 Zusammenfassende Darstellung bei: Campbell, Neil A. / Reece, Jane B. (2003), S. 49-
59.
2 Vgl. Grambow, Martin (2008), S. 62.
3 Vgl. Grambow, Martin (2008), S. 61.
4 Vgl. o. V. (2001), S. 3.
2 Marktwirtschaft und Liberalisierung
2.1 Grundgedanken zu Märkten, Angebot und Nachfrage
Ein Markt entsteht, wenn der Anbieter und der Nachfrager eines Gutes zusammentreffen. Märkte können in drei verschiedenen Formen eingeteilt werden: Monopol, Oligopol und Polypol. Die Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Entstehung der verschiedenen Marktformen.
Tabelle 1: Marktformen
In einem polypolistischen Markt richten sich die Marktpreise nach den angebotenen und nachgefragten Mengen. Umgekehrt richtet sich die angebotene und nachgefragte Menge nach den angebotenen Preisen. So kann es in einem Markt zum Gleichgewicht kommen. 5
In einem monopolistischen Markt richten sich die Marktpreise nach den Vorstellungen des Marktteilnehmers mit Monopolstellung. Bei einem Angebotsmonopol kann der Anbieter höhere Preise verlangen, allerdings
5 Vgl. Ashauer, Günter (1994), S. 92f.
nicht zu sehr, denn er muss sonst den Markteintritt von anderen Anbietern fürchten (Theory of the contestable markets). 6
In einem oligopolistischen Markt richten sich die Marktpreise nicht nur nach den angebotenen und nachgefragten Mengen, sondern auch nach dem Verhalten der anderen Marktteilnehmer. Es kann zum scharfen Wettbewerb wie im Polypol, zu Preisstarrheit, Preisabsprachen und Preisführerschaft eines Teilnehmers kommen. 7
Die genannten Marktformen gelten alle unter der Annahme, dass sämtliche Güter und Produktionsfaktoren beliebig teilbar seien. Einen Sonderfall stellt das „natürliche Monopol“ dar, bei welchem diese Annahme nicht gilt, es bestehen also Unteilbarkeiten. Dies ist dann der Fall, wenn die Kapazität bestimmter Ressourcen auf Grund technischer Gegebenheiten nur in großen Abständen geteilt werden kann. Natürliche Monopole treten z. B. bei der leistungsgebundenen Versorgung (lokales Stromnetz, lokales Telekommunikationsnetz) oder im Schienenverkehr auf. Natürliche Monopole bergen die Gefahr überhöhter Preise und schlechter Leistung des Anbieters, da er keine Konkurrenz fürchten muss. Weiterhin dürfte der Anbieter wenig Interesse an technischem Fortschritt haben, um seine Stellung als Monopolist zu festigen. 8
2.2 Grundgedanken zur Liberalisierung
Liberalisierung (auch Deregulierung genannt) ist ein „von der OEEC 1949 eingeführter Begriff für die stufenweise Beseitigung von Einfuhrverboten und -kontingenten im gegenseitigen Außenhandel“. 9 Sie soll der Privatwirtschaft und den Marktkräften Handlungsfreiheit verschaffen und Staatseinflüsse verhindern.
Privateigentum und Wettbewerb sind die wichtigsten Elemente einer Marktwirtschaft, ohne die diese nicht existieren kann. Durch sie entstehen
6 Vgl. Ashauer, Günter (1994), S. 100f.
7 Vgl. Ashauer, Günter (1994), S. 101.
8 Vgl. Fritsch, Michael/Wein, Thomas/Ewers, Hans-Jürgen (2005), S. 179f.
9 O. V. (1955), S. 216.
Arbeit zitieren:
Stefan Altmann, 2011, Möglichkeiten und Grenzen der Liberalisierung der europäischen Trinkwasserversorgung, München, GRIN Verlag GmbH
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