Inhalt
1 Einleitung. 1
2 Die Junta-Bewegungen als Akt des Widerstands gegen die französische Besetzung. 2
2.1 Die Junta-Bewegung in Spanien. 3
2.1.1 Napoleonische Besetzung Spaniens. 3
2.1.2 Der organisierte Widerstand. 4
2.2 Die Junta-Bewegung in Hispanoamerika. 6
3 Die „patria boba“ in Neu-Granada. 7
3.1 Unabhängigkeitsaktionen in Neu-Granada. 7
3.2 Rivalitäten um die Führungsrolle im Virreinato de Nueva Granada. 8
4 Schlussbemerkung. 11
5 Literaturverzeichnis 12
1 Einleitung
Bei der Betrachtung des Prozesses der Staatenbildung in Hispanoamerika wird deutlich, dass seit Mitte des 18. Jahrhunderts eine wachsende Entfremdung der Kreolen vom Mutterland Spanien zu beobachten ist. 1 Daraus resultierten Forderungen nach größerer politischer Autonomie. 2 Vor allem durch die bourbonischen Reformen zeigte sich Hispanoamerika mit seinen Regionen als abhängige Kolonien, die dementsprechend behandelt wurden.
Die starke wirtschaftliche Ausbeutung Hispanoamerikas zum Nutzen Spaniens machten eine Identifikation mit dem Mutterland immer schwieriger. Das wachsende Bewusstsein politisch benachteiligt und wirtschaftlich abhängig zu sein führte unzweifelhaft zur Frage nach der Legitimität der spanischen Herrschaft. 3
Vor allem wirkten Separationsbewegungen der englischen Kolonien in Nordamerika und auch die französische Revolution stimulierend auf politische Entscheidungen, aber die gesellschaftlichen Auswirkungen der französischen Revolution und besonders die blutigen Rassenkämpfe auf Haiti wirkten furchteinflößend und ließen keine Änderungen der starren sozialen Struktur zu. 4 Diese Zurückhaltung ist vor allem damit zu begründen, dass die amerikanischen Kreolen an der Spitze des Loslösungsprozesses standen und nicht die benachteiligte Bevölkerung bzw. die Schicht der Indios und Sklaven. Die Interessen der Kreolen konnten sich gegen Rebellionen der unteren Schichten durchsetzen.
Für den Charakter der Unabhängigkeitsbewegung ist bezeichnend, dass der Zeitpunkt der Unabhängigkeit weniger auf eine innere Dynamik zurückging, sondern vielmehr
1 König, Hans-Joachim (2006), Kleine Geschichte Lateinamerikas, Stuttgart, S. 205
2 Ebd., S 205.
3 Safford, Frank/Palacios, Marco (2002), Colombia-Fragmented Land, Divided Society, New York, S. 80-88.
4 Rinke, Stefan (2010), Geschichte Lateinamerikas-Von den frühesten Kulturen bis zur Gegenwart, München, S. 54.
1
europäische Ereignisse ihren Ausgang bestimmten: „ The abduction of King Ferdinand VII by Napoleon in 1808 and the subsequent formation of regional juntas in Spain created a new context for widening the options of Spanish American colonies“. 5 Demnach war der entscheidende Auslöser für die Unabhängigkeit Lateinamerikas die äußere Bedrohung und Besetzung des Mutterlandes Spanien durch napoleonische Truppen. 6
Nachfolgend soll in dieser Hausarbeit die erste Phase der Unabhängigkeitsbewegungen in den historischen Gesamtzusammenhang eingeordnet werden, indem eine Darstellung der Ereignisse in Spanien erfolgt, da die Unabhängigkeitsprozesse in Hispanoamerika im Mutterland ausgelöst wurden und nicht in den Kolonien selbst. Mit der Beschreibung der Ereignissen auf der iberischen Halbinsel soll der Mechanismus verdeutlicht werden, der zum Loslösungsprozess der Kolonien führte. Den Hauptteil dieser Arbeit stellt die Darstellung der Unabhängigkeitsaktionen speziell im Virreinato de Nueva Granada zwischen 1810 und 1816 dar. Dieses Kapitel thematisiert vor allem Ereignisse, die zum Scheitern einer einheitlichen Unabhängigkeitsbewegung führten. Der letzte Teil dieser Arbeit umfasst eine Schlussbemerkung, die den Anspruch erhebt, das Scheitern der patria boba zu erläutern bzw. Gründe aufzuzeigen, die dieses Scheitern herbeiführten.
2 Die Junta-Bewegungen als Akt des Widerstands gegen
die französische Besetzung
Die Junta-Bewegungen in Spanien und Hispanoamerika signalisierten ihre Loyalität gegenüber dem abgesetzten Monarchen in Spanien und sind als Akt des Widerstands zu sehen. Die Junta-Bewegungen in Hispanoamerika verfolgten auch das Ziel weitreichende Autonomie gegenüber den spanischen Zentralbehörden zu erlangen und verdeutlichten umso mehr
5
Helg, Aline (2004),
Liberty and equality in Caribbean Colombia,
Chapel Hill, S. 121.
6 Pieper, Renate (2005), „ Die Unabhängigkeit Hispanoamerikas als langfristige Entwicklung“, in: Edelmayer, Friedrich; Hausberger, Bernd; Potthast, Barbara (Hrsg.), Lateinamerika 1492-1850/70, Wien, S 221.
2
2. Die Junta-Bewegungen als Akt des Widerstands gegen die französische Besetzung
die wachsende Unzufriedenheit, vor allem der Kreolen in Hispanoamerika, die sich politisch und wirtschaftlich benachteiligt sahen.
2.1 Die Junta-Bewegung in Spanien
Der Widerstand des spanischen Volkes gegen die napoleonische Besetzung der iberischen Halbinsel spiegelte sich in der Junta-Bewegung wider. Nachfolgend soll unter 2.1.1 die Situation dargestellt werden, in der es Napoleon gelang die Halbinsel zu erobern und unter 2.1.2 wird der organisierte Widerstand, der durch die französische Besetzung ausgelöst wurde, thematisiert.
2.1.1 Napoleonische Besetzung Spaniens
Seit 1788 herrschte Karl IV, der sich zunehmend als unfähig erwies und seit 1792 die Geschicke des Landes den Offizier Manuel de Godoy bis 1808 bestimmen ließ. Godoy wurde als korrupt und unfähig betrachtet und die Unzufriedenheit mit der Krone wuchs beständig. In Spanien hatte sich die Opposition um den Thronfolger Ferdinand gescharrt. 7 Diese Unzufriedenheit wurde verstärkt als Karl IV am 27.0ktober. 1807 im „Vertrag von Fontainebleau“ dem Korsen Napoleon zugestand, dass französische Truppen Spanien durchqueren dürften, um nach Portugal zu gelangen. 8
Im März 1808 organisierte Ferdinand eine Palastintrige in Aranjuez („Motín de Aranjuez“), die die Entlassung Godoys und die Abdankung Karls IV zur Folge hatte. Die Palastintrigen, die Ferdinand als Königssohn gegen den einflussreichen Godoy richtete, hatten Napoleons Interesse an Spanien geweckt. Als Kaiser der Franzosen saß er selbst auf einem Bourbonenthron und sein Interesse war daher jeglichen Rivalen dieses Hauses zur Sicherung seiner eigenen Herrschaft auszuschalten. 9
Napoleon nutzte diese konfuse Situation, um die im Kampf gegen England strategisch wichtige iberische Halbinsel zu besetzen und gleichzeitig die Nebenlinie der Bourbonen,
7 Safford & Palacios, Colombia, S. 80-82.
8 Buisson, Inge/ Schottelius, Herbert (1980), Die Unabhängigkeitsbewegungen in Lateinamerika, 1788-1826, Stuttgart, S. 48.
9 König, Kleine Geschichte Lateinamerikas, S. 214.
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Arbeit zitieren:
Fida Diego, 2011, Die erste Phase der Unabhängigkeitsbewegungen in Neu-Granada, München, GRIN Verlag GmbH
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