Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Definition des sozialen Wandels 3
2.1 Grundtrends sozialen Wandels 4
2.2 Funktion des sozialen Wandels 7
3 Devianz im sozialen Wandel 8
3.1 Geschlechter 9
3.2 Devianz am Beispiel von Homosexualität 13
3.3 Antibabypille 13
3.4 Kindesmissbrauch 14
4 Fazit 15
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1 Einleitung
Im Laufe des Seminar „Devianz und Sozialverhalten“ haben wir uns unter anderem mit sozialen Normen, abweichendem Verhalten sowie Sexualität beschäftigt. Diese Themen sollen in dieser Hausarbeit nochmals aufgeführt und in Verbindung gebracht werdenallerdings unter dem Einbezug des sozialen Wandels. Dieser spielt deshalb eine solch wichtige Rolle, weil sich durch ihn Menschen, Einstellungen und Normalitätsvorstellungen ändern. Lebenssituationen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt undenkbar waren, können zu einem anderen Zeitpunkt alltäglich werden. Bildungswege, die in einem bestimmten Augenblick nur für einige Bevölkerungsschichten zugänglich waren, können plötzlich für alle Menschen zugänglich gemacht werden. Rollenverteilungen, die selbstverständlich zu sein schienen, werden angezweifelt und geändert.
Das Ziel dieser Hausarbeit liegt darin, einige dieser Veränderungen zu beschreiben und herauszufinden, warum sie stattfinden. Außerdem soll geklärt werden, ob die Menschheit den sozialen Wandel überhaupt benötigt. Die Arbeit soll den Leser zum Nachdenken anregen, vor allem darüber, warum sich Dinge verändern und wie die Menschen die Veränderungen sehen sollen- positiv oder negativ. Der soziale Wandel vollzieht sich seit vielen Jahren, sodass er unser Leben ständig verändert. Aus diesem Grund sollen in dieser Hausarbeit folgende Fragen geklärt werden:
• Was ist sozialer Wandel und wie beeinflussen die Grundtrends des Wandels das Leben der Menschen?
• Was ist die Funktion des sozialen Wandels und ist diese unabdingbar?
• Was ist Devianz und wie veränderte sich diese im Laufe des sozialen Wandels?
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2 Definition des sozialen Wandels
Im Jahr 1922 wurde der Begriff des sozialen Wandels in die Soziologie von W.F. Ogburn eingeführt, um althergebrachte Begriffe wie ,,Evolution" , „Dynamik“, „Umwälzung“, „Untergang“ oder ,,Fortschritt" zu ersetzen. Diese Begriffe wurden als wertgeladen eingestuft, die charakteristische Muster sozialer Veränderungen zu implizieren schienen. 1
Ende des vergangenen Jahrhunderts definierte Weymann den sozialen Wandel folgendermaßen:
„In der heutigen Soziologie wird sozialer Wandel (...) als Veränderung in der Struktur eines sozialen
Systems definiert. Sozialer Wandel ist auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen zu beobachten, auf
der Makroebene der Sozialstruktur und Kultur, auf der Mesoebene der Institutionen, korporativen
Akteure und Gemeinschaften, auf der Mikroebene der Personen und ihre Lebensläufe. (...) Ein
exemplarischer Fall sozialen Wandels ist der Zusammenbruch der DDR, ihr Beitritt zur Bundesrepublik
und die noch laufende Transformation der neuen Bundesländer als Folge des Beitritts. (…)
Mit dem Begriff des sozialen Wandels ist der Begriff der Sozialstruktur eng verbunden. (…) Als
Sozialstruktur werden z.B. Strukturen sozialer Ungleichheit vergleichend beschrieben:
Haushaltseinkommen, Wohnverhältnisse, Schichten und Milieus, Bildung und Ausbildung, Beruf und
Arbeit, Gesundheit, Familien und Lebensgemeinschaften (…).“ 2 Es bedeutet also, dass man immer dann vom sozialen Wandel spricht, wenn sich soziale Systeme und Strukturen verändern. Diese Veränderungen vollziehen sich jedoch nicht nur in gesellschaftlichen Strukturen, sondern auch in Organisationsmustern, Lebenssituationen und sozialem Gefüge.
Hradil erweitert die Definition, indem er sagt, dass sozialer Wandel als relative, nachhaltige und verbreitete aber nicht notwendige Veränderung gesellschaftlicher Strukturen angesehen werden kann. 3 Wenn man diese Definition in Betracht zieht, ist der soziale Wandel etwas, das nicht unbedingt gebraucht wird. Stimmt diese Aussage? Warum gibt es ihn dennoch immer wieder? Mit sozialem Wandel war wohl immer der Wunsch verbunden, diesen zu erklären und zu verstehen, ihn zu bewerten und ihn möglichst zu steuern. 4 Nachfolgend soll versucht werden diese Frage zu beantworten. 2.1 Faktoren sozialen Wandels
Im Meyers Lexikon wird sozialer Wandels als „qualitative und quantitative Veränderungen [...], denen Gesellschaften im Ganzen, gesellschaftliche Teilbereiche,
1 Vgl. Zapf, W. (1979), S.11
2 Weymann, A. (1998), S.14
3 Vgl. Hradil, S. (2004), S.53
4 Vgl. Weymann, A. (1998), S.11
3
aber auch kollektive und individuelle Wertorientierungen im Rahmen historischer, ökonomischer und sozialer Entwicklungen unterworfen sind“ 5 beschrieben. Die Ursachen sozialen Wandels können nicht nur innerhalb einer Gesellschaft liegen, sondern auch von außen an sie herangetragen werden. Als innere Faktoren zählen beispielsweise Konflikte über Macht oder Landbesitz innerhalb einer Gesellschaftsstruktur, Prozesse der Modernisierung, starke demographische Veränderungen oder ideologische Veränderungen in Politik oder Wirtschaft. Äußere Faktoren sind unter anderem Klimaveränderungen oder aber auch kulturfremde Entdeckungen und Erfindungen. Im Prozess des sozialen Wandels lassen sich hin und wieder innere Gründe schwer von äußeren abgrenzen, da Modernisierung beispielsweise als innergesellschaftlicher Prozess betrachtet werden kann, dessen Antrieb von außen kam, gegebenenfalls durch den Kontakt mit fremden Kulturen oder aufgrund der Besitzergreifung von einer Staatsmacht durch eine andere Staatsmacht. 6 2.2 Grundtrends sozialen Wandels
Rainer Geißler benennt 12 Grundtrends sozialen Wandels, die sich folgendermaßen zusammenfassen lassen: 7 1. Leistungs- und Wohlstandsgesellschaft (Die wirtschaftlichen Antriebe der kapitalistisch-liberalistischen Marktwirtschaft lösten in Verbindung mit einer kollektiven Volksvertretung eine einmalige, sich zu einem späteren Zeitpunkt abschwächende und auch temporär auf sehr hohem Niveau rückläufige Steigung von Existenzniveau und Massenkonsum aus. Diese waren mit großem sozialem Schutz für eine große Bevölkerungsmenge verbunden. Sie kamen fast allen Volksschichten zugute und hatten unter anderem den weitgehenden Zerfall der Arbeiterklasse zur Folge.) 2. Wissens- und Bildungsgesellschaft (Verwissenschaftlichung, Technisierung und aufsteigende Schwierigkeiten innerhalb der Gesellschaft waren die
5 Meyers Lexikon (2007)
6 ebd.
7 Vgl. Geißler, R. (2002), 436ff.
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Arbeit zitieren:
Alla Ujkanovic, 2011, Devianz im sozialen Wandel, München, GRIN Verlag GmbH
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