ii
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis iii
Abbildungsverzeichnis iv
1. Ausgangssituation - 1 -
1.1. Wachstum - Ein Ziel vieler Unternehmen - 1 -
1.2. Formen des Wachstums - Anorganisch oder Organisch - 3 -
1.3. Probleme bei anorganischem Wachstum - 5 -
2. Probleme aufgrund mangelnder Datenqualität - 7 -
2.1. Sinkende Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit - 8 -
2.2. Fehlentscheidungen auf operativer und strategischer Ebene - 10 -
2.3. Probleme bei Fusionen und Übernahmen - 11 -
3. IT-Integration als Erfolgsfaktor eines M A - 12 -
4. Integrationsansätze und technische Umsetzungen - 15 -
4.1. Methodische Ansätze - 15 -
4.1.1. Dominierender Integrationsansatz - 16 -
4.1.2. Anwendungsorientierter Integrationsansatz - 17 -
4.1.3. Paralleler Integrationsansatz - 18 -
4.1.4. Neuorientierter Integrationsansatz - 19 -
4.2. Technische Umsetzungen - 20 -
4.2.1. Datenintegration Master Data Management - 20 -
4.2.2. Applikationsintegration Service Orientierte Architektur - 23 -
4.2.3. SAP NetWeaver - Ein Beispiel für eine Komplettlösung - 26 -
5. Fazit - 28 -
Literaturverzeichnis .............................................................................................................. - 29 -
[iii]
Abkürzungsverzeichnis:
CRM Customer- Relationship-Management
DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.
ERP Enterprise Ressource Planning
IBM International Business Machines
IT Informationstechnologie
M&A Merger & Acquisition (dt. Fusion & Übernahme)
MDM Master Data Management
SOA Service-Orientierte Architektur
Abbildungsverzeichnis :
Abbildung 1: Verlauf der Inflationsrate in Deutschland von 1992 bis 2010 - 2 -
Abbildung 2: Verlauf des weltweiten Finanzvolumens und der Fusionen und Übernahmen von
2005 bis 2009 - 4 -
Abbildung 3: Kriterien und Charakteristika von Datenqualität - 8 -
Abbildung 4: Beispiele schlechter Datenqualität - 9 -
Abbildung 5: Mögliche Folgen schlechter Datenqualität - 11 -
Abbildung 6: Deutsche und Europäische Compliance-Gesetze - 13 -
Abbildung 7: Die Bedeutung der IT in der Merger-Integration - 14 -
Abbildung 8: Schematischer Überblick über die vier Integrationsansätze - 16 -
Abbildung 9: Beispielhafter Einsatz eines MDM im Unternehmen - 21 -
Abbildung 10: Beispielhafter Aufbau einer SOA-Architektur - 24 -
Abbildung 11: Bildliche Darstellung eines Enterprise Service Bus - 25 -
Abbildung 12: Aufbau des SAP NetWeaver ......................................................................... - 27 -
[- 1 -]
1. Ausgangssituation
1.1. Wachstum - Ein Ziel vieler Unternehmen
(Anfang: Marcus Riemann) 1
Man kann allgemein festhalten, dass es eines der obersten Ziele einer jeden Volkswirtschaft sein muss, anhaltende deflationäre Entwicklungen zu vermeiden. Über einen längeren Zeitraum bestehende Deflation erzeugt eine äußerst schädliche Spirale, die verhängnisvolle Auswirkungen für die Wirtschaft eines Landes mit sich bringt und die es nur schwer zu durchbrechen gilt. 2
Daher sind Volkswirtschaften angehalten, ein geringes Maß an Inflation in ihrem Land zuzulassen. Jedoch ist aus makroökonomischer Sicht auch eine zu hohe Inflation (Hyperinflation) unter allen Umständen zu vermeiden. 3 Bei einer Inflation verringert sich der Wert des Eigenkapitals 4 und der Vermögensgegenstände des Unternehmens. Zudem verteuern sich die Produktpreise der Lieferanten, sprich: sie passen sich der Inflation an. Die Eigentümer eines Unternehmens sind dadurch zwangsläufig veranlasst, entweder höhere Preissteigerungen an den Kunden weiterzugeben oder mindestens genauso hoch wie die Inflationsrate zu wachsen, um einem Verlust ihres Unternehmenswertes entgegenzusteuern. 5
Um dauerhaft am Markt bestehen zu können, ist es Ziel vieler Unternehmen 6 , nachhaltig zu wachsen. Ansonsten wird der Unternehmenswert auch bei einer Stagnation auf langfristige , von Konkurrenten
übernommen zu werden. In Deutschland geht man für 2010 von einer Inflationsrate von 1,1% aus; für die Jahre 2011 und 2012 von 1,8% und 2,0%. In der Euro-Zone liegt die durchschnittliche Inflationsrate im Jahr 2010 bei 1,5%. Für die Jahre 2011 und 2012 schätzt man die Inflationsrate auf 1,8 % bzw. 1,7%. 7
1 Anmerkung: Die gesamte Arbeit zeichnete sich durch eine sehr gute Teamarbeit der beiden Autoren aus.
2 Vgl. Schneider, Alexandra (2010), S.31 f.
3 Vgl. Dornbusch, Rüdiger; Fischer, Stanley; Startz, Richard (2003), S.202 f.
4 Das Fremdkapital verringert sich ebenso, jedoch wird die Inflationsrate im Normalfall von den Kreditgebern antizipiert und mit in die Fremdkapitalverzinsung eingerechnet.
5 Vgl. Carlsen, Christina (Hrsg. Hartmut Schmidt) (2008), S.116
6 Manche Unternehmen sind jedoch nicht gewollt, zu wachsen, da sie aufgrund Ihrer Differenzierungsstrategie einen kleinen Markt bedienen und eine Umsatzsteigerung bzw. eine Erhöhung des Marktanteils oft zu Lasten Ihres eigenen Return on Investment gehen würde(Problem des `Stuck in the middle`).
7 Vgl. Europäische Kommission (2010)
8 Abbildung 1: Verlauf der Inflationsrate in Deutschland von 1992 bis 2010
Neben dieser existenzsichernden Notwendigkeit gibt es noch eine Vielzahl an anderen Gründen, warum Unternehmen gewollt bzw. gezwungen sind, weiter zu wachsen. So haben stagnierende bzw. schrumpfende Firmen oftmals Schwierigkeiten, ihre Rentabilität aufrecht zu erhalten, frisches Kapital von Banken und Investoren zu bekommen oder gut qualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte in das Unternehmen zu holen. 9
Auch können durch die zunehmende Größe eines Unternehmens Wettbewerbsvorteile entstehen. So können z.B. bei einer effizienten Ausnutzung der Skaleneffekte 10 (sog. Economies of Scale) die Produktionskosten gesenkt und die Produkte somit entweder günstiger am Markt vertrieben oder die erzielten Ersparnisse als zusätzliche Gewinne verbucht werden. 11 Laut einer Prognose des DIW wächst die deutsche Industrie im Durchschnitt über alle Branchen hinweg um 8% im Jahr 2010 und um etwa 4 % im Jahr 2011. 12 In der Euro-Zone ist die Industrie von September 2009 bis September 2010 um insgesamt 1,9% gewachsen. 13 14
8 Enthalten in: Statista GmbH (2010)
9 Dies muss zwangsläufig nicht für Unternehmen gelten, die eine Differenzierungsstrategie verfolgen.
10 Der Begriff der Skaleneffekte beinhaltet u.a. auch Begriffe wie Erfahrungskurveneffekte und Losgrößenvorteile.
11 Vgl. Kohlert, Helmut (2005), S.135
12 Vgl. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (2010)
13 Vgl. Spiegel Online (2010)
14 Die Steigerung der Produktion wird hierbei als Wachstumsmerkmal herangezogen.
[- 3 -]
1.2. Formen des Wachstums - Anorganisch oder Organisch
Die Art, wie ein Unternehmen sich vergrößern kann, geschieht entweder mithilfe organischen oder anorganischen Wachstums. 15 Beim organischen Wachstum wird auf eine profitable,
meistens langsam ablaufende Entwicklung aus eigener Kraft (z.B. durch die Entwicklung neuer Produkte) abgezielt, während das anorganische Wachstum schnelle Unternehmensvergrößerungen durch Akquisitionen und Fusionen vorsieht. 16 Beide Vorgehensweisen erfordern jedoch von den Unternehmen ein hohes Maß an Anfangsinvestitionen. Beim organischen Wachstum für den Aufbau der neuen Strukturen, beim anorganischen Wachstum für den Kauf bzw. für die Zusammenlegung von neuen und alten Geschäftsbereichen. 17
Eine groß durchgeführte Studie zwischen 1995 und 2004 unter den Fortune 500 Unternehmen hat jedoch gezeigt, dass Firmen, die nachhaltig auf ein organisches Wachstum setzen, im Durchschnitt eine deutlich höhere Rendite vorweisen können, als solche, die sich ihr Wachstum mit Zukäufen bzw. Zusammenschlüssen erworben haben. Nichtsdestotrotz erfreuen sich Merger & Acquisition Strategien immer noch großer Beliebtheit. 18 Im Schnitt verschmelzen pro Tag in Deutschland fünf Unternehmen. 19
Im Jahr 2010 wurde dabei in den ersten neun Monaten - bei weltweit 27.559 Übernahmen 20 mit einem Gesamtfinanzvolumen von 1.645.658,8 Mio. Dollar - schon deutlich mehr Geld für Übernahmen ausgegeben als im gesamten Jahr 2003 zusammen (1.345.796,9 Mio. Dollar bei insgesamt 28.982 Übernahmen). Auf das gesamte Jahr hochgerechnet entspricht dies auch einer deutlichen Zunahme des Finanzvolumens im Vergleich zum Jahr 2009 (insgesamt 2.056.485,2 Mio. Dollar) bei einer etwa konstant bleibenden Anzahl der Übernahmen (insgesamt 39.529). Die derzeitige Rekordmarke vom Jahr 2007, vor Ausbruch der Finanzkrise, wird sowohl bei den Übernahmen (insgesamt 44.053) als auch beim Finanzvolumen (insgesamt 4.164.212,5 Mio. Dollar) jedoch noch deutlich unterschritten werden. 21
15 Von vielen Unternehmen wird häufig in der Praxis eine Mischform angewendet, sprich: eine gleichzeitige Verfolgung beider Strategien.
16 Vgl. Lorenz, Michael ; Eichsteller, Harald; Wecke, Stephan (2005), S. 80
17 Vgl. Raisch, Sebastian; Probst, Gilbert; Gomez, Peter (2010), S.39
18 Vgl. Raisch, Sebastian; Probst, Gilbert; Gomez, Peter (2010), S.40
19 Vgl. Schaffry, Andreas (2010)
20 Die Zahl der Übernahmen beinhaltet sowohl Fusionen als auch Akquisitionen.
21 Vgl. Welt Online (2010)
[- 4 -]
Für das Jahr 2011 planen etwa ein Sechstel aller europäischen Unternehmen eine größere Akquisition bzw. Fusion. 22 29 % aller europäischen Unternehmen mit mehr als 5 Mrd. Euro Umsatz wollten im Jahr 2011 sogar eine Firma mit mindestens 500 Mio. Euro Umsatz erwerben. 23
24 Abbildung 2: Verlauf des weltweiten Finanzvolumens und der Fusionen und Übernahmen von 2005 bis 2009
Die Gründe dafür sind vielfältig, lassen sich aber vor allem in ökonomische und persönliche Motive unterteilen. Aus wirtschaftlicher Sicht sind neben Wachstum und der Ausnutzung von Skaleneffekten auch die Stärkung der Marktposition, Verbundeffekte (sog. Economies of Scope), Erschließung neuer Branchen/Märkte, Bilanzierung des fremden Firmenwerts 25 , Internationalisierung, Gewinnung neuer Kunden und Zukauf von Technologie, Produkten und Know-How weitere entscheidende Treiber für eine Fusion bzw. Übernahme. 26 Persönlicher Antrieb für eine Fusion bzw. Übernahme besteht für Manager bzw. Geschäftsführer aufgrund des dazu gewonnenen Prestiges, der eigenen Machterweiterung und der Gehaltserhöhung, die in der Regel mit der Unternehmensvergrößerung einhergeht. 27
22 Die Presse Digital GmbH & Co KG (2010)
23 Vgl. n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH (2010) 24 Enthalten in: Dealogic Ltd. (2010)
Anmerkung: Die Wiedereingliederung von Spin-offs wurde in der Graphik nicht mit berücksichtigt.
25 Eine Bilanzierung führt zu einer Aktivierung von Vermögensgegenständen und somit zu einer Neutralisierung von Aufwand. Dadurch kann ein höherer Gewinn am Jahresende ausgewiesen werden. Eine Bilanzierung des eigenen Firmenwerts ist dagegen nach den Internationalen Rechnungslegungsstandards nicht erlaubt.
26 Vgl. Katolnik, Swetlana (2004), S. 6 ff.
27 Vgl. Bockelmann, Nancy (2004), S.6 f.
Arbeit zitieren:
Marcus Riemann, Janine Knödler, 2011, Informationssysteme im Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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