Inhalt
1. Einleitung 1
2. Antike und Mittelalter 1
3. 16. und 17. Jahrhundert 3
4. 18., 19. und 20. Jahrhundert 5
5. Literaturverzeichnis i
1. Einleitung
Mechanische Musikinstrumente, auch als Automaten bezeichnet, gibt es schon seit der Antike. Damals noch sehr einfach, wurden sie mit der Zeit immer komplexer und ausgefeilter. Maßgebend für die Entwicklung waren die Erfindung der Hydraulik um 300 v. Chr., der Stiftwalze um das 16. Jahrhundert und der Elektrizität im 19. Jahrhundert.
Es wird heutzutage unterschieden zwischen mechanischen und halbmechanischen Instrumenten. Die mechanischen Instrumente, die ohne künstlerisches Einwirken des Menschen funktionieren, unterteilen sich nochmals in mechanisch spielbare und automatische Instrumente. Mechanisch spielbar sind Instrumente, die mithilfe von Kurbeln oder Balgen betätigt werden, automatisch hingegen solche, die durch Wind, Luftdruck, Wasser, Gewichte, Zugfedern oder Strom funktionieren. Unter halbmechanischen Instrumenten versteht man solche, die mit (künstlerischem) Einwirken des Menschen betrieben werden, wie etwa Reproduktionsinstrumente, Rundfunkgeräte und andere Instrumente, welche in Tempo und Dynamik beeinflusst werden können. 1
Diese Arbeit verfolgt chronologisch die Entwicklung der mechanischen Instrumente von der Antike bis ins frühe 20. Jahrhundert und beleuchtet die verschiedenen Funktionsweisen.
2. Antike und Mittelalter
Die ältesten Instrumente sind selbstklingende Instrumente, also solche, die von allein einen Ton erzeugen. Dazu gehört zum Beispiel das Windspiel, welches es in allen Formen und Größen gibt, von hohlen Hölzern an Fäden bis hin zu großen Glockentürmen in China oder Griechenland. Ein weiteres Beispiel sind Saiteninstrumente, die so zum Wind ausgerichtet werden, dass er die Saiten zum Schwingen bringt und dadurch Töne erzeugt. Genannt wird dieses Instrument Wind-oder Äolsharfe, der Name leitet sich von dem griechischen Windgott Aeolos ab. 2
1 Ernst Simon, Mechanische Musikinstrumente früherer Zeiten und ihre Musik, Wiesbaden: Breitkopf und Härtel 1980, S. 16.
2 Ebd. S. 22.
1
Die ersten wirklich mechanischen Instrumente kamen um ca. 300 v. Chr. mit der Erfindung der Hydraulik auf. Diese Technik wurde in Wasserorgeln (organon hydraulikon) eingesetzt. Diese und die Erfindung der mechanischen Wasseruhr oder des Katapults gehen vermutlich auf den Theoretiker Ktesibios zurück, dessen Werk über die Pneumatik nicht erhalten ist 3 :
„In der Orgel des Ktesibios wird die Luft in die Pfeife gedrückt, indem sie in einem Unterwasserbehälter unter Druck gesetzt wird. Die in den Rohren oder an anderer Stelle verbrauchte Luft wird durch eine Pumpe wieder aufgefüllt. Solange die Höhe des Wasserspiegels 4
nicht zu sehr schwankt, hält das Wasser den Druck im Luftkissen einigermaßen konstant.“ Beschrieben wird die Wasserorgel des Ktesibios unter anderem bei Heron von Alexandria (ca. 0 - 100 n. Chr.), einem antiken Mathematiker und Theoretiker. 5 Aus seinen theoretischen Schriften, der Pneumatica und der Automata, stammen auch Beschreibungen für simple, sowie komplexe Tierautomaten. Diese wurden meist hydraulisch oder pneumatisch betrieben, funktionierten also mit Luft-, Wasser-und/oder Dampfdruck. 6 Das einfachste Beispiel, für einen mechanischen Vogel, findet sich in der Pneumatica. Heron beschreibt ein Gefäß mit einer Röhre, die in einen luftdichten Kasten ragt, in dem eine gebogene Pfeife befestigt ist, die wiederum in eine Schale mit Wasser ragt. Am Rand der mit Wasser gefüllten Schale sitzt der Vogel. Wird nun Wasser in das Gefäß gegossen, wird die Luft darin verdrängt und geht durch die Pfeife. Dadurch, dass sie unter Wasser in die Schale mündet, entsteht ein zwitschernder Ton. 7 In ähnlicher Form gab es auch kleine Statuen und natürlich auch komplexere Tierautomaten, die nicht nur Töne von sich gaben, sondern sich auch bewegen konnten.
Auf die Spitze getrieben wurden die technischen Spielereien in Form von Thronautomaten. Sehr eindrucksvoll wurde zum Beispiel das Thronautomaten Ensemble des mittelalterlichen Byzanz von beeindruckten Besuchern beschrieben:
„Vor dem Thron des Kaisers stand ein ehener, aber vergoldeter Baum, dessen Zweige erfüllt waren von Vögeln verschiedener Art, ebenfalls von Erz und vergoldet, die sämtlich ein jeder nach seiner Art den Gesang der verschiedenen Vögel ertönen ließen. Der Thron des Kaisers aber war so künstlich gebaut, daß er in einem Augenblick niedrig, im nächsten größer und gleich darauf hoch erhaben schien. Löwen von ungeheurer Größe, ich weiß nicht, ob aus Metall oder Holz, aber mit
3 Reinhold Hammerstein. Macht und Klang. Tönende Automaten als Realität und Fiktion in der alten und mittelalterlichen Welt. Bern: A. Francke AG Verlag 1986. S. 16.
4
Lucio Russo, Die vergessene Revolution. Oder die Wiedergeburt des antiken Wissens, Berlin Heidelberg: Springer Verlag 2005, S.262.
5 Hammerstein. Macht und Klang, S. 16.
6 Ebd. S. 17.
7 Ebd.
2
Arbeit zitieren:
Felisa Kowalewski, 2009, Mechanische Musikinstrumente, München, GRIN Verlag GmbH
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