III
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1. Problemstellung 1
1.2. Zielsetzung 2
1.3. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit 2
2. Grundlagen und Ursachen von Burnout 4
2.1. Begriff Burn Out 4
2.2. Symptomatik 8
2.3. Burnout Verlauf 16
2.4. Burnout Prävention 21
2.5. Bewältigungsmaßnahmen 23
3. Einflussbereiche des Personalmanagements 25
3.1. Grundsätzliches im Personalmanagement 25
3.2. Personalrecruiting 27
3.3. Personalplanung 30
3.4. Personalentwicklung 32
3.4.1. Personalausbildung und Entwicklung 32
3.4.2. Personalentwicklung außerhalb der Arbeitsumgebung 34
3.4.3. Personalentwicklung am Arbeitsplatz 35
3.4.4. Coaching als Instrument der Personalentwicklung 37
3.4.5. Die Bedeutung der Führungskräfteausbildung für das Unternehmen 39
3.5. Personalmanagement im Kontext mit Burnout 40
3.5.1. Betriebliche Funktionsträger 40
3.5.2. Mitarbeiterfehlzeiten 42
IV
IV
4. Personalführung 43
4.1. Organisationspsychologie 43
4.2. Führungsverhalten und Führungserfolg 44
4.3. Kompetenzentwicklung als Führungsaufgabe 46
4.4. Mitarbeitergespräch 47
4.5. Präventive Maßnahmen 49
5. Burnout in der Praxis 51
5.1. Erlebnisbericht des Autors 51
5.1.1. Am Anfang war noch Feuer 51
5.1.2. Voller Einsatz 52
5.1.3. Am Abgrund 53
5.1.4. Der tiefe Fall 55
5.1.5. Der Weg Zurück 56
5.1.6. Bin wieder da 57
5.2. Sichtweise der Therapeutin 59
5.3. Sichtweise des Vorgesetzten 61
5.4. Befragung von Führungskräften 63
6. Zusammenfassung und Ausblick 66
V
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Symptome des Burnout-Syndroms
Abbildung 2: Der Burnout-Zyklus nach Herbert Freudenberger
Abbildung 3: Burnout-Prävention auf drei Ebenen
Abbildung 4: Individuelle Burnout Bewältigung
Abbildung 5: Prozessuale Darstellung der HR-Aufgaben
Abbildung 6: Anforderung und Eignung
Abbildung 7: Verhältnis zwischen Personalentwicklungsstrategie und
Unternehmensstrategie
Abbildung 8: Modell der Führungskompetenz
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
Burnout ist leider ein sehr aktuelles Thema unserer Zeit und unserer Gesellschaft geworden. Die Arbeitsbedingungen werden immer härter, steigender Zeit- und Leistungsdruck, immer höhere Geschwindigkeit durch moderne Kommunikationstechnologien, mehr und mehr geforderte Flexibilität und immer geringere Sicherheit des Arbeitsplatzes machen den Menschen zu schaffen und können von vielen nicht mehr bewältigt werden.
Krankenstände, die durch stress- und burnout- bedingte Beschwerden verursacht eine der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Arbeitsausfälle, die durch Burnout hervorgerufen werden, verursachen für die betroffenen Personen, die betroffenen Unternehmen und für die Volkswirtschaft hohe Kosten. Nicht zu vergessen das Leid, dass über die Burnout Kranken und ihre Familien hereinbricht, wenn Beziehungen und Familien daran zerbrechen. Aber nicht nur der Druck der Arbeitswelt, auch die Herausforderungen und Erwartungen im privaten Umfeld steigen mit der wirtschaftlichen Weiterentwicklung. Immer komplexere technische Hilfsmittel, Unterhaltungsmedien und verschiedenste Informationslawinen beeinflussen unseren Geist und Körper. Die Flucht in Entspannungstherapien und der Boom im Wellnessbereich sind nur zwei Merkmale die unsere Sehnsucht nach Entschleunigung bezeugen und als Ventil unserer permanenten Überlastung dienen sollen.
Ausgelaugte Mitarbeiter, Menschen die an ihre psychischen Grenzen gehen und vielleicht auch noch darüber hinaus, sind für manche Unternehmen vielleicht kurzfristig von Vorteil. Über kurze Zeit Höchstleistungen zu erzeugen ist möglich, aber kann von keinem Menschen auf Dauer durchgehalten werden. Diese Belastungsproben werden aber immer öfter von den Unternehmen ausgereizt und versucht, das Maximum an Leistung aus dieser Ressource zu erzielen.
1.2. Zielsetzung
Was bewegt einen Menschen dazu sich als Ressource für eine Unternehmung zur Verfügung zu stellen und sich dabei sosehr zu verausgaben, dass er sich bis ans Ende seiner psychischen Kräfte begibt? Solche und ähnlich Fragen müssen wohl beantwortet werden um hinter das Phänomen Burnout zu gelangen. Eine Reihe offener Fragen die noch beantwortet werden müssen um hier noch mehr Wissen über diese Krankheit, dessen Entstehung und seinem Verlauf zu erfahren. Der wirtschaftliche Umgang innerhalb von Unternehmen und deren Management mit der neuen Volkskrankheit Burnout wird in dieser Arbeit in den Fokus gerückt. Ein Schnittpunkt zwischen Burnout und dem wirtschaftlichen Problemen die sich für Unternehmen dadurch ergeben ist das Personalmanagement. In dieser Position beziehungsweise in diesem Teil der Unternehmen liegt der mögliche Ansatzpunkt um diesem Problem entgegen zu wirken.
Welche Motivation hat ein Mensch sich so weit zu verausgaben, das alles unter dieser psychischen Last zusammenbricht? Was macht ein Vorgesetzter dem dieser Umstand bei einem seiner Mitarbeiter auffällt, und was kann das Unternehmen dazu beitragen? Antworten auf solche Fragen ist das Ziel diese Arbeit. Antworten die dazu beitragen sollen die Ressource Mensch so zu nutzen, dass diese auch langfristig für das Unternehmen einen Nutzen bringt.
1.3. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
Im ersten Teil der Arbeit wird auf die Krankheit Burnout eingegangen. Darin werden Begriffe näher erklärt sowie der Krankheitsverlauf erläutert und auf die Symptomatik eingegangen. Der zweite, theoretische Teil der Arbeit befasst sich mit den wirtschaftlichen Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen. Im Hauptfokus steht dabei das Personalmanagement, welches einen wichtigen Schnittpunkt vom Unternehmen zu dieser Problemstellung bildet. Es wird herausgearbeitet an welchen Stellen man dem Problem begegnen kann, aber auch mögliche Ansatzpunkte für präventive Maßnahmen werden das Ergebnis für diesen Teil der Arbeit abrunden.
Der dritte, und praktische Teil dieser Arbeit berichtet über die Problematik durch die Erkrankung des Autors, und schafft einen Einblick in die Schwierigkeiten welche die Arbeitstätigkeiten und die Herausforderungen des Arbeitsalltags in einem Burnoutfall mit sich bringen.
Weiters soll eine Befragung von Führungskräften einen kleinen Überblick über den Umgang österreichischer Unternehmen mit der Problemstellung Burnout bringen. Es werden Führungskräfte der unteren bzw. mittleren Führungsebene verschiedener Unternehmen zum Umgang und der Vorgehensweise zur Vermeidung oder Eingrenzung von Burnout befragt.
In der Zusammenfassung wird festgestellt, welche Maßnahmen für eine weitest gehende Vermeidung von Burnout im Arbeitsumfeld notwendig sind. Oder anders gesagt wie man als Unternehmen die Ressource Mensch besser gegen Burnout schützen kann um eine effizientere Nutzung derselben für die Unternehmen sicherzustellen.
2. Grundlagen und Ursachen von Burnout
2.1. Begriff Burn Out
In den letzten beiden Jahrzehnten wurde dieser Begriff, der zu einem der wichtigsten für negative Begleiterscheinungen der Arbeitstätigkeit psychosozialer, pädagogischer und medizinischer Berufsgruppen wurde, beschrieben diskutiert und analysiert. Es ist ein Phänomen welches bei oberflächlicher Betrachtung schnell nachvollzogen werden kann, bei einer exakteren Begriffbestimmung erweist sich eine genauere Beschreibung als schwierig. Dies ist ein Grund für das heterogene Auftreten verschiedener Burnout-Ansätze und -Definitionen. Das Wort Burnout stammt aus dem Englischen und ist mit ausbrennen zu übersetzen. Der Ausdruck wurde vorerst nur im physikalischen Bereich in der Raketenforschung für ausgebrannte Antriebe, seit 1974 auch in der Psychologie verwendet. In Amerika wurde von dem deutschstämmigen Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger (1974) -etwa gleichzeitig mit Ginsburg(1974)- der Begriff popularisiert. Er bezeichnet bei Freudenberger zunächst den psychischen und physischen Abbau der meist ehrenamtlichen Mitarbeiter >alternativer< Hilfsorganisationen. Freudenberger und ab 1976 insbesondere Christina Maslach und Ayala Pines in Kalifornien haben das Phänomen bei anderen Sozialberufen beschrieben; schließlich gerieten auch ganz andere Berufsgruppen und der private Lebensbereich in das Blickfeld. 1
Probleme bereiten die Abgrenzungen dieses Phänomens, so konnte bis heute keine klare Abgrenzung gefunden werden ab wann Burnout beginnt, und wo es endet. Dies Manifestiert sich auch bei den Definitionsversuchen. Die Vielfältigkeit der Definitionsversuche zeugt auch von der Uneinigkeit der Wissenschaft über eine klare und eindeutige Position zu einer klaren Definition dieser Krankheit. Kurz Zusammengefasst lassen sich die relevanten Versuche wie folgt definieren:
1 Vgl. Burisch (2010), S.6.
„ein Syndrom unangemessener Einstellungen gegenüber Klienten und sich selbst, oft in Verbindung mit unangenehmen physischen und emotionalen Symptomen.“ (Kahn, 1978, S.36.)
„ein Syndrom emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und persönlicher Leistungseinbußen, das bei Individuen auftreten kann, die in irgendeiner Art mit Menschen arbeiten. Es ist eine Reaktion auf die chronische emotionale Belastung, sich andauernd mit Menschen zu beschäftigen, besonders, wenn diese in Not sind oder Probleme haben.“ 2
„ein seelischer Zustand der häufig bei Menschen auftritt, die mit anderen Menschen arbeiten und die in ihren Beziehungen zu ihren Klienten oder Patienten, zu ihren Vorgesetzten oder Kollegen die Gebenden sind.“ 3
Diese beschriebenen Definitionen beschränken sich auf Menschen, die mit Klienten arbeiten, also im Allgemeinen professionelle Helfer. „ein Zustand physischer, emotionaler und mentaler Erschöpfung aufgrund langanhaltender Einbindung in emotional belastende Situationen.“ 4 „ein Zustand der Ermüdung oder Frustration, herbeigeführt durch eine Sache, einen Lebensstil oder eine Beziehung, die nicht die erwartete Belohnung mit sich brachte.“ 5 „ein über Erwartungen vermittelter, arbeitsbezogener, dysphorischer und disfunktionaler Zustand eines Individuums ohne stärkere psychopathologische Beeinträchtigungen, welches (1) schon eine Weile lang angemessene Leistungen und affektive Reaktionen in der selben Arbeitssituation gezeigt hat, und das (2) ohne Hilfe von außen oder Veränderung seiner Umweltbedingungen nicht wieder zu seinen früheren Standards zurückfinden wird.“ (Brill, 1984, S. 12) Diese bisherigen Definitionen erklären Burnout also als einen Zustand in dem man sein kann oder nicht. Das bestätigt das oben erwähnte Problem der Abgrenzung, wo
2 Maslach C., (1982) zitiert in.Burisch (2010), S.17.
3 Aronson et al., (1983) zitiert in Litzke & Schuh (2005), S. 147.
4 Pines (1988) zitiert in Burisch, (2010) S. 18.
5 Freudenberger & Richelson (1980) zitiert in Burisch, (2010) S. 18.
fängt Burnout an ernst zu werden? Die weiteren Definitionen sprechen weniger von einem Zustand sondern mehr von einem Prozessverlauf.
„ein Prozeß, in dem sich ein ursprünglich engagierter Mitarbeiter von seiner Arbeit zurückzieht, als Reaktion auf Beanspruchung und Belastung im Beruf.“ 6 oder als „ein fortschreitender Abbau von Idealismus, Energie, Zielstrebigkeit und Anteilnahme als Resultat der Arbeitsbedingungen.“ 7
„ein Zustand der sich langsam über einen Zeitraum von andauerndem Stress und Energieeinsatz entwickelt. … ist ein Energieverschleiß, eine Erschöpfung und aufgrund von Überforderungen, die von innen oder von außen (…)kommen kann und einer Person Energie Bewältigungsmechanismen und innere Kraft raubt, und der schließlich Motivationen, Einstellungen und Verhalten beeinträchtigt.“ 8 Wie man aus den Jahreszahlen der wissenschaftlichen Definitionen erkennen kann, muß man wohl sagen, daß die Burnout Forschung noch keine klare Definition des Begriffes gefunden hat, was Burisch in seinem Buch auch bestätigt. Er schreibt: „Das eine allgemein akzeptierte Definition fehlt, hat zur Folge, dass Burnout beinahe alles und damit nichts ist. Die Übernahme auch in die nicht englische Umgangssprache hat sein Übriges getan, die Konturen zu verwischen. Insbesondere zu Nachbarbegriffen wie Belastung, Depression oder Konfliktreaktion (ihrerseits randunscharfe Einheiten) fällt die Abgrenzung schwer.“ 9 Aktuelle Definitionsversuche bleiben sehr allgemein und können ebenfalls keine genauere Eingrenzung erzeugen. Zum Beispiel der Fonds Gesundes Österreich auf seiner Homepage 10 . „Burnout ist als chronischer Erschöpfungszustand zu definieren, der auf emotionaler, sozialer, mentaler und körperlicher Ebene zutage tritt.“ 11
6 Vgl. Cherniss, (1980) zitiert in Burisch, (2010) S. 19.
7 Vgl. Edelwich (1980) zitiert in Burisch (2010), S.19.
8 Freudenberger & North, (1992) S. 26f.
9 Burisch, (2010) S. 20.
10 www.gesundesleben.at
11 Ferrari, 2010
"Burnout ist ein Zustand emotionaler Erschöpfung am Beruf. Er geht einher mit negativen Einstellungen zum Beruf, zu den Inhalten oder den Mitteln des Berufs (Zynismus) oder zu den Partnern oder Klienten im Beruf (Depersonalisation). Hinzu kommt ein erheblich reduziertes Selbstwertgefühl in bezug auf die eigene berufsbezogene Leistungsfähigkeit. Burnout ist ein sich langsam entwickelndes Belastungssyndrom, das nicht selten wegen der kreisförmigen, gegenseitigen Verstärkung der einzelnen Komponenten (emotionale Erschöpfung führt zu geringerem Selbstwertgefühl, welches nur zu mehr emotionaler Erschöpfung führt usw.) zur Chronifizierung neigt." 12
„Psychologisch ist mit Burnout eine langandauernd zu hohe Energieabgabe für zu geringe Wirkung bei ungenügendem Energienachschub und gleichzeitiger Erwartung von Höchstleistungen gemeint.“ 13
„Wie bei vielen Erkrankungen gibt es auch bei Burnout eine Vielzahl von Ursachen, die in den unterschiedlichsten Bereichen wurzeln. Neben der ganz individuellen Persönlichkeit jedes Menschen spielt die biographische Geschichte, also die Herkunftsfamilie - und damit die Prägung und Übernahme von Verhaltensmusterneine wesentliche Rolle.“ 14
12 Rösing, (2008) S. 20.
13 Hölzl, (2008) S. 13.
14 ebenda S. 15.
2.2. Symptomatik
Das Symptombild dieser Krankheit ist Vielschichtig, ebenso sind die betroffenen Berufs-, bzw. Personengruppen welche in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben werden, sehr vielfältig. Auch Burisch stellte fest, dass bei einer Vielzahl von durchgeführten Studien das Symptombild zwar sehr vielschichtig, aber von Studie zu Studie überraschend einheitlich ist. Er faste daher die Burnout-Symptomatik in sieben Oberkategorien zusammen, die wiederum teilweise in Unterkategorien aufgeteilt wurden. 15
Burnout Symptomatik nach Burisch:
Warnsymptome der Anfangsphase
a) überhöhter Energieeinsatz
Wie z.B. Hyperaktivität, freiwillig unbezahlte Mehrarbeit, ein Gefühl der Unentbehrlichkeit, das Gefühl nie Zeit zu haben, die Verleugnung eigener Bedürfnisse, die Verdrängung von Misserfolgen und Enttäuschungen oder die Beschränkung der sozialen Kontakte auf Klienten oder Kunden. b) Erschöpfung
Macht sich bemerkbar dadurch, dass man nicht „abschalten“ kann, durch ausgeprägten Energiemangel, vermehrte Unausgeschlafenheit und damit verbundene erhöhte Unfallgefahr. 16
Die nächste Symptomatikgruppe ist jene des reduzierten Engagements welches die Betroffenen an den Tag legen: a) Für Klienten, Patienten etc.
Dies ist Erkennbar durch Desillusionierung, den Verlust positiver Gefühle gegenüber Klienten, durch größere Distanz sowie Meidung von Kontakte zu Klienten oder Kollegen, Aufmerksamkeitsstörungen in der Interaktion mit Klienten, die
15 Vgl. Burisch (2010) S. 24.
16 ebenda S. 25
Verschiebung des Schwergewichts von Hilfe auf Beaufsichtigung oder durch die Schuldzuweisung der Probleme auf Klienten. Des weiteren ist das reduzierte Engagement für Klienten erkennbar durch die höhere Akzeptanz von Kontrollmitteln wie Strafen oder Tranquilizern, Stereotypisierung von Klienten, Schülern, Patienten, die Betonung des Fachjargons und einer Dehumanisierung der Klienten. b) Für andere Allgemein
Damit ist die Unfähigkeit zu geben gemeint, aber auch die Kälte die die Betroffenen anderen gegenüber zeigen, die Verständnislosigkeit die sie an den Tag legen, der Verlust der Empathie, die Schwierigkeit anderen zuzuhören, sowie der Zynismus gegenüber anderen Personen. c) Für die Arbeit
Im Arbeitsleben verliert sich der Idealismus, die negative Einstellung zur Arbeit wird immer größer, Widerwillen und der Überdruss steigen. Der Widerstand täglich zur Arbeit zu gehen wächst, ständiges auf die Uhr sehen, Fluchtphantasien, Tagträumereien und das Überziehen der Arbeitspausen verstärken sich. Verspäteter Arbeitsbeginn steht einem vorverlegten Arbeitsabschluss gegenüber, Fehlzeiten mehren sich und das Schwergewicht wird auf die Freizeit verlagert. d) Erhöhte Ansprüche
Die Konzentration liegt ganz klar auf den eigenen Ansprüchen, es entsteht aber auch ein Gefühl mangelnder Anerkennung oder das Gefühl Ausgebeutet zu werden. Hinzu kommen noch Familienprobleme, Eifersucht und Konflikte mit den eigenen Kindern. 17 Darüber hinaus beschreibt Burisch die emotionalen Reaktionen sowie die Schuldzuweisungen: a) Depression
Es entstehen Schuldgefühle, reduzierte Selbstachtung, Insuffizienzgefühle, Gedankenverlorenheit, Selbstmitleid, Humorlosigkeit, unbestimmte Angst und Nervosität, abrupte Stimmungsschwankungen, verringerte Emotionale Belastbarkeit, Bitterkeit, Abstumpfung, Gefühl der inneren Leere, Schwächegefühl, Neigung zum
17 Vgl. Burisch (2010) S. 25.
10
Weinen, Ruhelosigkeit, ein Gefühl des Festgefahrenseins, Hilflosigkeits-, und Ohnmachtsgefühle, Pessimismus, Fatalismus, Apathie oder Selbstmordgedanken. b) Aggression
Es erfolgen Schuldzuweisungen an andere oder das System, Vorwürfe an andere, Verleugnung der Eigenbeteiligung, Ungeduld, Launenhaftigkeit, Intoleranz, Kompromissunfähigkeit, Nörgeleien, Negativismus, Reizbarkeit; Ärger und Ressentiments; Defensive/paranoide Einstellungen; Misstrauen; Häufige Konflikte mit anderen. 18
In der vierten Gruppe werden jene Symptome zusammengefaßt welche den mentalen Abbau der Erkrankten betreffen: a) der kognitiven Leistungsfähigkeit
Wie z.B. Konzentrations- und Gedächtnisschwäche ,Unfähigkeit zu komplexen Aufgaben, Ungenauigkeit, Desorganisation, Entscheidungsunfähigkeit, Unfähigkeit zu klaren Anweisungen. b) der Motivation
Erkennbar durch verringerte Initiative, verringerte Produktivität, das Leisten von Dienst nach Vorschrift c) der Kreativität
Verringerte Phantasie, verringerte Flexibilität d) Entdifferenzierung
Rigides Schwarzweißdenken, Widerstand gegen Veränderungen aller Art 19
Für die Verflachung der Betroffenen sind folgende Symptome zu nennen:
a) des emotionalen Lebens
Verflachung gefühlsmässiger Reaktionen, Gleichgültigkeit.
18 Vgl. Burisch, (2010) S. 25f.
19 ebenda S. 26
11
b) des sozialen Lebens
Weniger persönliche Anteilnahme an anderen oder exzessive Bindung an einzelne, Meidung informeller Kontakte, Suche nach interessanteren Kontakten, Meidung von Gesprächen über die eigene Arbeit, Eigenbröteleien, mit sich selbst beschäftigt sein, Einsamkeit. c) des geistigen Lebens
Durch das Aufgeben von Hobbys, Desinteresse, Langeweile. 20
In der sechsten Symptomatikgruppe werden die psychosomatische Reaktionen zusammengefaßt, die da sind:
Schwächung der Immunreaktion, Schlafstörungen, Albträume, sexuelle Probleme, gerötetes Gesicht, Herzklopfen, Enge Gefühl in der Brust, Atembeschwerden, Beschleunigter Puls, Erhöhter Blutdruck, Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Nervöse Tics, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Magen-Darm-Geschwüre, Gewichtsveränderungen, Veränderte Essgewohnheiten, mehr Alkohol, Kaffee, Tabak, oder andere Drogen. 21
Zum Schluß noch die Symptome der letzten Gruppe, der Verzweiflung:
Negative Einstellung zum Leben, Hoffnungslosigkeit, Gefühl der Sinnlosigkeit, Selbstmordabsichten, existentielle Verzweiflung. 22
Hokenbecker-Belke bezeichnet die drei Faktoren Arbeitsplatz, Persönlichkeitseigenschaften, und das Privatleben (Familie Partnerschaft) als jene, welche weitestgehend zum Erleben von Burnout beitragen. 23 Diese Fördern im negativen Sinn die Symptome, welche auf die Betroffenen einwirken (vgl. Abbildung 1, Seite 12).
20 Vgl. Burisch, (2010) S. 26.
21 ebenda
22 ebenda
23 Vgl. Hokenbecker-Belke, (2007) S. 13.
Arbeit zitieren:
Harald Nitsch, 2011, Burnout - eine Herausforderung für das Personalmanagement, München, GRIN Verlag GmbH
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