Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Anforderungen an die Lernaufgaben 3
3 Einflussfaktoren 4
3.1 Gruppenbildung 4
3.2 Ziel 5
3.3 Aufgabenverteilung 5
3.4 Dauer 6
3.5 Kommunikationsform 6
4 Aufgaben der Lehrenden 7
4.1 Unterstützung sozialer Präsenz 8
4.2 Unterstützung kognitiver Präsenz 8
4.3 Teaching presence 9
5 Gruppenmerkmale 11
5.1 Gruppenstruktur 11
5.2 Gruppenproduktivität 12
5.3 Eigenschaften der Lerngruppe 13
6 Gruppenprozesse und Gruppendynamik 14
6.1 Phasen der Gruppenentwicklung 14
6.2 Stufenmodell der Online-Moderation 15
7 Vor- und Nachteile von CSCL 16
7.1 Vorteile 16
7.2 Nachteile 17
8 Fazit 18
Literaturverzeichnis 19
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1 Einleitung
Die Bedeutung von kooperativer Gruppenarbeit im pädagogischen Umfeld hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Durch den verstärkten Einsatz der Medien im Lehr-Lernkontext verstärkt sich auch der Blick auf die Gruppenarbeit im virtuellen Raum. Seit über 20 Jahren existiert hierfür ein eigenes Forschungsfeld, das CSCL-Forschungsgebiet, das sich mit dem Lernen in virtuellen Lerngruppen auseinandersetzt. CSCL steht für computer supported cooperative/kollaborative learning. Es handelt sich hierbei um ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, welches große Überlappungen mit Gebieten aus der Psychologie, der Pädagogik, der Soziologie und
Kommunikationswissenschaft sowie der Informatik aufweist (Haake, Schwabe & Wessner, 2004, S. 2).
Eine grundlegende Klassifikation des CSCL-Forschungsgebiets bietet die Raum-Zeit-Matrix.
Raum-Zeit-Matrix für CSCL (Haake, Schwabe, Wessner, 2004, S. 2) Durch die Abbildung wird deutlich, dass kollaboratives Lernen am gleichen Ort, z.B. in einem computerunterstützten Klassenzimmer oder an verschiedenen Orten stattfinden kann, z.B. in einer Televorlesung. Zudem ist es möglich, dass die Gruppenteilnehmer synchron, also zur gleichen Zeit, zusammenarbeiten oder asynchron, zeitlich versetzt über eine Plattform, z.B. mit Hilfe der Plattform Moodle. Zurzeit wird in Unternehmen vermehrt über eine Mischung aus den oben genannten Szenarien, das sogenannte Blended-Learning, nachgedacht (Bastiaens, 2010, S. 68). Diese Art des Lernens beinhaltet sowohl Präsenzphasen als auch Distanzlernphasen.
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Da im deutschsprachigen Raum die Begriffe kooperativ und kollaborativ oft synonym verwendet werden, wird in dieser Arbeit bewusst kein Unterschied zwischen diesen Begriffen gemacht.
Die Entscheidung für oder gegen computerunterstütztes kooperatives Lernen beruht auf den Fragen, ob für das Erreichen der Lehrziele das Lernen in Gruppen sinnvoll und ob eine mediengestützte Variante für den Austausch vorteilhaft ist (Kerres, Nattland & Nübel, 2004, S. 268).
Kooperatives Lernen kann für folgende Lehrziele genutzt werden (ebd., S. 268):
Lernende können ihre eigene Meinung formulieren und in einer Diskussion in Worte fassen.
Lernende können anderen zuhören und auf deren Argumente eingehen.
Lernende können akzeptieren, dass es verschiedene Meinungen zu einem Sachverhalt geben kann.
Lernende können komplexe Inhalte arbeitsteilig bearbeiten und sie anschließend zu einem Ganzen zusammenführen.
Lernende erfahren, dass das gemeinsame Erarbeiten einen großen Nutzen darstellt.
Lernende erleben, dass es sinnvoll ist, das eigene Wissen weiterzugeben und im Gegenzug von den Kenntnissen der anderen Teilnehmer zu profitieren.
In dieser Arbeit wird gesucht, ob die oben genannten Lehrziele durch Gruppenarbeiten im virtuellen Raum erreicht werden können. Der Fokus liegt jedoch nicht auf dem Vergleich zwischen Gruppenarbeiten im ursprünglichen Sinne und Gruppenarbeiten im virtuellen Raum. Vielmehr liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Darstellung der notwendigen Voraussetzungen, die für ein erfolgreiches Lernen im virtuellen Raum geschaffen werden müssen. Der Aufbau dieser Arbeit gliedert sich wie folgt: Zu Beginn werden die Anforderungen an Lernaufgaben aufgezeigt, die erfüllt werden müssen, um Aufgaben zu schaffen, mit denen die Lehrziele des kooperativen Lernens erreicht werden können. In Kapitel 3 folgen wichtige Einflussfaktoren, die bei der Planung einer Gruppenarbeit im Vorfeld beachtet
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werden müssen. Im Anschluss wird in Kapitel 4 der Blick auf die Aufgaben der Lehrenden gelenkt. Hier wird besonders auf die Aspekte, die bei der Planung eines virtuellen Seminars beachtet werden müssen, eingegangen. In Kapitel 5 geht es um die Merkmale von Gruppen, hierbei wird besonders auf die Gruppenstruktur, die Gruppenproduktivität und die notwendigen Eigenschaften der Lerngruppe eingegangen.
Kapitel 6 beschäftigt sich mit Gruppendynamik und Gruppenprozessen. Es wird unter anderem auf die Phasen, die bei einer Gruppenentwicklung durchlaufen werden und auf das salmonsche Modell eingegangen. Abschließend werden in Kapitel 7 die Vor- und Nachteile des kooperativen Lernens in virtuellen Lernumgebungen aufgezeigt.
Zur besseren Lesbarkeit wird im Folgenden nur die männliche Form verwendet. Die nachfolgend männliche Form bezieht auch immer die weibliche Form mit ein.
2 Anforderungen an die Lernaufgaben
Die Lernaufgabe muss so beschaffen sein, dass das Erreichen der oben genannten Lehrziele ermöglicht wird. Sie muss folgende Kriterien erfüllen (ebd., S. 271):
Die Aufgabe beinhaltet eine komplexe Problemstellung. Sie kann nicht nur durch die Anhäufung von Wissen gelöst werden, sondern regt zum Weiterdenken an.
Die Aufgabe erfordert das Anfertigen eines gemeinsamen Ergebnisses. Dieses soll nur erreicht werden können, wenn alle Beteiligten ihren Beitrag geleistet haben.
Die Aufgabe soll arbeitsteilig bearbeitet werden können, jedoch sollte vermieden werden, dass sie durch Aneinanderfügen einzelner Teilprodukte abgeschlossen werden kann.
Die Aufgabe soll bei der Bearbeitung den Blick auf unterschiedliche Aspekte und Standpunkte der Fragestellung ermöglichen. Ob die Lehrziele von den Lernenden erreicht werden können ist abhängig von der Qualität der Aufgabe. Jedoch kann kooperatives Lernen nur dann wirklich erfolgreich sein, wenn die Lernenden den Vorteil dieser Lehrmethode für sich
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erkennen und sie den eigenen Lernfortschritt bei der Bearbeitung der Aufgabe wahrnehmen (ebd., S. 272).
3 Einflussfaktoren
Kooperative Gruppenarbeit in virtuellen Lehr-/Lernprozessen ist einer Vielzahl von Einflussfaktoren unterworfen. Der Lehrende muss sich im Vorfeld dieser Einflussfaktoren bewusst werden, um die entsprechenden Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen festzulegen. Viele dieser Faktoren können vom Lehrenden entsprechend beeinflusst werden. Bei einer Arbeit in virtuellen Kleingruppen zählen hierzu besonders die Gruppenbildung, das Aufgabenziel, die Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe, die Dauer der Gruppenarbeit sowie die verfügbare Kommunikationsform.
3.1 Gruppenbildung
In einem Seminar mit Kleingruppenarbeit muss die Gruppenbildung geklärt werden. Die Kommunikation in der Gruppe wird durch die Gruppenzusammensetzung, die Gruppengröße und das gesetzte Ziel beeinflusst (ebd., S. 273). Besonders hilfreich für die Lernenden ist es, wenn der Lehrende die Gründe für seine Entscheidungen transparent macht. Um eine Vergleichbarkeit der Gruppenleistungen gewährleisten zu können, müssen die Rahmenbedingungen für die Gruppen ähnlich sein.
Gruppengröße
Der Pro-Kopf-Redeanteil einer Gruppe, die nur aus zwei Teilnehmern besteht, ist am Größten. Je größer die Teilnehmerzahl der Gruppe ist, desto geringer ist der Redeanteil der einzelnen Personen. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass mit der Anzahl der Teilnehmer auch die Menge an möglichen Wissensquellen steigt (Holmer & Jödick, 2004, S. 86). Eine Gleichverteilung der Redeanteile ist nach Holmer & Jödick (2004) bei einer Gruppengröße von bis zu zehn Teilnehmern möglich.
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Arbeit zitieren:
Astrid Hasselkus, 2011, Vor- und Nachteile kollaborativer Gruppenarbeit in virtuellen Lernumgebungen, München, GRIN Verlag GmbH
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