Inhaltsverzeichnis
I) Problematik des Kartenverständnisses S 2
II) Potentielle Beeinflussung durch Geschichtskarten. S 3
1.) Inhaltsangabe S 3
2.) Der Autor Georg Brun S 7
3.) Konfrontation des Lesers mit historischen Bezügen S 7
4.) Interpretation der Handlung S 10
III) Schluss in Form persönlicher Stellungnahme S 13
IV) Literaturverzeichnis S 14
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A) Historische „Wahrheit“ als Konsumgut
Es ist ein Gebiet, welches Erfolg verspricht. Nicht umsonst werden heutzutage viele Filme mit geschichtlichem Hintergrund gedreht und Bücher mit einer historischen Basis geschrieben. Diese Auseinandersetzung mit der Vergangenheit regt die Fantasie des Lesers an, entführt den Zuschauer in eine farbenprächtige Welt der Historie und überschreitet somit die letzte Barriere zwischen Konsument und geschichtlichem Wissen. Auf angenehme Art und Weise ist es nun möglich, anstelle eine ferne Geschichte zu betrachten, direkt in die Materie einzutauchen und sich lehrreiches Wissen, verknüpft mit einer spannenden Erzählung von Helden und Abenteuern, bequem anzueignen. Nun, abgesehen davon, dass bei vielen Konsumenten sicherlich das Epos und das Abenteuer im Vordergrund des Interesses stehen, müssten die meisten Bücher und Filme dennoch sicherlich an Spannung einbüßen, würden sie in die heutige Zeit transferiert werden.
Trotzdem sind historische Filme oder Romane mit Vorsicht zu genießen. Zu schnell kann es passieren, dass sich ein historisches Faktum einfach nicht in die fiktive Handlung einfügen möchte und daher kurzerhand angeglichen wird. Auch ist der Konsument der Recherche des Autors oder Drehbuchautors völlig ausgeliefert und zunächst bleibt ihm keine Wahl, als das ihm Präsentierte für bare Münze zu nehmen und zu akzeptieren. Die folgende Arbeit möchte sich an einem exemplarischen Beispiel eines historischen Romans mit der Fragestellung auseinandersetzen, wie dem herkömmlichen Leser Geschichte dargeboten werden kann. Ferner soll überprüft werden, ob die Wissensvermittlung, welche mit dem Lesen einhergeht, auf historisch korrekte Fakten gestützt werden kann und ob der Roman einem Realitätsbezug und -vergleich standzuhalten vermag. Gegenstand der Untersuchung ist der Roman „Der Augsburger Täufer“ von Georg Brun. Dieses Buch wurde als Fortsetzungsroman zu „Der Engel der Kurie“ geschrieben und entstammt der Feder eines Mannes, der bereits für sein Werk „Das Vermächtnis der Juliane Hall“ mit dem Bayerischen Förderpreis für Literatur ausgezeichnet worden ist.
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B) Untersuchung eines historischen Romans
1.) Inhaltsangabe
Im Anhang dieser Arbeit befindet sich ein Schema mit der Personenkonstellation, welches für das Verfolgen des Inhalts und ebenso für Interpretationszwecke genutzt werden kann. Desweiteren ist das Buch in drei große Sinnabschnitte, die mit Folio I - III überschrieben sind, unterteilt.
Folio I
München 1527. Der Dominikanermönch Jakob wird zur Residenz beordert, doch trifft er auf dem Weg dorthin auf Hans Glaner, einen der führenden Köpfe der Münchner Täuferbewegung. Nach einem kurzen Gespräch über den wahren Glauben, setzt Jakob seinen Weg jedoch fort und erhält kurz darauf in der Residenz den Auftrag, inkognito nach Augsburg zu reisen und die dortige Täuferbewegung aufzuspüren und zu infiltrieren, um diese zu gegebener Zeit auffliegen lassen zu können. Jakob macht sich mit gemischten Gefühlen auf den Weg und besucht, verkleidet als Kaufmann, zunächst seinen guten Freund Urban Rhegius, welcher ihm fortan immer mit weisen Ratschlägen und Aufforderungen zu konstruktiven Streitgesprächen zur Seite stehen wird. Von jenem Rhegius erfährt der Dominikaner von einem Mordfall im Hause der Fugger; ein Buchhalter wurde hinterrücks gewürgt und in einem großen Fass voller Tinte ertränkt.
Mit regem Interesse startet Jakob sofortige Ermittlungen in diesem Mordfall und stößt zunächst auf den zwielichtigen Oberbuchhalter Franko Seinschedt, den er nicht klar zuordnen kann. Nebenbei macht der Mönch auch relativ bald die Täuferzelle in Augsburg ausfindig und unterwandert diese.
Nun beginnt ein weiterer Handlungsstrang. Die italienische Malerin Ludovica Zappi ist mit ihrer Zofe Elisabetta nach Augsburg gekommen um die Gattin Raymond Fuggers in den Künsten der Malerei zu unterrichten. Ludovica ist zu diesem Zwecke in das Anwesen der Fugger eingezogen. Dort trifft sie ebenfalls auf Seinschedt und wird von ihm gebeten, ein Porträt seiner selbst zu erstellen und ihm zeitgleich von ihrer Heimat Rom zu berichten. Besonders die zwischenmenschlichen Beziehungen der italienischen Geschäftsleute scheinen ihn dabei sehr zu interessieren.
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Eines Abends kommt die Künstlerin Zappi zufällig an einer Kammer vorbei, die gerade zum Tatort eines weiteren Mordfalles geworden war. Ein weiterer Buchhalter wurde ebenfalls hinterrücks gewürgt und in einem großen Mehlsack erstickt. Rasch und ohne nachzudenken entwendet sie Beweismaterial vom Tatort. Es handelt sich hierbei um eine Liste mit teilweise berühmten, teilweise ihr unbekannten Namen, angereichert mit vielen Zahlen.
Der Mönch Jakob spioniert inzwischen die Augsburger Täufer aus und seine Befragungen der fuggerschen Bediensteten verweisen ihn auf Ambrosius Höchstetter, den ewigen Kontrahenten der Fugger. Besagter Höchstetter wird im Laufe des Romans mehrmals aufgesucht, jedoch fördern diese Besuche nie brauchbare Resultate zu Tage. So scheinen sich alle Befragten relativ schnell auf den täuferischen Maurer Kissling als Mörder zu einigen. Diesen grobschlächtigen Widerling kann niemand leiden, des weiteren hat er als angestellter Maurer den nötigen Zugang zu den Tatorten und Opfern und weist zusätzlich ein perfektes Täterprofil auf. Kissling wird daher verhaftet und gesteht seine Morde unter der Folter, obwohl ihm der eigentliche Tathergang in den Mund gelegt werden muss. Der Mann wird für seine angeblichen Verbrechen im Lech ertränkt. Die restlichen Täufer werden bei einer Versammlung aufgrund von Jakobs Infiltration verhaftet und teilweise verurteilt. 1
Folio II
Ein von fürchterlichen Qualen zerrütteter Jakob zieht sich in ein Münchner Kloster zurück, bis ihn der Auftrag ereilt, nach erfolgreicher Mission nun auch die Münchner Täufer auszuspionieren. Seelisch sieht sich der Mönch dazu allerdings nicht in der Lage und flüchtet nach Augsburg. Dort erfährt er von der Verbindung Ludovica Zappis zu Franko Seinschedt und entlockt letzterem einige kleine Geständnisse, welche Machenschaften Seinschedts in Italien betreffen. Der Oberbuchhalter der Fugger wirtschaftet mit Engelhardt Schauer, dem fuggerschen Faktoreiführer in Rom, im kleinen Ausmaß in die eigene Tasche. Kurz nach diesem Geständnis wird Seinschedt jedoch ermordet von Ludovica aufgefunden, die in der Zwischenzeit Gefühle für den Oberbuchhalter entwickelt hatte und sich ihm nun mit ihrer Liste anvertrauen wollte. Da Seinschedt nun aber getötet, als auch ihr Zimmer bereits mehrfach durchwühlt wurde und ihre Zofe plötzlich verschwunden war, flüchtet die italienische Malerin überstürzt zurück nach Rom.
Dort trifft sie auf Jakobs Freunde und wird von ihnen freundlich aufgenommen. Aufgrund des Gerüchtes, ihre Zofe Elisabetta sei in Rom gesehen worden, starten die Freunde des Mönchs
1 Brun 2003, S. 11 - 153.
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Arbeit zitieren:
Alexander Hofstetter, 2007, Public History am Beispiel des historischen Romans "Der Augsburger Täufer" von Georg Brun, München, GRIN Verlag GmbH
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